Alle Artikel in: Kolumne

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Zwischen Herz und Verstand

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Nina Seel, ob sie bei Entscheidungen eher Kopf- oder Bauchmensch ist. Täglich treffen wir tausende Entscheidungen. Die allermeisten fällen wir intuitiv, ohne bewusst darüber nachzudenken. Zum Glück, sonst wären wir 24 Stunden am Tag ausschließlich mit Entscheiden beschäftigt. Ständig haben wir die Qual der Wahl: Wann stehe ich auf, was ziehe ich an, nehme ich die Treppen oder den Aufzug, fahre ich mit dem Rad oder mit dem Bus, kaufe ich die grünen oder die roten Äpfel. Beeinflusst werden wir dabei von Hormonen, Werbetricks, unserem persönlichen Umfeld und von spontanen Gefühlen. In den meisten Fällen schützt uns die Routine vor unnötig langwierigen Entscheidungsprozessen und wir können nicht viel falsch machen. Die Farbe des Apfels hat schließlich keine weitreichenden Konsequenzen für unser Leben. Ratio gegen Emotion Aber was tun, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht? Wenn wir Entscheidungen treffen müssen, die unser Leben für Jahre beeinflussen, die unsere Beziehungen, unsere Gesundheit oder unseren Wohnort betreffen? …

Campus-Reporterin Maria Preuß zog für den Master von Berlin in die Pfalz. Foto: Unsplash/Max Langelott

Aus der anonymen Großstadt in die Pfalz – ein Kulturschock?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute resümiert die Berlinerin Maria Preuß ihr erstes halbes Jahr im pfälzischen Landau.  Ein gutes halbes Jahr wohne ich jetzt in Landau. Weil es den Masterstudiengang Sozial- und Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt Kommunikations- und Medienpsychologie, den ich hier studiere, an keiner anderen staatlichen Universität gibt, bin ich aus dem großen Berlin, meiner Heimatstadt, in den Süden gezogen. Wenn ich das neuen Bekanntschaften erzähle, reagieren sie immer gleich: Sie wollen wissen, wieso ich mich dafür entschieden habe und ob es hier nicht ganz anders sei als in Berlin. Ja, ganz anders ist es definitiv. Aber anders ist ja nicht unbedingt schlecht. Es bedarf nur einer gewissen Eingewöhnungsphase. Zum Beispiel bin ich am ersten Uni-Tag zu spät zur Vorlesung gekommen, weil ich ganz naiv glaubte, dass der Bus, der von meiner Haustür bis zur Uni fährt, öfter als einmal pro Stunde kommt. Wie im Urlaub Ich verstehe auch bis heute das sympathische Pfälzisch nicht. Manchmal laufe ich durch Landaus Straßen und freue …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Erwachen nach dem Winterschlaf

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute spielt Lisa Engemann mit dem Gedanken, ob man sich mehr den Jahreszeiten anpassen sollte, statt sie auszublenden. Der Frühlingsanfang ist immer wieder der Inbegriff von neuem Leben: Blühende Bäume verwöhnen mit ihrem Duft unsere Nasen, Rapsfelder mit ihrer gelben Farbe unseren Blick und die Vögel wecken uns schon morgens mit ihrem Zwitschern auf. Dieses Erwachen der Natur steht im Kontrast zur kalten Härte des Winters. Die Verwandlung zum Frühling ist spürbar – aber wie stark spürt man wohl den Unterschied, wenn man im Winter keine Heizung hatte und erst die Wärme der Frühlingssonne die Kälte aus dem Körper vertreibt? Und wenn es Sommergemüse wirklich nur im Sommer gäbe? Beeinträchtigungen haben etwas Gutes Wir trotzen den widrigen Umständen der Natur mit allen menschlichen Raffinessen. Dank Heizung, Wärmedämmung und anderen Errungenschaften spüren wir die Kälte des Winters nur marginal. Der eisige Wind durchdringt uns nicht monatelang bis auf die Knochen und kostet uns vielleicht das Leben – so wie es …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

