Alle Artikel mit dem Schlagwort: Engagement

Bereits in der Schule wusste Prof. Dr. Werner Sesselmeier was ihn am meisten interessiert: die Wirtschaftswissenschaften. Foto: Lisa Leyerer

Unsere Profs: Werner Sesselmeier

Prof. Dr. Werner Sesselmeier ist vor allem eins: engagiert. Neben seiner Professorenstelle setzt er sich als Prodekan für seinen Fachbereich ein und ist Herausgeber der Zeitschrift Sozialer Fortschritt. Im Interview erzählt der gebürtige Niederbayer, weshalb er sich in Landau pudelwohl fühlt und warum er als Wissenschaftler nicht in einem Elfenbeinturm sitzen möchte. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Meine Frau würde Ihnen bestätigen, dass meine Zerstreutheit tatsächlich mit den Jahren zugenommen hat. Lange über Büchern zu brüten gehört natürlich zu meinem Job. Ich möchte mein Wissen den Studierenden und der Öffentlichkeit weitergeben. Lesen gehört deswegen zu meinem Berufsalltag, wobei es sich dabei nicht um brüten, sondern eher um …

Mike Simonsen engagiert sich im Koblenzer AStA und ist Ansprechpartner für die O-Phase. Foto: Greta Rettler

Im Einsatz für Koblenzer Erstsemester

Mike Simonsen ist Student der Pädagogik und seit November 2014 Mitglied des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) am Campus Koblenz. Angefangen als Referent für Mobilität, bekleidet er nun das Referat für Erstsemester. Dabei kommt es vor, dass er in der Orientierungswoche der Erstsemester zwischen 60 und 100 Stunden arbeitet. “Ich komme quasi vor Sonnenaufgang und gehe erst wieder, wenn sie untergegangen ist”, berichtet Mike Simonsen. Außerhalb der ‘heißen’ Orientierungsphase reduziert sich seine Stundenzahl auf zehn bis 15 Stunden in der Woche. In dieser Zeit kann er sich wieder mehr auf sein Pädagogik-Studium konzentrieren. Angefangen hat der Student sein Engagement beim AStA im Mobilitätsreferat und im Arbeitskreis der Orientierungsphase. Während dieser Zeit lernte er den AStA-Alltag kennen und schätzen und sein Interesse für die Hochschulpolitik wurde geweckt: “Ich dachte mir, was die können, kann ich noch besser.” Aber nicht nur im AStA ist Simonsen engagiert dabei, er sitzt außerdem im Verwaltungsrat des Studierendenwerks Koblenz: “Irgendwann hat sich bei mir die Denkweise eingestellt: Machen statt meckern”, erklärt Simonsen. Als offizieller Ansprechpartner der Erstsemester fällt die Gesamtplanung der O-Phase in seine Hände. Dazu …

Die Erziehungswissenschaftlerinnen Evamaria Schwarz und Nina Mathes bieten im Sommer den Welcome-Treff für internationale Familien an. Foto: Lisa Leyerer

Welcome-Treff: Kinderleichte Integration

Bepackt mit einem Bollerwagen voller Spielsachen und einer großen Picknickdecke verwandeln Evamaria Schwarz und Nina Mathes den Goethepark  in Landau in einen großen Kinderspielplatz. Im Rahmen eines Projekts des Kinderschutzbundes Landau-Südliche Weinstraße organisieren die Studentinnen in den Sommermonaten einen Welcome-Treff für Familien aus aller Welt. Ihr Ziel: Integration durch Spiel und Spaß. Pünktlich um 16 Uhr wird die Flagge im Landauer Goethepark gehisst. Sie ist das Erkennungszeichen des Projekts und markiert den Ort des Zusammenkommens. “Jeder ist eingeladen, vorbei zukommen und gemeinsam zu Spielen, zu Lachen und sich auszutauschen”, erklärt Studentin Nina Mathes. Während ihres Praktikums beim Kinderschutzbund hatte sie gemeinsam mit ihrer Chefin die Idee, ein neues Projekt zu organisieren. Evamaria Schwarz, die ebenfalls ein Praktikum beim Kinderschutzbund absolvierte und zusammen mit Mathes Erziehungswissenschaften studiert, stieg nach der Kontaktaufnahme in das Projekt mit ein. Nach der Genehmigung von Fördergeldern von der Organisation Aktion Mensch konnte die Planung beginnen. Von Beginn an richtet sich der Treff an Familien jeder Herkunft und Ethnie, damit eine Integration möglich ist. Um Flüchtlingsfamilien den Treff zu ermöglichen organisierten die beiden …

