Alle Artikel mit dem Schlagwort: Landau

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisbeth Wolf. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Bewegungsglück

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute schwärmt Lisbeth Wolf von ihrer großen Leidenschaft: dem Laufen. Es ist Sonntagmorgen, sieben Uhr. Mein Kopf ist wach. Meine Füße kribbeln. Bevor ich beginne, mich in ins Nirgendwo führende Gedanken zu verlieren, gebe ich mir einen Ruck, setze mich auf und ziehe meine Sportsachen an. Auf Zehenspitzen schleiche ich durch den Flur, um meine Mitbewohner nicht zu wecken, schnüre meine Laufschuhe und laufe los. Die kühle Morgenluft weckt auch den Teil meines Körpers, der sich bisher noch im schlaftrunkenen Standby-Modus befunden hat. Schon nach drei Schritten weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, die Wärme meines Betts gegen die Glücksgefühle zu tauschen, die das Laufen in mir weckt. Habe ich die Wohnung noch in einem tranceartigen Zustand verlassen, in dem ich kaum realisiere, ob mein Gehirn meine Gliedmaßen steuert oder meine Füße von alleine den Weg finden, bin ich nach wenigen Sekunden im Hier und Jetzt angekommen. Der Sonne entgegen So früh am Morgen denke ich nicht …

Jenny Stierwald arbeitet neben ihrem Studium der Sonderpädagogik als zahnmedizinische Fachangestellte in einer Zahnarztpraxis. Foto: Philipp Sittinger

Ein Nebenjob mit Biss

Zahnreinigung, Terminvergabe, Assistenz bei Operationen: Jeden Donnerstag schlüpft Jenny Stierwald zurück in ihre alte Rolle als zahnmedizinische Fachangestellte. Welche Vorteile es hat, mit einer abgeschlossenen Ausbildung zu studieren und wie sich Sonderpädagogik und Zahnmedizin verbinden lassen, verrät sie im Interview. Wer sind Sie? Ich heiße Jennifer Stierwald, bin 26 Jahre alt und studiere im zweiten Mastersemester Sonderpädagogik mit den Schwerpunkten Ganzheitliche Entwicklung und Lernen. Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Was für einen Nebenjob machen Sie? Neben dem Studium arbeite ich einmal die Woche in der Zahnarztpraxis Dr. Bonatz in Landau als zahnmedizinische Fachangestellte. Wie sind Sie zu diesem Nebenjob gekommen? Nach meinem Realschulabschluss schloss ich zunächst eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten ab. Aber schon im zweiten Lehrjahr wurde mir klar, dass …

Ursula Reither ist verantwortlich für die Raumplanung an der Universität. Das ist besonders vor neuen Semestern eine große Herausforderung. Foto: Philipp Sittinger

Die Herrin der Räume

Ursula Reither begleitet die Raumplanung der Universität seit 18 Jahren. Egal, was in der Lehre oder der Forschung passiert: Wird dafür ein Raum benötigt, geht die Anfrage über ihren Schreibtisch.  Was ist ihre Aufgabe in der Raumplanung? In der Raumplanung sorge ich dafür, dass die Räume sinnvoll mit Veranstaltungen belegt werden. Ich vermeide Doppelbelegungen und wähle je nach Seminargröße die richtigen Räume für die jeweiligen Veranstaltungen aus. Zu meinen Aufgaben gehört aber auch das Erstellen von Nutzungsvereinbarungen. Die werden von Studierenden oder externen Akteuren benötigt, um an der Universität Räumlichkeiten nutzen zu können. So betreue ich nicht nur die Studierenden und Dozierenden bei ihren Raumanfragen, sondern auch die Stadt oder andere Institutionen bis hin zu Firmen, die Veranstaltungen an der Universität durchführen. Wann ist die stressigste Zeit in Ihrem Job? Das ist die Planungsphase für das folgende Semester. So wird es um den Wechsel von Januar zu Februar öfter mal sehr stressig. Ein ähnliches Aktivitätslevel fahren wir zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Die Raumbelegungen für das kommende Semester müssen meistens schon in der letzten …

Kira Gail wohnt zusammen mit ihrem Hund und einem Mitbewohner in einer WG in Landau. Besonders stolz ist sie auf die vielen alten Möbel. Fotos: Philipp Sittinger

