Alle Artikel in: Karriere

René Lang absolvierte im vergangenen Sommersemester ein Praktikum bei RPR1 in Koblenz. Foto: Teresa Schardt

Radio GaGa: Praktikum bei RPR1 Koblenz

Von wegen “Video Killed The Radio Star”: Das Radio ist noch immer fester Bestandteil unseres Alltags. Der Kulturwissenschaftler René Lang absolvierte im vergangenen Sommersemester ein Praktikum bei RPR1 in Koblenz. Dabei hat er gelernt: Wer Radio verstehen will, muss die Leistung hinter den einzelnen Beiträgen erkennen. Ob unter der Dusche, bei der Autofahrt oder während der Arbeit: Das Radio ist unser ständiger Begleiter. Wir verabreden uns zwar nicht mehr zum Radio hören, dennoch spielt das Medium bis heute für viele Menschen eine wichtige Rolle. Die Stimmen unserer Lieblingsmoderatoren erscheinen uns vertraut, ohne dass wir ihnen jemals gegenüberstanden. Täglich lachen, raten und diskutieren wir mit ihnen, obwohl sie uns nicht hören können. Dieser Umstand fasziniert mich seit langem. Während meines Praktikums habe ich einen Eindruck davon erhalten, wie Radio funktioniert. Die Rheinland-Pfälzische Rundfunk GmbH & Co. KG – besser bekannt als RPR1 – ist einer der erfolgreichsten privaten Radiosender des Landes. Das Sendegebiet reicht von der südlichen Pfalz bis nach Köln, wobei sich in allen größeren Städten Studios befinden. Diese Lokalredaktionen sammeln ihre Beiträge innerhalb der Region, …

Sarah Sauer hat ein Praktikum einer heilpädagogischen Kindertagesstätte absolviert. Die Arbeit stellte sie vor besondere Herausforderungen. Foto: Teresa Schardt.

Frühförderung: Praktikantin an einem Ort für besondere Kinder

Trisomie 21, Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsbeeinträchtigungen sind Hürden, die teilweise bereits im Kleinkindalter bewältigt werden müssen. Doch wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Eltern einem Beruf nachgehen müssen? Sarah Sauer, Studentin der Pädagogik, berichtet von ihrem Praktikum in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte in Koblenz. Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Praktikum in einem heilpädagogischen Kindergarten zu absolvieren? Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Schon zu Schulzeiten habe ich an einem Projekt mit Jugendlichen an einer Förderschule teilgenommen. Sehr schnell wurde mir bewusst, dass der Umgang mit beeinträchtigten Menschen eine schwierige, aber sehr interessante Aufgabe ist. Um herauszufinden, welche neuen Hürden die Arbeit mit behinderten Kindern mit sich bringt, entschied ich mich für ein Praktikum in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte. Was ist eine heilpädagogische Kindertagesstätte? Und was unterscheidet sie von einer normalen Kita? Eine heilpädagogischer Einrichtung ist auf die Frühförderung behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder ausgerichtet. In meiner Einrichtung gab es beispielsweise geistig und seelisch behinderte Kinder und Kinder, die in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt sind. Sie müssen aufgrund ihres Verhaltens in …

Jewgenia Weißhaar ermutigt Frauen, einen Schritt weiter auf dem wissenschaftlichen Karriereweg zu gehen. Foto: Jan Reutelsterz

Mentoring auf dem Weg in die Wissenschaft

Der Anteil von Frauen, die Karriere in der Wissenschaft machen, ist in Deutschland noch immer niedrig. “Studentinnen gibt es sehr viele, doch den Schritt in die Promotion wagen weniger“, weiß Jewgenia Weißhaar. Sie koordiniert das Mentoring-Programm ment², das am Interdisziplinären Promotionszentrum (IPZ) angesiedelt ist. Es unterstützt Master-Studentinnen, Doktorandinnen und Postdoktorandinnen auf ihren akademischen Karrierewegen. Die Unterrepräsentanz von weiblichem Nachwuchs in höheren Qualifikationsstufen lässt sich mit der Metapher der leaky pipeline beschreiben: “Wie bei einer undichten Verbindung zwischen den verschiedenen Stücken eines Rohrs, gehen Frauen an den Übergängen zwischen verschiedenen Qualifikationsstufen nach dem Studienabschluss verloren”, erklärt Jewgenia Weißhaar. Ab der Promotion aufwärts besetzen weniger Wissenschaftlerinnen die höheren Positionen. Um die aktuelle Situation zu ändern, haben Bund und Länder das Professorinnen-Programm aufgelegt. Dieses fördert Professuren für Wissenschaftlerinnen und als Begleitmaßnahme einer solchen Professur gibt es das Mentoring ment². Mentoring, Training und Networking “Masterstudentinnen denken in anderen Zeitkontingenten als Doktorandinnen oder Postdoktorandinnen, deshalb gibt es je nach Zielgruppe eine andere Struktur des Programms. Die Basis sind jedoch immer die drei Säulen Mentoring, Training und Networking”, berichtet Weißhaar, die Kulturwissenschaft am Campus …