Der Landauer AStA stellt sich vor. Foto für Collage: Fotolia

Landauer AStA stellt sich vor

Gemeinsam etwas bewegen – das ist das Ziel der Referenten des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) am Campus Landau. Unter der Leitung der Vorsitzenden Katharina Schmidt und Luisa Horsten engagieren sich insgesamt 13 Studierende. Ihr Aufgabengebiete sind breit gefächert und reichen von der Rechtsberatung für Studierende über das Engagement für politisch-soziale Themen bis hin zur Organisation beliebter Uni-Partys. Im Uniblog geben AStA-Mitarbeiter Einblick in ihre Arbeit. Events im Referat Events, Kultur & Sport Hanna Scholz weiß, wovon sie spricht: Seit dem Beginn ihres Studiums engagiert sie sich ehrenamtlich in der Hochschulpolitik. Die ersten Partys organisierte sie im Rahmen der Fachschaft, bevor sie das AStA-Referat Events übernahm. Auf ihrer Organisationsliste stehen unter anderem Veranstaltungen für Erstsemester, die Atriumsfete, der Flohmarkt oder auch die Studi-Bühne des Landauer Sommers. Ob Getränkelieferant, Platzgenehmigungen, sanitäre Anlagen oder Security-Firma – es gibt viele Kleinigkeiten, an die sie bei der Planung denken muss. Hinzu kommt der Blick auf die Finanzen und die Kalkulation der Ausgaben. “Ich muss mich mit den beteiligten Leuten auseinandersetzen und wissen wann was wie passiert und ob meine Planung aufgeht. …

Marco Böhm verbringt viele Stunden in dem Büro des AStA, verhandelt, koordiniert und organisiert. Foto: Esther Guretzke

Sprachrohr der Koblenzer Studis

Mit 24 ein verantwortungsvolles Amt innehaben – das geht, und zwar schon im Studium. Marco Böhm macht es vor: Der Mathe- und Informatikstudent ist Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) am Campus Koblenz. In verschiedene Referate unterteilt, setzt sich der AStA für die Interessen der Studierenden der Universität ein und fördert gesellschaftliches Engagement. Bei Böhm laufen alle Fäden zusammen.  „Manchmal arbeite ich 20 Stunden in der Woche“, sagt Böhm mit Blick auf seinen Terminkalender. Seit Juni hat er das Amt des Vorsitzenden inne, zuvor war er ein Jahr lang Referent für Hochschulinternes beim AStA. Als Vorsitzender fungiert er als eine Art Teamleiter für die 17 Mitarbeiter in den 14 Referaten. Er ist Ansprechpartner und Koordinator. Gerade in den heißen Phasen kurz vor großen Events wie der Orientierungsphase für die Erstsemester oder Themenwochen ist Einsatzbereitschaft und gutes Zeitmanagement gefragt. Die viele Arbeit macht dem Lehramtsstudenten nichts aus, für ihn gehört ehrenamtliches Engagement einfach dazu: Neben seinem Amt im Studierendenausschuss spielt Böhm Tuba in verschiedenen Vereinen und ist im Vorstand des Junggesellenvereins seines Heimatdorfes. Öffentlichkeitsarbeit stärken Das AStA-Team des …

