Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kultur

Die Pädagogikstudentin Robin Biß arbeitet als Seminarassistentin im Kulturbüro Rheinland-Pfalz. Hier betreut sie "FSJler" und solche, die es werden wollen. Foto: Emily Nolden

Listenkönigin im Kulturbüro Rheinland-Pfalz

Ein ganzes Jahr voller Bildung und Kultur. Wer ein freiwilliges soziales Jahr in diesen Bereichen machen möchte, lernt Verantwortung zu übernehmen, sammelt praktische Erfahrungen und kann eigene Ideen verwirklichen. Pädagogikstudentin Robin Biß fördert die jungen Freiwilligen als Seminarassistentin im Kulturbüro Rheinland-Pfalz. Bekannt als Listenkönigin und Organisationstalent gibt die 24-Jährige sich viel Mühe, eine spannende und lehrreiche Kulturwoche zu gestalten. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich arbeite im Kulturbüro Rheinland-Pfalz in Lahnstein als Seminarassistentin. Dort bin ich als studentische Hilfskraft angestellt und verdiene 450 Euro im Monat. Das Büro ist eine Dienstleistungseinrichtung für Kulturinteressierte und organisiert das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in den Bereichen Gesellschaft, Politik und Kultur in Rheinland-Pfalz. Wer ein FSJ machen möchte, meldet sich hier an und wird an eine Einrichtung vermittelt. Im Bereich Kultur können das beispielsweise Museen, die Landesarchäologie, Theater oder Jugendkulturzentren sein.  Zugleich sind wir auch der Ansprechpartner für die Freiwilligen. Um die Zufriedenheit der FSJler zu gewährleisten, besuchen Mitarbeiter die verschiedenen Einrichtungen und schauen, ob es den Kulturinteressierten gut geht. Viermal im Jahr veranstaltet das Kulturbüro ein einwöchiges …

Anne Schlüter hat ein Auslandssemester in Wien verbracht. Die Stadt bot der Sozial- und Kommunikationswissenschaftlerin eine lebendige Kulturlandschaft. Fotos: Rebecca Singer

Viel mehr als nur Sissi

Anne Schlüter studierte während ihres Masters der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ein Semester in Wien. Dort hat sie ihre Kurse an der Universität gemeistert, mit dem Kammerorchester unter den Gemälden des berühmten Malers Gustave Klimt gespielt, sich in die malerischen Gässchen Wiens verliebt und ist über kleine Weihnachtsmärkte geschlendert. Mit dem ERASMUS-Programm nach Wien zu gehen, ist gar nicht schwer. Man muss früh dran sein und darf keine Fristen verpassen, das ist die Hauptsache. Ich habe mich Ende Januar beworben, dann musste das Learning Agreement – der Plan für die Kurse, die besucht werden sollen – bis April abgegeben werden. Die Bewerbung für ein Wohnheim habe ich auch frühzeitig verschickt. So hatte ich direkt eine Zusage und somit eine Wohnung im Zentrum Wiens mit Proberäumen und Flügel im Keller. Die Kurse wählte ich passend zu meinem Schwerpunkt hier am Campus Landau. Soziologie war kein Problem, bei fachfremden Kursen war zunächst unklar, ob ich diese belegen kann. Für Masterstudierende gibt es allerdings genug Plätze, somit hatte sich das schnell erledigt. Weihnachtskonzert unter den Gemälden Klimts Und tschüss… …

Im Zuge eines Auslandssemesters verbrachten die Kunststudentinnen Anne Krächan und Juliana Steca ein Semester in Fuzhou an der Ostküste Chinas. Fotos: Anne Krächan

