Alle Artikel mit dem Schlagwort: Uni Koblenz

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Zeichnung: Carolin Höring

Auf den Pfaden des Lebens

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute philosophiert Hannah Wagner über das Leben, Veränderungen und Neuanfänge. Ich stelle mir oft vor, dass unser Leben auf Pfaden und Wegen verläuft: Immer wieder kommen wir an Abzweige, müssen uns für die eine oder die andere Richtung entscheiden. Auf Autobahnen zieht unser Leben rasend schnell und geradlinig an uns vorbei, manchmal fahren wir auf Landstraßen und nehmen es gemächlich hin. Ab und zu kommen Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen oder Weggefährten, die uns eine Weile begleiten, aber dann eine andere Abbiegung nehmen. Manchmal steht – ganz plötzlich oder lange erwartet – eine Tür vor uns. Sie ist das Symbol für ein Ende und einen Neuanfang. Haben wir den Mut und durchschreiten sie, lassen wir Vergangenes zurück und erfahren Veränderung. Gerade stehe ich vor einer Tür Bisher war ich immer engagiert. In der Schule war ich Klassen- und Stufensprecherin, organisierte eine AG und Veranstaltungen, wurde Vereinsvorsitzende meiner Pfadfindergruppe, war auf Bundes- und Landesebene aktiv. An der Uni war ich …

Als erstes Mentorenprojekt in Rheinland-Pfalz ist GeKOS in die universitäre Lehre eingebunden. Prof. Dr. Heike de Boer hat die wissenschaftliche Leitung inne. Organisiert wird GeKOS von dem Koblenzer Promovenden Benjamin Braß. Foto: Marius Adam

GeKOS: Stark für Integration

Interkulturelles Verständnis und Aufgeschlossenheit sind heute überall gefragt: In fast allen gesellschaftlichen Bereichen treffen wir auf fremde Kulturen und Lebenswelten. Gerade für angehende Lehrer, die sich später in der Schule mit der Integration von Flüchtlingskindern befassen werden, ist der Erwerb solcher Kompetenzen unabdingbar. Das Projekt “Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden”, kurz GeKOS, bietet diese Möglichkeit. Eingebunden in die universitäre Lehre im Fachbereich 1 (Bildungswissenschaften) am Campus Koblenz positioniert es sich gegen Fremdenfeindlichkeit. Seit einem halben Jahr betreut die Koblenzer Studentin Giulia Schmitz einen achtjährigen Jungen mit Fluchthintergrund aus Rübenach. Wenn die Zwei zusammen unterwegs sind, gibt es viel zu entdecken: Sie spazieren am Bach entlang, beobachten Schafe, besuchen den städtischen Wildpark, spielen gemeinsam oder erkunden die Natur und die Umgebung von Koblenz. “Am Anfang war er sehr schüchtern, aber inzwischen erzählt er von sich aus von der Schule und ist sehr neugierig auf alles, was es zu entdecken gibt”, erzählt Schmitz. Die 24-jährige und der Flüchtlingsjunge sind in den letzten sechs Monaten ein richtiges Team geworden. Initiiert wurde dieses Tandem durch das Projekt „Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit …

Mit Leib und Seele dabei: Johannes Wetzel gefällt sein Job als Produktbeschreiber bei Canyon. Foto: Marius Adam.

Texter für Bike-Produkte

Fahrräder sind seine Leidenschaft: Johannes Wetzel verbringt seine Zeit privat am liebsten auf zwei Rädern. Auch in seinem Nebenjob dreht sich alles um Bikes und Zubehör. Wetzel kümmert sich bei dem bekannten Fahrradhersteller Canyon um die Produktbeschreibungen und die Materialauswahl. Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie? Ich bin Johannes Wetzel, 25 Jahre alt und studiere Sport, Bautechnik und Physik auf Lehramt für die Berufsbildende Schule. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich kümmere mich bei dem Fahrradhersteller Canyon um die Produktbeschreibungen von Zubehörartikeln im Rennrad- und Mountainbike-Segment. Von Laufrädern über Helme bis hin zur Fahrradkleidung ist eigentlich alles dabei. Gleichzeitig bin ich für die Bildbearbeitung der jeweiligen Produktfotos zuständig, die dann auf der Homepage von Canyon erscheinen. Was sind Ihre Aufgaben? Die Produkte müssen natürlich …