Frei zugängliches und kostenloses WLAN für alle, das ist die Idee von Freifunk. Die Hochschulgruppe hat sich im vergangenen Jahr gegründet. Fotos: Adrian Müller

Freifunk: Freies WLAN für alle

Uneingeschränkter Internetzugang ist eine Voraussetzung für die Teilhabe an unserer Gesellschaft, findet Elias Zervudakis. Deshalb hat der Koblenzer Student die Hochschulgruppe Freifunk gegründet. Ihr Ziel ist die Verbreitung eines flächendeckenden WLAN in Koblenz und Umgebung, das von jedem kostenlos genutzt werden kann. Die Initiative engagiert sich auch in der Flüchtlingshilfe und hat in Koblenzer Unterkünften Freifunk-Router installiert. Das Internet ist in unserem Alltag omnipräsent. Es begegnet uns auf der Arbeit, in der Universität und im Privaten und gibt uns die Möglichkeit, stets darüber informiert zu sein, was in der Welt passiert und mit anderen in Kontakt zu bleiben. „Nach unserer Auffassung sollte heute jeder die Möglichkeit haben, immer und überall kostenlos online zu gehen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, sagt Elias Zervudakis, Gründer der Hochschulgruppe Freifunk. Die Idee entstand auf der Hacknight am Campus in Koblenz, ein durch die Fachschaft Informatik/Computervisualistik organisiertes Treffen zum Austausch über aktuelle Technikfragen. „Wir möchten ein freies, von Bürgern und Studierenden verwaltetes Netzwerk aufbauen und etablieren. Die Bereitstellung von Routern durch Privatpersonen ermöglicht anderen den freien Zugang zum Internet.“ Konkret …

André Schneider ist Stipendiat des Deutschlandstipendiums. Foto: Marius Adam

Deutschlandstipendium: Unterstützung für engagierte Studierende

Ein voller Stundenplan an der Uni, Nebenjob und ehrenamtliches Engagement – viele Studierende arbeiten nicht nur an ihrer fachlichen Ausbildung, sondern nutzen die Studienzeit, um Praxiserfahrungen zu sammeln und sich für soziale Projekte einzusetzen. Das Deutschlandstipendium unterstützt engagierte Studierende mit einem monatlichen Betrag von 300 Euro. André Schneider ist einer von ihnen. Sie sind Stipendiat des Deutschlandstipendiums. Wie kam es dazu? Ein guter Freund aus der Schulzeit hat mich darauf angesprochen, dass er sich an seiner Universität für das Deutschlandstipendium beworben hat. Daraufhin habe ich mich im Internet erkundigt, ob es das Stipendium auch an unserer Universität gibt und mich zum nächstmöglichen Termin beworben. Für wen eignet sich das Stipendium? Das Deutschlandstipendium eignet sich besonders für Studierende mit überdurchschnittlichen Studienleistungen, die gleichzeitig außerhalb ihres Studiums besonderes Engagement zeigen. Ich würde als potenzieller Bewerber aber trotzdem keine Angst haben, mich zu bewerben, man muss kein Überflieger in allen Bereichen sein, um das Stipendium zu bekommen. Wie engagieren Sie sich? Ich engagiere mich vor allem an der Universität. Ich bin seit April 2015 Mitglied in der Fachschaftsvertretung für …

Hat viel Energie und ist ein echtes Multitalent: Student Jeffrey Deubler. Foto: Privat

