Alle Artikel mit dem Schlagwort: Uni Koblenz

Heute schreibt Campus-Reporterin Emily Nolden. Foto: Kinga Cichewicz/ Unsplash

Morgenstund hat Kaffee im Mund

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute hat Emily Nolden ziemlich gute Argumente für das Aufstehen im Morgengrauen. Keine kaffeeverbrannte Zunge zum Beispiel. Vor Kurzem fragte mich meine Mitbewohnerin, warum ich immer vor 6 Uhr aufstehe. Die erste Veranstaltung beginne doch meist erst um 10 Uhr und der Freitag ist sogar frei. Ich antwortete ihr, dass es für mich eine unglaubliche Verbesserung meines Lebensstils sei. Ein “Das glaubst du doch selber nicht” gefolgt von schallendem Gelächter war ihre Reaktion. Wir lachten beide herzhaft über meine Antwort, doch dann versicherte ich, dass es mein Ernst war. Bevor ich nun die Vorteile des frühen Aufstehens beschreibe, muss ich anmerken, dass nicht jeder automatisch als Frühaufsteher geboren ist. Wer mit seiner Rolle als Nachteule gut zurechtkommt, hat keinen Grund, sich morgens aus dem Bett zu quälen – erst recht nicht, wenn er glücklich mit seinem Lebensstil ist. Wunder statt Kampf Für mich allerdings wurde es zum Allheilmittel, als mein Freund begann, mich um 5.30 Uhr aus dem Bett zu …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Etwas Wunderbares passiert, wenn man die Augen füreinander öffnet

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute stellt Lisa Engemann fest, dass Versöhnung der einzige Weg ist, um mit anderen Menschen glücklich zu werden. Drei Situationen, die mich zum Nachdenken angeregt haben: Zwei Menschen leben zusammen, seit sie denken können. Das Leben davor ist im Dickicht der Erinnerungen verschwunden. Sie liebten sich, lieben sich noch. Aber sie zeigen es sich nicht mehr. Zu viele Missverständnisse sind ungeklärt. Alle Versuche sind gescheitert. Beide leben frustriert nebeneinander und hegen ihren Groll gegeneinander. Das Miteinander? Vergangen. Alle sind an diesem Tag gekommen: Onkel, Tanten, Großcousinen, Omas, Papas und Schwippschwager. Einer aus ihren Reihen ist tot. Auf der Beerdigung sehen sich alle wieder. Verstohlen schauen sie sich an, wenn sie denken, der andere sieht sie nicht. In der Familie kursieren Gerüchte, jeder erzählt etwas über den anderen. Doch keiner will Schuld sein an dem Schlammassel, in dem alle knietief stecken. Jemand läuft die Straße entlang, ein anderer kommt ihm entgegen. Sie sind sich noch nie begegnet und glauben doch, …

Michelle Grieshaber findet den Job beim Hochschulprüfungsamt abwechslungsreich. In ihrem Büro hängen auch viele persönliche Sachen an ihrer Pinnwand. Foto: Teresa Schardt

Studierende ein Stück begleiten: Sachbearbeiterin beim Hochschulprüfungsamt

Akten wälzen und kontrollieren, ob alle Vorgänge ordnungsgemäß vonstatten gehen – so stellt man sich die Arbeit eines Sachbearbeiters im Hochschulprüfungsamt vor. Michelle Grieshaber ist das Gegenteil eines Verwaltungsklischees und hilft gerne den Studierenden, die sich mit ihren Fragen an sie wenden. Die Tür zu Michelle Grieshabers Büro ist offen. Sie sitzt mit einem strahlenden Lächeln hinter ihrem Schreibtisch. “Ich weiß noch nicht, was mich heute erwartet”, sagt sie. Für die 27-Jährige ist jeder Arbeitstag anders. “Man kommt morgens ins Büro und lässt sich überraschen, was der Tag bringt”, erzählt sie. Die Arbeit im Hochschulprüfungsamt richtet sich nach den verschiedenen Phasen des akademischen Jahres, in denen bestimmte Dinge zu tun sind. Zum Semesterende hat Grieshaber zum Beispiel mit Fragen zum allgemeinen Prüfungsverfahren hinsichtlich der Prüfungsordnung, Abgabe und Weiterleitung von Abschlussarbeiten zu tun. Außerdem bearbeitet sie Anträge auf Anerkennung von Vorstudienleistungen der Bewerber für das bevorstehende Semester. “Klar wiederholen sich die Aufgaben, aber man macht trotzdem jeden Tag etwas anderes”, sagt sie und zeigt auf die Unterlagen und Akten in ihrem Büro. Nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in …

Dr. Marc Hannappel wohnt mit Frau und Sohn im Koblenzer Zentrum und genießt das Stadt- und Familienleben. Fotos: Teresa Schardt

