Monate: Juni 2015

Steffen Leist engagiert sich mit viel Spaß ehrenamtlich und reiste schon mehrfach nach Afrika, um dort zu helfen. Foto: Esther Bauer

Steffen Leist baut eine Wasserfilteranlage in Uganda

Zahlreiche Studierende der Universität Koblenz-Landau arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Wo man sich überall engagieren kann, welche Herausforderungen ein Ehrenamt mit sich bringt und wie kompatibel Studium und Ehrenamt sind, beleuchtet eine neue Serie. Zum Auftakt berichtet der Koblenzer Student Steffen Leist über sein Ehrenamt in Afrika. In Uganda half er beim Bau einer Wasserfilteranlage für eine Schule. „Ehrenamt ist eine Grundhaltung“, erklärt Steffen Leist. Er studierte bereits mehrere Semester Bauingenieurwesen in Karlsruhe, als ihm klar wurde, dass ihm etwas fehlt. Schon in seiner Jugend war er beim Deutschen Roten Kreuz aktiv und wollte sich auch im Studium mehr für soziale Projekte engagieren. Mit dem Karlsruher Verein Engineers Without Borders des Institute of Technology e.V. fand er gleichgesinnte Studierende aus verwandten Fachrichtungen, die ihr technisches Wissen einsetzen, um anderen Menschen zu helfen. Hauptsächlich führt der Verein Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern wie Haiti, Srilanka, Uganda, Ruanda und anderen Ländern durch. Leist reiste 2013 nach Uganda und half dem Verein, in einem kleinen Dorf Trockentoiletten für ein Waisenhaus zu bauen. Anders als bei Latrinen, die in der ländlichen Bevölkerung Afrikas weit …

Nähcoach Tanja Horländer gibt Interessierten einmal pro Woche Tipps an der Nähmaschine. Fotos: Angela Gräsel

Jutebeutel bis Cocktailkleid: Tanja Horländer zeigt Kniffe an der Nähmaschine

Bunte Stoffe, klappernde Scheren, ratternde Nähmaschinen: Einmal pro Woche steht die Studentin Tanja Horländer Nähbegeisterten als Nähcoach im „Eckhaus“ in Landau mit Rat und Tat zur Seite. Die gelernte Schneidergesellin bietet professionelle Unterstützung bei Näharbeiten. Spaß an der Arbeit in der Gemeinschaft steht dabei an erster Stelle. Schon bei Betreten des Eckhauses in der Landauer Westbahnstraße wird deutlich, dass sich an diesem Ort kreative Köpfe tummeln. Nähutensilien wie Scheren, Nadeln und haufenweise bunte Stoffe stechen direkt ins Auge. Im hinteren Raum der hellen Erdgeschossfläche rattern jeden Dienstag von 17:30 bis 20:30 Uhr die Nähmaschinen. Dann macht sich Tanja Horländer als Nähcoach ans Werk. Für kleines Geld bietet sie Hilfe bei Näharbeiten: „Jeder, der Spaß und Interesse am Nähen hat, kann ohne Voranmeldung vorbeikommen. Welche Vorerfahrung man hat, spielt keine Rolle“, erzählt die Landauerin. Eingeladen sind Menschen jeden Alters und in Zukunft möchte die gelernte Schneidergesellin zusätzlich einen Kindernähkurs anbieten: „Angedacht sind Näharbeiten wie Sorgenmonster oder Mäppchen. Gerade Kinder sind sehr angstfrei, was Nähmaschinen angeht“, berichtet Horländer. Das Eckhaus in der Westbahnstraße bietet mit seinen zwei …

Sandra Schönenberger liebt das Zeichnen und gibt ihr Wissen an einer Volkshochschule weiter. Foto: Privat.

Zeichenlehrerin an der Volkshochschule

In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” spricht die Landauerin Sandra Schönenberger über ihre Arbeit als Zeichenlehrerin. Sie leitet Kurse an einer Volkshochschule und lebt ihre Leidenschaft für die Kunst auch im Nebenjob aus. Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie? Mein Name ist Sandra Schönenberger, ich bin 22 Jahre alt und studiere im achten Semester Gymnasiallehramt mit den Fächern Kunst und Deutsch. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich bin seit drei Jahren als Dozentin für Zeichenkurse tätig und biete Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. In den Kursen greife ich deshalb sowohl praktische Übungen als auch theoretische Grundlagen auf. Hauptsächlich werden die Kurse von Erwachsenen besucht, aber manchmal sind auch Jugendliche dabei. Meistens besteht ein Kurs aus sieben bis zwölf Teilnehmern und …

Timo Reuter ist Doktorand am Campus in Landau und forscht im Rahmen des Graduiertenkollegs "Unterrichtsprozesse - UpGrade", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Foto: Angela Gräsel