Allround-Talent: Hausmeister und Gitarrenlehrer

Jeffrey Deubler ist ein richtiges Allorund-Talent: Vormittags jobbt er als Hausmeister, nachmittags gibt der Student der Sozial- und Kommunikationswissenschaften Gitarrestunden. Für Deubler unbezahlbar: Frische Luft, gelungene Riffe und der Anblick eines perfekt gemähten Rasens. Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie? Mein Name ist Jeffrey Deubler, ich bin 27 Jahre alt und studiere im 2. Mastersemester Sozial- und Kommunikationswissenschaften in Landau. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich arbeite als Hausmeister in der Nähe von Landau, jeweils zwei bis dreimal pro Woche. An den restlichen Tagen oder nachmittags gebe ich, je nach Anzahl der Schüler, Gitarrenstunden bei mir Zuhause. Was sind Ihre Aufgaben? Meine Hausmeister-Aufgaben sind sehr vielseitig. Ich kümmere mich eigentlich um alles, was anfällt. Von Rasen mähen, Straße und Hof kehren, Unkraut jäten, Hecken schneiden bis hin zu Mülleimer …

In einer Kläranlage der Entsorgungsbetriebe Landau werden die von Schuhen entwickelten Filterkartuschen getestet. Sie sollen für eine bessere Filterung des Abwassers sorgen. Fotos: Wasser 3.0

Sauberes Wasser durch Hybridkieselgele

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht: Junior-Professorin Dr. Katrin Schuhen hat sich diesen Satz zum Leitthema ihrer Forschung gemacht. Ihr Team, die Arbeitsgruppe MINTovation, arbeitet im Projekt Wasser 3.0 an der Schnittstelle von Chemie, Technik und Umwelt. Die Aufgabe: Eine Alternative zu Aktivkohle zu finden, um organische Spurenstoffe aus unserem Abwasser zu filtern. Welchen Stellenwert das Wasser für uns Menschen hat, wird an einer Zahl besonders deutlich: 140 Liter verbraucht ein Mensch durchschnittlich am Tag. Wasser ist die wichtigste Ressource auf der Welt. Nicht nur die Wasservorräte schwinden zunehmend, auch die Verunreinigung nimmt immer größere Ausmaße an. Hauptsächlich organische Spurenstoffe wie Abbauprodukte von Medikamenten und Pestizide gelangen in den Wasserkreislauf. Zum Beispiel durch die Einnahme einer Schmerztablette: 60 Prozent des Wirkstoffes Ibuprofen verlässt den Körper unverändert und gelangt ins Abwasser. Die Entsorgung von Medikamenten über die Toilette, verseuchte Abfälle aus der Industrie oder Polyfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) in Funktionskleidung, die über den Waschprozess abgesondert werden, verunreinigen unser Wasser. “Die Kläranlagen haben längst ihre Grenzen erreicht, deshalb muss ein neues Material entwickelt werden, das als vierte Reinigungsstufe in der Kläranlage zum Einsatz kommt. Dieses Material soll …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Zeichnung: Carolin Höring.

Es lebe die Gruppenpräsi

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Lisa Leyerers heutiges Thema: Diese leidige Sache mit der Gruppenarbeit.  Je fortgeschrittener das Studium, desto mehr dürfen sich Studierende an der inhaltlichen Ausgestaltung von Seminaren beteiligen. Die Zeiten von Literaturrecherche und zaghafter Mitarbeit sind vorbei, nun darf man endlich zeigen, was man drauf hat. Dann steht man vorn an der Leinwand mit eigener PowerPoint-Präsentation und gut überlegten ‘aktivierenden Phasen’ für die Kommilitonen. Klingt nicht schlecht und macht mir eigentlich auch richtig viel Spaß – wäre da nicht diese eine Sache, die Studierenden die Kompetenz ‘Teamwork’ vermitteln soll. Die Lehrenden lieben sie, mir wird jedoch schon beim Gedanken daran übel: die Gruppenpräsentation. Phase 1: Die Kennenlernphase Die erste Stunde nach den viel zu kurzen Semesterferien. Erstes Seminar im Masterstudium. Die Uni und die Dozenten sind bekannt. Doch unter uns “alte Hasen” mischen sich auch viele neue Gesichter, die sich Landau als Ort für Ihren Master ausgesucht haben. Der Dozent teilt den Seminarplan aus. Er hat die Einteilung der Arbeitsgruppen bereits vorgenommen, …