Alle Artikel mit dem Schlagwort: Landau

Die erste Studentin in der Familie

Wenn Abiturienten kurz vor ihrem Abschluss stehen und sich auf das Studium vorbereiten, können sie oft auf die Erfahrungen ihrer Eltern zurückgreifen. Die Studentin Jennifer Siegert engagiert sich in der Organisation ArbeiterKind, um Schülern beim Studieneinstieg zu helfen, deren Familien keinen akademischen Hintergrund haben. Das hat auch persönliche Gründe: Siegert ist die erste Studentin in ihrer Familie. Für Jennifer Siegert war es nicht immer klar, dass sie eines Tages studieren wird. Selbst als sie nach der Grundschule auf das Gymnasium kam, war der Weg an die Uni keine selbstverständliche Perspektive. Während die Eltern ihrer Mitschüler bei Vorträgen und Hausaufgaben helfen konnten, war Siegert auf sich allein gestellt. Als sich Siegerts Noten verschlechterten, bekam sie von der Mutter eines Freundes den Tipp, auf ein berufliches Gymnasium zu wechseln. An diesem Punkt wendete sich das Blatt: Siegert musste keine ungeliebten Fremdsprachen lernen, sondern hatte Unterrichtsfächer wie Psychologie und Pädagogik. Ihr Interesse war geweckt, ihre Noten verbesserten sich und die Idee, eines Tages Psychologie zu studieren, war geboren. Unterstützung von außen Ohne ihre Bekannte, die sie dazu ermuntert …

Campus-Reporterin Maria Preuß zog für den Master von Berlin in die Pfalz. Foto: Unsplash/Max Langelott

Aus der anonymen Großstadt in die Pfalz – ein Kulturschock?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute resümiert die Berlinerin Maria Preuß ihr erstes halbes Jahr im pfälzischen Landau.  Ein gutes halbes Jahr wohne ich jetzt in Landau. Weil es den Masterstudiengang Psychologie mit Schwerpunkt Kommunikations- und Medienpsychologie, den ich hier studiere, an keiner anderen staatlichen Universität gibt, bin ich aus dem großen Berlin, meiner Heimatstadt, in den Süden gezogen. Wenn ich das neuen Bekanntschaften erzähle, reagieren sie immer gleich: Sie wollen wissen, wieso ich mich dafür entschieden habe und ob es hier nicht ganz anders sei als in Berlin. Ja, ganz anders ist es definitiv. Aber anders ist ja nicht unbedingt schlecht. Es bedarf nur einer gewissen Eingewöhnungsphase. Zum Beispiel bin ich am ersten Uni-Tag zu spät zur Vorlesung gekommen, weil ich ganz naiv glaubte, dass der Bus, der von meiner Haustür bis zur Uni fährt, öfter als einmal pro Stunde kommt. Wie im Urlaub Ich verstehe auch bis heute das sympathische Pfälzisch nicht. Manchmal laufe ich durch Landaus Straßen und freue mich über …

Nina Seel studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften am Campus Landau und wohnt seit Oktober 2015 in ihrer WG im Landauer Süden. Hier wohnen Studis und Berufstätige zusammen. Fotos: Philipp Sittinger

Willkommen im Smarthouse

Das Smarthouse in Landau ist eine WG der besonderen Art: 240 Quadratmeter, voll ausgestattet vom Besteck über die Waschmaschine bis zum Schreibtisch. Hier leben acht Studierende und Berufstätige unter einem modernen Dach. Seit zweieinhalb Jahren ist die Studentin und Uniblog-Reporterin Nina Seel Teil der WG 2.0. Acht Leute in einer WG… wie klappt das so? Meistens gut. Wir sind eine bunte Mischung und verbringen gerne Zeit zusammen. Unsere Vermieter haben gute Arbeit geleistet und uns einen kleinen Wohntraum eingerichtet. In jedes der acht Zimmer wurde ein Bad integriert, womit ein üblicher WG-Streitpunkt flach fällt. Außerdem haben alle einen unterschiedlichen Tagesablauf, sodass wir uns nicht permanent über den Weg laufen und doch ist immer jemand da. Das ist ein schönes Gefühl. Was ist das Besondere an Ihrer Wohnung? Ihre Größe, die hohen Decken, der lange Flur und das alte Gebälk. Wir wohnen in einem sanierten Altbau, in dem sich altes Flair und Moderne vereinen. Alles ist großzügig und offen gestaltet. Besonders schön ist unser großer Holztisch im Gemeinschaftsraum. An der langen Tafel treffen wir uns zu …

Dr. Altstötter-Gleich lehrt am Campus Landau Inhalte der Differentiellen- und Persönlichkeitspsychologie und der Testtheorie. Sie forscht zu Perfektionismus und veröffentlichte einen Ratgeber zu diesem Thema. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Christine Altstötter-Gleich

