Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kolumne

"Jederzeit gibt es die Möglichkeit, alle Menschen, die man kennt, teilhaben zu lassen und mitzunehmen". Foto: Unsplash

Verschwinden – egal wohin

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erinnert sich Maria Preuß an Zeiten, in denen man nicht ständig erreichbar und vernetzt war. Wann sind Sie das letzte Mal verschwunden? Wann haben Sie sich mal verloren, Zeit und Raum vergessen und niemanden Bescheid gesagt, wo Sie sind und wann Sie wieder kommen? Das ist vermutlich schon eine Weile her. Entweder informiert man die Familie, den Mitbewohner oder Freunde. Außerdem erfahren noch die eigenen Online-Bekanntschaften, dass man jetzt die Sonne in Barcelona genießt, eine Ausstellung besucht oder an der Semestereröffnungsparty teilgenommen hat. Jederzeit gibt es die Möglichkeit, alle Menschen, die man kennt, teilhaben zu lassen und mitzunehmen. Das ist eigentlich sehr schön und ich nutze Facebook oder Instagram auch. Vor allem, um Menschen nicht aus den Augen zu verlieren, die sehr weit weg wohnen. Wenn man an verschiedenen Orten lebt, könnte man wegen der Entfernung überhaupt nicht mehr mitverfolgen, was im Leben liebgewonnener Menschen passiert. Wenn ich dann ein Bild einer Bekannten sehe, die gerade ihren Abschluss …

Kaffee ist für Bastian Stock im Studium genauso wichtig, wie die Luft zum atmen. Foto: Unsplash

Mein Kaffee und ich

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute zeichnet Bastian Stock eine Chronik seines langjährigen Kaffeegenusses. Kaffee ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Ohne wäre einiges in meiner akademischen Karriere schief gelaufen. Mein Konsum hat sich in den letzten sieben Jahren drastisch verändert, fast revolutioniert. Meine ersten Erfahrungen mit Kaffee habe ich schon vor dem Studium gemacht. Allerdings nur mit Filterkaffee – ohne Schaum, ohne Crema, einfach Kaffee. Doch das änderte sich, als die Padmaschine kam. Die Padmaschine war ein Geschenk meiner Schwester zum Einzug in meine erste WG. Sie wusste sehr genau um die Vorzüge dieses Produktes, schließlich war es ihre alte Maschine. So gab es für mich keinen Filterkaffe mehr, sondern kompliziert filtrierten Kaffee aus kleinen Papierpads, die durch eine Verwirbelung der Ausflussdüse eine Crema bilden – ja, mich hat diese technische Spielerei beeindruckt. Mit der Maschine habe ich viel erlebt. Die ersten Hausarbeiten für mein Studium der Umweltwissenschaften, die hastigen Trink-Momente, weil ich den Wecker schon wieder überhört hatte und die immer gleichen Debatten …

(Symbolbild) Jeder hat gewisse Routinen im Alltag, die dafür sorgen, dass man nicht über jede Kleinigkeit lange nachdenken und wichtige Gehirnleistung verschwenden muss. Foto: Unsplash

Und täglich grüßt das Murmeltier

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Rebecca Singer von Gewohnheiten und Routinen im Alltag, die sich manchmal nur schwer durchbrechen lassen. Mein Fahrrad fährt wie von selbst zur Uni. Meine Füße kennen den Weg. Heute drei Studien in der Unibib durchackern, das ist das Ziel. Es ist 9.15 Uhr, ich bin da und trotte noch im Halbschlaf zu meinem Spind – wie immer Nummer 85. Ich entdecke ein Schloss, Mist, besetzt. Schon beim Betreten der Bibliothek scanne ich die Lage. Das Schicksal meint es heute nicht gut mit mir. Eine anderer Studentin hat meinen Platz ergattert. Er ist ganz hinten in der Ecke und einfach perfekt: Man hat Überblick über den gesamten Raum, kann seine Gedanken in Ruhe schweifen lassen und sitzt nicht direkt vor einer Wand. Selten kommt einer vorbei und meine Augen finden Entspannung beim Blick aus dem Fenster. Positive oder dunkle Macht der Gewohnheit? Schlechter kann der Tag nicht starten. Ob ich es trotzdem schaffe, an meiner Abschlussarbeit zu feilen? Gewohnheiten …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Elche in Schweden: Bitte nur gucken