Proaktive Karriereplanung heißt, seinen beruflichen Werdegang aktiv zu planen. Foto: Teresa Schardt

Karriereplanung: Immer in Bewegung

Anja Nigl arbeitet als Karriereberaterin im Career Service der Technischen Hochschule in Ingolstadt. Ihre Tätigkeit als selbstständiger Coach führt sie zu Workshops an die Uni Koblenz-Landau. Ihre Themen sind Kompetenzentwicklung und Karriereplanung. Begonnen hat das Interesse daran mit der Diplomarbeit ihres Erststudiums der Betriebswirtschaftslehre. Nun setzt es sich in der Masterarbeit ihres Aufbaustudiums der Erwachsenenbildung fort. Da die 35-Jährige zudem Mutter einer zweijährigen Tochter ist, gehört die praktische Erprobung der proaktiven Lebensgestaltung fest zu ihrem Alltag. In sämtlichen Karriereratgebern liest man die Formulierung proaktive Karriereplanung. Was ist das eigentlich? Laut Duden bedeutet proaktiv, dass man durch differenzierte Vorausplanung und zielgerichtetes Handeln die Entwicklung eines Geschehens selbst bestimmen und eine Situation herbeiführen kann. Das klingt natürlich etwas hölzern. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet proaktive Karrieregestaltung aus meiner Sicht, mit eigener Motivation und Initiative seine Karriere in die Hand nehmen, zu planen und zu gestalten. Und zwar vorausschauend und selbstbestimmend. Dazu muss man aber genau wissen, wo man aktuell steht, was man bisher erreicht hat und wohin man in der Karriereentwicklung will, Stichwort Selbstreflexion. Bildlich gesagt: Auf dem Karriereweg ist es …

Die erste Kontaktaufnahme zum Wunschunternehmen kostet oft Überwindung, zahlt sich aber meistens aus. Foto: Eduardo Sánchez/ Unsplash

Job-Tipps: Wie nehme ich Kontakt zu meinem Wunschunternehmen auf?

Die erste Bewerbung schreiben, den Lebenslauf formulieren, zum Bewerbungsgespräch gehen oder gleich am Assessment-Center teilnehmen: Wer in die Jobwelt einsteigen möchte, muss einige Hürden nehmen. Mit ein wenig Vorbereitung und Hilfe sind diese aber gar nicht so hoch. Damit auch dein erster Karriereschritt klappt, gibt dir das Women Career Center in einer neuen Serie Tipps für deine Bewerbung. In der ersten Folge geht es darum, wie du mit deinem Wunschunternehmen in Kontakt trittst. Das persönliche Telefonat ist wohl die effektivste Variante, Kontakt zu der Person aufzunehmen, die für deine Bewerbung zuständig ist. Wirklich zum Hörer zu greifen, kann aber etwas Überwindung kosten. Wenn du aber die folgende Tipps beachtet, bist du schon mal einen guten Schritt weiter: 1. Vorbereitung Ganz wichtig: Zunächst solltest du den Ansprechpartner herausfinden. Das klingt simpel, ist aber manchmal gar nicht so einfach. Im Idealfall sind die Kontaktdaten in der Stellenausschreibung angegeben oder auf der Internetseite des Unternehmens zu finden. Sollte das nicht der Fall sein, kann zum Beispiel die Firmenzentrale weiterhelfen. Da heißt es dann im Zweifelsfall durchfragen. Notiere dir den Namen jedes Ansprechpartners, …

