Alle Artikel mit dem Schlagwort: Studentenleben

Beate Kerber studiert Sonderpädagogik am Campus Landau. Am Studium gefällt ihr vor allem, dass es keine pauschalen Lösungswege gibt, sondern die Herausforderung darin besteht, für jedes Kind eine individuelle, ganzheitliche Lösung zu finden. Foto: Constanze Schreiner

Sonderpädagogik: Eine Patentlösung gibt es nicht

Beate Kerber ist ein Mensch, der Herausforderungen mag. Sie engagiert sich seit Jahren in der Jugendarbeit und studiert Sonderpädagogik in Landau. Für ihr späteres Berufsleben hat sie sich zum Ziel gesetzt, sich für jedes Kind bestmöglich einzusetzen. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.  Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sonderpädagogik? Ich arbeite schon lange im Bereich der Jugendarbeit. Später kamen auch Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung dazu. Es macht mir sehr viel Spaß, weil es eine so komplexe Herausforderung ist. Es gibt keine Patentlösung, man muss viel ausprobieren und trotzdem – oder gerade deswegen – viel Theoriewissen haben. Es ist einfach ein schönes, interdisziplinäres Arbeiten. Warum haben Sie sich für den Studienort Landau entschieden? In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist die Uni Koblenz-Landau die einzige Universität, die Sonderpädagogik anbietet. Eigentlich wollte ich nach dem Abi gerne ins Ausland, das hat dann nicht geklappt. Mehr durch …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Home is where your heart is

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal versucht Nina Seel zu ergründen, wieso Heimweh weh tut und was eigentlich Heimat bedeutet. Vier Jahre Bachelor hier, ein halbes Jahr Erasmus dort, zwei Jahre Master im Westen, drei Monate Praktikum im Osten. Immer wieder wechselt man als Student seinen Standort und verlagert seinen Lebensmittelpunkt, in der Hoffnung, dass es sich an jedem neuen Ort möglichst schnell nach Zuhause anfühlt. Die Ortswechsel führen unweigerlich dazu, dass man sich irgendwann in einer Art Heimat-Ellipse bewegt. Eine Umlaufbahn voller Stationen, an denen man gelebt hat und die man in unregelmäßigen Abständen immer wieder besucht. Aber wo genau ist eigentlich das richtige Zuhause? Bei den Eltern? In den eigenen vier Wänden? Oder dort, wo man sich am wohlsten fühlt? Heimat vs. Zuhause Wie inflationär man den Begriff Zuhause verwendet, fällt mir immer im Urlaub auf. Nach zwei Nächten in der Unterkunft geht man bereits nach Hause. Immer dort, wo man sich über kurz oder lang aufhält, hat man ein Domizil, in das man …

Heute schreibt Campus-Reporterin Constanze Schreiner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Hallo Glück

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Constanze Schreiner wurde als Kind oft gefragt, was sie denn mal werden will, wenn sie groß ist. Sie selbst stellt sich diese Frage immer noch und versucht heute, endlich eine Antwort darauf zu finden. Wenn man groß ist, fragt einen kaum jemand mehr, was man mal werden möchte. Dabei fühlt sich diese Frage für mich aktueller denn je an. Alt? Berühmt? Erfolgreich? Glücklich? Wenn ich mir aus dieser Liste etwas aussuchen müsste, würde ich mich für glücklich entscheiden. Das Ziel ist ausgemacht, aber was ist der effektivste Weg dorthin? Höher, schneller, weiter, fitter, schöner, effektiver. Ziele zu haben und sich beständig verbessern zu wollen ist lobenswert. Allerdings – wie so oft im Leben – sollte man es nicht übertreiben. Große Zeitungen titeln vom Optimierungswahn und wenn ich ehrlich bin, gehöre auch ich zu den bekennenden Optimierern und versuche meine Zeit so effektiv wie möglich zu nutzen. Ich will morgens Haare waschen? Super, dann mach ich noch schnell Sport davor, …

Welcher Studiengang passt zu meinen Interessen und Fähigkeiten? Welche Berufsaussichten bieten sich? Und wie kann ich Probleme während des Studiums bewältigen? Bei diesen Fragen kann die Studienberatung der Universität Koblenz-Landau weiterhelfen. Bild: Fotolia/Thomas Reimer

