Jahr: 2017

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Collage meines Lebens

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal nimmt Esther Guretzke Abschied vom Uniblog und von ihrem Studentenleben. Dies ist die vorläufig letzte Kolumne von mir für den Uniblog. Kurz nach dem Studium habe ich, schneller als gedacht, eine Arbeitsstelle gefunden und gemerkt, dass ich meine vier anderen Jobs, die ich während der Studienzeit hatte, nicht mehr parallel laufen lassen kann. Ich musste einen Cut machen. Mir wurde bewusst, dass damit ein neuer Lebensabschnitt eintritt. Ganz offiziell: Ich bin nun Arbeitnehmerin und keine Studierende mehr. Nachdem mein Studium beendet war, begann ich, in meiner Wohnung auszusortieren. Ich hatte einen inneren Drang, mich von Dingen aus der vergangenen Zeit zu trennen. Das bedeutet nicht, dass ich jedes Foto in die Tonne schmiss. Im Gegenteil, ich entdeckte alte Schätze neu und nun hängen meine Liebsten in frisch gestrichenen weißen Rahmen. Außerdem kramte ich meine Musikboxen aus und räumte eine Kommode frei, damit sich meine Platten nun im angemessenen Rahmen kratzig drehen können, und ich entdeckte alte Notizbücher. Beim …

Psychologin Professorin Dr. Tina In-Albon: Sie forscht, lehrt und therapiert. Foto: Philipp Sittinger

Faszination Psychologie

Ein Buch über einen autistischen Jungen weckte bei Tina In-Albon, damals noch Schülerin, das Interesse an Psychologie. Heute arbeitet sie als Psychotherapeutin und ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Campus Landau. Ihr Spezialgebiet sind Angststörungen und selbstverletzendes Verhalten. Kinder und Jugendliche möchte sie auf ihrem Weg in ein sorgenfreieres Leben unterstützen. Den Traum, Psychotherapeutin zu werden, hatte Tina In-Albon seit ihrer Jugend. Das Interesse an der Forschung kam erst im Studium dazu. Die Schweizerin studierte in Basel Psychologie und promovierte im Bereich klinischer Kinder- und Jugendpsychologie. „Mit den Abschlussarbeiten entwickelte sich der Drang, wissen zu wollen, wie psychische Störungen entstehen und wie Therapien noch wirksamer werden können“, erinnert sie sich. Neben ihrer Dissertation über kognitive Auffälligkeiten bei Kindern mit Angststörungen absolvierte sie die Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Im Anschluss nahm sie in Basel eine Postdoc-Stelle an. Seit März 2013 hat sie am Campus Landau die Professur für klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters inne und pendelt zwischen der Pfalz und der Schweiz, wo ihre …

Melanie Hussak war selbst schon mehrfach in Israel und hat Givat Haviva besucht. Die Organisation ist nach der jüdischen Widerstandskämpferin Haviva Reik benannt. Foto: Philipp Sittinger

Gemeinsam für den Frieden

Sich für Frieden einsetzen: Das haben sich die Friedensakademie Rheinland-Pfalz und Givat Haviva, die älteste und einer der größten Friedensorganisationen Israels, auf die Fahne geschrieben. Beide Institutionen haben ihre Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Forschung beschlossen und wollen Konflikten präventiv begegnen, um ein gemeinschaftliches und friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Sie wissen aber auch: „Frieden braucht Zeit.“ Jüdische und arabische Israelis miteinander in Kontakt zu bringen, die sich bis heute kaum kennen und in einer von Vorurteilen und Ängsten geprägten Gesellschaft leben, ist das Ziel der Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva. Melanie Hussak ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der 2014 gegründeten Friedensakademie Rheinland-Pfalz, eine wissenschaftliche Einrichtung der Universität Koblenz-Landau. Die Friedens- und Konfliktforscherin, die ihre Dissertation über die unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen von Frieden schreibt, berichtet: „Es herrscht große Ungleichheit und eine starke Trennung zwischen beiden Bevölkerungsgruppen. Arabische Israelis werden im sozialen und ökonomischen Bereich wie auf dem Arbeitsmarkt noch immer diskriminiert.“ Es gebe in Israel getrennte Schulen für Juden und Araber, arabische Städte bekämen weniger Budget zur Stadtentwicklung, das Armutsrisiko der arabischen Staatsbürger sei doppelt so hoch wie …

Kinder in der Grundschule können schon über Sprache nachdenken und sprechen. Wie sie dies tun, analysiert Sebastian Krzyzek in seiner Dissertation. Foto: Philipp Sittinger