Aubrey Czepy kennt das Projekt aus beiden Perspektiven: Als Schülerin und heute als Förderlehrerin ist sie froh, dabei zu sein. Foto: Clara Jung

Sprachförderung für Schüler: Es FUNKt am Campus Koblenz

FUNK, das ist die Abkürzung für Fachsprachlicher Förderunterricht. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Liebert und Frau Dr. Kallass, beide Mitarbeiter am Institut für Germanistik am Campus Koblenz, dreht sich alles um die Sprachförderung bei jugendlichen Schülern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien. Schüler mit Deutsch als Zweitsprache haben es im Unterricht doppelt schwer: Sie müssen den Lernstoff begreifen, und das in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist. Um ihnen zu helfen, wurde 2010 FUNK ins Leben gerufen. In Kooperation mit der Stadt Koblenz, mehreren Schulen in der Stadt und der Universität macht sich das Forschungsprojekt zur Aufgabe, Schülern mit Migrationshintergrund Sprachunterstützung bis zum Abitur zu geben. Es gehört zu der Forschungsstelle Wissenstransfer des Instituts für Germanistik. FUNK liegt an der Schnittstelle von Praxis und Forschung und untersucht, welche Methoden in den Bereichen Didaktik und Sprachförderung funktionieren. Gleichzeitig setzt es sich zum Ziel, einen Beitrag zur Lehramtsausbildung zu leisten, indem es Lehramtsstudierenden ermöglicht, sich als Förderlehrer zu erproben. Sprachförderung im Unterricht Der Förderunterricht ist ein integrierter Sprach-Fach-Unterricht. Allein das Verständnis einer Aufgabenstellung …

Die Arbeitsgruppe Zöbel am Koblenzer Campus hat einen Rückfahrtassistenten für Lkws entwickelt, der ab kommendem Sommer auch in der Praxis vermarktet werden soll. Foto: Privat

Sicher ans Ziel: Assistent hilft beim Rangieren mit dem Lkw

Rückwärtsfahren mit einem Lkw-Anhänger stellt nicht nur Laien vor eine große Herausforderung. Auch für Profis ist diese Situation nicht immer einfach. Bisher gab es noch keine markttauglichen Systeme, die den Fahrer hierbei unterstützen. Dieses Problem zu lösen hat sich die Arbeitsgruppe Zöbel am Campus in Koblenz zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des Projektes Petra wurde ein Nutzfahrzeug nebst Anhänger unter Verwendung praxistauglicher Komponenten mit einem Rückfahrassistenzsystem ausgestattet.  Rückwärtsfahren mit einem Anhänger: Wer das schon einmal gemacht hat, weiß, wie kompliziert es sein kann. Gerade mit großen Sattelschleppern stehen die Fahrer vor Stresssituationen, die nicht selten Sach- oder Personenschäden verursachen, wie Zahlen belegen. Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Zöbel am Koblenzer Campus, Benjamin Knopp und Simon Eggert, haben ein Rückfahrassistenzsystem (RAS) entwickelt, welches das Rangieren mit dem Lkw erheblich verbessert. “Wie eine Art Navigationssystem zeigt einem der Assistent, in welchem Winkel die Räder stehen müssen, um eine optimale Fahrrille und somit das Ziel zu erreichen”, erklärt Knopp, der derzeit am Campus in diesem Bereich promoviert. VIP – Von der Grundlagenforschung zur wirtschaftlichen Anwendung Im Rahmen der Arbeitsgruppe Zöbel, die …

Dominik Müller (links) und sein ägyptischer WG-Mitbewohner Mina Louka verbringen viel Zeit gemeinsam. Seit rund einem Jahr wohnen die zwei 27-Jährigen nun zusammen in Koblenz-Güls. Inzwischen sind sie Freunde geworden. Foto: Adrian Müller