Auch wenn die Vorlesungen über Persönlichkeitspsychologie oft auf einen Freitag fallen, versucht Dr. Altstötter-Gleich, ihre Studierenden für Theorien darüber zu begeistern, warum sich Menschen unterscheiden. Und das äußerst erfolgreich: Als Mitarbeiterin der Arbeitseinheit Diagnostik, Differentielle und Persönlichkeitspsychologie, Diagnostik und Evaluation hat sie auch das Mentorium-Programm ins Leben gerufen, das den Psychologie-Erstsemestern den Start in das Studium erleichtern soll. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau der Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Sie haben an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz studiert. Wann und wie entstand der Wunsch, Psychologie zu studieren? Ich bin relativ pragmatisch an die Sache rangegangen, indem ich abgewägt habe, was ich will, was ich kann und welcher Beruf zu diesen Anforderungen passt. Außerdem habe ich schon immer gern mit Menschen zu tun gehabt. Beispielsweise war ich Mitglied bei den Pfadfindern und habe Jugendgruppen geleitet. Genau das wollte ich …

Carina Hein liebt das Rudern und studiert Angewandte Umweltwissenschaften im Fernstudium an der Universität Koblenz-Landau. Fotos: Privat

Ruderin auf der Überholspur

Carina Hein hat für die Universität Koblenz-Landau bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rudern den fünften Platz gemacht. Sie kommt aus einem Dorf in Schleswig-Holstein und studiert im Fernstudium “Angewandte Umweltwissenschaften” an der Universität Koblenz-Landau. Im Interview mit Uniblog erklärt die Studentin, warum das Rudern sie fasziniert. Was verbindet Sie mit der Universität Koblenz-Landau? Meine Eltern, mein Bruder und ich wohnen in Norddeutschland in einem Dorf namens Kölln-Reisiek. Das liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Hamburg. In der Nachbarstadt Elmshorn bin ich Mitglied des Ruderclubs, für den ich auf Regatten starte. Beruflich habe ich im Jahr 2015 meinen Master in Meteorologie an der Universität Hamburg abgeschlossen. Seitdem arbeite ich  neben dem Studium noch als Windgutachterin für Windkraftanlagen. An der Universität Koblenz-Landau studiere ich am Campus Koblenz Angewandte Umweltwissenschaften. Da es ein Fernstudium ist,  kann ich es neben der Arbeit absolvieren. Für die Präsenzveranstaltungen komme ich aber so oft es geht nach Koblenz. Was kann man sich unter den Hochschulmeisterschaften vorstellen? Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften werden jährlich über 40 Wettkämpfe in verschiedenen Kategorien ausgerichtet. Studierende aller Mitgliedshochschulen des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbands können teilnehmen. …

Kinder in der Grundschule können schon über Sprache nachdenken und sprechen. Wie sie dies tun, analysiert Sebastian Krzyzek in seiner Dissertation. Foto: Philipp Sittinger

Über Sprache sprechen: Sprachbewusstheit in der Grundschule

Sebastian Krzyzek hat einen komplizierten Nachnamen. Immer wieder wird er gefragt: “Wie wird der ausgesprochen?” Seine Gegenüber zeigen in solchen Momenten ihre sogenannte Sprachbewusstheit. Schon Grundschulkinder denken und sprechen über Sprache. Wie sie dies tun, analysiert Krzyzek in seiner Dissertation. In diesem Bereich zum Experten zu werden, ist seine persönliche Challenge. Die Serie: Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Kinder können schon im Grundschulalter bewusst über sprachliche Phänomene nachdenken und sprechen. Dahinter steckt das Konzept der Sprachbewusstheit. Das ist die Fähigkeit, Sprache zum Gegenstand des eigenen Denkens zu machen und den eigenen Sprachgebrauch kontrollieren zu können. Wenn Sie sich beim Lesen meines Nachnamens über diesen Gedanken machen, zum Beispiel in der Form Wieviele Konsonanten kann man denn aneinander reihen? oder Wie zur Hölle spricht man das aus?, dann ist …

Der Syrer Wael Alhalaki wagte die Flucht nach Deutschland und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Im Uniblog erzählt er von seinem neuen Leben hier. Foto: Lisa Engemann

“Ich versuche zu verstehen”: Porträt eines Geflüchteten

Wochenlang war er unterwegs. Zu Fuß durch die Wüste, mit dem Schlauchboot über das Mittelmeer, mit dem Bus durch Deutschland. Zwei Jahre später steht er auf dem Campus Koblenz. Das Hemd ist gebügelt, der Schal sorgfältig um den Hals geknotet. In der Tasche ein Notizbuch mit Vokabeln. Wael Alhalaki ist auf dem Weg zu seinem Sprachkurs. Er kommt aus Syrien und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Ein Porträt über einen wissbegierigen jungen Mann. “Hallo, wie geht’s?”, grüßt Alhalaki freundlich. Der 28-Jährige ist einer der Geflüchteten, die an einem Sprachkurs am Campus Koblenz teilnehmen, um sich auf das Studium vorzubereiten. In seinem Heimatland Syrien hat er bereits Anglistik studiert, doch um in Deutschland studieren zu können, muss er erst den Test zu Deutsch als Fremdsprache bestehen. “Ich verstehe vieles, aber ich kann noch nicht sprechen und schreiben wie ein Deutscher”, sagt Alhalaki mit arabischem Akzent. Über ehrenamtliche Helfer, einen berufsvorbereitenden Kurs des Jobcenters und einen Sprachkurs an einem Institut erreichte er ein Sprachniveau nach dem anderen. Er hofft, im kommenden Jahr den Test auf C1-Niveau zu …

