Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kolumne

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Erwachen nach dem Winterschlaf

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute spielt Lisa Engemann mit dem Gedanken, ob man sich mehr den Jahreszeiten anpassen sollte, statt sie auszublenden. Der Frühlingsanfang ist immer wieder der Inbegriff von neuem Leben: Blühende Bäume verwöhnen mit ihrem Duft unsere Nasen, Rapsfelder mit ihrer gelben Farbe unseren Blick und die Vögel wecken uns schon morgens mit ihrem Zwitschern auf. Dieses Erwachen der Natur steht im Kontrast zur kalten Härte des Winters. Die Verwandlung zum Frühling ist spürbar – aber wie stark spürt man wohl den Unterschied, wenn man im Winter keine Heizung hatte und erst die Wärme der Frühlingssonne die Kälte aus dem Körper vertreibt? Und wenn es Sommergemüse wirklich nur im Sommer gäbe? Beeinträchtigungen haben etwas Gutes Wir trotzen den widrigen Umständen der Natur mit allen menschlichen Raffinessen. Dank Heizung, Wärmedämmung und anderen Errungenschaften spüren wir die Kälte des Winters nur marginal. Der eisige Wind durchdringt uns nicht monatelang bis auf die Knochen und kostet uns vielleicht das Leben – so wie es …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

C’est la vie!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt René Lang, warum seine Familie eine besondere Beziehung zu Frankreich hat. Merkel und Macron machen es vor, wir machen es nach: Seit fast 75 Jahren pflegt meine Familie ihre ganz persönliche deutsch-französische Freundschaft. Meine Großmutter war noch ein kleines Mädchen, als sie zum ersten mal auf Georges traf. Ein großer Mann mit Baskenmütze auf dem Kopf und breitem Grinsen im Gesicht. Er war zusammen mit etwa 30 anderen Männern in ihrem Dorf untergekommen, um den Anwohnern auf dem Feld zu helfen. Eine Tafel Schokolade war sein erstes Geschenk an meine Oma. Der damals 23-Jährige war 1940 als französischer Kriegsgefangener nach Deutschland gekommen. Obwohl der Grund seiner Ankunft ein furchtbarer war, erwuchs aus der Begegnung eine Freundschaft, die bis heute anhält. Durch ständigen Briefwechsel und regelmäßige Besuche wurde sie über drei Generationen fortgeführt. In dieser Woche ist Georges Enkelsohn Laurent zusammen mit seiner Familie bei uns zu Gast. Küsschen links, Küsschen rechts Aufgeregt stehe ich vor der Ferienwohnung und …

Heute schreibt Natalie Henzgen.

Phänomen Supermarkt: Zwischen Hysterie und stoischer Ruhe

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute wundert sich Natalie Henzgen über die Kuriositäten des Einzelhandels und seiner Kunden. Samstagnachmittag, 14 Uhr. Wie konnte ich nur so leichtfertig sein? Vor mir: Eine Batterie von Einkaufswagen. Wo: In der Konservenabteilung des Supermarkts. Ich: Inmitten einer Meute von Hausfrauen, Rentnern und Teenagern. Was tue ich? Mich fragen, warum ich es für eine gute Idee gehalten habe, meinen Einkauf genau jetzt zu erledigen. Ich müsste es wirklich besser wissen. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr arbeite ich neben Schule und Studium in Supermärkten und weiß genau, wann es dort besuchertechnisch eskaliert. Unterhaltung zumindest, als wäre es eine Entschädigung, bekomme ich reichlich geboten: Ein Kind lässt andächtig Backpulverpäckchen aus dem Regal regnen, während seine Mutter versucht, den älteren Bruder daran zu hindern, den Inhalt einer Mehlpackung zu verzehren. Ich sehe eine Kundin, wie sie versucht, aus dem untersten Karton eines Warenaufstellers ein Glas Bohnen herauszufischen. Man muss kein Statiker sein, um das Risiko des fragwürdigen Manövers zu erkennen. Die Frau lässt …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Immer wieder sonntags