Wie Grundschüler Textaufgaben leichter lösen

Der 34-jährige Timo Reuter erforscht am Campus in Landau, wie Schulkindern Textaufgaben verständlicher gemacht und die Lösung erleichtert werden kann. Sein Projekt baut eine Brücke zwischen Theorie und Praxis in der Grundschule. Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Promovierende im Interview” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Ich forsche zum Thema depiktiver und deskriptiver Repräsentation beim Lösen von Textaufgaben in der Grundschule. Vereinfacht gesagt beschäftige ich mich damit, was Grundschulkindern hilft bzw. welche Hilfsmittel bereitgestellt werden müssen, um die Aufgabe zu verstehen und den Lösungsweg zu vereinfachen. Hintergrund ist, dass Textaufgaben Kindern in der Grundschule häufig Probleme bereiten. Ich schaue, ob Tabellen oder Zeichnungen die kognitiven Prozesse vereinfachen und verbessern. Was fasziniert Sie an diesem Thema? Einerseits ist es ein sehr komplexer, theoretischer und abstrakter Themenbereich, in den man sich tief hineindenken muss. Zum anderen hat man aber auch den klaren Anwendungsbezug in der …

Lehramtsstudentin Jannika Schneider am Big Sioux River in Sioux Falls, South Dekota. Sie verbringt ihr Auslandsjahr in den USA. Foto: Privat

Ein Jahr in den USA

Jannika Schneider ist 22 Jahre alt und studiert am Campus Koblenz Kunst und Englisch auf Lehramt. Gerade verbringt sie zwei Semester in Minneapolis an einer German Immersion School. Zu Beginn war die Skepsis über den kalten Norden groß. Ein Jahr später findet auch sie, dass die Nachbarstadt St. Paul einfach auf der falschen Seite des Mississippis liegt. Vor knapp zwei Jahren habe ich mich bei Amity, einem Programm für den kulturellen Austausch für angehende und bereits tätige Lehrer beworben. Nach circa einem halben Jahr, das vom Ausfüllen zahlreicher Anträge geprägt war, erhielt ich die Bestätigung für einen Praktikumsplatz an einer Schule in Minnesota. Zwar freute ich mich, in das Programm aufgenommen worden zu sein, mit dem Zielort war ich jedoch nicht so einverstanden. Zu dieser Zeit war Minnesota ein großes Thema in den Medien, da der nördliche Teil der USA durch einen Winter mit Temperaturen von bis zu Minus 35°C überrascht wurde. Obwohl Minnesota auf dem gleichen Längengrad liegt wie Deutschland, sind die Winter sehr polar geprägt, was ihn zum kältesten Bundesstaat nach Alaska macht. …

Erfolg mit nightster: Die drei Gründer als stolze Gewinner des Startup-Weekends in Ludwigshafen. Foto: Nicole Bouillon Fotografie.

nightster: Eine App lotst durch das Nachtleben

Endlich Feierabend und Zeit zum Ausgehen mit Freuden – aber wohin? Die neue kostenlose App nightster zeigt Nutzern die Events, die zu ihren persönlichen Vorlieben passen. Und das inzwischen in über 10 Städten mit 350 Locations – Tendenz steigend. Das Team von nightster, das sind drei Koblenzer Studierende: Martin Kastner (26) studiert Computervisualistik, Marco Denecke (28) Business Management und Andreas Demmel (24) studiert Operations Management. Kennengelernt haben sich die Jungs im Oktober 2014 beim ersten Startup-Weekend in Koblenz. Dort stellte jeder Teilnehmer seine Geschäftsidee einer Jury und den anderen Teilnehmern vor. „Wir Drei kamen ins Gespräch, weil unsere Ideen in eine ähnliche Richtung abzielten“, erzählt Marco Denecke. Der erste Prototyp der App erreichte am Ende des Wochenendes leider nur Platz fünf. Doch die drei Gründer ließen sich nicht entmutigen und fuhren mit ihrer Idee zu einem weiteren Startup-Weekend nach Ludwigshafen, wo sie mit einem neuen Design der App nicht nur neue Mitarbeiter, sondern auch den ersten Platz gewannen. Soziales Netzwerk speziell für das Nachtleben Wie viele gute Ideen ist auch diese durch ein konkretes Problem …

Mit jedem Los unterstützt die Hochschulgruppe „Freilos“ regionale Organisationen. Foto: Greb.

Spendenaktion in der Losbox: „freiLOS“ hilft Landauer Organisationen

Eine Spendenaktion der besonderen Art: Die Hochschulgruppe „freiLOS“ unterstützt seit dem vergangenen Wintersemester gemeinnützige Organisationen in Landau durch einen Losverkauf am Campus. Der Gewinn ist nicht materiell, denn im Lostopf stecken Angebote wie Tennisstunden oder Kochkurse, die ehrenamtlich von Uni-Mitarbeitern und Studierenden angeleitet werden. So wurden seit dem vergangenen Wintersemester bereits fast 500 Euro Spendengelder weitergegeben.  Dreimal pro Semester rührt Rainer Winters (46) die Lostrommel für den guten Zweck. Zusammen mit den Psychologie-Studierenden Rebekka Aust und Felix Göttert organisiert er eine Losziehung, von der Vereine und Organisationen in Landau profitieren. Winters erklärt die Idee hinter der Hochschulgruppe so: „Ich suche seit längerer Zeit nach alternativen Modellen des Wirtschaftens. Die Vorteile der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens werden häufig verkannt, weil Menschen ohne finanzielle Not angeblich nicht freiwillig arbeiten würden. Wir haben so viele junge Menschen, die engagiert sind und gute Ideen haben, die aber vom Arbeitsmarkt vermittelt bekommen, dass ihre Aussichten schlecht sind. Mir kam dann die Idee zum Projekt freiLOS. Mein Gedanke war, dass wir freigiebiger werden und dadurch unser Freiheitsgefühl stärken.“ Auf dem Arbeitsmarkt benötige man …