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. René Lang gerät heute ins Schwärmen, wenn er an seinen Urlaub in Schweden zurückdenkt. Im September bereiste er mit seiner Partnerin den mittleren Teil des Landes. Im hohen Norden liegt ein Märchenland: Hunderte von Seen, endlose Wälder und wundersame Tiere begeistern Naturliebhaber aus aller Welt. In der ländlichen Region verzaubert der Charme der rot lackierten Holzhäuser den Betrachter. Wie ein riesiges Freilichtmuseum erstreckte sich die Heimat von Michel aus Lönneberga und Pippi Langstrumpf. Schweden zog uns von Anfang an in seinen Bann. All inclusive Hotelurlaub auf den Malediven? Nein, danke. Etwas aufregender als sieben Tage Pool sollte es schon werden. Zwei Jahre haben meine Freundin und ich auf diese Reise gespart und Informationen gesammelt. Der Plan war simpel. Mit dem Auto einmal quer durch Schweden bis nach Stockholm und wieder zurück. Wer das Abenteuer sucht, findet es auf der Straße. Mit diesem Gedanken und meinem vollgepackten Kia machten wir uns auf den Weg, um nach elf-stündiger Autofahrt endlich in Malmö anzukommen. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Als ich vergaß, wie man ausatmet

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute denkt Lisa Engemann darüber nach, was passiert, wenn der Alltag uns zu sehr in Atem hält. Im Frühjahr sehnte ich eine Entscheidung über meine Zukunft herbei, auf die ich keinen Einfluss hatte. Ich dachte, alles wird leicht sein, wenn diese eine Sache klar ist. Im Sommer entschied es sich. Ich freute mich – für einen Moment. Denn im nächsten kamen mir all die Dinge in den Kopf, die damit zusammenhingen und um die ich mich kümmern musste: Eine Wohnung musste gefunden werden. Ich dachte, wenn das erstmal sicher ist, kann ich aufatmen. Ein und aus Ich fand eine tolle Wohnung. Ich holte Luft, doch dann hielt ich sie wieder an: Die Wohnung musste eingerichtet werden. Das war vor einem Monat. Ich halte immer noch die Luft an, denn es ist noch nicht alles fertig. So vieles ist noch zu tun, nicht nur in der Wohnung. Es hört niemals auf. Ist das Eine erledigt, folgt das Nächste. Vor jeder …

Geschichten, die das Bahnfahren schreibt

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute verteidigt Maria Preuß das Zugfahren, das viel zu oft kritisiert wird. Wo sonst treffen die verschiedensten Charaktere aufeinander? Es wird sich ja immer viel beschwert über das Zugfahren und vor allem die Deutsche Bahn. Immer sind die Züge zu spät und es werden Anschlüsse verpasst und das bei den Preisen und überfüllt ist es auch noch. Und ja, das ärgert mich. Wenn dann noch die Wagenreihung ganz anders als geplant ist und ganze Völkerwanderungen durch die Gänge drängeln, wird auch mein Geduldsfaden immer dünner. Nichtsdestotrotz möchte ich eine Lanze brechen für das Zugfahren. Abgesehen davon, dass man nicht umweltschonender reisen kann, bekommt man einen viel besseren Bezug zur Welt. Entfernungen sind nicht nur Kilometerangaben, sondern spürbar. Auch lässt sich erleben, wie aus dem norddeutschen Flachland nach und nach die hügelige Pfalz wird. Abgesehen davon erlebe ich beim Bahnfahren etwas, dass man vielleicht nicht vermuten würde: Menschlichkeit. Gerade in den überfüllten, verspäteten Zügen mit der geänderten Wagenreihung sind die …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Terminierte Freundschaften: Verschwendete Lebenszeit oder Bereicherung für das Leben?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Lisa Engemann, was mit Freundschaften passiert, wenn das Leben sich verändert. Als ich ein Teenager war, wollte ich mit jedem, den ich kennengelernt habe, für immer befreundet sein. Mittlerweile lerne ich oft neue Leute kennen, die mir direkt sympathisch sind. Inzwischen ertappe ich mich bei der Frage: Lohnt es sich überhaupt, in diese Freundschaft zu investieren? Nach kurzer Zeit werde ich sowieso wieder umziehen. Sei es wegen des Studiums, des Jobs oder des Partners. Und dann habe ich wieder einen Freund oder eine Freundin, die ich vermisse. Wenn der gemeinsame Kontext fehlt, was bleibt dann von der Freundschaft? Es ist mit viel Aufwand verbunden, seine verschiedenen Freundschaften zu pflegen: Jeder wohnt woanders, arbeitet zu unterschiedlichen Zeiten und hat selbst noch Verpflichtungen in den verschiedensten Kontexten. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto komplizierter wird das mit den Freundschaften. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel meine beste Freundin aus der Schule sehe, haben wir so …

Heute schreibt Natalie Henzgen.

