Monate: Januar 2019

Dr. Jacqueline Breugnot betreut das Projekt SERIOR. In diesem Netzwerk sollen PhD-Studierende und Postdocs zusammenkommen und sich austauschen. Foto: Philipp Sittinger

SERIOR nimmt Nachwuchswissenschaftler an die Hand

Vier Jahre hat Dr. Jacqueline Breugnot das Drei-Länder-Projekt SERIOR zum Thema Risikomanagement als Philologin begleitet. Im Interview spricht die gebürtige Französin über interkulturelle Kommunikation, Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich und Gesprächssituationen, in denen man an seine Grenzen stößt. Ihr Fachgebiet ist die interkulturelle Kommunikation. Verschafft Ihnen das bei Interviews einen Vorteil gegenüber Kollegen? Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass meine Kollegen keine Probleme haben, Interviews zu führen. Ich will zwar hoffen, dass auch ich einige Kompetenzen in Sachen Kommunikation im Laufe der Jahre entwickeln konnte. Aber als französische Muttersprachlerin ist es komplizierter, mich zu verständigen und sicher zu sein, dass ich verstanden werde. Andererseits kann ich darum vielleicht mit etwas Entgegenkommen vom Interviewpartner rechnen. Und ich muss sagen, dass gerade diese kulturelle Herausforderung, nicht nur die Sprache, sondern auch die Denkweise umzusetzen, eine spannende Übung für mich  ist. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, in Deutschland und nicht in ihrem Heimatland zu arbeiten? Das war eigentlich reiner Zufall. Ich habe in Frankreich studiert und wollte danach nicht gleich ins Berufsleben einsteigen. Ich habe mich deshalb …

Esther Kerkhoff ist großer Fan von Harry Potter. Doch was macht einen Fan aus? Damit beschäftigte sich die Kulturwissenschaftlerin in ihrer Bachelorarbeit. Foto: Jan Reutelsterz

Was macht einen Fan zum Fan?

Esther Kerkhoff ist 24 Jahre alt und studiert im ersten Mastersemester Kulturwissenschaft. In ihrer Bachelorarbeit hat sie sich mit der Frage befasst, was einen Fan eigentlich ausmacht und anhand der Beispiele Harry Potter und Die Chroniken von Narnia analysiert. Wie kamen Sie auf dieses Thema? Ich finde, Fan von etwas zu sein, ist einfach schön. Ich bin selbst Fan von Harry Potter und wollte unbedingt eine größere Arbeit darüber schreiben. Auf Die Chroniken von Narnia kam ich, weil beide inhaltlich und strukturell gut vergleichbar sind. Was sind Ihre Ergebnisse? Die Serie Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen? Bereits erschienene Artikel Die Grounded Theory, die mir mein Betreuer als Analysehilfe vorgeschlagen hat, war sehr wichtig für meine Arbeit. Grob gesagt führt man dazu Interviews und stellt anschließend eine These auf. Danach führt man erneut Interviews mit …

Melina Drews studiert im Master Förderschullehramt. Für den Uniblog berichtet sie von ihrem Praktikum an der Heinrich-Böll-Schule in Frechen. Foto: Philipp Sittinger

Alltagstrubel im Klassenzimmer: Praktikum an einer Förderschule

Verhaltensauffällige Kinder sind im regulären Schulunterricht oft nicht gut aufgehoben. An Förderschulen finden all die Schüler einen Platz, die im Alltag einer normalen Grundschule nicht zurechtkommen. Wie der Unterricht an einer Förderschule aussieht, hat Lehramtsstudentin Melina Drews in einem Praktikum erlebt. Wer sind Sie? Mein Name ist Melina Drews und ich bin 23 Jahre alt. Ich studiere im ersten Mastersemester Förderschullehramt mit den Schwerpunkten Sozialemotionale und Ganzheitliche Entwicklung.  Wo haben Sie ihr Praktikum absolviert? Ich habe ein freiwilliges Praktikum an der Heinrich-Böll-Schule in Frechen gemacht. Es handelt sich dabei um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sozialemotionale Entwicklung. Die Kinder, die hier zur Schule gehen, brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und individuelle Förderung in einem Maß, das die Lehrer an normalen Schulen nicht leisten können. Wie an den meisten Förderschulen sind die Klassen an der Heinrich-Böll-Schule sehr klein, sodass alle Kinder genügend Beachtung und Unterstützung bekommen. Was waren ihre Aufgaben? Während der drei Wochen, die ich hospitierte, habe ich die Schüler einer dritten Klasse in allen Unterrichtsfächern begleitet und die Lehrer in der Einzelbetreuung der Kinder unterstützt. Das war …

