Alle Artikel mit dem Schlagwort: Studentenleben

Heute schreibt Campus-Reporterin Emily Nolden. Foto: Unsplash

Studieren mit anderen Augen

7,9 Semester verbringen wir durchschnittlich an unserer Hochschule, bis wir den ersten Berufseinstieg wagen. Das ist eine Menge Zeit auf engstem Raum mit Kommilitonen, Mitbewohnern und Professoren. Aus diesen Jahren kann man jedoch weitaus mehr mitnehmen, als die meisten denken. Mit genervtem Blick und eiligen Schritten eilt der Studierende aus dem Hörsaal. Es ist bereits dunkel, der Magen knurrt und der Professor brauchte eine gefühlte Ewigkeit für seinen letzten trivialen Satz. Nur schnell nach Hause auf die Couch und abschalten. Doch dann: Der Klang eines Klaviers, der Gesang eines Chors, lautes Diskutieren im Gang, ein Pärchen in Trainingsanzug und eine Reporterin, begeistert vom künstlerischen Talent ihres Interviewpartners. Diese und ähnliche Szenen kann jeder beobachten, der am Abend nicht den schnellsten Fluchtweg sucht, sondern mit offenen Augenüber den Campus geht. Doch was zeichnet die angeblich schönste Zeit unseres Lebens, die Studienzeit, aus, und wie kann man sie in vollen Zügen genießen? Wir starten unser erstes Semester und werden gleich mit Angeboten überhäuft. Kneipentour, Unirallye, Ranger aus dem höheren Semester, Winteruni, Hochschulsport und ein riesiges Kursangebot. Welcher …

Abed Naseri und sein Team haben eine App entwickelt, die Studierenden aus Koblenz im Alltag helfen soll. Foto: Teresa Schardt

DoBeeDo: Die Helfer-App

Beim zweistündigen Besuch im Möbelhaus entstand die zündende Idee zum Start-Up von Abed Naseri: Der 26-jährige Web Science-Student war so genervt von der Dauer des Einkaufs, dass er die App DoBeeDo entwickelt hat. Die Idee: Hilfe geben und nehmen.  Was ist DoBeeDo?  DoBeeDo ist eine lokal basierte App, die Studierenden aus Koblenz das Leben erleichtern soll, indem sie schnell und effektiv kleine Probleme löst. Jeder User kann über das Forum der App um einen Gefallen bitten oder selbst einen Gefallen anbieten. Vergisst jemand beispielsweise die Tomaten beim Einkauf, postet er eine Nachricht in das Forum. Wenn ein Nutzer zufällig gerade im Supermarkt ist und den Aufruf liest, kann er ihm die Tomaten mitbringen. Zur Belohnung erhält der Helfer Punkte, die er wieder gegen Gefallen einlösen kann. Nach erster Registrierung der App verfügt jeder Nutzer über 50 Punkte, sozusagen ein Startguthaben. Wie kamen Sie auf die Idee der App? Eines Tages benötigte ich zwei Gläser für einen Abend mit Freunden. Mein Ausflug zum Einrichtungshaus dauerte zwei Stunden – für einen kleinen Einkauf. Ich konnte es nicht fassen …

Inga Wüsthoff wohnt in einer Wohngemeinschaft mitten in der Koblenzer Altstadt. Unser Reporter besuchte die WG kurz vor Weihnachten und kam in den Genuss einer festlich geschmückten Wohnung. Fotos: Teresa Schardt

WG in der Koblenzer Altstadt: Unter einem Dach vereint

Wenn Mitbewohner zu Freunden werden, wird es nie langweilig. Inga Wüsthoff wohnt seit Oktober 2015 im Herzen der Koblenzer Altstadt und schwärmt von  ihrer Wohngemeinschaft. Das Geheimnis der Kulturwissenschaftlerin: Nicht nebeneinander, sondern miteinander leben. Wer wohnt hier? Unsere kleine Wohngemeinschaft besteht aus vier Personen, einer Frau und drei Männern. Ich selbst bin Kulturwissenschaftlerin, während meine Mitbewohner Germanistik und Web Science studieren. Wir kannten uns teilweise bereits im Vorfeld, innerhalb der WG sind wir aber schnell zu Freunden geworden. Ob morgens, mittags oder abends, es findet sich immer etwas Zeit, um zusammenzusitzen und zu reden. Aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen unserer Studiengänge wird uns dabei auch nie langweilig. Es gibt immer Themen, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren können. Die einzelnen Lebenspartner zählen eigentlich auch zur Wohngemeinschaft dazu. Manchmal kommt es vor, dass alle auf einmal da sind. Dann ist die Wohnung zwar ziemlich voll, aber es wird umso lustiger. Treffen sich eine Kulturwissenschaftlerin, ein Germanist und zwei Informatiker in einer Wohnung. Klingt fast wie ein Witz, aber wie funktioniert das Zusammenleben? Es ist ein großer Vorteil, wenn man …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Etwas Wunderbares passiert, wenn man die Augen füreinander öffnet