Perspektivwechsel, gutes Essen und Konfuzius

Konfuzius ist in China ziemlich präsent. Diese Erfahrung haben Anne Krächan und Juliana Steca gemacht, als sie ein Semester ihres Studiums in Fuzhou studierten. Die Universität befindet sich in der Provinz Fujian, gut 9000 Kilometer Luftlinie von Landau entfernt. Anne Krächan erzählt von kalten Winternächten, Kakerlaken, Vorurteilen, Hilfsbereitschaft und einer Silvesternacht, die noch vor Mitternacht enden musste. Und tschüss… ! Sie möchten während Ihres Studiums gern ins Ausland gehen? Dann informieren Sie sich über die Möglichkeiten an unserer Universität und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten unserer Studierenden inspirieren. Ich war erst im zweiten Semester meines Lehramtsstudiums in Landau, als meine Freundin Juliana und ich entschieden haben, zusammen ein Semester im Ausland zu studieren. Relativ schnell hatten wir die Idee, nach China zu gehen. Nach einem Dreivierteljahr intensiver Vorbereitung startete unser Abenteuer ins Reich der Mitte. Wir waren erst die zweite Gruppe Kunststudierende des Campus Landau, die ein Auslandssemester in Fuzhou verbrachten. Daher gestaltete sich die Planung teilweise etwas schwierig. Auf einige Dokumente haben wir sehr lange gewartet. Und um ein Visum zu bekommen, muss man …

Das Projekt "Den Wandel gestalten – Visionen ermöglichen“ von Michael Klemm und Eckhard Braun hilft freien Kultureinrichtungen bei einer Neuorientierung. Foto: Teresa Schardt

Frischer Wind für rheinland-pfälzische Kultureinrichtungen

Den Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ hört man im beruflichen Kontext häufig. Besonders dann, wenn es darum geht, Veränderungen einzuleiten. Ein Umdenken ist bei festgefahrenen Strukturen eine Herausforderung, denn Arbeitsweisen und strukturelle Mängel verschwinden nicht von Heute auf Morgen. Oft sind Impulse von außen nötig, um angesichts des gesellschaftlichen Wandels nicht den Anschluss zu verlieren. Kultureinrichtungen, die vor diesen Herausforderungen stehen, greifen die Kulturwissenschaftler Professor Michael Klemm und Dr. Eckhard Braun unter die Arme. Sie leiten ein Projekt, mit dem sie der freien Szene in Rheinland-Pfalz helfen, sich zu modernisieren. Das Pilotprojekt, das Ende 2015 an den Start ging, heißt Den Wandel gestalten – Visionen ermöglichen und hat zum Ziel, mit neuen Formen der Kulturförderung einen Transformationsprozess in Kultureinrichtungen einzuleiten. Typische Probleme, die Veränderungsprozesse erforderlich machen, sind strukturelle Mängel in der Organisation, verkrustete Arbeitsabläufe, veraltete Programmangebote oder ein Generationenwechsel. Die jeweilige Einrichtung wird beraten, wie sie sich konzeptionell, strukturell und organisatorisch neu ausrichten, wie sie ihren Mitarbeitenden neue Perspektiven geben und ihren Nutzern zeitgemäße Angebote machen kann. „Um ein neues Konzept zu …

Kulturwissenschaft-Masterstudentin Sandra Knoblauch leitet in ihrem Nebenjob den öffentlichen Auftritt der Internationalen Jungen Orchesterakademie. Foto: Natalie Henzgen

PR-Dirigentin für eine Orchesterakademie

Die Kulturwissenschaftsstudentin Sandra Knoblauch weiß, wo die Musik spielt: Als studentische Hilfskraft dirigiert sie den öffentlichen Auftritt der Internationalen Jungen Orchesterakademie.  Wer sind Sie? Mein Name ist Sandra Knoblauch, ich bin 25 Jahre alt und studiere Kulturwissenschaft im dritten Master-Semester. Zuvor habe ich Kultur, Theater und Film mit dem Hauptfach Kulturanthropologie in Mainz studiert. Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich arbeite bei der Kultur- und Sozialstiftung Internationale Junge Orchesterakademie (IJOA) als studentische Hilfskraft und bin dort für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Meine Arbeitszeit kann ich mir frei einteilen. Meist sind es etwa zwölf Stunden in der Woche, das variiert. Jedes Jahr zu Ostern gibt es ein dreiwöchiges Orchesterprojekt und im Sommer einen zweiwöchigen Meisterkurs für …