Heute schreibt Campus-Reporterin Emily Nolden. Foto: Unsplash

Studieren mit anderen Augen

7,9 Semester verbringen wir durchschnittlich an unserer Hochschule, bis wir den ersten Berufseinstieg wagen. Das ist eine Menge Zeit auf engstem Raum mit Kommilitonen, Mitbewohnern und Professoren. Aus diesen Jahren kann man jedoch weitaus mehr mitnehmen, als die meisten denken. Mit genervtem Blick und eiligen Schritten eilt der Studierende aus dem Hörsaal. Es ist bereits dunkel, der Magen knurrt und der Professor brauchte eine gefühlte Ewigkeit für seinen letzten trivialen Satz. Nur schnell nach Hause auf die Couch und abschalten. Doch dann: Der Klang eines Klaviers, der Gesang eines Chors, lautes Diskutieren im Gang, ein Pärchen in Trainingsanzug und eine Reporterin, begeistert vom künstlerischen Talent ihres Interviewpartners. Diese und ähnliche Szenen kann jeder beobachten, der am Abend nicht den schnellsten Fluchtweg sucht, sondern mit offenen Augenüber den Campus geht. Doch was zeichnet die angeblich schönste Zeit unseres Lebens, die Studienzeit, aus, und wie kann man sie in vollen Zügen genießen? Wir starten unser erstes Semester und werden gleich mit Angeboten überhäuft. Kneipentour, Unirallye, Ranger aus dem höheren Semester, Winteruni, Hochschulsport und ein riesiges Kursangebot. Welcher …

Foto: Philipp Sittinger

Campusbilder der Woche

Wir präsentieren Ihnen in jeder Woche ein Campusbild aus Koblenz und Landau. Heute: Bunte Kunst und der leuchtende Nachthimmel. Beton muss nicht immer hässlich sein. Mit wenigen Handgriffen und etwas Kreativität können graue Wände zu bunten Hinguckern werden. Jan Reutelsterz hat auf seinem Foto das Kunsterwerk im Treppenhaus des F-Gebäudes am Campus Koblenz mit der Kamera festgehalten. Campus-Reporter Philipp Sittinger beobachtete in Landau den strahlenden Mond am Nachthimmel über der beleuchtetet Reithalle. Wer ganz genau hinschaut, erkennt vielleicht sogar ein Sternbild. Stimmen Sie ab! Einmal im Monat fragen wir Sie nach Ihrer Meinung: Welches Bild hat das Zeug zum Campusbild des Monats? Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein kleines Präsent. Das nächste Voting findet am 6. Februar statt.

Andere Länder, andere Sitten: Forscher der Universitäten Koblenz-Landau und Haifa untersuchen das Mediennutzungsverhalten in Deutschland und Israel. Foto: Rawpixel/Unsplash

Israel vs. Deutschland: Wer nutzt Medien wie?

Während die deutschen Medien hierzulande einen seriösen Ruf genießen, bringen Israelis ihren Medien nur wenig Vertrauen entgegen. Warum sich die Einstellung zu Medien und ihre Nutzung in den beiden Ländern so stark unterscheidet, untersucht ein Team aus Wissenschaftlern der Universität Koblenz-Landau, der Universität Haifa und der University of Amsterdam. Bereits seit 2015 besteht eine intensive Kooperation zwischen dem Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik (IKM) in Landau und dem Department of Communication der Universität Haifa. Die Mitarbeitenden der Universitäten interessieren sich für die Frage, wie der Konsum politischer Nachrichten mit dem Vertrauen in Medien und in Politiker zusammenhängt. Innerhalb der Kooperation von Professor Yariv Tsfati auf israelischer sowie Professorin Michaela Maier und Assistant-Professor Lukas Otto auf deutscher Seite, sind bereits mehrere Studien zur Frage entstanden, wie Menschen politische Inhalte auswählen und die Rezeption welcher Medieninhalte politisches Vertrauen beeinflussen können. “Israel und Deutschland bieten sich als Vergleichsländer an. Obwohl die Mediensysteme und das politische System theoretisch ähnlich sind, unterscheiden sie sich in ihren Einstellungen gegenüber Medien und Politik sowie in ihren Medieninhalten und Mediennutzung erheblich”, erklärt Otto, der mittlerweile vom …

Adina Guttermann arbeitete neben ihrem Lehramtsstudium an einer Hotelrezeption. Foto: Philipp Sittinger

Uni am Tag, Hotelrezeption in der Nacht

Adina Guttermann hat an einer Hotelrezeption mit angrenzender Bar gearbeitet. Dabei hat die Lehramtsstudentin besonders von ihren guten Englischkenntnissen profitiert. Das Arbeiten in langen  Nachtschichten war aber auch anstrengend und kräftezehrend. Wer sind Sie? Mein Name ist Adina Guttermann und ich bin 26 Jahre alt. Ich studiere im zweiten Semester im Master of Education Grundschulpädagogik, meine Fächer im Bachelor waren Anglistik und Philosophie. Was für einen Nebenjob haben Sie gemacht? Ich habe zwei Jahre in einem Hotel an der Rezeption und an der Bar gearbeitet. Beide Arbeitsbereiche lagen direkt nebeneinander. Dort habe ich überwiegend die Nachtschichten am Wochenende übernommen. Manchmal bin ich auch spontan eingesprungen, wenn es sich mit der Uni vereinbaren ließ. Für mich war aber von Anfang an klar, dass Seminare und Vorlesungen immer Vorrang haben. Was genau waren Ihre Aufgaben? Und tschüss… ! Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende …

Anja Isele studierte Psychologie und Pädagogik auf Diplom. Jetzt arbeitet sie als Führungskraft im Schweizer Unternehmen Sika. Foto: Anja Isele

Auf den Spuren von… Anja Isele, Head Learning & Development Switzerland bei der Sika Services AG

Anja Isele kommt aus einem kleinen Ort nahe der Schweizer Grenze. Sie lebt und arbeitet nicht nur in zwei Ländern, sondern hat auch zwei Diplome: in Psychologie und Pädagogik. Die 38-Jährige erlangte am Campus Landau ein breit gefächertes Wissen. Ihr Weg war damals ungewöhnlich, doch der Blick von zwei Seiten lohnt sich in ihrem Job als Führungskraft in einem Schweizer Unternehmen bis heute. Sie sind Head Learning & Development Switzerland bei der Sika Services AG. Was ist das für eine Position? Ich leite den Trainings-, oder auch Personalentwicklungsbereich für die 2000 Mitarbeitenden in der Schweiz. Sika ist in über 100 Ländern aktiv, aber die Schweiz ist das Gründungsland. Wie sind Sie an den Job gekommen? Meinen ersten Job nach dem Abschluss 2007 hatte ich für eine kurze Zeit in der Unternehmensberatung. Dann habe ich mich bei Sika auf die Stelle beworben, die damals erst neu geschaffen wurde. Ende 2011 habe ich dann die Leitung des Schweizer Teams im Learning & Development-Bereich übernommen. Mittlerweile bin ich seit zehn Jahren bei Sika. Was sind Ihre Aufgaben? Meine Aufgaben …

Gerhard Reese ist Professor für Umweltpsychologie und Leiter des Studiengangs Mensch und Umwelt. Sein Ziel ist es, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Gerhard Reese

Ziemlich cool, vielleicht etwas flapsig: Das wäre das Bild, das Gerhard Reese von sich selbst hätte, wäre er sein eigener Student. Als Professor für Umweltpsychologie und Leiter des Studiengangs Mensch und Umwelt möchte er seinen Studierenden keine Antworten vorgeben, sondern zum Fragen anregen. Am liebsten sind ihm dabei solche, die ihn aus der Fassung bringen. Woran forschen Sie zurzeit? Wir erforschen unter anderem die Einstellungs-Verhalten-Lücke. Menschen verhalten sich nicht immer ihren Einstellungen entsprechend. Viele Menschen sagen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtig, aber sie handeln nicht danach. Wir untersuchen psychologische Prozesse, die erklären, wie sich so eine Lücke verringern lässt. Dann untersucht eine Doktorandin, inwiefern die Befriedigung und Nichtbefriedigung von Bedürfnissen mit Umweltschutzmotivation und -verhalten einhergeht. Wenn zum Beispiel unser Kompetenzbedürfnis nicht befriedigt ist, sehen wir uns nicht in der Lage, etwas für den Umweltschutz zu tun. Außerdem untersuchen wir, ob es eine Persönlichkeitseigenschaft gibt, die man Suffizienzorientierung nennen kann. Also inwieweit Menschen bereit sind, für ein höheres Gut, wie dem Umweltschutz, auf Etwas zu verzichten. Wollten Sie konkret Umweltpsychologie erforschen oder wäre Sozialpsychologie für Sie auch …

Abed Naseri und sein Team haben eine App entwickelt, die Studierenden aus Koblenz im Alltag helfen soll. Foto: Teresa Schardt

DoBeeDo: Die Helfer-App

Beim zweistündigen Besuch im Möbelhaus entstand die zündende Idee zum Start-Up von Abed Naseri: Der 26-jährige Web Science-Student war so genervt von der Dauer des Einkaufs, dass er die App DoBeeDo entwickelt hat. Die Idee: Hilfe geben und nehmen.  Was ist DoBeeDo?  DoBeeDo ist eine lokal basierte App, die Studierenden aus Koblenz das Leben erleichtern soll, indem sie schnell und effektiv kleine Probleme löst. Jeder User kann über das Forum der App um einen Gefallen bitten oder selbst einen Gefallen anbieten. Vergisst jemand beispielsweise die Tomaten beim Einkauf, postet er eine Nachricht in das Forum. Wenn ein Nutzer zufällig gerade im Supermarkt ist und den Aufruf liest, kann er ihm die Tomaten mitbringen. Zur Belohnung erhält der Helfer Punkte, die er wieder gegen Gefallen einlösen kann. Nach erster Registrierung der App verfügt jeder Nutzer über 50 Punkte, sozusagen ein Startguthaben. Wie kamen Sie auf die Idee der App? Eines Tages benötigte ich zwei Gläser für einen Abend mit Freunden. Mein Ausflug zum Einrichtungshaus dauerte zwei Stunden – für einen kleinen Einkauf. Ich konnte es nicht fassen …