Monate: Juni 2015

Nadine Ketterer: Stipendiatin und Stipendiumsbotschafterin in Landau. Foto: Privat

Aufstiegsstipendium unterstützt beim Weg vom Beruf ins Studium

Wer an einem Studium interessiert ist und bereits eine Berufsausbildung und Erfahrung im Job vorweisen kann, für den könnte das Aufstiegsstipendium interessant sein. Es bietet die Möglichkeit, sich nach einer beruflichen Ausbildung akademisch weiter zu qualifizieren. UniBlog sprach mit Nadine Ketterer, Stipendiumsbotschafterin am Campus Landau, über das Angebot. Ungewöhnliche Ausbildungswege – damit kennt sich Nadine Ketterer aus: Sie ist Botschafterin des Aufstiegstipendiums und selbst Stipendiatin, studiert im sechsten Semester Psychologie und weiß, welche Chancen die Förderung bietet. Darum ermutigt sie Interessierte zu einer Bewerbung. Angeboten wird das Aufstiegsstipendium von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), die das Programm für das Bundesministerium für Bildung und Forschung durchführt. Seit 2008 wird das Programm konstant ausgebaut und ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung „Aufstieg durch Bildung“. Chance für Berufserfahrene mit Talent und Engagement Das Förderprogramm eignet sich für Berufserfahrene, die einen ersten akademischen Hochschulabschluss anstreben. Die Bewerbung ist schon vor Studienbeginn möglich, wer bereits studiert, kann sich bis zum Ende des zweiten Semesters bewerben. Da es Teil der Begabtenförderung ist, unterstützt es Menschen, die in Ausbildung und Beruf …

Eines der Porträts von Martin Lilkendey zeigt den zwölfjährigen Enisa aus dem Kosovo. Foto: Lilkendey

Flüchtlingsschicksale in Nahaufnahme

Martin Lilkendey ist Akademischer Oberrat für künstlerische Praxis und Didaktik am Institut für Kunstwissenschaft. Seine neuste Reihe „Where are we going“ porträtiert Flüchtlinge, die in Köln untergekommen sind. Seit September 2014 fotografiert Martin Lilkendey Personen in einem Kölner Container. Das Set ist ein ganz einfaches: ein schwarzer Hintergrund, ein Stativ mit Kamera und eine Fotoleuchte. Die Bilder sind intensiv. Vor allem wenn man weiß, welche Geschichten die Menschen haben, die der Koblenzer Dozent vor seiner Linse hat: Es sind Flüchtlinge. Seine Reihe “Where are we going” ist zur Zeit im Internet zu sehen. „Ich versuche, den Begriff Flüchtling zu personifizieren, meiner Ansicht nach ist der Begriff zu beschränkt und zu negativ behaftet für die Menschen, die damit gemeint sind“, meint Lilkendey. Seitdem die Medien verstärkt über das Thema berichteten, ist es ihm wichtig, die Problematik mit der Sprache anzugehen, die er am besten spricht. „Xenophobie, also Fremdenangst, führt zu Fremdenhass. Diese Angst verschwindet normalerweise, wenn man sich mit den Menschen beschäftigt, sie kennenlernt, sie ansehen kann“, sagt Lilkendey. Die Fotografie bietet in seinen Augen die …

Endlich die Sportschuhe vom Nagel nehmen und fit werden: Das Projekt „Bewegte Uni bewegt“ von Sportwissenschaftler apl. Prof. Dr. Theis und seinen Mitarbeitern zeigt, wie es geht. Foto: Fotolia/Halfpoint.