Urbanes Wohnen, alte Möbel und mittendrin ein tobendes Kind: So lebt Marc Hannappel

Mitten in Koblenz wohnt Dr. Marc Hannappel vom Institut für Soziologie mit seiner Familie. Das schlichte Haus lässt nicht erahnen, dass sich im vierten Stock eine großzügige Wohnung befindet. Der 38-Jährige beschreibt seine Einrichtung als “etwas spießig”, dennoch fühlt er sich hier wohl und lebt sein Faible für alte Möbelstücke aus. Herr Hannappel, Sie sind der erste Dozent, der seine Wohnung in So wohnt der Campus zeigt. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung? Ich führe selbst gerade ein Forschungsprojekt zu studentischem Wohnen durch, deshalb konnte ich die Anfrage nicht ablehnen. Wenn die Studierenden ihre Wohnung zeigen, muss ich auch die Türen öffnen. Ich hätte aber auch so kein Problem damit – ich habe nicht viel zu verbergen. Haben Sie ein liebstes Möbelstück oder einen Lieblingsgegenstand? Meinen Schreibtisch, den müssen Sie sich anschauen, um es zu verstehen. Er ist spießig, aber authentisch. Ich liebe alte Möbel, denn die haben etwas Beständiges. Man wirft sie nicht so schnell weg, obwohl sie schäbig werden, sondern restauriert sie lieber. Mein Lieblingsgegenstand in der Wohnung ist der Plattenspieler. Den habe ich …

Simon Meier steht am Ende seines Bachelorstudiums der Wirtschaftsinformatik und kennt die Zusammenhänge zwischen VWL und IT. Foto: Teresa Schardt

Wirtschaftsinformatik: Bindeglied zwischen Wirtschaft und IT

Wer sich für Informationstechnik und Wirtschaft interessiert, ist im Studiengang Wirtschaftsinformatik gut aufgehoben. Der 21-jährige Simon Meier studiert im sechsten Bachelorsemester. Während des Studiums hat er gelernt, wie nützlich die Verknüpfung beider Bereiche für Unternehmen ist – und beliebt in der Jobwelt.  Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Wirtschaftsinformatik? In der Schulzeit haben mir technische Dinge am meisten Spaß gemacht, Sprachen dagegen überhaupt nicht. Damit war die Richtung klar. Erst habe ich IT an der Hochschule studiert, das war mir zu praktisch ausgerichtet. Ich wollte etwas machen, das mehr wissenschaftliche Theorie beinhaltet. Warum haben Sie sich für den Studienort Koblenz entschieden? Die Heimatnähe ist der Hauptgrund. Was machen Sie genau in Ihrem Studium? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Mein Studiengang ist eine Mischung aus Informatik und Wirtschaftslehre: Der Bachelor Wirtschaftsinformatik vermittelt Grundlagen in beiden Bereichen und etwa zu …

Dr. Andreas Linsenmann (rechts) und Student Tobias Fey haben sich im Rahmen eines Seminars auf Spurensuche der 68er Revolution in Koblenz begeben. Foto: Jan Reutelsterz

Region Koblenz hat “1968” nicht verschlafen

Die Protestbewegung Ende der 1960er-Jahre prägte die Welt: In den USA und vielen anderen Ländern gingen junge Menschen für eine gerechtere Gesellschaft auf die Straße. Doch wie sah es zu dieser Zeit im Koblenzer Raum aus? Waren die Menschen auch hier Teil der Revolte? Dr. Andreas Linsenmann hat sich mit Studierenden aus Koblenz und Mainz in einem Projektseminar auf Spurensuche begeben. “Das Jahr 1968 steht für einen der großen historischen Umbrüche”, weiß Dr. Andreas Linsenmann vom Institut für Geschichte. In den Vereinigten Staaten nahm die Jugenrevolte und Protestbewegung ihren Anfang und hinterließ auf der ganzen Welt ihre Spuren, in Westdeutschland vor allem in Großstädten wie Frankfurt und Berlin. Vor etwa einem Jahr stellte sich der Historiker Linsenmann die Frage, was zu jener Zeit in Koblenz passierte. Bei der Recherche stieß er auf etwas Forschungsliteratur zu Rheinland-Pfalz. “Aber zu Koblenz gab es praktisch nichts”, erinnert er sich. Im Rahmen des Projektseminars “Das lange 1968 in der Region” ging Linsenmann der Historie deshalb empirisch auf den Grund. Tobias Fey ist einer der Studierenden, die sich für das Thema …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Terminierte Freundschaften: Verschwendete Lebenszeit oder Bereicherung für das Leben?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Lisa Engemann, was mit Freundschaften passiert, wenn das Leben sich verändert. Als ich ein Teenager war, wollte ich mit jedem, den ich kennengelernt habe, für immer befreundet sein. Mittlerweile lerne ich oft neue Leute kennen, die mir direkt sympathisch sind. Inzwischen ertappe ich mich bei der Frage: Lohnt es sich überhaupt, in diese Freundschaft zu investieren? Nach kurzer Zeit werde ich sowieso wieder umziehen. Sei es wegen des Studiums, des Jobs oder des Partners. Und dann habe ich wieder einen Freund oder eine Freundin, die ich vermisse. Wenn der gemeinsame Kontext fehlt, was bleibt dann von der Freundschaft? Es ist mit viel Aufwand verbunden, seine verschiedenen Freundschaften zu pflegen: Jeder wohnt woanders, arbeitet zu unterschiedlichen Zeiten und hat selbst noch Verpflichtungen in den verschiedensten Kontexten. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto komplizierter wird das mit den Freundschaften. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel meine beste Freundin aus der Schule sehe, haben wir so …