Fabain Jakobs als PES-Kraft in der Grundschule Emmelshausen. Foto: Privat

Rein ins Klassenzimmer

In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” berichtet der Koblenzer Student Fabian Jakobs von seinem Nebenjob als PES-Kraft (Personalmanagement im Rahmen Erweiterter Selbstständigkeit von Schulen) an der Konrad-Adenauer-Grundschule in Emmelshausen. Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie? Mein Name ist Fabian Jakobs, ich bin 24 Jahre alt und studiere im 8. Semester Grundschulbildung. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich bin PES-Kraft, besser gesagt Vertretungslehrkraft an der Konrad-Adenauer-Grundschule in Emmelshausen. Meistens werde ich je nach Bedarf eingesetzt, arbeite aber mittlerweile jede Woche eine Stunde fest an der Schule. Was sind Ihre Aufgaben? Ob Mathe, Deutsch oder Reli – ich übernehme die Vertretung in allen Unterrichtsfächern der Klassenstufen 1 bis 4. Meistens bekomme ich Vorgaben zu Inhalt und Thema der zu unterrichtenden Stunde. Seit einem …

Das Landauer WiPP-Team um Geschäftsführerin Frau Dr. Zaby (3.v.r.). Foto: Privat.

Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten

Die Psychotherapeutische Universitätsambulanz am Campus Landau bietet seit einiger Zeit einen Weiterbildungsstudiengang im Bereich der Psychologischen Psychotherapie (WiPP) an. Absolventen mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie haben hier die Möglichkeit, ihre Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten zu erhalten. „Ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Selbstreflexion ist unabdingbar für die Arbeit im psychotherapeutischen Bereich“, erklärt Frau Dr. Zaby, Geschäftsführerin des WiPP. Wer mit dem Gedanken spielt, sich für den Weiterbildungsstudiengang im Bereich der Verhaltenstherapie für Erwachsene zu bewerben, sollte diese persönlichen Voraussetzungen mitbringen. Es ist auch von Vorteil, wenn Interessenten über praktische Erfahrungen im klinischen Bereich verfügen, denn während des Studiums geht es schnell in die Praxis. Praktische Ausbildung und Selbsterfahrung Die Studierenden arbeiten während ihrer Studienzeit als Psychotherapeuten in Ausbildung (PiAs) in kooperierenden Kliniken und Praxen sowie in der hauseigenen Universitätsambulanz. Dort lernen sie stationäre und ambulante Umgebungen kennen und dürfen früh selbst therapeutisch tätig werden: Schon im dritten Semester führen die Studierenden selbstständig Behandlungen von Patienten durch und werden von anerkannten und erfahrenen Therapeuten unterstützt. Die geleisteten Therapiestunden werden vergütet und geben einen ersten Einblick ins …

Isabell Kroeff (r.) steht ihrem Wölfling Melanie Mannheim mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Esther Bauer

Campus-Ranger: Hilfe für Erstis im Uni-Dschungel

Eine neue Stadt, ein neuer Lebensabschnitt, unendlich viele Informationen und jede Menge neue Eindrücke: Der Start in das Leben als Student ist nicht immer leicht. Dabei möchte das Ranger-Projekt des Lehramt e.V. helfen.  Isabell Kroeff ist 22 Jahre alt und Rangerin. Ihr Einsatzgebiet sind jedoch keine Wälder oder Gebirge, sondern der Campus Koblenz, der seit zwei Semestern Schauplatz für ein Projekt namens Ranger ist. Initiiert vom Verein Lehramt e.V. hilft es Erstsemestern beim Einstieg ins Unileben. Durch ihren Freundeskreis wurde Kroeff auf das Projekt, das von den Lehramtstudentinnen Christina Morandell (23) und Annkathrin Schmidt (23) geleitet wird, aufmerksam. Auch Kroeff studiert Lehramt mit den Fächern Ethik und Deutsch im sechsten Semester und kann sich noch gut an ihre Zeit als Erstsemester erinnern: “Die Uni kann gerade in der Anfangszeit ein undurchdringbares Dickicht sein, mit viel zu vielen Informationen, die auf einen einprasseln und möglichst schnell verarbeitet werden sollen.” Einer von von drei Schützlingen, die Kroeff im aktuellen Semester betreut, ist Melanie Mannheim. “Für mich ist das Studium ein neuer Lebensabschnitt. Da informiert man sich, so gut es …