Kulturwissenschaft – Und was macht man damit?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute geht Natalie Henzgen der Frage auf den Grund, warum Geisteswissenschaftler ins Kreuzverhör genommen werden, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht. Wenn man ausgeht und neue Bekanntschaften macht, ist es bloß eine Frage der Zeit, bis die unvermeidliche Frage gestellt wird: „Und was studierst du?“ Für die einen ist das eine höfliche Nachfrage. Für mich ist es häufig der Beginn einer qualvollen Debatte. Wer ein Fach wie Kulturwissenschaft studiert, sieht sich oft mit Nachfragen konfrontiert, besonders im Bezug auf etwaige Berufsziele. Manche machen sich die Mühe, nach den Inhalten meines Studiums zu fragen, bevor sie ein vernichtendes Urteil über meine beruflichen Chancen fällen. Die meisten glauben aber sofort zu wissen, dass meine Lage vollkommen hoffnungslos ist. In den sechs Jahren, in denen ich Kulturwissenschaft studiere, sind mir viele katastrophale Prognosen in Bezug auf mein späteres Berufsleben begegnet. Hier meine Top 3 Kommentare: 1. „Und wann machst du deinen Taxi-Schein?“ 2. „Damit wird es aber schwer werden, eine Stelle …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Zielgeführt zum Glück

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal plädiert Hannah Wagner dafür, sich Ziele zu setzen, um glücklicher durchs Leben zu gehen. Vor einiger Zeit habe ich mit einem Freund diskutiert. Seine Position: Sich Ziele setzen beschränke die Freiheit und das unbeschwerte Leben. Ein zielloses Leben in den Tag hinein mache frei und willensstark, weil man sich nicht durch das zwanghafte Erreichen eines Ziels stressen oder einengen würde. Ich hingegen glaube, dass gerade ein Leben ohne Ziele einengen kann, weil wir dann nicht mehr selbst entscheiden, in welche Richtung wir laufen und auf welchen Pfaden des Lebens wir wandern. Ohne selbstbestimmte Richtung wird man nämlich von den Zielen anderer bestimmt – denen von Freunden, Familie, der Arbeitsstelle oder der Gesellschaft. Dann verläuft man sich in blindem Aktionismus ohne Vorwärts zu kommen, verschwendet Energie und tritt auf der Stelle. Ziel: Vorankommen Da ich ein selbstbestimmtes Leben bevorzuge, habe ich mir also bewusst Ziele und Vorhaben gesetzt. Klingt stark nach Bucket List, ist aber definitiv weniger spektakulär, weil es keine dramatisch-ausgefallenen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Erwachen nach dem Winterschlaf

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute spielt Lisa Engemann mit dem Gedanken, ob man sich mehr den Jahreszeiten anpassen sollte, statt sie auszublenden. Der Frühlingsanfang ist immer wieder der Inbegriff von neuem Leben: Blühende Bäume verwöhnen mit ihrem Duft unsere Nasen, Rapsfelder mit ihrer gelben Farbe unseren Blick und die Vögel wecken uns schon morgens mit ihrem Zwitschern auf. Dieses Erwachen der Natur steht im Kontrast zur kalten Härte des Winters. Die Verwandlung zum Frühling ist spürbar – aber wie stark spürt man wohl den Unterschied, wenn man im Winter keine Heizung hatte und erst die Wärme der Frühlingssonne die Kälte aus dem Körper vertreibt? Und wenn es Sommergemüse wirklich nur im Sommer gäbe? Beeinträchtigungen haben etwas Gutes Wir trotzen den widrigen Umständen der Natur mit allen menschlichen Raffinessen. Dank Heizung, Wärmedämmung und anderen Errungenschaften spüren wir die Kälte des Winters nur marginal. Der eisige Wind durchdringt uns nicht monatelang bis auf die Knochen und kostet uns vielleicht das Leben – so wie es …