Studienberatung: Anleitung zur Reflexion

Angesichts zahlreicher Möglichkeiten stehen Studienanfänger häufig vor der Frage: Wohin soll es gehen und was ist, wenn ich mich falsch entscheide? Petra Meinerz ist seit 25 Jahren Studienberaterin an der Universität Koblenz-Landau und gibt im Uniblog-Interview Einblicke in ihre Arbeit. Seit 25 Jahren beraten Sie Studieninteressierte und Studierende. Wer kommt zu Ihnen in die Beratung? Da gibt es verschiedene Gruppen. Zum Beispiel Studieninteressierte, die „Irgendwas mit…“ studieren wollen. Ich frage nach und gebe Denkanstöße, damit das Interesse konkreter werden kann. Es gibt aber auch Studieninteressierte, die schon einen genauen Plan haben. Hier geht es im Gespräch oft um eine Bestätigung des eigenen Lebensentwurfs oder darum, Formalitäten zu klären. Und was antworten Sie denjenigen, die ohne Plan kommen? Wir fangen dann bei Adam und Eva an. Auch hier stelle ich Fragen, um gemeinsam herauszufinden, wo die Interessen und Fähigkeiten des Studieninteressierten liegen. Es kommt auch manchmal vor, dass gleich die ganze Familie, auch ohne den Studieninteressierten selbst, in die Beratung kommt. Das ist nicht optimal, denn wenn Mama und Papa die Informationen einholen, kann es sein, dass Entscheidungen über den Kopf …

Der passionierte Mountainbiker Michael Fliehmann in seinem Element. Fotos: Privat

Ein Tag mit Michael Fliehmann

Wie schafft man es, Familie, Studium und Freizeit unter einen Hut zu kriegen? Der gebürtige Landauer Michael Fliehmann ist 36 Jahre alt, Vollzeitpapa und Teilzeitstudent und liebt es, mit seinem Mountainbike den Pfälzerwald unsicher zu machen. In unserer neuen Serie Ein Tag mit… gibt er uns Einblick in sein vollgepacktes Leben und zeigt, das gute Organisation alles ist. Die Serie: Unileben live und in Farbe. Studierende und Mitarbeiter der Universität Koblenz-Landau geben einen Einblick in ihren persönlichen Alltag. Individuell und authentisch zeigen sie, was sie beschäftigt, womit sie am liebsten ihre Zeit verbringen und verraten, wo ihre Lieblingsorte sind. Als gelernter Industrie-Elektroniker stellte Michael Fliehmann schon kurz nach der Ausbildung fest, dass er lieber mit Menschen als mit Maschinen arbeitet. Er kündigte seinen Job und holte das Abi nach. Als das geschafft war, begann er ein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Philosophie und Ethik an der Universität Mainz. Nach einigen Jahren des Pendelns kehrte er für den Master of Education zurück in seine Heimat Landau. Fliehmann ist seit einem Jahr verheiratet, hat eine kleine Tochter und einen Sohn im Säuglingsalter. Als …

Heute schreibt Marius Adam über die Vor- und Nachteile der Freiheiten im Studium. Zeichnung: Carolin Höring.

Ein neues Teil für den Biografie-Baukasten?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Marius Adam vom Umgang mit großen Entscheidungen. Der Bachelor steht mehr oder weniger vor der Tür. Mehr, weil ich nur noch wenige Seminare zu belegen habe und weniger, weil doch noch einige Hausarbeiten und Prüfungen bis zur Bachelorarbeit zu absolvieren sind. Ein bisschen fühle ich mich wie kurz vor dem Abi, als ich viel zu spät und total unkoordiniert anfing zu lernen. Und über allem schwebt wie damals die Frage: Ist das eigentlich das Richtige für mich? Und was mache ich danach? Führe ich mein Lehramtsstudium wie vorgesehen mit dem Master fort oder fange ich mit einem neuen Bachelor nochmal ganz von vorn an? Oder verschaffe ich mir mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr Zeit und verschiebe die Entscheidung? Warum fällt es mir so schwer, mich festzulegen? Studienzeit ist Entscheidungszeit Vielleicht liegt es an der geringen Übung, da die wirkliche Entscheidungsvielfalt erst mit dem Studium beginnt. Während der Schulzeit sind viele Dinge vorgegeben und die eigenen Entscheidungen begrenzen …

Heute schreibt Campus-Reporter Adrian Müller. Zeichnung: Carolin Höring.

