Alle Artikel mit dem Schlagwort: Studi-Kolumne

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Liebe Universität…

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erscheint der letzte Text von Hannah Wagner, da sie ihr Studentenleben gegen eine Vollzeitstelle eintauscht. Ein Liebesbrief an die Universität.  Liebe Universität, immer wenn es zu Abschieden kommt, denke ich an das Lied Gute Nacht, Freunde von Reinhard Mey: „Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehen. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh’n…“ Was habe ich dir zu sagen? Viel mehr, als es für ein Getränk braucht, denn seit über acht Jahren gehen wir gemeinsame Wege. Dennoch will ich es versuchen in Worte zu fassen: Vieles hast du mir in dieser Zeit gebracht, Positives wie Negatives. Du hast mein Leben bestimmt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich ich heute bin. Auf der langen Liste an Erinnerungen und Freuden stehen vor allem beste Freunde und mein Freund, wilde Parties, hitzige Diskussionen, Tage in der Sonne auf deinen Wiesen und etliche Seminare und Vorlesungen, die meine Bildung haben …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Terminierte Freundschaften: Verschwendete Lebenszeit oder Bereicherung für das Leben?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Lisa Engemann, was mit Freundschaften passiert, wenn das Leben sich verändert. Als ich ein Teenager war, wollte ich mit jedem, den ich kennengelernt habe, für immer befreundet sein. Mittlerweile lerne ich oft neue Leute kennen, die mir direkt sympathisch sind. Inzwischen ertappe ich mich bei der Frage: Lohnt es sich überhaupt, in diese Freundschaft zu investieren? Nach kurzer Zeit werde ich sowieso wieder umziehen. Sei es wegen des Studiums, des Jobs oder des Partners. Und dann habe ich wieder einen Freund oder eine Freundin, die ich vermisse. Wenn der gemeinsame Kontext fehlt, was bleibt dann von der Freundschaft? Es ist mit viel Aufwand verbunden, seine verschiedenen Freundschaften zu pflegen: Jeder wohnt woanders, arbeitet zu unterschiedlichen Zeiten und hat selbst noch Verpflichtungen in den verschiedensten Kontexten. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto komplizierter wird das mit den Freundschaften. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel meine beste Freundin aus der Schule sehe, haben wir so …

Heute schreibt Natalie Henzgen.

Kulturwissenschaft – Und was macht man damit?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute geht Natalie Henzgen der Frage auf den Grund, warum Geisteswissenschaftler ins Kreuzverhör genommen werden, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht. Wenn man ausgeht und neue Bekanntschaften macht, ist es bloß eine Frage der Zeit, bis die unvermeidliche Frage gestellt wird: „Und was studierst du?“ Für die einen ist das eine höfliche Nachfrage. Für mich ist es häufig der Beginn einer qualvollen Debatte. Wer ein Fach wie Kulturwissenschaft studiert, sieht sich oft mit Nachfragen konfrontiert, besonders im Bezug auf etwaige Berufsziele. Manche machen sich die Mühe, nach den Inhalten meines Studiums zu fragen, bevor sie ein vernichtendes Urteil über meine beruflichen Chancen fällen. Die meisten glauben aber sofort zu wissen, dass meine Lage vollkommen hoffnungslos ist. In den sechs Jahren, in denen ich Kulturwissenschaft studiere, sind mir viele katastrophale Prognosen in Bezug auf mein späteres Berufsleben begegnet. Hier meine Top 3 Kommentare: 1. „Und wann machst du deinen Taxi-Schein?“ 2. „Damit wird es aber schwer werden, eine Stelle …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

C’est la vie!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt René Lang, warum seine Familie eine besondere Beziehung zu Frankreich hat. Merkel und Macron machen es vor, wir machen es nach: Seit fast 75 Jahren pflegt meine Familie ihre ganz persönliche deutsch-französische Freundschaft. Meine Großmutter war noch ein kleines Mädchen, als sie zum ersten mal auf Georges traf. Ein großer Mann mit Baskenmütze auf dem Kopf und breitem Grinsen im Gesicht. Er war zusammen mit etwa 30 anderen Männern in ihrem Dorf untergekommen, um den Anwohnern auf dem Feld zu helfen. Eine Tafel Schokolade war sein erstes Geschenk an meine Oma. Der damals 23-Jährige war 1940 als französischer Kriegsgefangener nach Deutschland gekommen. Obwohl der Grund seiner Ankunft ein furchtbarer war, erwuchs aus der Begegnung eine Freundschaft, die bis heute anhält. Durch ständigen Briefwechsel und regelmäßige Besuche wurde sie über drei Generationen fortgeführt. In dieser Woche ist Georges Enkelsohn Laurent zusammen mit seiner Familie bei uns zu Gast. Küsschen links, Küsschen rechts Aufgeregt stehe ich vor der Ferienwohnung und …

