Ehrenamt: Studis engagiert
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Steffen Leist baut eine Wasserfilteranlage in Uganda

Steffen Leist engagiert sich mit viel Spaß ehrenamtlich und reiste schon mehrfach nach Afrika, um dort zu helfen. Foto: Esther Bauer Steffen Leist engagiert sich mit viel Spaß ehrenamtlich und reiste schon mehrfach nach Afrika, um dort zu helfen. Foto: Esther Bauer

Zahlreiche Studierende der Universität Koblenz-Landau arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Wo man sich überall engagieren kann, welche Herausforderungen ein Ehrenamt mit sich bringt und wie kompatibel Studium und Ehrenamt sind, beleuchtet eine neue Serie. Zum Auftakt berichtet der Koblenzer Student Steffen Leist über sein Ehrenamt in Afrika. In Uganda half er beim Bau einer Wasserfilteranlage für eine Schule.

„Ehrenamt ist eine Grundhaltung“, erklärt Steffen Leist. Er studierte bereits mehrere Semester Bauingenieurwesen in Karlsruhe, als ihm klar wurde, dass ihm etwas fehlt. Schon in seiner Jugend war er beim Deutschen Roten Kreuz aktiv und wollte sich auch im Studium mehr für soziale Projekte engagieren. Mit dem Karlsruher Verein Engineers Without Borders des Institute of Technology e.V. fand er gleichgesinnte Studierende aus verwandten Fachrichtungen, die ihr technisches Wissen einsetzen, um anderen Menschen zu helfen. Hauptsächlich führt der Verein Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern wie Haiti, Srilanka, Uganda, Ruanda und anderen Ländern durch.

Leist mit einem Kind eines ugandischen Waisenhauses in der Sonne. Foto: privat

Steffen Leist mit einem Kind aus einem ugandischen Waisenhaus. Fotos: Privat

Leist reiste 2013 nach Uganda und half dem Verein, in einem kleinen Dorf Trockentoiletten für ein Waisenhaus zu bauen. Anders als bei Latrinen, die in der ländlichen Bevölkerung Afrikas weit verbeitet sind, wird damit nicht das Grundwasser verseucht, eine Übersäuerung des Bodens kann verhindert werden. Auch beim Bau einer Wasserfilteranlage für eine Schule in Uganda half Leist 2014 mit. Die Schule kann nun ihr eigenes Wasser erzeugen und reinigen.

Über das Ehrenamt zum Studienwechsel

Während seiner Arbeit bei Engineers Without Borders stellte Leist fest, wie viel Spaß es ihm macht, ein Team zu leiten oder Konzepte zu erstellen. Die technische Arbeit trat mehr und mehr in den Hintergrund: „Ich wollte lieber mit Menschen als mit Material arbeiten.” So entschloss er sich zu einem Fach- und Ortswechsel und studiert nun im vierten Semester Pädagogik am Campus Koblenz. „Im Kopf hatte ich schon nach dem dritten Semester mit dem Studium in Karlsruhe abgeschlossen”, erinnert er sich. Zwar reist Leist momentan nicht mit dem Verein durch die Welt, er steht ihm jedoch beratend zur Seite und hilft bei Projekten wie der Tafel, der Bahnhofsmission und in der Flüchtlingshilfe aus.

Herausforderungen im Ehrenamt

Wer sich für ein Ehrenamt entscheidet, muss auch so manche Herausforderung meistern. Die kulturellen Unterschiede können zum Stolperstein werden: „Man muss den Menschen erklären, dass man genau so ist wie sie, nur dass man selbst bessere Startvoraussetzungen hatte und davon etwas abgeben möchte. Es ist keine missionarische Tätigkeit“, ist sich Leist sicher. Für ihn sind beim Ehrenamt vor allem Interesse, Leidenschaft und Tatendrang wichtig. Und: „Man sollte weltoffen sein.“

Die Kinder der Schule in Uganda bedanken sich mit einem Tanz bei den Ehrenamtlichen. Foto: privat

Die Kinder der Schule in Uganda bedanken sich mit einem Tanz bei den Ehrenamtlichen.

Helfen statt Urlaub

Die ungläubigen Fragen seiner Freunde, warum er in den Semesterferien nicht lieber Urlaub macht, sondern seine Zeit dem ehrenamtlichen Engagement opfert, findet Leist amüsant: „Vielleicht bin ich irgendwann auch mal der Strandtourist, aber zurzeit habe ich noch Ressourcen übrig“, sagt er. Außerdem könne man durch das Ehrenamt wichtige Kontakte für das Arbeitsleben knüpfen und Praktika machen. Und im besten Fall wird das Ehrenamt irgendwann zum Beruf. Auch wenn sich Steffen Leist aktuell ganz seinem Studium widmet – an seine aktive Zeit erinnert er sich mit einem guten Gefühl zurück: „Das waren Momente in meinem Leben, in denen ich dachte, ich kann etwas bewegen. Und das war wirklich schön.“

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