Was studieren?
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Germanistik: Dynamiken der Vermittlung – mit Interdisziplinarität zum Ziel

Eva Heuft studiert im Master Germanistik: Dynamiken der Vermittlung. Neben der literaturwissenschaftlichen Komponente gefällt ihr besonders die Interdisziplinarität ihres Studiengangs. Foto: René Lang

Eva Heuft studiert im Master Germanistik: Dynamiken der Vermittlung. Neben der literaturwissenschaftlichen Komponente gefällt ihr besonders die Interdisziplinarität ihres Studiengangs. Foto: René Lang

Der Master-Studiengang Germanistik: Dynamiken der Vermittlungen schreibt neben den Themenfeldern der Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft auch die Interdisziplinarität sehr groß. Eva Heuft studiert diesen vielfältigen Studiengang in Koblenz und berichtet uns davon, wie nicht nur die Kulturwissenschaft und die Philosophie ihren Studiengang beeinflussen, sondern auch die Biologie.

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Germanistik-Dynamiken der Vermittlung?

Die Serie

Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier.

Ein gute Frage, die ich mir selbst auch schon oft gestellt habe. In erster Linie bin ich literaturbegeistert. Sich auf wissenschaftlicher Ebene damit auseinanderzusetzen, ist in meinen Augen super spannend. Durch das Studium lernt man neue Methoden und Herangehensweisen an die Literatur kennen, auf die man als Hobby-Leser oder Hobby-Leserin vielleicht gar nicht gekommen wäre. Entsprechend vorprogrammiert ist es dann aber auch, dass jeder Film und jedes Buch sofort analysiert wird. Für Freunde und Familie vielleicht manchmal etwas nervig, für mich aber total interessant (lacht).

Warum haben Sie sich für den Studienort Koblenz entschieden?

Ich habe zuvor schon einen Doppelabschluss am Standort Koblenz im Bachelor of Education in Anglistik und Germanistik und im Zwei-Fach-Bachelor ebenfalls in Anglistik und Germanistik, gemacht. Damals habe ich mich für den Standort Koblenz entschieden, da ich nur 30 Kilometer entfernt aufgewachsen bin. Während meines Doppelstudiums bin ich nach Koblenz gezogen, hatte hier einen Job und war dementsprechend gut vernetzt.

Was machen Sie genau in Ihrem Studium?

Das Studium ist aufgegliedert in fünf festgelegte Module und in ein Wahlpflichtmodul. Letzteres gibt den Studierenden die Möglichkeit herauszufinden, was alles an der Uni an interessanten Kursen angeboten wird. Zusätzlich gibt es ein Praxismodul, das den Studierenden erlaubt, Arbeitsluft zu schnuppern. Die Inhalte der einzelnen Module sind dabei sehr vielfältig. Im letzten Semester habe ich beispielsweise eine Veranstaltung zum Thema Tierlinguistik besucht. Auch hier ging es um die Vermittlung und die Kommunikation, besonders zwischen Tier und Mensch.

Was macht Ihrer Meinung nach den Studiengang Germanistik-Dynamiken der Vermittlungen so speziell?

Speziell macht den Studiengang auf jeden Fall, dass er sowohl die Sprach- als auch die Literaturwissenschaften miteinbezieht. In vielen Masterstudiengängen muss man sich entweder auf das eine oder das andere spezialisieren. Hier gibt es in allen Modulen eine sprachwissenschaftliche und eine literaturwissenschaftliche Veranstaltung. Auch wenn ich eher eine literaturbegeisterte Person bin, gefällt mir das Konzept. Es ist nie verkehrt und sogar sehr interessant tiefer in die Sprachwissenschaft einzutauchen.

Gleichzeitig gefällt es mir, dass viele unserer Veranstaltungen auch für Kulturwissenschaftler geöffnet sind. Da die Vermittlung von kulturellen Werten in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle spielt, finde ich es besonders spannend, Veranstaltungen mit KuWi-Studierenden zu besuchen. Insgesamt spielt die Interdisziplinarität in der Germanistik eine große Rolle. Sei es die Kulturwissenschaft, die Philosophie, die Anthropologie oder wie zuvor am Beispiel der Tierlinguistik gezeigt, sogar die Biologie. Das macht die Germanistik und insbesondere unseren Studiengang zu einer kleinen Universalwissenschaft.

Trotzdem ist es natürlich auch möglich sich auf einen Aspekt zu fokussieren. Das Studium ist eben das, was man daraus macht.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Studiengang?

Das ist eine Frage, die ich tatsächlich nicht beantworten kann. Mich interessieren so viele Aspekte an meinem Studium, einen einzelnen herauszupicken, finde ich schwer.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Studium besonders gefragt?

Definitiv, eigenständiges Denken. Selbstverständlich ist es auch von Vorteil, wenn man ein Faible für die Sprache hat.

Was möchten Sie nach der Uni machen?

Zurzeit arbeite ich in Vollzeit als Redakteurin. Das könnte ich mir auch vorstellen nach meinem Studium weiterzumachen. Ansonsten fände ich es aber auch spannend, zu promovieren.

Wie bereiten Sie die Studieninhalte auf Ihr zukünftiges Berufsleben vor?

Das kommt ganz darauf an, was man danach machen möchte. Die behandelten Themen bereiten uns zwar eher weniger direkt auf die Berufswelt vor, dafür eignen wir uns im Studium viele Soft-Skills an.

Konnten Sie schon Praxisluft schnuppern?

Mein Praktikum habe ich an der Universität, für das Kompetenzzentrum für Studium und Beruf (KSB) gemacht. Das KSB hat letztes Jahr mit zwei weiteren Kooperationspartnern die Sommerakademie ins Leben gerufen und ich habe mich dort um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert. Und dadurch, dass ich nebenbei in Vollzeit arbeite, ist das natürlich die Praxisluft schlechthin.

Welchen Tipp geben Sie denjenigen, die noch auf der Suche nach dem passenden Studienfach sind?

Probieren geht über Studieren. Viele Studierende in meinem Umfeld haben bereits einen Studienwechsel hinter sich. Manchmal ist es einfach besser auszuprobieren, ob ein Studiengang zu einem passt und wenn nicht, lieber zu wechseln, als unglücklich weiter zu studieren.
Was mich auch gleich zu meinem zweiten Punkt bringt: Auf den eigenen Bauch hören und sich nicht von anderen etwas einreden lassen. Gerade in den Geisteswissenschaften kommt es oft vor, dass man gefragt wird: „Was willst Du denn damit machen? Damit findest Du doch nie einen Job.“ Aber wenn man seine Leidenschaft gefunden hat, soll man sie auch weiterverfolgen. Es bieten sich immer irgendwo Gelegenheiten, wenn man zu 100 Prozent hinter dem steht, was man tut.

Konrad Böhmer

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