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Hannah Wagner über das wichtigste ihrer Rituale und seine gesellschaftliche Relevanz: Den Tatort.  Dödö – Dödö – Dödödööö – Dö! Nichts hat sich in mein Gehirn so eingebrannt, wie die Titelmusik zum Tatort und nichts symbolisiert für mich so sehr das Ende der Woche. Der Retro-Oldschool-Nostalgie-Vorspann ist noch der gleich wie 1970: Damals wurde am 29. November die erste Folge ausgestrahlt. Inzwischen ist es die beliebteste Krimireihe der Deutschen. Fast 50 Jahre nach dem ersten Tatort hat sich sicherlich vieles verändert: Die Gesellschaft, die relevanten Themen, die Schauspieler, die Inhalte. Nur Vor- und Abspann mit den eingängigen Tönen von Klaus Doldinger sind geblieben und Beweis dafür, dass der Tatort Kultstatus hat. Die Meinungen zu diesem Klassiker des deutschen Fernsehens gehen allerdings auseinander: Entweder er gehört fest zum sonntäglichen Ritual oder er wird kategorisch abgelehnt. Entweder, man ist zur Sendezeit nicht erreichbar, oder man hat viel Platz auf den Straßen und in Restaurants. Dödöööööööööö Für mich ist Sonntagabend …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ist das klausurrelevant?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute beschreibt René Lang seine Gefühle in der Prüfungsphase. Es ist mal wieder soweit: Das Wintersemester neigt sich dem Ende, die Zeit der Klausuren und Abschlussprüfungen rückt näher. Langsam, aber sicher verfalle ich in einen Zustand des Dauerstresses. Bücher, Blätter und Karteikarten und stapeln sich auf meinem Schreibtisch. Ich entwickle einen Tunnelblick, der sich ausschließlich auf das zu Lernende beschränkt. Freunde, Familie und Freizeitaktivitäten bleiben zwangsweise auf der Strecke. Dabei läuft meine Vorbereitung auf anstehende Klausuren jedes Semester gleich ab: Ich durchlebe die fünf Phasen der Trauer in angepasster Form. “In einer Welt, in der Trump Präsident werden und Pietro Lombardi ein Buch schreiben kann, wirst du es auch schaffen, deine Prüfungen zu bestehen. #prüfungsphase” Quelle: JODEL Es beginnt mit der Verleugnung. Ich habe noch mehr als genug Zeit. Soviel ist es dieses Mal auch nicht. Morgen starte ich wirklich, aber dann den ganzen Tag. Diese und ähnliche Gedanken hindern mich daran, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Mit …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Plötzlich ist die Zukunft da

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob mit dem Ende des Studiums die Zukunft beginnt oder der Weg frei ist für etwas Neues? Ich habe immer munter vor mich her studiert, diverse Dinge nebenbei gemacht, bin gereist, habe gearbeitet und in den Tag hinein gelebt. Die Frage: “Was wird man eigentlich als Kulturwissenschaftlerin?” habe ich geflissentlich gemieden und bin sie scherzhaft umgangen: “Taxifahren, was sonst, haha.” Ich war mir selbst nicht sicher und habe deshalb nach dem Motto gelebt: Kommt Zeit, kommt Rat, irgendeine Möglichkeit wird sich schon ergeben. In dieser, meiner Welt, war die Zukunft noch weit weg: Fester Job, Steuern zahlen, sich irgendwo festsetzen, Kinder, für einen Weg entscheiden – diese Elemente waren ausgeschlossen. Über acht Jahre ging das so. Weit weg und doch so nah Vor ein paar Wochen dann kam die eiskalte Erkenntnis: Die Zukunft ist da! Woran ich das festmache? An immer mehr Terminen für Hochzeitsfeiern, an Ultraschallbildern und den Kindern meiner Freunde, auf die …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Im Puzzlefieber

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute taucht Nina Seel in eine ihrer Lieblingbeschäftigungen ein, die nur im Winter Saison hat. Seit ich denken kann, gehören die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr dem Puzzlefieber. Der große Puzzleschrank wird geöffnet und Puzzle um Puzzle wird zu Tage befördert. Aber warum ist Puzzlen so faszinierend? Eigentlich handelt es sich doch um die klassischste Form der Sisyphos-Arbeit, bei der man immer wieder mit derselben Aufgabe von vorne beginnt. Einmal fertiggestellt, wird das Puzzle kurzum wieder zerstört und zurück in den Karton geräumt. Denn ich gehöre nicht zu der Fraktion, die fertige Puzzles aufklebt, um sie gerahmt an die Wand zu hängen – da fallen mir wesentlich hübschere Deko-Elemente als Wand-Verzierung ein. Warum also habe ich Spaß daran, dieselben Teile immer und immer wieder an die gleichen Stellen zu legen und ineinander zu verhaken, um sie kurz darauf wieder auseinanderzupflücken? Liebgewonnene Familientradition Das Puzzlen hat in unserer Familie fast schon Tradition. Als Kind fing ich bei meinen Großeltern mit …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Silvester: Same procedure as every year

