Monate: Mai 2015

Bessere Vernetzung und Zusammenarbeit: In Koblenz wurde die erste Fachgesellschaft für Kulturwissenschaften gegründet. Foto: Fotolia

Akademische Heimat für Kulturwissenschaftler

In Zeiten globaler Krisen sind Studienfächer wie die Kulturwissenschaft in ihrer gesellschaftlichen Relevanz gefragter denn je: Die steigenden Studierendenzahlen geben Michael Klemm, Professor für Medienwissenschaft an der Uni Koblenz-Landau, recht. Um die Forschungsarbeit innerhalb der Disziplin zu stärken, initiierte er zusammen mit Kollegen am Campus Koblenz die “Kulturwissenschaftliche Gesellschaft” (KWG) als erste Fachvertretung im deutschsprachiggen Raum. Zu wenig Praxisrelevanz und fehlende Berufsorientierung: Nicht selten werden Studierende geisteswissenschaftlicher Disziplinen mit Vorurteilen konfrontiert. Kritik, die der Medienwissenschaftler Michael Klemm nicht nachvollziehen kann: “Wir leben in einer Zeit unübersichtlicher politischer, religiöser und wirtschaftlicher Konflikte, sogar von einem neuen Kalten Krieg ist die Rede. Die Kulturwissenschaft versucht, diese Konflikte wissenschaftlich einzuordnen und bietet neue Orientierungsmöglichkeiten. Kulturwissenschaftliches Expertenwissen ist also nötiger denn je”, weiß der Geschäftsführende Leiter des Instituts für Kulturwissenschaft am Campus Koblenz. Zahlreiche geisteswissenschaftliche Institute und Studiengänge widmen sich seit fast zwei Jahrzehnten kulturellen Fragestellungen. Der Ruf nach transdisziplinärer Vernetzung zwischen Literaturwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaft wurde immer lauter, berichtet Michael Klemm zur Situation vor der Gründung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft. Eine Fachgesellschaft zu gründen, war schon längere Zeit der …

Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin Carolin Jansen forscht zumThema politisches Agenda-Setting. Foto: Angela Gräsel

Carolin Jansen erforscht politisches Agenda-Setting in TV-Debatten

Carolin Jansen promoviert am Landauer Institut für Sozialwissenschaften in der Abteilung Politikwissenschaft. Die Doktorandin erforscht, welche politischen Inhalte in TV-Debatten vermittelt und wie sie angeeignet werden. Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Promovierende im Interview” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Meine Forschung ist geleitet von zwei Fragen: Sind TV-Debatten nur reine Show-Veranstaltungen oder auch funktional für die Wähler? Und: Sprechen die Kandidaten und Moderatoren eigentlich über das, was für den Wähler und die Wahlentscheidung relevant ist, oder inszenieren sie sich nur? Hintergrund ist, dass es viel Forschung zu der Wirkung von TV-Debatten gibt, die sich aber zum Beispiel eher mit optischen Aspekten und der Wirkungsweise befasst und weniger mit den Inhalten. Ich habe bei meiner Forschung eher den Wähler im Blick und schaue, ob TV-Debatten dem entsprechen, was der Zuschauer inhaltlich erwartet und was er für seine Wahlentscheidung benötigt. Was …

Heute schreibt Campus-Reporter Adrian Müller. Zeichnung: Carolin Höring.

Viele Berufe, eine Berufung

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Den Auftakt macht Adrian Müller, Filmemacher und Lehramtsstudent. Er schreibt über die zwei Herzen, die in seiner Brust schlagen.  Nach meiner erfolgreichen Filmpremiere des Rhein-Lahn-Krimis Bauernopfer, den ich vor einer Woche mit meiner grandiosen „Filmfamilie“ feiern durfte, war die Erleichterung erst einmal sehr groß. Freude über die durchweg positive Resonanz sowie ein leichtes Gespür von Traurigkeit: Darüber, dass das Projekt nun vorbei ist und dass aufgrund terminlicher Überschneidungen leider nicht alle Teammitglieder und Schauspieler an der Premiere teilnehmen konnten. Mit meinem Studium, dem Nebenjob und meinen Filmprojekten kenne ich das nur zu gut – dennoch gelingt es mir meistens, alle Termine gut zu organisieren. Wahrscheinlich, weil mir die Abwechslung in den Projekten und die unterschiedlichen Komponenten einfach Freude bereiten. Auch wenn man dafür sicher einige Kompromisse bei der Realisierung eingehen muss. Manchmal sage ich mir: „Was sind schon ein paar Nächte mit wenig Schlaf im Tausch für lebenslangen Stolz auf seine erreichten Ziele.“ Und hätten die vielen Mitwirkenden und Unterstützer …