Heidemarie Komor hat sich mit ihrem Schrebergarten einen Traum erfüllt. Fotos: Lisa Leyerer

Das Summen im Schrebergarten

Sommer, Sonne, Schrebergarten – für Heidemarie Komor ist das die schönste Zeit im Jahr. Die Alumni-Referentin der Universität Koblenz-Landau hat sich am Rande der Stadt ihr kleines Paradies eingerichtet. Neben Obst und Gemüse bewirtschaftet sie im Garten und im benachbarten Naturschutzgebiet Am Ebenberg auch mehrere Bienenvölker. Uniblog-Reporterin Lisa Leyerer hat die Hobbygärtnerin in ihrem Schrebergarten besucht und mit ihr über das Imkern und die Liebe zur Natur gesprochen. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein: In Nummer 21 der Kleingärten am Ebenberg wird fleißig gewerkelt. Mit einem großen Rechen lockert Heidemarie Komor die Erde auf und bereitet eine neue Bepflanzung vor. Zwischen bunten Blumen und Sträuchern wachsen Tomaten, Schnittlauch und Kürbisse. Im Rahmen der Landesgartenschau wurde der Kleingartenverein Am Ebenberg 2013 gegründet. Komor überlegte nicht lange und mietete eine von 33 Parzellen: “Ich wollte schon immer einen Garten haben. Normalerweise muss man einen Schrebergarten von jemand anderem übernehmen, aber hier bekam ich nackte Erde und Platz für meine eigenen Ideen. So trägt alles meine Handschrift.” Jeden Tag fährt Komor mit ihrem Fahrrad zum Garten und genießt dort …

Bereits in der Schule wusste Prof. Dr. Werner Sesselmeier was ihn am meisten interessiert: die Wirtschaftswissenschaften. Foto: Lisa Leyerer

Unsere Profs: Werner Sesselmeier

Prof. Dr. Werner Sesselmeier ist vor allem eins: engagiert. Neben seiner Professorenstelle setzt er sich als Prodekan für seinen Fachbereich ein und ist Herausgeber der Zeitschrift Sozialer Fortschritt. Im Interview erzählt der gebürtige Niederbayer, weshalb er sich in Landau pudelwohl fühlt und warum er als Wissenschaftler nicht in einem Elfenbeinturm sitzen möchte. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Meine Frau würde Ihnen bestätigen, dass meine Zerstreutheit tatsächlich mit den Jahren zugenommen hat. Lange über Büchern zu brüten gehört natürlich zu meinem Job. Ich möchte mein Wissen den Studierenden und der Öffentlichkeit weitergeben. Lesen gehört deswegen zu meinem Berufsalltag, wobei es sich dabei nicht um brüten, sondern eher um …

Alumna Sarah Ochs sammelte schon während des Studiums viel praktische Erfahrung und hatte dadurch keine Probleme beim Berufseinstieg. Foto: Lisa Leyerer

Auf den Spuren von… Pressereferentin Sarah Ochs

Um sich als Unternehmen zu verkaufen braucht es vor allem eins: gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sarah Ochs arbeitet als Presserefentin bei einer Firma für Banken-IT. Die ehemalige Uniblog-Reporterin hat früh damit begonnen, praktische Erfahrungen zu sammeln. Warum genau das für Ihren Job so wichtig ist, erzählt sie im Interview. Sie sind Pressereferentin bei der Fiducia & GAD IT AG: Wie sind Sie an den Job gekommen? Im Laufe meines Studiums hatte ich mich schon zwei Mal bei der Fiducia & GAD beworben. Mein Bruder hat dort seine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht, das Unternehmen hat in Karlsuhe einen sehr guten Ruf und ist einer der größten Arbeitgeber. Während meiner Masterarbeit in einem anderen Unternehmen habe ich mich bereits vier Monate vor Abgabetermin und Vertragslaufende auf die Suche nach möglichen Arbeitgebern gemacht. Bei der Fiducia & GAD war eine damals Stelle in der Unternehmenskommunikation ausgeschrieben. Zwar war die Stelle befristet auf ein Jahr, aber natürlich habe ich mich trotzdem beworben. Im dritten Anlauf hat es dann endlich geklappt, sodass ich am nächsten Werktag nach Abgabe meiner Thesis …