Kolumne
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Liebe Universität…

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erscheint der letzte Text von Hannah Wagner, da sie ihr Studentenleben gegen eine Vollzeitstelle eintauscht. Ein Liebesbrief an die Universität. 

Liebe Universität,

immer wenn es zu Abschieden kommt, denke ich an das Lied Gute Nacht, Freunde von Reinhard Mey: „Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehen. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh’n…“ Was habe ich dir zu sagen? Viel mehr, als es für ein Getränk braucht, denn seit über acht Jahren gehen wir gemeinsame Wege. Dennoch will ich es versuchen in Worte zu fassen:

Vieles hast du mir in dieser Zeit gebracht, Positives wie Negatives. Du hast mein Leben bestimmt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich ich heute bin. Auf der langen Liste an Erinnerungen und Freuden stehen vor allem beste Freunde und mein Freund, wilde Parties, hitzige Diskussionen, Tage in der Sonne auf deinen Wiesen und etliche Seminare und Vorlesungen, die meine Bildung haben wachsen lassen. Es schließen sich aber auch Tränen, Niederlagen, elend langes Parkplatzsuchen, stapelweise auszufüllende BAföG-Formulare und nächtelanges Lernen an. Einer der wichtigsten Abschnitte war meine aktive Zeit in der Hochschulpolitik, während der ich die Möglichkeit hatte, Einblick in deine Strukturen und Arbeitsweisen zu bekommen. Ich konnte dich damals mitgestalten und voranbringen. Dabei habe ich verstanden, was dich ausmacht und was deine Stärke ist: Du bist der Ort, an dem Geschichte geschrieben werden kann, Revolutionen entstehen, an dem freie Geister über Politik, Gesellschaft und Werte diskutieren sollten. Du bist der Ort, an dem Veränderungen entstehen können, weil du die Generation begleitest, in deren Händen die Zukunft liegt. Ich hoffe für dich, dass auch andere das sehen, dich mitgestalten, voranbringen und daran wachsen werden.

Ich war immer gerne ein Teil von dir und deiner studentischen Kultur, aber dennoch will und kann ich dich nicht ewig begleiten, weil ich mich weiterentwickeln muss, um nicht auf der Stelle zu treten: Ich bin aufgebrochen und auf anderen Pfaden des Lebens unterwegs, ich reise über das Meer zu anderen Häfen mit neuen Aufgaben und Bestimmungen. Dennoch bleibt es mein Ziel, mir meine Freunde, die Freiheit und die Werte, die ich von dir mit auf den Weg bekommen habe, zu bewahren. Du wirst jetzt andere auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen, wie viele sagen die beste Zeit des Lebens bescheren. Ich bin dann nicht mehr dabei, aber ich werde immer an dich denken, weil du auch mir diese Zeit geschenkt hast. “Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt. Habt Dank, dass ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt…”, so singt es Reinhard Mey weiter und ich denke, auch du wirst nicht fragen warum ich gehe, denn das Leben ist in steter Bewegung und während wir voranschreiten, eröffnen sich immer neue Chancen und Möglichkeiten. Auch wenn ich dafür meine Studienzeit und damit dich zurück lassen muss, wird auch dieser Schritt sich lohnen. Danke!

Hannah

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