Monate: Juni 2019

Welche Rolle spielt die Motivation für das Lernverhalten? Und wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Lehramtsstudentin Linda Schürmann in ihrer Dissertation. Foto: René Lang

Motivation in der Lehrerbildung

Linda Schürmann ist das, was man ein Motivationstalent nennt. Die 28-Jährige studierte neben ihrem Lehramtsstudium in den Fächern Biologie, Englisch und Bildungswissenschaften zeitgleich an der FernUniversität Hagen Psychologie. Aktuell promoviert Sie im Rahmen des Projekts MoSAiK am Institut für Psychologie zum Thema Motivation. Bitte erklären Sie das Thema Ihrer Dissertation in wenigen Sätzen. Meine Dissertation trägt den Arbeitstitel Motivation und motivationale Kompetenz an außerschulischen Lernorten. Darin gehe ich davon aus, dass Motivation entscheidend für das menschliche Lernverhalten ist. Die Fähigkeit, zu motivieren, gilt als wichtige Kompetenz im Lehramt. Aber wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Welche Methoden können sie anwenden? Was empfinden Schüler überhaupt als motivierend? Hinzu kommt der Aspekt der außerschulischen Lernorte. In der Schule verhalten sich Lernende anders als in ihrer Freizeit. Wo können Schüler motiviert arbeiten? Was macht solche Orte aus? Welche Unterschiede liegen zur schulischen Umgebung vor? Diesen Fragen gehe ich in meiner Promotion nach, die ich im Rahmen des Projekts MoSAiK (Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung) anstrebe. Hier beschäftigen wir uns vor allem mit der Verbesserung der …

Rebecca Singer schwebt nicht nur durch ihr Studium der Sozial- und Kommunikationswissenschaften, sondern hebt auch mit ihrem Segelflieger regelmäßig ab. Foto: Philipp Sittinger

Vom Winde verweht

Viele kennen ihn: den Traum vom Fliegen. Man wird immer leichter, bis der Körper endlich abhebt und in weiter Höhe über dem Boden schwebt. Rebecca Singer lebt diesen Traum. Die Studentin der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ist seit elf Jahren Segelfliegerin und auf Augenhöhe mit Vögeln und Berggipfeln. Der beste Moment ist der Abflug, sagt Rebecca Singer. An einem Seil wird das Segelflugzeug so lange gezogen, bis es genug Geschwindigkeit hat, um von der Luft nach oben gedrückt zu werden. Hat der Segler eine bestimmte Höhe erreicht, ist es soweit: Das Seil wird gelöst und das Flugzeug gleitet durch die Luft. Dieses schwebende Gefühl hallt bei Singer oft noch lange nach. Ähnlich wie das schwankende Gefühl, das man nach einer langen Bootsfahrt verspürt. In der Luft fühle sie sich leicht, erzählt Singer. Angst kennt sie in fast 3000 Meter Höhe keine. Die Studentin fliegt, seitdem sie 14 Jahre alt ist. “Das ist schon verrückt, man darf fliegen, bevor man Auto fahren darf. Aber Segelfliegen ist auch wirklich weniger gefährlich”. Als Singers Vater vor elf Jahren die …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisbeth Wolf. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Bewegungsglück

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute schwärmt Lisbeth Wolf von ihrer großen Leidenschaft: dem Laufen. Es ist Sonntagmorgen, sieben Uhr. Mein Kopf ist wach. Meine Füße kribbeln. Bevor ich beginne, mich in ins Nirgendwo führende Gedanken zu verlieren, gebe ich mir einen Ruck, setze mich auf und ziehe meine Sportsachen an. Auf Zehenspitzen schleiche ich durch den Flur, um meine Mitbewohner nicht zu wecken, schnüre meine Laufschuhe und laufe los. Die kühle Morgenluft weckt auch den Teil meines Körpers, der sich bisher noch im schlaftrunkenen Standby-Modus befunden hat. Schon nach drei Schritten weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, die Wärme meines Betts gegen die Glücksgefühle zu tauschen, die das Laufen in mir weckt. Habe ich die Wohnung noch in einem tranceartigen Zustand verlassen, in dem ich kaum realisiere, ob mein Gehirn meine Gliedmaßen steuert oder meine Füße von alleine den Weg finden, bin ich nach wenigen Sekunden im Hier und Jetzt angekommen. Der Sonne entgegen So früh am Morgen denke ich nicht …