Adrian Food aus Malaysia, Seher Ghani und Keerthi Sudarsan aus Indien und Samuel Israelyan aus Armenien studieren Environmental Science am Campus Landau und freuen sich auf Ihre Teilnahme am STAIR-Programm. Foto: Nina Seel

STAIR: Integration für Internationals

Andere Länder, andere Sitten: Wer als “International” zum Studium nach Deutschland kommt, dem können Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede anfangs Schwierigkeiten bereiten. Das Projekt STAIR unterstützt internationale Studierende der Universität Koblenz-Landau unter dem Motto „Studieren, Arbeiten und Integration am Rhein“ beim Berufseinstieg in den regionalen Arbeitsmarkt. Vier Studierende stehen vor einer mit Lebensläufen bestückten Pinnwand, schauen sich die ausgestellten Profile ihrer Kommilitonen an und warten gespannt darauf, was sie bei der Veranstaltung „Hochschule und Wirtschaft – gemeinsam für die Region“ über das Projekt „STAIR – Studieren, Arbeiten und Integration am Rhein“ erfahren. Das Verbundprojekt der drei Hochschulen Ludwigshafen, Worms und Koblenz-Landau unterstützt unter anderem Adrian Food aus Malaysia, Samuel Israelyan aus Armenien und Keerthi Sudarsan und Seher Ghani aus Indien bei der Absolvierung ihres Studiums und dem anschließenden Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Alle vier studieren im Master Environmental Science (Umweltwissenschaften) am Campus Landau. Israelyan berichtet, warum er nach Deutschland gekommen ist: „Während meines Bachelors in Armenien habe ich erfahren, dass Deutschland gerade in unserem Fach der Umweltwissenschaften eine Vorreiterrolle einnimmt. Es gibt hier viel mehr …

Dr. Björn Hayer lehrt am Institut für Germanistik in Landau Literaturgeschichte und Gegenwartsliteratur. Er hat sich in Deutschland auch einen Namen als Literaturkritiker gemacht und schreibt zudem an seiner Habilitation. Foto: Philipp Sittinger

Aus Liebe zur Literatur

Dr. Björn Hayer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik am Campus Landau, lehrt Literaturgeschichte und Gegenwartsliteratur und schreibt als Literaturkritiker Rezensionen für namhafte Medien wie Die Zeit, Spiegel Online, NZZ, Cicero und den Rolling Stone. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft zur Literatur und über das Dasein eines Kulturjournalisten im Zeitalter der Digitalisierung. Was war zuerst da: Die Leidenschaft für Literatur oder der Wunsch, Dozent zu werden? Ich wollte eigentlich Jura studieren und Richter oder Staatsanwalt werden. Für diesen Lebensplan habe ich Praktika bei Anwaltskanzleien gemacht und mir nachmittags im Gericht Verhandlungen angesehen. Dann hatte ich aber einen wirklich beeindruckenden Deutschlehrer in der Oberstufe, der mir den Wert der Literatur vor Augen geführt und meine Faszination geweckt hat. So kam ich zum Germanistik-Studium und wusste zu dem Zeitpunkt auch schon genau, dass ich entweder Literaturkritiker oder Dozent an der Uni werden will. Letztlich ist es glücklicherweise beides geworden und ich denke, dass sich das im Hinblick auf meine Forschungsschwerpunkte auch ganz gut ergänzt. Wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte? Ich beschäftige mich sehr viel mit …

Alina Gewalt ist AStA-Referentin für Kultur am Campus Koblenz. Auf ihren Radtouren durch die City begegnen ihr immer wieder Themen, die sie für ihre Tätigkeit aufgreift. Foto: Esther Guretzke

AStA-Referentin Alina Gewalt: “Kultur verbindet”