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Dieses Mal reflektiert René Lang über den Sinn von Silvestertraditionen. Fünf. Der Countdown läuft. Vier. Alle schauen wie gebannt auf die Uhr. Drei. Mein Großvater zündet den Lauf der ersten Rakete. Zwei. Meine Freundin drückt fest meine Hand. Eins. Die Blicke richten sich auf den wolkenlosen Nachthimmel. Null. Sektkorken knallen, pure Freude bricht aus. Alle fallen sich in die Arme, wünschen sich gegenseitig das Beste. Das neue Jahr beginnt, das alte endet. 23 Mal habe ich Silvester schon miterleben dürfen. Zugegeben, an die ersten dutzend Male erinnere ich mich kaum noch. Trotzdem habe ich mittlerweile eine genaue Vorstellung, wie der Jahreswechsel bei mir ablaufen soll. Egal ob ich zuhause oder auswärts feiere, im engen Kreis der Familie, mit einigen Freunden oder auf großen Partys. Manche Traditionen haben sich so sehr verankert, dass ich es kaum wage, ihren Sinn infrage zu stellen. Aber was, wenn doch? Zusammen Essen und Vergessen Bei uns gibt es am Silvesterabend selbstverständlich Raclette. Daran knüpfen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Collage meines Lebens

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal nimmt Esther Guretzke Abschied vom Uniblog und von ihrem Studentenleben. Dies ist die vorläufig letzte Kolumne von mir für den Uniblog. Kurz nach dem Studium habe ich, schneller als gedacht, eine Arbeitsstelle gefunden und gemerkt, dass ich meine vier anderen Jobs, die ich während der Studienzeit hatte, nicht mehr parallel laufen lassen kann. Ich musste einen Cut machen. Mir wurde bewusst, dass damit ein neuer Lebensabschnitt eintritt. Ganz offiziell: Ich bin nun Arbeitnehmerin und keine Studierende mehr. Nachdem mein Studium beendet war, begann ich, in meiner Wohnung auszusortieren. Ich hatte einen inneren Drang, mich von Dingen aus der vergangenen Zeit zu trennen. Das bedeutet nicht, dass ich jedes Foto in die Tonne schmiss. Im Gegenteil, ich entdeckte alte Schätze neu und nun hängen meine Liebsten in frisch gestrichenen weißen Rahmen. Außerdem kramte ich meine Musikboxen aus und räumte eine Kommode frei, damit sich meine Platten nun im angemessenen Rahmen kratzig drehen können, und ich entdeckte alte Notizbücher. Beim …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Früher war alles besser?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob früher tatsächlich alles besser war.  Früher war alles besser: Weltklima, Musik, Mode, Benzinpreise, soziale und gesellschaftliche Werte akzeptiert, die Politik glaubhaft und Kommunikation noch echt. Nicht umsonst erleben wir in allen Branchen Retro und Vintage-Trends, angefangen von Karottenhosen über Schallplatten und Designer-Ost-Möbel bis hin zu nostalgischen Rückerinnerungen in Politik und Gesellschaft an die Zeit, als das Weltgeschehen noch geregelt war. Was es in diesem ominösen Früher auch gab: Prepaid-Handys mit Ausklapp-Antenne und minikleine Schwarz-Weiß-Bildschirme, Computer so schwer wie ein kleiner Elefant und Internet, das minutenweise abgerechnet wurde und monatlich zu Diskussionen mit den Eltern führte, die einfach nicht verstehen wollten, warum ICQ notwendig ist. Internet als Segen im Studium Jetzt, wo ich wieder fleißig studiere, preise ich einmal mehr mein Smartphone, den Laptop und vor allem dieses göttliche Portal: das Internet (schnell, mobil und unlimitiert). Bei aller Liebe für Vintage und Nachhaltigkeit, beim Studieren kann ich auf Oldschool verzichten. Da liest man zum Beispiel einen …