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Richtig bewerben: Der Lebenslauf

Übersichtlich, ohne Lücken und zum Stellenangebot passend: So sollte ein guter Lebenslauf aussehen. Foto: Colourbox

Übersichtlich, ohne Lücken und zum Stellenangebot passend: So sollte ein guter Lebenslauf aussehen. Foto: Colourbox

Viele Personaler lesen den Lebenslauf sogar noch vor dem Anschreiben. Indem er bisherige Ausbildungsschritte, praktische Erfahrungen und Kompetenzen auflistet, bildet er den informativen Kern der Bewerbung. In Kooperation mit dem Women Career Center stellen wir die wichtigsten Richtlinien für den Lebenslauf vor.

Wie das Anschreiben sollte der Lebenslauf an das Stellenangebot angepasst sein. Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen sollten zu einer einzigen PDF-Datei zusammengefügt werden. Der eigentliche Lebenslauf sollte sich dabei auf zwei Seiten beschränken. Viele Unternehmen geben eine maximale Dateigröße für die Bewerbung an. Wenn es keine solche Angabe gibt, sollte man 5 MB nicht überschreiten. Sind viele Anlagen unumgänglich, lässt sich das Datenvolumen durch schwarzweiße Scans etwas reduzieren.

Layout

Die Serie

Karriere. Lindsay Henwood/UnsplashDie Arbeitswelt kennenlernen und Perspektiven ausleuchten – wer hier schon im Studium aktiv wird, dem fällt der Berufseinstieg oft leichter. Unsere Serie „Karriere“ informiert zu Möglichkeiten, sich auf den Lebensweg nach der Uni vorzubereiten.

Der Lebenslauf wird schlicht mit “Lebenslauf” oder “Curriculum Vitae” überschrieben. In die rechte obere Ecke gehört ein Bewerbungsfoto – das ist zwar nicht verpflichtend, doch für die meisten Personaler ein Muss. Alternativ bietet sich hier auch ein Deckblatt an, auf dem man das Foto unterbringt und zum Beispiel auch die Anlagen bereits auflistet. Auf ein professionelles Bewerbungsfoto zu verzichten und behelfsmäßig einen Freizeitschnappschuss oder ein Passbild einzusetzen ist eine sehr schlechte Idee. Das Foto kann aber, je nach Arbeitsbereich, auch Bezüge herstellen. Jemand, der sich zum Beispiel im Umweltschutz engagiert oder sich für eine Firma in diesem Bereich bewirbt, kann sich auch vor einem entsprechenden Hintergrund draußen zeigen.  Außerdem sollte das Foto möglichst aktuell sein. In der Wahl des Designs sollte der Lebenslauf mit dem Anschreiben übereinstimmen. Der klassische Lebenslauf wird in tabellarischer Form aufgesetzt und zeigt die einzelnen Stationen stichwortartig auf. Personaler möchten schnell eine Übersicht haben, deshalb sollten Zeitangaben in einer eigenen Spalte links stehen. Der Aufbau ist heute vorwiegend gegenchronologisch: Die aktuellsten Angaben kommen nach oben. Alternativ kann auch die klassische, chronologische Reihenfolge gewählt werden.
Wer im Lebenslauf Kenntnisse von Textverarbeitungsprogrammen nennt, muss diese beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen anwenden. So sollten Textabstände nicht durch eine Reihe von Leerzeichen erzeugt werden, denn das Ergebnis ist ungenau. Durch Absätze lässt sich Platz sparen. Zum Umgang mit Absätzen, Tabulatoren, Tabstopps und Tabellen finden sich online viele hilfreiche Tutorials.

Aufbau

Um die eigene Person möglichst prägnant vorzustellen, sollten treffende Überschriften gewählt werden. Oberbegriffe wie “Beruflicher Werdegang” passen nicht zu einem Hochschulabschluss. Ein lückenloser Lebenslauf ist wichtig. Dies bezieht sich jedoch nicht auf einzelne Tage, da von einer Lücke erst ab drei Monaten gesprochen wird. Es reicht daher, die Monate anzugeben, in denen man tätig war (beispielsweise “10/2018 – 04/2019”). Tätigkeiten, die in der Vergangenheit begonnen wurden und bis heute aktuell sind, können folgendermaßen gekennzeichnet werden: “06/2018 – heute” oder “seit 06/2018”.

Persönliche Daten

Zu den persönlichen Daten gehören neben einer Wiederholung der Kontaktdaten aus dem Anschreiben auch Geburtsdatum. Staatsangehörigkeit und Familienstand müssen nicht zwingend genannt werden. Früher war es üblich, den Berufsstand der Eltern aufzuführen. Das spielt heute keine Rolle mehr. Auch Religionszugehörigkeit und politische Ansichten gehören nicht in den Lebenslauf, es sei denn, diese Angabe hat einen direkten Stellenbezug, etwa bei kirchlichen Trägern.