Bewegte Uni: Tipps für einen schlanken Sommer

Zu faul zum Joggen? Zu träge, die Sportschuhe anzuziehen? Der innere Schweinehund ist nur schwer zu überwinden, wenn es darum geht, regelmäßig Sport zu treiben. Und das trotz der allseits bekannten positiven Effekte. Gerade wenn der Sommer vor der Tür steht, möchten viele den lästigen Winterspeck loswerden – möglichst ohne großen Aufwand. Was tun? Das Projekt “Bewegte Uni bewegt”, ausgetüftelt von Sportstudenten unter der Leitung von Sportwissenschaftler apl. Prof. Dr. Reiner Theis, zeigt, wie sich die Studierenden am Campus Koblenz fit halten können. Ob in den Pausen, in der Mensa oder sogar während der Lehrveranstaltungen – überall soll sich bewegt und gesportelt werden. Theis und seine Helfer haben auf dem Campus an den Aufgängen rechts und links von der Bibliothek Schilder mit Fotos verteilt, die zeigen, wie es funktioniert. Die einfachen Übungen wirken – regelmäßig ausgeführt – Wunder gegen schlaffe Muskeln. Sport in den Uni-Alltag integrieren Bewegte Uni möchte die positiven Effekte, die aus Sport resultieren, im Alltag für alle zugängig machen. Denn Bewegung hilft nicht nur beim Abnehmen, sondern auch beim Abbau von Stress …

Heute schreibt Campus-Reporterin Carolin Höring. Zeichnung: Carolin Höring.

Back to the roots: Hallo, Kinderzimmer!

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Carolin Höring über einen Ausflug back to the roots: In ihr altes Kinderzimmer. Viele von uns kennen es: Man beginnt zu studieren und startet in einen völlig neuen Lebensabschnitt, vor allem, wenn man das vertraute elterliche Nest verlässt und in die eigenen vier Wände zieht. Ob WG-Zimmer oder eigene Wohnung, an die neu gewonnene Freiheit gewöhnt man sich früher oder später. Mein Freund und ich wohnen seit drei Jahren zusammen in einer Altbauwohnung und fühlen uns pudelwohl. Unsere Eltern wohnen in der Nähe – der Abschiedsschmerz war beim Auszug nicht allzu groß. Plötzlich aber saßen wir wieder in unseren alten Kinderzimmern. Wer die Zeit zurückgedreht hat? Na, die Handwerker! Wie alles begann Die Mieter unter uns beschwerten sich über feuchte Decken. Die Ursache fand man bedauerlicherweise in unserem Badezimmer. Es stellte sich heraus, dass die Wasserrohre seit Jahren undicht sind und der Boden regelmäßig unbemerkt geflutet wurde. Die Handwerker rückten also an, um den Wasserschaden zu beheben. …

Die berühmte Raute: Prof. Michael Klemm erklärt im Gespräch mit Uniblog die Selbstdarstellung von Politikern. Foto: Fotolia/Tom-Hanisch

Von Raute bis Fingergate: Wie Politiker sich visuell inszenieren

Ob Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier oder Sarah Wagenknecht: Sie kämpfen im Fokus der Medienöffentlichkeit um Aufmerksamkeit und ein gutes Image. Michael Klemm, Professor für Medienwissenschaft an der Uni in Koblenz, hat Politiker seit einigen Jahren besonders im Blick: Er erforscht ihre visuelle Selbstdarstellung. Warum ein Obama in Deutschland keinen Erfolg hätte und Varoufakis´ Hemdsärmeligkeit gar nicht so neu ist, verrät er im Gespräch mit Uniblog. Politiker stehen medial sehr viel stärker unter Beobachtung als andere Prominente und ernten oft Spott und Häme für ihr Verhalten – man denke nur an Peer Steinbrücks Stinkefinger im SZ-Magazin 2013. Ist das ein Grund, warum Politiker stets sehr kontrolliert und zuweilen auch berechnend auftreten? Für Politiker gilt natürlich ein anderes normatives Anforderungsprofil als für andere prominente Menschen. Medien vergessen nicht und können jedwede verbale und nonverbale Ausdrucksweise auch viele Jahre später im passenden Moment wieder herauskramen und in einen völlig anderen Kontext setzen, der sich strategisch gezielt auch gegen den Politiker wenden kann. Politiker wissen heutzutage also sehr genau, dass jede Handlung unter die Lupe genommen wird und investieren …