Heute schreibt Natalie Henzgen.

Phänomen Supermarkt: Zwischen Hysterie und stoischer Ruhe

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute wundert sich Natalie Henzgen über die Kuriositäten des Einzelhandels und seiner Kunden. Samstagnachmittag, 14 Uhr. Wie konnte ich nur so leichtfertig sein? Vor mir: Eine Batterie von Einkaufswagen. Wo: In der Konservenabteilung des Supermarkts. Ich: Inmitten einer Meute von Hausfrauen, Rentnern und Teenagern. Was tue ich? Mich fragen, warum ich es für eine gute Idee gehalten habe, meinen Einkauf genau jetzt zu erledigen. Ich müsste es wirklich besser wissen. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr arbeite ich neben Schule und Studium in Supermärkten und weiß genau, wann es dort besuchertechnisch eskaliert. Unterhaltung zumindest, als wäre es eine Entschädigung, bekomme ich reichlich geboten: Ein Kind lässt andächtig Backpulverpäckchen aus dem Regal regnen, während seine Mutter versucht, den älteren Bruder daran zu hindern, den Inhalt einer Mehlpackung zu verzehren. Ich sehe eine Kundin, wie sie versucht, aus dem untersten Karton eines Warenaufstellers ein Glas Bohnen herauszufischen. Man muss kein Statiker sein, um das Risiko des fragwürdigen Manövers zu erkennen. Die Frau lässt …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Besser leben?!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Nina Seel über mögliche Lebensentwürfe für Mittzwanziger und überlegt, wie Ratgeber das Leben bereichern können. „Ich glaube, ich bin jetzt in dem Alter, in dem man anfängt, Ratgeber zu lesen“, hörte ich mich neulich sagen. Klingt altmodisch? Ich meine nicht diese Art von Büchern, die einem näher bringen, wie man Kinder antiautoritär großzieht, Teenagern durch die Pubertät hilft oder seine Ehe vor dem öden Alltag rettet. Mit diesen Themen kann ich mir glücklicherweise noch ein paar Jahre Zeit lassen. Aber durch den aktuellen Trend der Selbstoptimierung und Achtsamkeit kam ich gar nicht daran vorbei, einmal zu überlegen: Was könnte ich ein bisschen besser machen? Instagram zum Beispiel versorgt mich täglich mit einer großen Dosis Inspiration zu allen Lebensbereichen. Ob Selbstliebe, Nachhaltigkeit oder Life-Coaching, jeden Tag werde ich mit der Frage konfrontiert: Wer bin ich und wer will ich sein? Mich selbst kennenlernen Diverse Wehwehchen in den vergangenen Monaten gaben mir einen Anstoß, mich damit zu beschäftigen, was Gesundheit …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Immer wieder sonntags

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Hannah Wagner über das wichtigste ihrer Rituale und seine gesellschaftliche Relevanz: Den Tatort.  Dödö – Dödö – Dödödööö – Dö! Nichts hat sich in mein Gehirn so eingebrannt, wie die Titelmusik zum Tatort und nichts symbolisiert für mich so sehr das Ende der Woche. Der Retro-Oldschool-Nostalgie-Vorspann ist noch der gleich wie 1970: Damals wurde am 29. November die erste Folge ausgestrahlt. Inzwischen ist es die beliebteste Krimireihe der Deutschen. Fast 50 Jahre nach dem ersten Tatort hat sich sicherlich vieles verändert: Die Gesellschaft, die relevanten Themen, die Schauspieler, die Inhalte. Nur Vor- und Abspann mit den eingängigen Tönen von Klaus Doldinger sind geblieben und Beweis dafür, dass der Tatort Kultstatus hat. Die Meinungen zu diesem Klassiker des deutschen Fernsehens gehen allerdings auseinander: Entweder er gehört fest zum sonntäglichen Ritual oder er wird kategorisch abgelehnt. Entweder, man ist zur Sendezeit nicht erreichbar, oder man hat viel Platz auf den Straßen und in Restaurants. Dödöööööööööö Für mich ist Sonntagabend …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Plötzlich ist die Zukunft da