Kulturwissenschaftsstudentin Lisa Engemann hat ein Praktikum bei der Rhein-Zeitung in Koblenz gemacht und den turbulenten Redaktionsalltag genossen. Foto: René Lang

Nähe zu den Menschen vor Ort: Praktikum in der Lokalredaktion der Rhein-Zeitung

Von wegen Kaninchenzüchterverein: Die Arbeit in einer Lokalredaktion einer Zeitung bietet jeden Tag neue Herausforderungen. Kulturwissenschaftsstudentin Lisa Engemann hat ein Praktikum bei der Rhein-Zeitung in Koblenz gemacht und festgestellt: Es sind die kleinen Themen, die eine große Rolle im Leben der Menschen spielen. Die Rhein-Zeitung ist ein Produkt des Mittelrhein-Verlags in Koblenz. Sie ist eine der größten regionalen Tageszeitungen in Deutschland und erscheint seit 1946 an sechs Tagen die Woche – dafür sorgen fast 600 Mitarbeiter. Darunter sind auch über 100 Redakteure und Reporter, in deren Arbeitsalltag ich im Rahmen eines sechswöchigen Praktikums hineinschnuppern konnte. Alltag ist hier wahrscheinlich der falsche Begriff, denn die Arbeit in der Lokalredaktion ist alles andere als alltäglich: Was morgens noch auf der Agenda stand, kann abends ganz anders in den Druck gehen. Denn wie die Themen in der Zeitung erscheinen, hängt oft von den Menschen ab, mit denen sie zu tun haben. Im Lokalteil hat man wie in keinem anderen Ressort Kontakt zu den Menschen vor Ort. Das war für mich Reiz und Herausforderung zugleich. Außerdem wollte ich die …

Als Bewerber aus der Menge herausstechen - wie das gelingt, verraten Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom KSB im Interview. Foto: Unsplash/Veronica Benavides

Job Skills: Wissen, was man kann

Was kann ich besonders gut? Wie präsentiere ich meine Stärken im Bewerbungsgespräch und welche Erwartungen haben Arbeitgeber? Diese Fragen beschäftigen Studierende am Ende des Studiums, wenn es um den Start ins Berufsleben geht. Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom Kompetenzzentrum für Studium und Beruf der Universität Koblenz-Landau geben Antworten. Die Frage nach persönlichen Stärken ist ein Klassiker im Bewerbungsgespräch. Mal ehrlich: Interessiert das den Arbeitgeber wirklich? Anna Schmidt: Ja definitiv, man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat. Aber eine Standardantwort möchte keiner hören, deshalb sollte man als Bewerber auf sein Alleinstellungsmerkmal hinweisen, also auf die Kompetenzen, die einen ausmachen. Anna Lauermann: Innovationen kommen im Bewerbungsgespräch inzwischen fast immer gut an. Da kann man als Bewerber auch mal den Spieß umdrehen und fragen, welche Werte und Kompetenzen dem Arbeitgeber wichtig sind. Stichwort Kompetenzen: Woher weiß ich, was ich kann? Schmidt: Hier ist es die erste Aufgabe, sich mit sich selbst zu beschäftigen und die Frage zu stellen: Was habe ich bisher im Leben gemacht und was dabei gelernt? Anschließend kann …

Campus-Reporterin Nina Seel absolvierte ein Praktikum im Medienimperium von Hubert Burda und war überrascht, wie schnell sie die Verantwortung für wichtige Aufgaben übernehmen durfte. Foto: Burda Media