Probleme und Fragen für Unternehmen lösen - das lernen Studierende bei KoUnity. Dieses Wissen dürfen sie danach auch praktisch anwenden. Foto: Fotolia/fotogestoeber

Früh übt sich: Studentische Unternehmensberatung KoUnity

Geschäftsprozesse verbessern, Businesspläne erstellen und Vertriebsstrategien optimieren: Herausforderungen aus der beruflichen Praxis schon an der Uni zu meistern, ist dank der studentischen Unternehmensberatung KoUnity e.V. möglich. In dem 2005 gegründeten Verein können Studierende verschiedener Fachrichtungen an der Universität und Hochschule in Koblenz Erfahrung im Bereich Management und IT sammeln. Schon im Studium ein Consultant sein und Geschäftsführern auf Augenhöhe begegnen: Das klingt neben dem meist theoretischen Uni-Alltag spannend und wird mithilfe von KoUnity für Studierende Realität. Die studentische Unternehmensberatung greift kleinen und mittelständischen Firmen aus der Region unter die Arme, die selbst über keine eigene Beratung verfügen. Das Kompetenzspektrum von KoUnity reicht von Marktanalysen über Prozessmanagement bis hin zu Softwareevaluation und Webentwicklung. Für die Bearbeitung der jeweiligen Projekte wird ein individuell auf den Kunden abgestimmtes Beraterteam zusammengestellt. Doch bevor Studierende in die Berufswelt eintauchen können, müssen sie sich als Anwärter intern beweisen. Aller Anfang ist schwer Die 20-jährige Jeanine Krath ist seit 2013 aktives Mitglied bei KoUnity im Bereich Marketing & PR. Sie studiert Psychologie und Management im Zwei-Fach-Bachelor im fünften Semester an der Universität …

Heute schreibt Campus-Reporterin Angela Gräsel. Zeichnung: Carolin Höring

Low Carb – immerhin

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Angela Gräsel erzählt von Zwischenmietern mit merkwürdigen Macken.  Meine Mitbewohner sind Weltenbummler. Darum hatte ich schon häufiger das Vergnügen, mit ihren Zwischenmietern zu leben. Das sind jene seltenen Geschöpfe, die für ein paar Monate in den möblierten Gemächern eines fremden Menschen hausen. Objektiv betrachtet eine ziemlich seltsame Vorstellung, als Student allerdings eine finanzielle Win-win-Situation. Nur für die übrigen Bewohner bleibt das Win-win aus. Man kennt die Marotten und Gewohnheiten des anderen nicht und hat eigentlich auch gar keine Lust, sich für die kurze Zeit an diese zu gewöhnen. Die letzte Zwischenmieterin, mit der ich die Ehre hatte, hieß Kari. Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand darin, den alteingesessenen WG-Bewohnern Vorträge über ihre Essgewohnheiten zu halten. In Karis Fach befanden sich meist nur Magerquark und fettfreier Joghurt, natürlich laktosefrei. Anfangs hielten wir das für eine unheimlich schlaue Taktik ihrerseits – „Mein“ und „Dein“ wird in unserem Kühlschrank nämlich nicht so groß geschrieben. Bei Magerquark und fettfreiem Joghurt akzeptiert man das „Dein“ hingegen gern. …

Ein Zuhause in Trümmern: Das Erdbeben verwüstete auch im südlichen Flachland Nepals die Häuser vieler Menschen. Fotos: Privat

Erdbeben in Nepal: “Alles um uns herum hat gewankt”