Von Toleranz und Freundschaft: WG mit einem Asylbewerber

Seit fast einem Jahr wohnen der Koblenzer Student Dominik Müller (27) und Mina Louka (27), ein Asylbewerber aus Ägypten, zusammen in einer WG in Koblenz-Güls. Während Müller Diplompädagogik studiert, engagiert sich Louka ehrenamtlich und betreut behinderte Menschen, er lernt Deutsch und integriert sich, wo er kann. Hier erzählt Louka seine Geschichte, die zwei Freunde sprechen über ihr WG-Leben, wie sie sich kennengelernt haben und über die große Debatte zu Asylbewerbern. Herr Louka, möchten Sie Ihre Geschichte erzählen? Louka: Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich in Alexandria, also in Ägypten, gewohnt. Ich bin dort aufgewachsen. Wie der Rest meiner Familie bin ich koptisch-orthodoxer Christ, was das eigentliche Problem ist. Christen haben in Ägypten zunehmend Probleme und stoßen auf Ablehnung, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie die meisten Kopten habe ich ein kleines Kreuz am rechten Handgelenk tätowiert, das meinen Glauben offen zeigt, und auch im Pass ist die Religion vermerkt. 2006 dann begannen die Probleme für unsere Glaubensgemeinde größer zu werden, bis es 2011 zu einem Bombenanschlag auf unsere Kirche kam, bei dem viele Freunde und Bekannte …

Das Liebesbriefarchiv von Prof. Dr. Eva Wyss umfasst heute etliche Korrespondenzen per Brief, E-Mail, SMS oder Messenger. Foto: Adrian Müller

Liebesbriefarchiv in Koblenzer Unibibliothek ist einmalig in Deutschland

Seit 2012 forscht und lehrt die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Lia Wyss am Campus in Koblenz. Mit ihr kam auch das Liebesbriefarchiv mit an die Universität. Ihre Sammlung an Briefen, E-Mails, SMS, Zetteln und inzwischen auch einigen What’s App-Nachrichten ist einmalig in Deutschland. Es gibt Aufschluss über Liebeskonzepte, gesellschaftliche Diskurse, Geschlechterrollen und ein sich änderndes Schreibverhalten über die Jahrzehnte hinweg.  Ein Liebesbriefarchiv. Was genau kann man sich darunter vorstellen? Das Archiv gibt es seit 1997, also ich anfing, aus Neugierde Liebesbriefe zu betrachten, weil sie im sprachwissenschaftlichen Kontext nicht erforscht waren. Es gab nur zwei historische Quellen zu diesem Bereich. Ich konnte daraufhin in nur einem halben Jahr über 2000 Briefe sammeln und habe dann darüber an der Universität in Zürich habilitiert. Inzwischen besteht das Archiv aus 8800 Liebesbriefen, die ältesten aus dem 19. Jahrhundert. Hinzu kommen E-Mails, SMS, kleine Zettel und What’s App-Nachrichten. Da ich bis 2012 in Zürich geforscht habe, ist bis jetzt überwiegend Schweizer Material dabei. Was ist das Besondere an diesem Projekt? Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland. Wir haben mit dem …

Vom 20. bis 22. Mai können Koblenzer Studis ihre Vertretung wählen, das Studierendenparlament. Foto: Thorben Wengert/pixelio.de.

Mitbestimmung an der Uni: StuPa-Wahlen in Koblenz

“Rettet die Wahlen”: Unter diesem Motto steht die diesjährige Wahl zum Studierendenparlament am Campus in Koblenz. Das höchste Gremium der studentischen Selbstverwaltung kann vom 20. bis 22. Mai 2014 von allen Studierenden gewählt werden. In diesem Monat sind die Koblenzer Studierenden wieder dazu aufgerufen, ihr Studierendenparlament, kurz StuPa genannt, zu wählen. Dieses Gremium wird von allen Hochschülern einer Universität gewählt und setzt sich aus verschiedenen Listen zusammen, also aus vielen kleinen Fraktionen. Zu den Aufgabe der Parlamentarier gehören unter anderem Wahl und Kontrolle der AStA-Referenten sowie die Verwaltung des Haushaltes der Studierendenschaft. Mit einer Vollversammlung aller Studierenden startet die Wahl am 14. Mai um 12 Uhr im Raum E011 in die heiße Phase. Die Kandidaten stellen sich hier vor. Vom 20. bis 22. Mai kann dann im Wahl-Zelt auf dem Mikadoplatz das Kreuz gesetzt werden. Aktiv mitgestalten: Eine Liste gründen “Studentische Kultur an der Universität lebt zu einem großen Teil von dem Engagement der Studierenden”, erklärt Sebastian Birk, kommissarischer Vize-Präsident des Studierendenparlaments, “deshalb ist jeder aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen.” Zur Wahl aufstellen lassen kann sich jeder …