Am liebsten mit dem Fahrrad fährt Alina Gewalt durch die Koblenzer Stadt. Dabei hält sie Augen und Ohren immer offen: Als Referentin für Kultur engagiert sich die 24-Jährige im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) in Koblenz. Um ihr Amt hat sie sich aus Leidenschaft für Events und Begegnungen beworben. “Als ich anfing, mich damit auseinanderzusetzen, wie ich mich am Campus Koblenz einbringen kann, wurde das Referat für Kultur frei”, erinnert sie sich. “Mich hat schon immer interessiert, was in meiner Stadt passiert.” Als AStA-Referentin fördert Alina Gewalt universitätsinterne Kulturveranstaltungen und versucht, die Aktivitäten des AStA an Studierende heranzutragen. Sie plant Veranstaltungen und unterstützt auch fremdorganisierte Events an der Universität. “Ich kann meinen Job nur gut machen, wenn ich Feedback und Anregungen zu Veranstaltungen bekomme, aber auch, wenn meine Kommilitonen mir mitteilen, was sie interessiert und was sie sich wünschen”, erklärt die Kulturwissenschaftlerin. “Wir sollten weltoffen sein und begierig darauf, Neues kennenzulernen.”   Gewalt versteht sich und ihr Amt als eine Plattform der Öffentlichkeitsarbeit. Ihr ist es wichtig, die uniinternen, aber auch die städtischen Angebote bekannt zu machen, …

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Das Glück auf der grünen Insel

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal verrät Esther Guretzke, warum die Lebensart der Iren sie beeindruckt und wieso ein Stück ihres Herzens auf der grünen Insel geblieben ist. In meiner Wohnung hängt ein großes, eingerahmtes Plakat. Darauf zu sehen ist ein Haus in der Ferne,  umrahmt von einem strahlend blauen Himmel und saftigem grünen Gras. Im Vordergrund des Bildes ist eine steinerne Toreinfahrt zu sehen und ein brauner Zaun, der sich bis zum Haus zieht. Dieses Bild ist traumhaft schön und doch kein Traum, denn der Ort existiert wirklich und zwar in Irland. Lebensart Einmal war ich bis jetzt in Irland, aber ein Stück meines Herzens ist dort geblieben – in dem Land, wo der Himmel blauer und das Gras grüner ist. Vor allem die Lebensart der Iren hat mich beeindruckt. Das Sprichwort ‘Keep your daily work’ ist gleichzeitig Motto und Lebenseinstellung: Es vermittelt, dass man jeden Tag arbeiten muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch nicht mehr. Um zehn Uhr öffnen die …

Alumna Linda Matuschek hat Kulturwissenschaften studiert und übt ihren Beruf als Bestatterin mit viel Einfühlungsvermögen und Humor aus. Foto: Natalie Henzgen

Auf den Spuren von… Bestatterin Linda Matuschek

Der Beruf des Bestatters steht bei jungen Leuten auf der Berufs-Wunschliste nicht gerade ganz oben. Auch das öffentliche Sprechen über den Tod ist ein schwieriges Unterfangen. Alumna Linda Matuschek ist Bestatterin und der Tod ihr Geschäft.   Viel Einfühlungsvermögen muss ein Bestatter für seinen Beruf mitbringen, aber auch einen leichten Hang zum Morbiden, viel Humor und einen Hauch Selbstironie. Mit ihrem Interesse für das Morbide hat Linda Matuschek früher gehadert – so etwas sei nicht normal, dachte sie damals. Sie war schon immer neugierig und hatte Mut zur Veränderung: Nach dem Abitur am Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz, einer Ausbildung zur Reiseverkehrs- und Tourismuskauffrau und einem langen Aufenthalt in Japan begann sie ihr Studium der Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau. Das Fach, das sich mit der Analyse kultureller Prozesse und Phänomene aus den verschiedensten Blickwinkeln beschäftigt, bestärkte sie darin, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und Vielfalt zu genießen. Während eines Praktikums im Bestattungsinstitut Jung in Braubach wurde ihr schnell klar: Im Reisebüro würde sie wohl nach dem Studium nicht anzutreffen sein. Traumjob Bestatterin Ihre Familie musste sich an den Gedanken, dass …