Genetische Nachtmenschen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Adrian Müller von seinem täglichen Kampf, das frühe Aufstehen zu lernen. 6 Uhr morgens in Koblenz. Durch mein Schlafzimmerfenster erreichen die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht. Ich öffne langsam die Augen. Ein Blick auf die Uhr. Noch so früh? Gerade noch rechtzeitig, bevor ich mich umdrehe und die Augen wieder schließe, meldet sich mein Gehirn: “Hausarbeit schreiben. Seminar an der Uni. Interview-Termin für den Uniblog. Fitnessstudio. Einkaufen. Geburtstagsparty eines Freundes.” Ich sollte wirklich aufstehen… Inzwischen ist es sowieso zu hell im Zimmer und ich höre die ersten Autos und Leute auf der Straße. Zum Glück – denn schon in der Schulzeit war ich lieber abends und nachts aktiv, was ich natürlich morgens zu spüren bekam. Ich kann mich noch gut an die halbstündigen Busfahrten erinnern, während denen ich noch ein wenig vor mich hindösen konnte, bevor der Unterricht begann. Ich bin generell kein Frühaufsteher und verabscheue zudem den nervigen Klingelton von Weckern. Für den Winter habe ich mir sogar extra …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Wilde Drachen und andere Ungeheuer

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Hannah Wagner von einer Sucht, die unerwartet in ihr Leben trat und sie sogar in ihren Träumen heimsucht. Viele Menschen haben Süchte. Ich würde fast sagen, jeder hat etwas, von dem er – bewusst oder unbewusst – abhängig ist. Das können Zigaretten oder Alkohol sein, aber auch der leckere, heiße Kaffee am Frühstückstisch. Die Liste der potenziellen Süchte ist lang: Medikamente, Computerspiele, Internet, Handy, Essen, Shopping, Arbeit, Sport, Liebe…. Eine Sucht ist eine “krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel oder ein übersteigertes Verlangen nach etwas, einem bestimmten Tun”, definiert der Duden. Demnach glaube ich, dass man von allem irgendwie abhängig sein kann ,oder wie es heute im jugendlichen Sprachjargon heißt: Man kann alles “suchten”. Auch ich selbst kann das ein oder andere in meinem Leben als Sucht benennen, mein tägliches Bedürfnis nach Sport und Bewegung zum Beispiel, meine Dusche am Morgen, ohne die ich den ganzen Tag in den Seilen hänge oder den Espresso, den ich nach jedem Mittagessen trinke. Seit zwei Wochen suchte ich …

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Die beste Party von allen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Esther Bauer über ihre ersten Schritte als Studierende am Campus Koblenz. Was sie seitdem gelernt hat? Dass das Studium viele Freiheiten und Chancen bietet, man aber auch gut organisiert sein muss, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Ich habe zwei Beine, auf denen soll ich nun stehen. Dieser Gedanke war einer meiner ersten, als ich vor zwei Jahren per E-Mail benachrichtigt wurde, dass ich mein Studium in Koblenz antreten darf. Jeder hat so eine vage Vorstellung davon, wie das Studentenleben aussieht. Man feiert bis zum Morgengrauen, um direkt in den Hörsaal zu tanzen, und um dort zufällig festzustellen, dass in einem ein kleiner Albert Einstein, Immanuel Kant oder Max Weber steckt. Wir hoffen darauf, Neues zu erfahren, zu erkunden und zu begründen. Wie sieht denn die Realität aus? Fakt ist: Wir gehen viel feiern, aber nicht jeden Tag und nicht jede Woche. In erster Linie ist das Studium zum Studieren da. Diese Tatsache wir jedem Studierenden nach den …

Heute schreibt Campus-Reporterin Angela Gräsel. Zeichnung: Carolin Höring

Low Carb – immerhin

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Angela Gräsel erzählt von Zwischenmietern mit merkwürdigen Macken.  Meine Mitbewohner sind Weltenbummler. Darum hatte ich schon häufiger das Vergnügen, mit ihren Zwischenmietern zu leben. Das sind jene seltenen Geschöpfe, die für ein paar Monate in den möblierten Gemächern eines fremden Menschen hausen. Objektiv betrachtet eine ziemlich seltsame Vorstellung, als Student allerdings eine finanzielle Win-win-Situation. Nur für die übrigen Bewohner bleibt das Win-win aus. Man kennt die Marotten und Gewohnheiten des anderen nicht und hat eigentlich auch gar keine Lust, sich für die kurze Zeit an diese zu gewöhnen. Die letzte Zwischenmieterin, mit der ich die Ehre hatte, hieß Kari. Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand darin, den alteingesessenen WG-Bewohnern Vorträge über ihre Essgewohnheiten zu halten. In Karis Fach befanden sich meist nur Magerquark und fettfreier Joghurt, natürlich laktosefrei. Anfangs hielten wir das für eine unheimlich schlaue Taktik ihrerseits – „Mein“ und „Dein“ wird in unserem Kühlschrank nämlich nicht so groß geschrieben. Bei Magerquark und fettfreiem Joghurt akzeptiert man das „Dein“ hingegen gern. …