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob mit dem Ende des Studiums die Zukunft beginnt oder der Weg frei ist für etwas Neues? Ich habe immer munter vor mich her studiert, diverse Dinge nebenbei gemacht, bin gereist, habe gearbeitet und in den Tag hinein gelebt. Die Frage: “Was wird man eigentlich als Kulturwissenschaftlerin?” habe ich geflissentlich gemieden und bin sie scherzhaft umgangen: “Taxifahren, was sonst, haha.” Ich war mir selbst nicht sicher und habe deshalb nach dem Motto gelebt: Kommt Zeit, kommt Rat, irgendeine Möglichkeit wird sich schon ergeben. In dieser, meiner Welt, war die Zukunft noch weit weg: Fester Job, Steuern zahlen, sich irgendwo festsetzen, Kinder, für einen Weg entscheiden – diese Elemente waren ausgeschlossen. Über acht Jahre ging das so. Weit weg und doch so nah Vor ein paar Wochen dann kam die eiskalte Erkenntnis: Die Zukunft ist da! Woran ich das festmache? An immer mehr Terminen für Hochzeitsfeiern, an Ultraschallbildern und den Kindern meiner Freunde, auf die …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Silvester: Same procedure as every year

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Dieses Mal reflektiert René Lang über den Sinn von Silvestertraditionen. Fünf. Der Countdown läuft. Vier. Alle schauen wie gebannt auf die Uhr. Drei. Mein Großvater zündet den Lauf der ersten Rakete. Zwei. Meine Freundin drückt fest meine Hand. Eins. Die Blicke richten sich auf den wolkenlosen Nachthimmel. Null. Sektkorken knallen, pure Freude bricht aus. Alle fallen sich in die Arme, wünschen sich gegenseitig das Beste. Das neue Jahr beginnt, das alte endet. 23 Mal habe ich Silvester schon miterleben dürfen. Zugegeben, an die ersten dutzend Male erinnere ich mich kaum noch. Trotzdem habe ich mittlerweile eine genaue Vorstellung, wie der Jahreswechsel bei mir ablaufen soll. Egal ob ich zuhause oder auswärts feiere, im engen Kreis der Familie, mit einigen Freunden oder auf großen Partys. Manche Traditionen haben sich so sehr verankert, dass ich es kaum wage, ihren Sinn infrage zu stellen. Aber was, wenn doch? Zusammen Essen und Vergessen Bei uns gibt es am Silvesterabend selbstverständlich Raclette. Daran knüpfen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Früher war alles besser?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob früher tatsächlich alles besser war.  Früher war alles besser: Weltklima, Musik, Mode, Benzinpreise, soziale und gesellschaftliche Werte akzeptiert, die Politik glaubhaft und Kommunikation noch echt. Nicht umsonst erleben wir in allen Branchen Retro und Vintage-Trends, angefangen von Karottenhosen über Schallplatten und Designer-Ost-Möbel bis hin zu nostalgischen Rückerinnerungen in Politik und Gesellschaft an die Zeit, als das Weltgeschehen noch geregelt war. Was es in diesem ominösen Früher auch gab: Prepaid-Handys mit Ausklapp-Antenne und minikleine Schwarz-Weiß-Bildschirme, Computer so schwer wie ein kleiner Elefant und Internet, das minutenweise abgerechnet wurde und monatlich zu Diskussionen mit den Eltern führte, die einfach nicht verstehen wollten, warum ICQ notwendig ist. Internet als Segen im Studium Jetzt, wo ich wieder fleißig studiere, preise ich einmal mehr mein Smartphone, den Laptop und vor allem dieses göttliche Portal: das Internet (schnell, mobil und unlimitiert). Bei aller Liebe für Vintage und Nachhaltigkeit, beim Studieren kann ich auf Oldschool verzichten. Da liest man zum Beispiel einen …