Uli Hallerbach gibt Schülern Nachhilfe in Deutsch und Englisch und kann dabei auch Wissen aus seinem Lehramtsstudium anwenden. Foto: Teresa Schardt

Freude über den Lernfortschritt: Nebenjob als Nachhilfelehrer

Als Lehramtsstudent weiß Uli Hallerbach, wie er Kindern bei Lernschwierigkeiten helfen kann. Zweimal in der Woche gibt er Nachhilfe im Studienkreis. Im Uniblog erzählt er, warum das für ihn der perfekte Nebenjob ist. Wer sind Sie? Ich heiße Uli Hallerbach, bin 24 Jahre alt und studiere Ethik und Englisch auf Grundschullehramt im fünften Semester in Koblenz. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich gebe Nachhilfe beim Studienkreis am Friedrich-Ebert-Ring. Dort bin ich als Honorarkraft angestellt, bekomme also regelmäßig Gehalt. Je nachdem, wie mein Stundenplan aussieht, arbeite ich zweimal die Woche. In welchen Fächern geben Sie Nachhilfe? Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. In Englisch und Deutsch. Bevor ich mit Ethik begonnen habe, habe ich Deutsch studiert. Ich mache alles von der dritten …

Foto: Philipp Sittinger

Campusbilder der Woche

Nach einer kleinen Pause wegen des Brückentags in der vergangenen Woche haben wir heute wieder zwei schöne Campusbilder für Sie. Wir präsentieren Ihnen in jeder Woche ein Campusbild aus Koblenz und Landau. Einmal im Monat fragen wir Sie nach Ihrer Meinung: Welche beiden Bilder haben das Zeug zum Campusbild des Monats? In einem Voting können Sie für Ihren Favoriten abstimmen. Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein kleines Präsent. Unsere Fotografen hatten diese Woche Lust auf eine besondere Perspektive. Campus-Reporter Jan Reutlesterz hat den Abendhimmel über Koblenz-Metternich eingefangen. Philipp Sittinger nimmt den außergewöhnlich schönen Innenhof des Frank-Loeb-Instituts in der Kaufhausgasse in Landau in den Fokus. Stimmen Sie ab! Einmal im Monat fragen wir Sie nach Ihrer Meinung: Welches Bild hat das Zeug zum Campusbild des Monats? Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein kleines Präsent. Das nächste Voting findet am 30. November statt.

Der Syrer Wael Alhalaki wagte die Flucht nach Deutschland und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Im Uniblog erzählt er von seinem neuen Leben hier. Foto: Lisa Engemann

“Ich versuche zu verstehen”: Porträt eines Geflüchteten

Wochenlang war er unterwegs. Zu Fuß durch die Wüste, mit dem Schlauchboot über das Mittelmeer, mit dem Bus durch Deutschland. Zwei Jahre später steht er auf dem Campus Koblenz. Das Hemd ist gebügelt, der Schal sorgfältig um den Hals geknotet. In der Tasche ein Notizbuch mit Vokabeln. Wael Alhalaki ist auf dem Weg zu seinem Sprachkurs. Er kommt aus Syrien und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Ein Porträt über einen wissbegierigen jungen Mann. “Hallo, wie geht’s?”, grüßt Alhalaki freundlich. Der 28-Jährige ist einer der Geflüchteten, die an einem Sprachkurs am Campus Koblenz teilnehmen, um sich auf das Studium vorzubereiten. In seinem Heimatland Syrien hat er bereits Anglistik studiert, doch um in Deutschland studieren zu können, muss er erst den Test zu Deutsch als Fremdsprache bestehen. “Ich verstehe vieles, aber ich kann noch nicht sprechen und schreiben wie ein Deutscher”, sagt Alhalaki mit arabischem Akzent. Über ehrenamtliche Helfer, einen berufsvorbereitenden Kurs des Jobcenters und einen Sprachkurs an einem Institut erreichte er ein Sprachniveau nach dem anderen. Er hofft, im kommenden Jahr den Test auf C1-Niveau zu …