C’est la vie!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt René Lang, warum seine Familie eine besondere Beziehung zu Frankreich hat. Merkel und Macron machen es vor, wir machen es nach: Seit fast 75 Jahren pflegt meine Familie ihre ganz persönliche deutsch-französische Freundschaft. Meine Großmutter war noch ein kleines Mädchen, als sie zum ersten mal auf Georges traf. Ein großer Mann mit Baskenmütze auf dem Kopf und breitem Grinsen im Gesicht. Er war zusammen mit etwa 30 anderen Männern in ihrem Dorf untergekommen, um den Anwohnern auf dem Feld zu helfen. Eine Tafel Schokolade war sein erstes Geschenk an meine Oma. Der damals 23-Jährige war 1940 als französischer Kriegsgefangener nach Deutschland gekommen. Obwohl der Grund seiner Ankunft ein furchtbarer war, erwuchs aus der Begegnung eine Freundschaft, die bis heute anhält. Durch ständigen Briefwechsel und regelmäßige Besuche wurde sie über drei Generationen fortgeführt. In dieser Woche ist Georges Enkelsohn Laurent zusammen mit seiner Familie bei uns zu Gast. Küsschen links, Küsschen rechts Aufgeregt stehe ich vor der Ferienwohnung und …

Heute schreibt Natalie Henzgen.

Phänomen Supermarkt: Zwischen Hysterie und stoischer Ruhe

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute wundert sich Natalie Henzgen über die Kuriositäten des Einzelhandels und seiner Kunden. Samstagnachmittag, 14 Uhr. Wie konnte ich nur so leichtfertig sein? Vor mir: Eine Batterie von Einkaufswagen. Wo: In der Konservenabteilung des Supermarkts. Ich: Inmitten einer Meute von Hausfrauen, Rentnern und Teenagern. Was tue ich? Mich fragen, warum ich es für eine gute Idee gehalten habe, meinen Einkauf genau jetzt zu erledigen. Ich müsste es wirklich besser wissen. Seit meinem sechzehnten Lebensjahr arbeite ich neben Schule und Studium in Supermärkten und weiß genau, wann es dort besuchertechnisch eskaliert. Unterhaltung zumindest, als wäre es eine Entschädigung, bekomme ich reichlich geboten: Ein Kind lässt andächtig Backpulverpäckchen aus dem Regal regnen, während seine Mutter versucht, den älteren Bruder daran zu hindern, den Inhalt einer Mehlpackung zu verzehren. Ich sehe eine Kundin, wie sie versucht, aus dem untersten Karton eines Warenaufstellers ein Glas Bohnen herauszufischen. Man muss kein Statiker sein, um das Risiko des fragwürdigen Manövers zu erkennen. Die Frau lässt …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Besser leben?!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Nina Seel über mögliche Lebensentwürfe für Mittzwanziger und überlegt, wie Ratgeber das Leben bereichern können. „Ich glaube, ich bin jetzt in dem Alter, in dem man anfängt, Ratgeber zu lesen“, hörte ich mich neulich sagen. Klingt altmodisch? Ich meine nicht diese Art von Büchern, die einem näher bringen, wie man Kinder antiautoritär großzieht, Teenagern durch die Pubertät hilft oder seine Ehe vor dem öden Alltag rettet. Mit diesen Themen kann ich mir glücklicherweise noch ein paar Jahre Zeit lassen. Aber durch den aktuellen Trend der Selbstoptimierung und Achtsamkeit kam ich gar nicht daran vorbei, einmal zu überlegen: Was könnte ich ein bisschen besser machen? Instagram zum Beispiel versorgt mich täglich mit einer großen Dosis Inspiration zu allen Lebensbereichen. Ob Selbstliebe, Nachhaltigkeit oder Life-Coaching, jeden Tag werde ich mit der Frage konfrontiert: Wer bin ich und wer will ich sein? Mich selbst kennenlernen Diverse Wehwehchen in den vergangenen Monaten gaben mir einen Anstoß, mich damit zu beschäftigen, was Gesundheit …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Immer wieder sonntags

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Hannah Wagner über das wichtigste ihrer Rituale und seine gesellschaftliche Relevanz: Den Tatort.  Dödö – Dödö – Dödödööö – Dö! Nichts hat sich in mein Gehirn so eingebrannt, wie die Titelmusik zum Tatort und nichts symbolisiert für mich so sehr das Ende der Woche. Der Retro-Oldschool-Nostalgie-Vorspann ist noch der gleich wie 1970: Damals wurde am 29. November die erste Folge ausgestrahlt. Inzwischen ist es die beliebteste Krimireihe der Deutschen. Fast 50 Jahre nach dem ersten Tatort hat sich sicherlich vieles verändert: Die Gesellschaft, die relevanten Themen, die Schauspieler, die Inhalte. Nur Vor- und Abspann mit den eingängigen Tönen von Klaus Doldinger sind geblieben und Beweis dafür, dass der Tatort Kultstatus hat. Die Meinungen zu diesem Klassiker des deutschen Fernsehens gehen allerdings auseinander: Entweder er gehört fest zum sonntäglichen Ritual oder er wird kategorisch abgelehnt. Entweder, man ist zur Sendezeit nicht erreichbar, oder man hat viel Platz auf den Straßen und in Restaurants. Dödöööööööööö Für mich ist Sonntagabend …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Helau und Alaaf