Milena Rabe, 22 Jahre alt, unterrichtete Englisch in Nepal, als die Erde plötzlich bebte. Die Kulturwissenschaftlerin im 6. Semester berichtet im Interview mit UniBlog über ihre Erlebnisse und Arbeit vor Ort. Wie kamen Sie darauf, nach Nepal zu reisen? Ich wollte nach der Bachelor-Arbeit etwas Sinnvolles tun, Entwicklungshilfe vielleicht. Allerdings nicht mit einer kommerziellen Organisation. Über einen Freund kam ich zu Scouting Bonn e.V., ein junger, gemeinnütziger Verein für Kinder- und Jugendarbeit in Bonn. Der Verein hat Kontakte nach Nepal, und so kam ich an die Navodaya-Schule im Terai, im südlichen Flachland von Nepal, wo ich Englischunterricht geben sollte. Die Navodaya ist eine christliche, kostenlose Schule für Kinder der Chepang, eine indigene Ethnie, die sehr arm ist. Am 10. April ging Ihr Flug. Wie waren die ersten Tage? Als ich dort ankam, waren noch Ferien. Zusammen mit den Lehrern habe ich die Schule eingerichtet, Bücher und Hefte sortiert. Nach einer Woche kamen die Kinder zurück aus ihren Heimatdörfern und wir haben uns kennengelernt. Zwei Wochen später brach das erste schwere Erdbeben aus … So etwas …

Jan Guretzke spielt und unterrichtet schottischen Dudelsack leidenschaftlich gerne. Foto: Esther Bauer

Mit Kilt und Dudelsack

Andere tragen Schürze und Tablett, Jan Guretzke trägt Kilt und Dudelsack. In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” spricht der Koblenzer Lehramststudent über seinen Nebenjob als Dudelsack-Lehrer und Musiker. Wer sind Sie? Mein Name ist Jan Guretzke, ich bin 25 Jahre alt und studiere den Master of Education auf Gymnasial-lehramt für Mathe und Physik. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich unterrichte schottischen Dudelsack und bin Musiker in verschiedenen Pipe-Bands. Die Bands geben Konzerte und spielen auf Wettkämpfen, sogenannten Competitions, wofür am meisten Trainingszeit verwendet wird. Wir geben natürlich auch herkömmliche Auftritte. Hauptsächlich spiele ich in einer Band in Belgien. Schüler habe ich zur Zeit nicht sehr viele, da das Erlernen des Dudelsacks viel Zeit und Disziplin erfordert. Was sind Ihre Aufgaben? In den Bands bin ich hauptsächlich für den Sound zuständig, das heißt, ich stimme die Instrumente und optimiere den Klang. Den Musikschülern bringe ich motorische und musiktheoretische Grundkenntnisse bei. Was letztlich den Erfolg ausmacht, ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Das bedeutet, dass ich den Schülern nicht nur das Instrument beibringe, ich …

Prof. Dr. Martin Pütz mit seiner Klasse in Botswana. Foto: Pütz

Afrika hautnah erleben: Ein Auslandssemester in Botswana

Ob eine Sprachreise nach England, ein Au-Pair-Aufenthalt in den USA oder ein Job als Kellner in Australien: Im Rahmen eines Lehramtsstudiums mit dem Fach Englisch für Gymnasium oder Realschule plus absolvieren Studierende einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land. Ein ganz besonderes Ziel: Botswana im Süden Afrikas. 14 Flugstunden entfernt liegt dieses atemberaubende und vielen doch eher unbekannte Land, das Studierende der Anglistik am Campus Landau als Ziel für ihre Auslandserfahrung auswählen können. Bereits seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft mit der University of Botswana in Gaborone, berichtet Prof. Dr. Martin Pütz, Geschäftsführender Leiter des English Departments am Campus Landau: “Ich besuchte eine Konferenz zur Globalisierung des Englischen in Afrika und kam dort mit einem Kollegen ins Gespräch. Wir tauschten uns über Kooperationsprojekte aus und plötzlich fiel das Stichwort Botswana.” Der fachbezogene Austausch ist inzwischen fest etabliert und hat auch für die Universität insgesamt eine Ausnahmestellung. Das komplette Semester in Botswana (4 Monate) wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert und im Zuge des ISAP-Programms finanziert. Nicht nur die Anreisekosten werden übernommen. Den Studierenden stehen …