Seinen Traum vor Augen: Campus-Reporter Adrian Müller fühlt sich pudelwohl hinter der Kamera. Foto: Privat

“Mein Traum? Einen Oscar gewinnen”

Er ist Student, Uni-Blogger und Regisseur: Besonders die letztgenannte Tätigkeit erwähnt Adrian Johannes Müller gern en passant. Sein jüngstes Werk ist der Rhein-Lahn-Krimi “Bauernopfer”, der bald in den regionalen Kinos zu sehen sein wird. Für uns ein Grund, bei unserem talentierten Redaktionsmitglied, das am Campus Koblenz Englisch und Deutsch auf Gymnasiallehramt studiert, einmal nachzufragen. Filmen und Regie führen – wie kommt man zu so einem spannenden Hobby? Angefangen hat alles, als ich 16 war. Damals hab ich mir zu Weihnachten eine Kamera von meinen Eltern gewünscht. Als ich sie dann bekam, drehte ich lustige Videos mit Freunden, beim Skaten oder im Winter beim Schlittenfahren. Irgendwann habe ich damit begonnen, auf den Familienfeiern, Geburtstagen und Hochzeiten zu filmen. Nach dem Abitur wollte ich mich in dem Bereich weiterentwickeln. Wie ging es dann weiter? Nach dem Abi bin ich nach Köln gegangen und habe dort „Digitaler Film und Animation“ studiert. Dort lernt man alles über den Filmherstellungsprozess, vom Drehbuch schreiben über Licht- und Kameraeinstellung bis hin zum Regieführen. Ein sehr praktischer Studiengang, der mir Spaß gemacht hat und …

Studentin Lisa Thrun engagiert sich neben dem Studium bei der Lebenshilfe in Offenbach. Foto: Angela Gräsel

Betreuerin bei der Lebenshilfe

In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” spricht die Landauer Studentin Lisa Thrun von ihrem Nebenjob bei der Lebenshilfe in Offenbach. In den Ferien und am Wochenende begleitet sie Menschen mit und ohne Behinderung zu Freizeiten. Unter der Woche betreut sie ein Mädchen mit Down-Syndrom. Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. UniBlog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Wer sind Sie?  Mein Name ist Lisa Thrun, ich bin 26 Jahre alt und studiere im elften Semester Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Sonderpädagogik. Was für einen Nebenjob machen Sie?  Ich arbeite bei der Lebenshilfe in Offenbach. Das ist ein gemeinnütziger Verein für Menschen, insbesondere mit geistigen Behinderungen, und deren Familien. Dort bin ich im familienentlastenden Dienst tätig, was bedeutet, dass ich die Familien in bestimmten Lebenssituationen unterstütze. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Freizeitangebote. Was …

UniBlog hat nachgefragt: Wie waren eure ersten Wochen, liebe Erstsemester? Foto: Fotolia/ Bearbeitung: Marasco

Erstsemester-Umfrage: Wie war der Unistart in Koblenz und Landau?