Wohnen wie Oma Erna

Die Psychologiestudentin Kira Gail lebt mit ihrem Hund und einem Mitbewohner in einer Landauer WG. Viele ihrer Möbelstücke haben eine Geschichte. Damit sie dennoch modern wirken, legt Kira Gail auch mal selbst Hand an. Dadurch ist ihre Wohnung nicht nur schön, sondern auch ein sehr persönliches Zuhause. Die Schlittschuhe an Ihrer Wand sehen aus, als hätten sie eine Geschichte. Ja, ich liebe solche alten Gegenstände. Die Sitzecke, auf der wir gerade sitzen, ist zum Beispiel ein Erbstück. Ich habe sie aber ein bisschen aufgemotzt, neu gestrichen und neu gepolstert. Das war sehr aufwendig. Ich habe jedes Polster einzeln abgenommen, mit neuem Stoff bespannt und dann wieder an das Möbelstück gehämmert. Arbeiten Sie viel an Ihren Möbeln? Ja, schon. Das ist mir auch wichtig. Ich möchte die Sachen gerne weiter verwenden. Aber das ursprüngliche Polster der Sitzecke hatte ein hässliches grün-lila-braunes Blumenmuster. So passt es jetzt besser zu mir und zu der Küche. Welche Erbstücke gibt es noch in Ihrer Wohnung? Der Kleiderschrank in meinem Schlafzimmer. Der ist von meinen Großeltern und bestimmt 100 Jahre alt. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Rebecca Singer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Klein und Groß

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute vergleicht Rebecca Singer kleine Universitäten mit großen und gesteht, warum sie eine Weile lieber nicht über den Landauer Campus laufen wollte. Viele Studierende, große Hörsäle, dafür aber viele Freizeitmöglichkeiten und weniger Langeweile? Oder lieber eine überschaubare Universität und ein kleines gemütliches Städtchen? Diese Fragen stellen sich Abiturienten, die auf der Suche nach der passenden Hochschule oder Universität sind. Ich habe beides erlebt: Mein Bachelorstudium verbrachte ich an der kleinen Universität Hohenheim mit etwa 10.000 Studierenden. Danach kam ich für mein Masterstudium an den Campus Landau, etwas kleiner mit etwa 8.000 Studierenden. Im Auslandssemester lernte ich dann eine eher große Universität kennen: Die Karlsuniversität in der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt Prag – mit über 50.000 Studis. Einschlafen in kleinen Vorlesungen Was mir besser gefällt? Ich mag beides. Wenn ich ehrlich bin, bin ich aber froh, den Großteil meines Studentenlebens an kleinen Universitäten studiert zu haben. In kleinen Seminaren mit wenigen Studis musste ich mich eher beteiligen und lernte dadurch mehr. Engere Kontakte …

Dr. Nina Engwicht untersucht an der Friedensakademie im Rahmen der Friedens- und Konfliktforschung die illegalen Märkte ehemaliger Kriegsökonomien. Foto: Philipp Sittinger

Der Handel mit Blutdiamanten: Rohstoffe mit Konfliktpotenzial

Dr. Nina Engwicht ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedensakademie Rheinland-Pfalz. Sie beschäftigt sich mit Rohstoffmärkten in Nachkriegsgesellschaften und stellt sich Fragen wie: Was verändert sich im Übergang von Krieg zu Frieden? Was bleibt aus dem Krieg übrig? Was ist der Schwerpunkt Ihrer Arbeit? In meiner Forschung beschäftige ich mich vor allem mit sogenannten Konfliktrohstoffen, also Rohstoffen, die bewaffnete Konflikte befeuern oder finanzieren können. Mein Fokus liegt auf dem Diamantenmarkt in Sierra Leone. Die zentralen Fragen für mich sind: Was wird aus Kriegsmärkten, wenn Kriege enden, und wie kann Rohstoffhandel so gestaltet werden, dass die Bevölkerung davon profitiert? Oft wird angenommen, dass Kriegsökonomien, in denen wertvolle Rohstoffe häufig illegal gehandelt werden, in Friedenszeiten wieder verschwinden. Das widerspricht aber dem, was wir über illegale Märkte wissen, denn soziale Strukturen sind anpassungsfähig. Wie sieht die Lage dazu in Sierra Leone aus? Der sierra-leonische Diamantenhandel war ein berühmter Fall, in dem illegaler Diamantenhandel dafür genutzt wurde, um den Krieg zu finanzieren. Das erlangte unter dem Begriff Blutdiamanten oder Konfliktdiamanten weltweite Aufmerksamkeit. Die illegalen Märkte in Sierra Leone, …

Dorina Hauck arbeitet neben ihrem Masterstudium in Gymnasiallehramt als PES-Kraft an einer Schule. Foto: Philipp Sittinger

Als PES-Kraft im Klassenzimmer

Dorina Hauck arbeitet als PES-Kraft an einem Gymnasium und sammelt erste Erfahrungen für den Lehrerberuf. Die Interaktion mit den Schülern und ihr persönlicher Lerneffekt stehen dabei für sie im Vordergrund. Wer sind Sie? Mein Name ist Dorina Hauck. Ich bin 23 Jahre alt und studiere im ersten Mastersemester Gymnasiallehramt mit den Fächern Kunst und Geographie am Campus Landau. Was für einen Nebenjob machen Sie? Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Ich bin als PES-Kraft am Gymnasium Edenkoben angestellt. Das ist eine Bezeichnung für Vertretungslehrkräfte, die von Schulen bei Bedarf angerufen werden können, um für kranke oder anderweitig verhinderte Lehrer einzuspringen. Wie ist das zeitlich geregelt? Ich habe an zwei Tagen in der Woche Bereitschaftsdienst, an denen die Schule mich jederzeit anrufen kann. …