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute stellt Lisa Engemann fest, dass Versöhnung der einzige Weg ist, um mit anderen Menschen glücklich zu werden. Drei Situationen, die mich zum Nachdenken angeregt haben: Zwei Menschen leben zusammen, seit sie denken können. Das Leben davor ist im Dickicht der Erinnerungen verschwunden. Sie liebten sich, lieben sich noch. Aber sie zeigen es sich nicht mehr. Zu viele Missverständnisse sind ungeklärt. Alle Versuche sind gescheitert. Beide leben frustriert nebeneinander und hegen ihren Groll gegeneinander. Das Miteinander? Vergangen. Alle sind an diesem Tag gekommen: Onkel, Tanten, Großcousinen, Omas, Papas und Schwippschwager. Einer aus ihren Reihen ist tot. Auf der Beerdigung sehen sich alle wieder. Verstohlen schauen sie sich an, wenn sie denken, der andere sieht sie nicht. In der Familie kursieren Gerüchte, jeder erzählt etwas über den anderen. Doch keiner will Schuld sein an dem Schlammassel, in dem alle knietief stecken. Jemand läuft die Straße entlang, ein anderer kommt ihm entgegen. Sie sind sich noch nie begegnet und glauben doch, …

Generationen von Studierenden haben die WG in der Koblenzer Südstadt geprägt, in der es zwei Regeln gibt: Was einmal an den Wänden aufgehängt wurde, darf nicht mehr abgenommen werden. Und: Es muss Kuchen geben! Fotos: Teresa Schardt

Die WG als Kunstwerk – 30 Jahre Gestaltung zeigt hier mehr als nur Kreativität

Diese Wohnung in der Südstadt von Koblenz kann man als Kunstwerk bezeichnen: Schon beim ersten Schritt durch die Tür spürt man den ganz eigenen Charakter der WG, die seit drei Jahrzehnten besteht. Verblichene Poster, alte Zeitungsartikel und kreative Wandverzierungen geben erste Hinweise auf die spannende Vergangenheit dieser “Familie”, die für Uniblog ihre Türen öffnet, aber anonym bleiben möchte.  In dieser WG gibt es kaum eine freie Stelle an den Wänden. Was für eine Geschichte steckt hinter dahinter? Man munkelt, dass die WG seit 30 Jahren besteht. Hier findet ein ständiger Wechsel statt. Über die Jahrzehnte hindurch zogen die verschiedensten Charaktere ein. Daraus ergibt sich auch die kreative Gestaltung der Wohnung. Es kommt immer etwas Neues dazu, doch nie darf etwas Altes abgehangen werden. Das ist so eine Art unausgesprochene Regel. Wer wohnt hier und wieviel Miete bezahlt ihr? Unsere Wohngemeinschaft besteht aus zwei Frauen und drei Männern, darunter vier Studierende und eine Berufstätige. Wir sind zwischen Mitte und Ende Zwanzig. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind wir hier nacheinander eingezogen und zu einer Familie geworden. Die …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Terminierte Freundschaften: Verschwendete Lebenszeit oder Bereicherung für das Leben?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Lisa Engemann, was mit Freundschaften passiert, wenn das Leben sich verändert. Als ich ein Teenager war, wollte ich mit jedem, den ich kennengelernt habe, für immer befreundet sein. Mittlerweile lerne ich oft neue Leute kennen, die mir direkt sympathisch sind. Inzwischen ertappe ich mich bei der Frage: Lohnt es sich überhaupt, in diese Freundschaft zu investieren? Nach kurzer Zeit werde ich sowieso wieder umziehen. Sei es wegen des Studiums, des Jobs oder des Partners. Und dann habe ich wieder einen Freund oder eine Freundin, die ich vermisse. Wenn der gemeinsame Kontext fehlt, was bleibt dann von der Freundschaft? Es ist mit viel Aufwand verbunden, seine verschiedenen Freundschaften zu pflegen: Jeder wohnt woanders, arbeitet zu unterschiedlichen Zeiten und hat selbst noch Verpflichtungen in den verschiedensten Kontexten. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto komplizierter wird das mit den Freundschaften. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel meine beste Freundin aus der Schule sehe, haben wir so …

Uli Hallerbach gibt Schülern Nachhilfe in Deutsch und Englisch und kann dabei auch Wissen aus seinem Lehramtsstudium anwenden. Foto: Teresa Schardt

Freude über den Lernfortschritt: Nebenjob als Nachhilfelehrer

Als Lehramtsstudent weiß Uli Hallerbach, wie er Kindern bei Lernschwierigkeiten helfen kann. Zweimal in der Woche gibt er Nachhilfe im Studienkreis. Im Uniblog erzählt er, warum das für ihn der perfekte Nebenjob ist. Wer sind Sie? Ich heiße Uli Hallerbach, bin 24 Jahre alt und studiere Ethik und Englisch auf Grundschullehramt im fünften Semester in Koblenz. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich gebe Nachhilfe beim Studienkreis am Friedrich-Ebert-Ring. Dort bin ich als Honorarkraft angestellt, bekomme also regelmäßig Gehalt. Je nachdem, wie mein Stundenplan aussieht, arbeite ich zweimal die Woche. In welchen Fächern geben Sie Nachhilfe? Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. In Englisch und Deutsch. Bevor ich mit Ethik begonnen habe, habe ich Deutsch studiert. Ich mache alles von der dritten bis zur dreizehnten Klasse. Was sind …