Eva Fondel verwirklicht sich gleich zwei Berufsträume, als freiberufliche Diplom-Psychologin ist sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis tätig. Foto: Philipp Sittinger

Zwei Berufungen im Herzen

Die Psychologin Eva Fondel verwirklicht sich gleich zwei Berufsträume: Schon während ihres Psychologiestudiums in Landau liebte sie das empirische Forschen. Außerdem wollte sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch anwenden. Heute arbeitet die 31-Jährige als freiberufliche Diplom-Psychologin und ist sowohl in der Theorie als auch in der Praxis tätig.  Schon im Studium hatte Eva Fondel einen Draht zur Forschung. Doch auch der beraterische Kontakt mit Menschen reizte sie sehr, weshalb sie sich nach ihrem Diplomabschluss für eine Ausbildung als Gestalttherapeutin entschied. Zeitgleich arbeitete sie als Lehrerin für Psychologie und Pädagogik und als Schulpsychologin an einem privaten Gymnasium. Das war anstrengend, Zeit für ein Privatleben blieb kaum. Dennoch war Fondel überzeugt, dass sich die Mühen auszahlen werden. Im Jahr 2017 beendete sie die Ausbildung zur Gestalttherapeutin und war zunächst arbeitslos. Diese Zeit nutze sie intensiv zur Vorbereitung ihrer Selbstständigkeit. Die Absolventin schrieb einen Businessplan und wandte sich an das Gründungsbüro der Universität. Gleichzeitig erhielt sie auch ihre ersten Beratungsaufträge. Da ihr Herz jedoch für mindestens zwei Berufungen schlägt, entschied sie sich dazu, weiter in der Forschung tätig zu …

In Australien erforschte die Molekularbiologin Kathrin Theissinger das Paarungssystem der Flatback-Schildkröte. Foto: Philipp Sittinger

Meeresschildkröten und ihr Paarungssystem

Eigentlich wollte Dr. Kathrin Theissinger Molekularbiologie studieren. Doch als sie ihre Liebe zu Meeresschildkröten mit der molekularen Ökologie verbinden konnte, führte sie ihr Weg zur Naturschutzgenetik. Ihre Diplomarbeit zum Paarungssystem der Flatback-Schildkröte legte den Grundstein für ihre berufliche Ausrichtung. Sie haben Biologie in Mainz studiert, ihre Diplomarbeit jedoch an der University of Canberra geschrieben. Wie ist es dazu gekommen? Das lief über einige Umwege, quasi von Griechenland über Galapagos nach Australien. Nach meinem ersten Jahr an der Universität Mainz arbeitete ich in den Semesterferien drei Monate auf Kreta in dem Meeresschildkröten-Schutzprojekt Archelon. Da hat mich die Leidenschaft zu Meeresschildkröten gepackt. Ich erfuhr von einem weiteren Schildkrötenprojekt auf den Galapagosinseln. Da ich schon immer dorthin wollte, entschied ich mich, in meinem fünften Semester ein Freisemester zu nehmen, um ein halbes Jahr dort zu arbeiten. Zurück in Mainz habe ich dann mit meinem Hauptfach Molekulare Ökologie begonnen. Während des Studiums stieß ich auf einen Artikel, in dem es um die Populationsgenetik und Phylogeographie von Meeresschildkröten ging, also die stammesgeschichtliche und geografische Herkunft. Mir fiel auf, dass es …