Irgendwas mit Medien: Praktikum in der PR-Welt von Burda

Bambi-Verleihung, Focus Magazin, Instyle-Box, Xing-Karrierenetzwerk: Diese und etwa 500 weitere Marken sind Teil von Burda, einem der größten Medienhäuser in Deutschland. Kurz vor Ende ihres Masters in Sozial- und Kommunikationswissenschaften durfte Uniblog-Reporterin Nina Seel im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums hinter die Kulissen schauen und lernen, wie ein Unternehmen mit 11.000 Mitarbeitern nach innen und außen kommuniziert. Ursprünglich bekannt als Verlag für Zeitschriftentitel wie Bunte und Playboy, hat Verleger Dr. Hubert Burda das gleichnamige Medien- und Technologieunternehmen zu einem Vorreiter in der Einbindung der Digitalisierung in das traditionelle Verlagsgeschäft weiterentwickelt. Heute zählen neben den bekannten Printtiteln wie Elle, Harper’s Bazaar und Burda Style auch Online-Bewertungsportale wie Holidaycheck, Jameda und kununu zum Portfolio des Konzerns. Diese Vielfalt fand ich spannend und so zog ich für ein halbes Jahr nach München. Gemeinsam mit einer weiteren Praktikantin bekam ich die Chance, in der zentralen Konzernkommunikation die Bereiche Corporate und Brand Communications kennenzulernen. Mein Praktikum gliederte sich in zwei Teile: Die Hauptaufgabe der Corporate Communications besteht darin, Mitarbeiter über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden zu halten und Burda als Unternehmen der Öffentlichkeit und den …

Dr. Kathrin Ruhl ist Geschäftsführerin des IPZ und des KSB der Universität Koblenz-Landau und unterstützt Nachwuchswissenschaftler. Fotos: Esther Guretzke

Keine Angst vor der Promotion

Studium, Beruf, Rente: Nicht immer ist das der einzige Weg, sein berufliches Glück zu finden. Wer sich für eine Karriere in der Wissenschaft interessiert, kann an der Universität Koblenz-Landau viele Angebote wahrnehmen und sich beraten lassen, wie der individuelle Weg in die Wissenschaft gestaltet werden kann. Job oder Doktorarbeit? Für Kristina Wagner keine leichte Entscheidung, als ihr direkt nach dem Studium eine Promotionsstelle angeboten wurde. Da war sie 26 Jahre alt und hatte gerade ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Englisch an der Universität Koblenz-Landau beendet. „Ich war mir nicht darüber im Klaren, was es eigentlich bedeutet, an einer Universität zu arbeiten“, erinnert sich Wagner. Als sie schließlich eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Elternzeitvertretung angeboten bekam, warf sie die Bedenken über Bord und trat an. Die Karriereleiter im universitären Bereich zu erklimmen, kann ein langer und steiniger Weg sein. Insbesondere Frauen in der Wissenschaft sind stark unterrepräsentiert, sagt Dr. Kathrin Ruhl. Sie ist Geschäftsführerin des Interdisziplinären Promotionszentrums (IPZ) und des Kompetenzzentrums Studium und Beruf (KSB), wo sie den Bereich Beruf und wissenschaftlicher Nachwuchs …

NaWi-Programmkoordinatorin Solveig Schartl (links) und Nachwuchswissenschaftlerin Sarah Schäfer-Althaus (rechts) freuen sich über die gute Zusammenarbeit. Foto: Esther Guretzke

Förderung für Nachwuchswissenschaftlerinnen

Der Anteil an Frauen, die Karriere in der Wissenschaft machen, ist in Deutschland noch immer vergleichsweise niedrig. Um das zu ändern, gibt es an der Universität Koblenz-Landau im Rahmen des Hochschulpakts 2020 verschiedene Programme zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Eines dieser Programme ist das Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen (NaWi), das Doktorandinnen und Postdoktorandinnen in ihrer wissenschaftlichen Weiterqualifizierung unterstützt. „Es gibt zahlreiche talentierte und forschungsinteressierte Frauen“, weiß die NaWi-Programmkoordinatorin Solveig Schartl. Um die Chancen bei Stellenbesetzungen und Berufungen für Frauen zu erhöhen, fördert NaWi deren akademische Karriere seit 2011. Das Programm ist an das Interdisziplinäre Promotionszentrum (IPZ) angeschlossen, befindet sich seit 2016 in der zweiten Förderphase und hat in diesem Rahmen seine Förderlinien weiterentwickelt. Der Weg durch Promotion und Habilitation scheitert oft an finanziellem oder zeitlichem Druck. Um die Karriere von Nachwuchswissenschaftlerinnen zu fördern, unterstützen die sechs Förderlinien von NaWi je nach Bedarf. Möglich ist zum Beispiel eine Entlastung für (Post-)Doktorandinnen mit Kind durch eine studentische Hilfskraft, ein Stipendium in der Anfangs- oder Schlussphase der Promotion oder ein Zuschuss für das Lektorat einer fremdsprachlichen Publikation. …