Audimax, AStA, KLIPS und Co.: Zu Beginn des Studiums gibt es viel Neues zu erkunden. Die Universität stellt Erstsemester vor so manche Herausforderung. In welchem Raum findet die Vorlesung statt? Wie organisiere ich meinen Stundenplan? Wo finde ich die Unterlagen für das Seminar? Uniblog hat sich bei Erstsemestern in Koblenz und Landau umgehört, wie sie ins Studium gestartet sind. #KOBLENZ Strukturierter Einstieg „Ich habe vorher schon ein Semester in Köln studiert und kann daher im Vergleich sagen, dass die Uni in Koblenz wirklich strukturiert und überschaubar ist. Man findet alles direkt. Das gefällt mir sehr gut. Auch die Erstiwoche war super. Es herrschte ein sehr gutes Gruppengefühl. Ich fühlte mich aufgehoben und habe schnell Leute kennen gelernt. Auch die Dozenten haben uns in ihren Einführungsveranstaltungen Mut gemacht, alles genau erklärt und sich Zeit genommen. Es ist alles sehr neu, da muss man sich erst einmal einfinden. Insgesamt hatte ich einen sehr guten Studienstart und freue mich auf die kommenden Semester.“ 20 Minuten im falschen Seminarraum  „Bisher gefällt es mir sehr gut hier. Der Campus ist schön übersichtlich, aber …

Auch beim Tag der offenen Tür im Landauer Tierheim gab es 2014 einen Informationsstand. Foto: Privat

Ein Herz für Stupsnasen: Anna Halmburger hilft Kaninchen

Schlappohren, Stupsnase und Kuschelfell: Kaninchen sind beliebte Haustiere. Vermeintlich pflegeleicht und platzsparend, schaffen sich viele Menschen einen kuscheligen Langohren an, ohne über die richtige Haltung Bescheid zu wissen. Um für bessere Aufklärung zu sorgen, engagiert sich Anna Halmburger neben ihrer Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Psychologie an der Universität Koblenz-Landau für den Verein „Kaninchenhilfe Deutschland e.V.“. Im UniBlog erzählt sie, wieso ihr der Tierschutz am Herzen liegt. Nach ihrer Arbeit am Campus Landau in der Arbeitsgruppe Diagnostik, Differentielle- und Persönlichkeitspsychologie, Methodik und Evaluation (DDPME) investiert Anna Halmburger täglich rund eine Stunde in ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Kaninchenhilfe Deutschland. „Am Wochenende können es schon mal bis zu fünf Stunden am Tag sein“, berichtet die Diplom-Psychologin, die aktuell zum Thema „Vertrauen in Politiker“ forscht und promoviert. Halmburger kennt sich mit den flauschigen Tieren bestens aus, denn sie schaffte sich in ihrer Studienzeit selbst zwei Kaninchen an. Inzwischen hoppeln fünf Tiere in einem 15 Quadratmeter großen Gehege durch ihren Garten. Die Tierfreundin lernte den Verein erstmals kennen, weil sie selbst Beratung benötigte. „Die Kaninchenhilfe hat mich beraten, …

Die Band Unland begeisterte durch improvisierte Klanglandschaften.

Eine Frage der Kultivierung: Gesang und Klang im Landauer Atrium

Wenn im Atrium eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre herrscht, Teelichter funkeln und Studierende gebannt ruhigen Klängen lauschen, dann ist wieder „Grauflächenkultivierung“ am Landauer Campus. Seit dem vergangenen Semester veranstaltet AStA-Kulturreferent Felix Göttert das neue Format zum Zuhören. Und ist begeistert von der Resonanz. Als Felix Göttert vor einem Semester der neue AStA-Kulturreferent wurde, war schnell klar: Die Universität braucht mehr Musik! „Wir wollten eine musikalische Nische abdecken, die für ein jüngeres Publikum relevant ist. Der Name Grauflächenkultivierung ist auch eine Anspielung auf die kulturelle Landschaft in Landau, die ja teils sehr eintönig ist“, erzählt Göttert. Mit der Veranstaltung wollte der Kulturreferent einen neuen Rahmen schaffen, der nicht nur für das Publikum angenehm ist, sondern auch für die Künstler eine einladende Atmosphäre schafft. Göttert, der selbst in zwei Bands spielt und singt, berücksichtigte bei der Konzeption des Formats seine eigene Bühnenerfahrung: „Wenn ich auftrete, wird die Musik oft zu einer Hintergrundbeschallung, denn die Menschen hören selten richtig zu. Das finde ich grade für Live-Konzerte schade und für die Künstler ist es unschön, nicht offen beachtet zu werden. Gleichzeitig …