KuWi-Studentin Maria Bock wohnt in einem Zimmer im Evangelischen Studierendenwohnheim. Fotos: Teresa Schardt

Der Flur ist ihre WG: Leben im Wohnheim

Maria Bock studiert im sechsten Semester Kulturwissenschaft am Campus Koblenz und wohnt in einem Zimmer im Evangelischen Studierendenwohnheim, wo sie sich den Flur mit 18 anderen Studierenden teilt. Allein leben wäre ihr zu langweilig: Die 21-Jährige schätzt das trubelige Wohnheimleben, zu dem auch Flurwettkämpfe gehören. Wohnen Sie schon immer im Wohnheim? Als ich 2015 nach dem Abitur nach Koblenz kam, wollte ich in eine WG ziehen, aber leider gab es immer viele andere Bewerber. So bin ich im Wohnheim gelandet. Im ersten Semester wohnte ich hier in einem der kleineren möblierten Zimmer, später konnte ich in dieses größere umziehen. Zuhause hatte ich immer die Möbel von meinem älteren Bruder. Als ich endlich ein Zimmer mit eigenen Möbeln hatte, habe ich mich erwachsen gefühlt. Das war ein neuer Anfang für mich. Wie sah Ihr Zimmer aus, bevor wir kamen? Auf dem Boden lagen viele Papierschnipsel, weil ich ein Geburtstagsgeschenk gebastelt habe und auf dem Schreibtisch dafür kein Platz mehr war. Den Schreibtisch habe ich jetzt frei geräumt, aber die Klamotten über dem Stuhl habe ich absichtlich nicht weg geräumt, …

Hanna Plattenteich wohnt in Landau in einem 25-Quadratmeter-Apartment, dass sie mit viel Liebe zum Detail eingerichtet hat. Fotos: Philipp Sittinger

Ein bisschen Skandi, ein bisschen Kaffeehaus

Luftig, leicht und hell, so präsentiert sich das 25 Quadratmeter große Ein-Zimmer-Apartment von Hanna Plattenteich, das sie seit einem halben Jahr ihr Zuhause nennt. Ein besonderes Highlight der Wohnung der Landauer Studentin ist ein selbstgebautes Palettenbett. Mit viel Liebe zum Detail lädt das Zimmer zum Entspannen oder gemütlichen Beisammensein mit Freunden nach einem stressigen Uni-Tag ein. Wer sind Sie und wie würden Sie Ihren Wohnstil beschreiben? Ich bin Hanna Plattenteich, 20 Jahre alt und studiere im zweiten Semester Grundschullehramt in Landau. Meinen Wohnstil würde ich als eine Mischung aus skandinavischen, hellen Möbeln und modernen, farblich aufeinander abgestimmten Deko-Elementen beschreiben. Ich mag es einfach und minimalistisch. Es finden sich aber auch viele persönliche Dinge in meinem Zuhause wieder. Wie man sieht, haben Sie die Wohnung mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration? Meine Inspirationsquelle sind vor allem holländische Einrichtungsläden, von denen ich mich während meiner Urlaube gerne inspirieren lasse. Mir gefällt die holländische Lebensart und ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen Teil davon in meine Wohnung mit nach Hause …

Das Soulfood in der gemütlichen Altstadt von Koblenz. Hier kann man auch an regnerischen Tagen die kulinarische Seele baumeln lassen. Foto: Lisa Engemann

Koblenz entdecken: Eine ganz persönliche Genussreise

Läden mit Unikat-Charakter, die das Studentenleben außerhalb des Campus bereichern. Verloren im Dickicht der Gastronomie-Ketten sucht man diese scheinbar vergeblich. Doch versteckt zwischen immergleichen Hoefer-, L’Osteria- und Hans im Glück-Filialen gibt es sie noch – die Läden, die man nur in Koblenz findet und die der Stadt einen individuellen Charakter verleihen. Auf der Verkehrsinsel des Friedrich-Ebert-Rings zieht wieder ein neues Schnellrestaurant ein. Es überrascht mich nicht sonderlich, als ich einen Dönerspieß rotieren sehe, wo früher raffinierte Salate und Kaffeespezialitäten lockten. Aus dem liebvoll gestalteten Café Wartesälchen ist ein Dönerimbiss geworden. Einer unter Tausenden. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie so ein Imbiss zum Lebensretter werden kann – besonders nach einer durchtanzten Nacht. Aber ein guter Döner ist eben nicht alles. Koblenz hat viel mehr zu bieten als Kalbfleisch in einem Fladenbrot, denke ich mir. Croissants zum Beispiel. Der frische Blätterteig von Hand ausgerollt, versetzen sie einen in der französischen Pâtisserie Croissant de Paris wirklich in die Stadt der Liebe. Daneben findet man eine exquisite Auswahl an Éclaires, fruchtigen Tartelettes und fluffigen Chouquettes, die einem der Besitzer …