Anja Isele studierte Psychologie und Pädagogik auf Diplom. Jetzt arbeitet sie als Führungskraft im Schweizer Unternehmen Sika. Foto: Anja Isele

Auf den Spuren von… Anja Isele, Head Learning & Development Switzerland bei der Sika Services AG

Anja Isele kommt aus einem kleinen Ort nahe der Schweizer Grenze. Sie lebt und arbeitet nicht nur in zwei Ländern, sondern hat auch zwei Diplome: in Psychologie und Pädagogik. Die 38-Jährige erlangte am Campus Landau ein breit gefächertes Wissen. Ihr Weg war damals ungewöhnlich, doch der Blick von zwei Seiten lohnt sich in ihrem Job als Führungskraft in einem Schweizer Unternehmen bis heute. Sie sind Head Learning & Development Switzerland bei der Sika Services AG. Was ist das für eine Position? Ich leite den Trainings-, oder auch Personalentwicklungsbereich für die 2000 Mitarbeitenden in der Schweiz. Sika ist in über 100 Ländern aktiv, aber die Schweiz ist das Gründungsland. Wie sind Sie an den Job gekommen? Meinen ersten Job nach dem Abschluss 2007 hatte ich für eine kurze Zeit in der Unternehmensberatung. Dann habe ich mich bei Sika auf die Stelle beworben, die damals erst neu geschaffen wurde. Ende 2011 habe ich dann die Leitung des Schweizer Teams im Learning & Development-Bereich übernommen. Mittlerweile bin ich seit zehn Jahren bei Sika. Was sind Ihre Aufgaben? Meine Aufgaben …

Kristin Haurand studiert im Zwei-Fach-Bachelor Naturschutzbiologie und Geographie. Sie schätzt vor allem die Entscheidungsfreiheit ihrer beiden Fächer. Foto: Philipp Sittinger

Zwei Fächer und viele Wahlmöglichkeiten

Manche Studierende wollen sich für ihr Studium ungern auf ein bestimmtes Fach festlegen. Doch mehr Individualität ist kein Problem, der Zwei-Fach-Bachelor ermöglicht durch seine Kombinationsmöglichkeiten eine einzigartige Erfahrung. Kristin Haurand studiert nicht nur Naturschutzbiologie, sondern auch Geographie. Im Interview erzählt sie, was dieses etwas andere Studienkonzept so besonders macht und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Woher kommt Ihre Begeisterung für die Fächer Naturschutzbiologie und Geographie? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Ich war schon immer ein sehr naturverbundener Mensch. Als Kind habe ich mit meinen Eltern viel Natururlaub gemacht, wir waren zelten, wandern und immer an der frischen Luft. Dadurch liegt mir die Natur seit jeher am Herzen. Als ich dann in der 11. Klasse ein halbes Jahr in Kanada lebte, bin ich mit dem dortigen Konsumverhalten konfrontiert worden. Das hohe Maß an Lebensmittelverschwendung hat mich zum Nachdenken gebracht …

Lisbeth Wolf verbrachte nach ihrem Abitur einige Zeit in Costa Rica. Hier arbeitete sie als freiwillige Schildkrötenschützerin. Foto: Philipp Sittinger

¡Pura Vida!: Freiwilligendienst in Costa Rica

Wie viele Abiturientinnen wollte Lisbeth Wolf nach der Schule erst einmal raus aus Deutschland. Raus aus allem, was sie seit Kindheitstagen kannte und hinaus in die unbekannte Welt. Da sie unbedingt bei einem Naturschutzprojekt arbeiten wollte, fiel ihre Wahl auf Costa Rica – ein Land, das als Biodiversitäts-Hotspot für seinen unglaublich hohen Artenreichtum bekannt ist. Elf Monate habe ich in dem kleinen Land in Lateinamerika verbracht. Ich lebte in dem winzigen Dorf El Progreso, was auf Deutsch übersetzt der Fortschritt heißt und auf der Halbinsel Peninsula de Osa liegt. Dort habe ich in einem Projekt zum Schutz der Meeresschildkröten gearbeitet, die jedes Jahr von Juli bis Dezember an den Stränden der Bahia Drake ihre Eier ablegen. Vom Flair des Dorflebens Und tschüss… ! Sie möchten während Ihres Studiums gern ins Ausland gehen? Dann informieren Sie sich über die Möglichkeiten an unserer Universität und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten unserer Studierenden inspirieren. El Progreso besteht aus drei größeren Sandstraßen und gefühlt hundert Einwohnern. Es gibt zwei Lebensmittelläden, eine Schule, zwei Kirchen und sogar ein kleines Non-Profit-Hostel. …