Über Sprache sprechen: Sprachbewusstheit in der Grundschule

Sebastian Krzyzek hat einen komplizierten Nachnamen. Immer wieder wird er gefragt: “Wie wird der ausgesprochen?” Seine Gegenüber zeigen in solchen Momenten ihre sogenannte Sprachbewusstheit. Schon Grundschulkinder denken und sprechen über Sprache. Wie sie dies tun, analysiert Krzyzek in seiner Dissertation. In diesem Bereich zum Experten zu werden, ist seine persönliche Challenge. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Früher war alles besser?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob früher tatsächlich alles besser war.  Früher war alles besser: Weltklima, Musik, Mode, Benzinpreise, soziale und gesellschaftliche Werte akzeptiert, die Politik glaubhaft und Kommunikation noch echt. Nicht umsonst erleben wir in allen Branchen Retro und Vintage-Trends, angefangen von Karottenhosen über Schallplatten und Designer-Ost-Möbel bis hin zu nostalgischen Rückerinnerungen in Politik und Gesellschaft an die Zeit, als das Weltgeschehen noch geregelt war. Was es in diesem ominösen Früher auch gab: Prepaid-Handys mit Ausklapp-Antenne und minikleine Schwarz-Weiß-Bildschirme, Computer so schwer wie ein kleiner Elefant und Internet, das minutenweise abgerechnet wurde und monatlich zu Diskussionen mit den Eltern führte, die einfach nicht verstehen wollten, warum ICQ notwendig ist. Internet als Segen im Studium Jetzt, wo ich wieder fleißig studiere, preise ich einmal mehr mein Smartphone, den Laptop und vor allem dieses göttliche Portal: das Internet (schnell, mobil und unlimitiert). Bei aller Liebe für Vintage und Nachhaltigkeit, beim Studieren kann ich auf Oldschool verzichten. Da liest man zum Beispiel einen …

Auf Delegationsreise in Israel: Malu Dreyer (Mitte) und Vizepräsidentin Professorin Dr. Gabriele Schaumann (rechts daneben) beim Besuch des Felsendoms auf dem Tempelberg in Jerusalem.

Mit Malu Dreyer nach Israel

„Deutsch-israelische Freundschaft leben, Partnerschaften ausbauen“ – unter diesem Motto reiste die Bundesratspräsidentin Malu Dreyer Ende Oktober nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete. Begleitet wurde sie von einer Delegation, zu der auch die Vizepräsidentin der Universität Koblenz-Landau, Professorin Dr. Gabriele Schaumann, gehörte. Stationen der viertägigen Reise waren unter anderem die Besuche des Forschungsprojektes Oliveoil in Gilat und eines Kooperationspartners der Friedensakademie: Givat Haviva. Sie haben die Bundesratspräsidentin Malu Dreyer mit nach Israel begleitet. Was hat Sie dazu bewogen, mit in den Flieger zu steigen? Ich bin in meiner Funktion als wissenschaftliche Leiterin des trilateralen Forschungsprojekts Oliveoil zu der Reise eingeladen worden. Die Zusammenarbeit mit israelischen und palästinensischen Kooperationspartnern ist nicht nur hinsichtlich des Forschungsthemas interessant und umweltpolitisch aktuell. Es hat uns auch ermöglicht, Einblicke in die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Hintergründe des Lebens und Forschens in dieser krisengeschüttelten Region zu bekommen. Durch die Zusammenarbeit sind Wissenschaftler aus Deutschland, Israel und dem Westjordanland zusammengekommen. Die gemeinsame Forschung an dem in großen Teilen des Mittelmeerraums zentralen Thema hat Studierende dieser drei Regionen auf einzigartige Weise zusammengebracht. Damit hat dieses Projekt …

KuWi-Studentin Linda Koch verbrachte vier Monate an der Universität in Brixen. Foto: Esther Guretzke

Brixen: Ein Auslandsmärchen in Südtirol

Erasmus mal anders: Kulturwissenschaftsstudentin Linda Koch verschlug es nicht in eine pulsierende europäische Partymetropole. Sie bevorzugte für ihr Auslandssemester die verschneiten Berge Südtirols. Dort lebte sie in einem rusikalen Haus und genoss eine inspirierende Zeit zwischen Wintersport, Rockkonzerten und Meditationsseminaren.

“Wenn ich früher an Südtirol dachte, kamen mir Klischees von verschlafenen Bergdörfern in den Sinn”, verrät Linda Koch. Über das Programm Erasmus verschlug es sie nach Norditalien. …