Praktische Erfahrungen

Hier werden berufliche Tätigkeiten und andere praktische Erfahrungen aufgelistet. Den Oberbegriff bildet die ausgeübte Tätigkeit beziehungsweise die Position, die man innehatte. Darunter folgen die Angabe des Arbeitgebers und Informationen zu den ausgeführten Aufgaben. Gegebenenfalls können auch Verantwortungen, Ergebnisse und Ziele während der Beschäftigung genannt werden. Relevant ist dabei, immer einen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herzustellen und keine Aufgaben aufzuführen, die dafür gar keine Bedeutung haben.
Wer sich nach dem Studium auf den Arbeitsmarkt begibt, hat oft keine eigentliche Berufserfahrung, sondern nur Erfahrungen aus Nebenjobs und Praktika zu bieten. Diese lassen sich hier ebenfalls einbringen – Berufstätigkeit und andere praktische Erfahrungen werden also unter einer Hauptüberschrift zusammengefasst. Auch länger zurückliegende Tätigkeiten aus der Schulzeit können aufgeführt werden, aber nur, falls sie für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Wer viele verschiedene Erfahrungen vorzuweisen hat, sollte allerdings eine sinnvolle Auswahl treffen.

Ausbildung

Ein laufendes Hochschulstudium oder ein bereits erreichter Abschluss in einem oder mehreren Fächern wird als Oberbegriff mit dem Namen und dem Ort der jeweiligen Hochschule angegeben. Einzelne Unterpunkte bilden Schwerpunkte des Studiums sowie das Thema der Abschlussarbeit, wenn diese nicht länger als fünf bis zehn Jahre zurückliegt und für die Stellenausschreibung relevant ist. Bei der Schulbildung gilt es zu beachten, dass nicht der komplette Werdegang angegeben wird, sondern nur der höchste Schulabschluss (mit Zeitangabe in Jahren). Unterpunkte des höchsten Abschlusses mit Namen und Ort der Schule können gegebenenfalls der Schultyp und die Schwerpunktlegung sein. Liegen bereits berufliche Weiterbildungen vor, werden sie ebenfalls in diesem Abschnitt der Chronologie entsprechend angeführt, gegebenenfalls mit einer Nennung des Abschlusses.

Besondere Kenntnisse

Falls schon vorhanden, fallen hierunter berufliche Fortbildungen, die den Bewerber für die Stelle qualifizieren. Kurse sollten mit Titel, Umfang, Institution und gegebenenfalls dem dabei erreichten Abschluss angegeben werden. Informationen zu Fremdsprachen, EDV-Kenntnissen, dem Führerschein oder anderen Bescheinigungen und Qualifikationen haben hier ebenfalls ihren Platz. Bei Sprachen und Kenntnissen in EDV und ähnlichen Bereichen werden vorhandene Zertifikate oder ansonsten das Qualifikationsniveau angegeben (“Grund-“, “gute” oder “sehr gute Kenntnisse”, bei Sprachen alternativ auch “fließend”, “verhandlungssicher” sowie gegebenenfalls “Muttersprache”).

Ehrenamtliches Engagement, Hobbys, Interessen

Ehrenamtliches Engagement macht im Allgemeinen einen guten Eindruck bei Arbeitgebern. Sollte eine solche Tätigkeit aber gefährlich oder enorm zeitintensiv sein und inhaltlich so gar nicht zu der ausgeschriebenen Stelle passen, kann der Eindruck entstehen, dass der Bewerber den Job hinter dem Ehrenamt zurückstellt. Hobbys sind eine Privatangelegenheit. Passen sie jedoch zur ausgeschriebenen Stelle, werden sie relevant und können gerne angeführt werden. Interessen wie Reisen oder Lesen sind jedoch zu allgemein. Besser ist es, konkret und individuell zu formulieren und Begriffe wie Japanische Kultur oder Gegenwartsliteratur aufzuführen. Sport, der über Fitnesstraining hinausgeht, wird meist positiv angesehen, Extremsportarten machen sich hingegen nicht gut. Für alles Nebenberufliche gilt: Ein hohes Verletzungsrisiko gefährdet den Arbeitseinsatz.

Abschließend dürfen Datum und Unterschrift auf dem Lebenslauf nicht fehlen.

So könnte ein Lebenslauf aussehen. Wichtig: Er sollte nur Tätigkeiten aufzählen, die wirklich für die Stelle relevant sind. Das Foto kann alternativ auch auf einem Deckblatt platziert werden.

So könnte ein Lebenslauf aussehen. Wichtig: Er sollte nur Tätigkeiten aufzählen, die wirklich für die Stelle relevant sind. Das Foto kann alternativ auch auf einem Deckblatt platziert werden.

Und außerdem: Anlagen

Das Abschlusszeugnis eines Studiums wird immer beigelegt. Ebenfalls müssen Arbeitszeugnisse – auch bei schlechten Bewertungen – immer beigelegt werden. Zertifikate sind ebenfalls sehr wichtig. Sie beweisen den Kenntniserwerb bei Aus- und Weiterbildungen, Seminaren und Sprachkursen. Praktikumszeugnisse, Tätigkeitsnachweise (zum Beispiel über Aushilfsjobs) und Nachweise privater Einrichtungen oder spezifische Kurse sind nur relevant, wenn sie geforderte Qualifikationen und Erfahrungen nachweisen oder sonst keine Berufserfahrung genannt werden kann. Arbeitsproben sind meist nur bei kreativen oder wissenschaftlichen Berufen gefragt. Bei den Anlagen gilt es, sich auf geforderte und wirklich wichtige Dokumente zu beschränken. Weitere Belege können sicherheitshalber zum Vorstellungsgespräch mitgebracht werden.

Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit dem Women Career Center.

Noch Fragen zum Thema Bewerbung? Das Women Career Center bietet Studentinnen individuelle Beratung zu Bewerbung und Berufseinstieg. So hilft der Profilcheck, Kompetenzen zu erkennen, und beim Bewerbungsmappencheck können die eigenen Unterlagen überprüft werden
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