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Nina Seel, wer eigentlich die fünfte Jahreszeit erfunden hat und warum wir uns zu Fasching, Fastnacht und Karneval verkleiden und mit Konfetti bewerfen. Es ist soweit, die Jecken und Narren sind los. In vielen Regionen Deutschlands wird wieder Fasching, Fastnacht oder Karneval gefeiert, wahlweise auch Fasnet oder Fastelovend. Die Herkunft des Namens liegt nah, wie ich bei meiner Begriffsrecherche herausfand: Er geht auf das althochdeutsche fasta wie Fastenzeit und naht wie Nacht oder Vorabend zurück, die Tage vor Beginn der Reinigung und Läuterung. Der Begriff Fasching reiht sich ein und meint den Fastenschank – den letzten Ausschank von Alkohol am Vorabend der Fastenzeit. Der Karneval hat seinen Ursprung im lateinischen carne levare – Fleisch wegnehmen, da in der Zeit des Fastens auch darauf verzichtet werden sollte. Es ist ein rituelles Fest, kulturell und religiös in vielen Regionen der Welt verankert. Vorläufer davon wurden schon vor 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert, die Ägypter und die Griechen zelebrierten …

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ist das klausurrelevant?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute beschreibt René Lang seine Gefühle in der Prüfungsphase. Es ist mal wieder soweit: Das Wintersemester neigt sich dem Ende, die Zeit der Klausuren und Abschlussprüfungen rückt näher. Langsam, aber sicher verfalle ich in einen Zustand des Dauerstresses. Bücher, Blätter und Karteikarten und stapeln sich auf meinem Schreibtisch. Ich entwickle einen Tunnelblick, der sich ausschließlich auf das zu Lernende beschränkt. Freunde, Familie und Freizeitaktivitäten bleiben zwangsweise auf der Strecke. Dabei läuft meine Vorbereitung auf anstehende Klausuren jedes Semester gleich ab: Ich durchlebe die fünf Phasen der Trauer in angepasster Form. “In einer Welt, in der Trump Präsident werden und Pietro Lombardi ein Buch schreiben kann, wirst du es auch schaffen, deine Prüfungen zu bestehen. #prüfungsphase” Quelle: JODEL Es beginnt mit der Verleugnung. Ich habe noch mehr als genug Zeit. Soviel ist es dieses Mal auch nicht. Morgen starte ich wirklich, aber dann den ganzen Tag. Diese und ähnliche Gedanken hindern mich daran, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Mit …

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Plötzlich ist die Zukunft da

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute fragt sich Hannah Wagner, ob mit dem Ende des Studiums die Zukunft beginnt oder der Weg frei ist für etwas Neues? Ich habe immer munter vor mich her studiert, diverse Dinge nebenbei gemacht, bin gereist, habe gearbeitet und in den Tag hinein gelebt. Die Frage: “Was wird man eigentlich als Kulturwissenschaftlerin?” habe ich geflissentlich gemieden und bin sie scherzhaft umgangen: “Taxifahren, was sonst, haha.” Ich war mir selbst nicht sicher und habe deshalb nach dem Motto gelebt: Kommt Zeit, kommt Rat, irgendeine Möglichkeit wird sich schon ergeben. In dieser, meiner Welt, war die Zukunft noch weit weg: Fester Job, Steuern zahlen, sich irgendwo festsetzen, Kinder, für einen Weg entscheiden – diese Elemente waren ausgeschlossen. Über acht Jahre ging das so. Weit weg und doch so nah Vor ein paar Wochen dann kam die eiskalte Erkenntnis: Die Zukunft ist da! Woran ich das festmache? An immer mehr Terminen für Hochzeitsfeiern, an Ultraschallbildern und den Kindern meiner Freunde, auf die …