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Jutebeutel bis Cocktailkleid: Tanja Horländer zeigt Kniffe an der Nähmaschine

Nähcoach Tanja Horländer gibt Interessierten einmal pro Woche Tipps an der Nähmaschine. Fotos: Angela Gräsel Nähcoach Tanja Horländer gibt Interessierten einmal pro Woche Tipps an der Nähmaschine. Fotos: Angela Gräsel

Bunte Stoffe, klappernde Scheren, ratternde Nähmaschinen: Einmal pro Woche steht die Studentin Tanja Horländer Nähbegeisterten als Nähcoach im „Eckhaus“ in Landau mit Rat und Tat zur Seite. Die gelernte Schneidergesellin bietet professionelle Unterstützung bei Näharbeiten. Spaß an der Arbeit in der Gemeinschaft steht dabei an erster Stelle.

Schon bei Betreten des Eckhauses in der Landauer Westbahnstraße wird deutlich, dass sich an diesem Ort kreative Köpfe tummeln. Nähutensilien wie Scheren, Nadeln und haufenweise bunte Stoffe stechen direkt ins Auge. Im hinteren Raum der hellen Erdgeschossfläche rattern jeden Dienstag von 17:30 bis 20:30 Uhr die Nähmaschinen. Dann macht sich Tanja Horländer als Nähcoach ans Werk. Für kleines Geld bietet sie Hilfe bei Näharbeiten: „Jeder, der Spaß und Interesse am Nähen hat, kann ohne Voranmeldung vorbeikommen. Welche Vorerfahrung man hat, spielt keine Rolle“, erzählt die Landauerin. Eingeladen sind Menschen jeden Alters und in Zukunft möchte die gelernte Schneidergesellin zusätzlich einen Kindernähkurs anbieten: „Angedacht sind Näharbeiten wie Sorgenmonster oder Mäppchen. Gerade Kinder sind sehr angstfrei, was Nähmaschinen angeht“, berichtet Horländer.

Das Eckhaus in der Westbahnstraße bietet mit seinen zwei großen Räumen viel Platz für Kreativität. Gegründet wurde es vom ehrenamtlichen Verein Südstern e.V. und wird von Landauer Studierenden betrieben. Fast jeden Tag gibt es Angebote, der Erlös wird häufig gespendet.

Ein kreativer Ort zum Austoben: Das Eckhaus in der Westbahnstraße 11 in Landau.

Ein kreativer Ort zum Austoben: Das Eckhaus in der Westbahnstraße 11 in Landau.

Nähen in der Gemeinschaft

Durch die professionelle Betreuung im Nähkurs kann Schritt für Schritt die Kunst des Schneiderhandwerks erlernt werden: „Bei Anfängern sind oft Taschen oder Jutebeutel beliebt. Bei Fortgeschrittenen entstehen aber auch schon mal tolle Kleidungsstücke“, weiß Horländer. Das Schöne an den Kursen ist ihrer Meinung nach das Arbeiten in der Gemeinschaft: „Alleine kann Nähen oft frustrierend sein. In der Gemeinschaft hat man hingegen immer eine helfende Hand und Unterstützung.” Anders als bei klassischen Nähkursen gibt es kein starres Programm. Jeder kann sein eigenes Projekt mitbringen oder auch Vorschläge der Kursleiterin annehmen. „Dabei macht nicht unbedingt das Ergebnis am meisten Spaß, sondern zu sehen, wie aus vielen Dingen ein großes Ganzes wird“, ist sich die Landauerin sicher.

Bei der Arbeit an der Nähmaschine ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Bei der Arbeit an der Nähmaschine ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Vom Schneidern zur Pädagogik

Nach einer Ausbildung zur Damenoberbekleidungsschneiderin verschlug es Horländer nach Stuttgart, wo sie sich als staatlich anerkannte Produktentwicklerin für Mode weiterbildete. „In der Praxis herrscht im Modedesign ein hoher Konkurrenzkampf. Da ich aber ein sozialer Mensch bin, merkte ich, dass ich in dieser Branche auf Dauer nicht glücklich werde“, erzählt die 29-Jährige. Seit 2011 studiert sie Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Frühe Kindheit am Campus Landau. Für die Zukunft kann sich die Studentin vorstellen, Pädagogik und Nähkunst zu vereinen: „Kinder zu unterstützen, indem sie auch handwerklich und motorisch gefördert werden, ist mir ein wichtiges Anliegen.“ Mit ihrem Studium lassen sich die Nähkurse gut vereinbaren: „Es braucht zwar einige Vorbereitung, aber die Kurse finden zum Glück am Abend statt. Mehr als zehn Stunden pro Woche überschreitet der zeitliche Aufwand nicht, deshalb bekomme ich beides gut unter einen Hut.”

Upcycling: Aus ein paar alten Stücken Stoff wird ein Kleid.

Aus ein paar alten Stücken Stoff wird ein Kleid.

Mit Upcycling zur ersten eigenen Modenschau

Besonders am Herzen liegt Horländer das sogenannte Upcycling. Dabei werden aus alten Kleidungsstücken neue Teile genäht. „Vor kurzem habe ich spontan aus einer langen Hose ein Cocktailkleid gemacht. Ich bin ein Bauchmensch und plane nie viel voraus. Die Dinge entstehen einfach – wie bei einem Gemälde“, schwärmt die Studentin. Am 16. Oktober kann man ihre Upcycling-Mode im Rahmen des Tags zur Nachhaltigkeit auf der Landesgartenschau bewundern. Ein ganz besonderes Ereignis für die gelernte Schneidergesellin: „Für mich ist das die erste Modenschau, auf der ausschließlich meine Sachen präsentiert werden – und das auf der Landesgartenschau. Das ist wirklich ein unglaubliches Gefühl.“

Angela Gräsel

6 Kommentare

  1. Christine Trauth sagt

    Hallo,
    Ich schenke dieses Jahr meiner 9 jährige Tochter eine Nähmaschine u. Würde ihr gerne einen Nähkurs dazu schenken.
    Bieten sie einen Nähkurs für Kinder an? Ich würde mich über eine Rückantwort mit Infos freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christine Trauth

  2. silke Merker sagt

    Hallo zusammen
    Auch ich interessiere mich für einen Nähkurs für Kinder.
    Die Mädchen sind 13 und 15 Jahre alt.
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Liebe Grüße
    silke

  3. Tanja Hans sagt

    Hallo
    ich habe interesse an Ihrem Nähkurs. Soll man zu dem Nähtreff seine eigenen Utensilien (Stoffe , Schnittmuster, …) mitbringen oder kann man diese auch vor Ort erwerben? Was kostet so ein Kurs?
    Gruß Tanja

  4. Ulrike Eichenlaub sagt

    Guten Tag!

    Unsere 8-jährige Tochter würde sich ebenfalls sehr für einen Nähkurs interessieren, in den Ferien, oder auch außerhalb über mehrere Wochen hinweg.
    Die Termine von VHS und Haus der Familie haben bei uns nicht gepasst, bieten Sie mittlerweile eine Möglichkeit an?

    Viele Grüße,

    Ulrike Eichenlaub

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