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“Hürdenlos” durch Landau

Im Rahmen des Projekts Landau Hürdenlos haben Anja Brusch und Bianca Karwacki zusammen mit Marius Rein an einem barrierefreien Online-Stadtführer gearbeitet. Foto: Philipp Sittinger

Im Rahmen des Projekts Landau Hürdenlos haben Anja Brusch und Bianca Karwacki zusammen mit Marius Rein an einem barrierefreien Online-Stadtführer gearbeitet. Foto: Philipp Sittinger

Studieren findet nicht nur in geschlossenen Räumen statt: Im letzten Jahr ihres Studiums können die Studierenden der Erziehungswissenschaft mit dem Teilstudiengang Sonderpädagogik ihr Wissen in verschiedenen Inklusionsprojekten anwenden. Das lebensbezogene Praxis- und Handlungsfeldprojekt wird dabei sowohl von den Seminarleitern Professor Andreas Kuhn und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Moritz Negwer als auch von externen Partnern aus der Praxis begleitet.

In kleinen Gruppen befassen sich die Seminarteilnehmer ein Jahr lang mit der Ausgestaltung und Umsetzung von Projekten aus dem Bereich der Inklusion. Die Partner aus der Praxis sind Verbände, aber auch Privatpersonen. Sie unterstützen die Studierenden bei ihrer Arbeit. Viele von ihnen, wie zum Beispiel der Club Behinderter und ihrer Freunde Südpfalz e.V. oder das Caritas Förderzentrum St. Laurentius und Paulus, nehmen jedes Jahr an der Veranstaltung teil. Die Projekte reichen von Aktionen für Menschen mit Behinderungen bis zur Gründung einer inklusiven Wohngruppe. Anja Brusch, Bianca Karwacki und Marius Rein haben sich als Projektgruppe Landau Hürdenlos mit dem Ausbau eines barrierefreien Stadtführers für Landau beschäftigt. Er soll Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit geben, sich im Vorfeld über die Barrierefreiheit von Einrichtungen zu informieren. “Das Ziel ist, allen Menschen freien Zugang zu diesen Informationen zu ermöglichen”, erklärt Marius Rein. Landau Hürdenlos ist im Internet abrufbar und auch mobil als Webapplikation verfügbar.

Barrierefrei ist mehr als nur eine Rampe

Den Stadtführer zeichnet aus, dass er sehr detailliert ist und viele Faktoren berücksichtigt, die über die Frage nach einer Rampe für Rollstuhlfahrer hinausgehen. Es gibt genaue Angaben dazu, ob Hinweisschilder für Sehbehinderte gut erkennbar sind, ob ein Handlauf vorhanden ist oder in welchem Winkel eine Rampe angebracht ist. “Es geht dabei nicht darum, Einrichtungen bloßzustellen, weil sie nicht barrierefrei sind, sondern Informationen für Menschen mit Behinderungen bereitzustellen, damit diese nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden”, betont Bianca Karwacki. Die Hauptaufgabe der Projektgruppe bestand darin, eine inklusive Erhebergruppe ins Leben zu rufen, die die Messungen für den Stadtführer an verschiedenen Orten der Stadt durchführt. Dafür haben die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Club Behinderter und ihrer Freunde Südpfalz ein Netzwerk mit möglichen Projektpartnern aufgebaut. Ziel dabei ist, dass eine Vielfalt an Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenkommt. Im Team arbeiten Menschen mit Behinderungen, Studierende und Senioren zusammen, von denen jeder eine feste Aufgabe hat, die seinen Möglichkeiten entspricht. “Es kann wirklich jeder mitmachen.” Die Datenerhebung muss in einer Schulung gelernt werden, die ebenfalls von der Universität organisiert wird.

Weblog zeigt die Fortschritte der Projekte

Andreas Kuhn und Moritz Negwer begleiteten die verschiedenen Projektgruppen des Seminars. In zunächst regelmäßigen Sitzungen bereiteten sie die Studierenden auf die Arbeit an den verschiedenen Themen vor und führten sie in das Projektmanagement ein. Die darauffolgende freie Arbeit an den Projekten und deren Durchführung wurden stetig dokumentiert und regelmäßig evaluiert, um den Erfolg und die Einhaltung der zeitlichen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Ein PR-Team informierte auf einem Blog regelmäßig über Fortschritte im Arbeitsprozess und erste Ergebnisse. “Wir haben sehr viel über Zeitmanagement und Verantwortung gelernt, aber auch erfahren, wie barrierebelastet unser Sozialraum ist. Viele Einrichtungen, die man auf den ersten Blick für barrierefrei hält, sind in der Realität nicht für alle Menschen zugänglich”, stellen Rein, Karwacki und Brusch fest. Umso wichtiger ist es also, dass sich viele Menschen in den Erhebergruppen engagieren, um die Aktualität und Zuverlässigkeit des Stadtführers zu gewährleisten.

Lisbeth Wolf

Um den barrierefreien Stadtführer aktuell zu halten, sucht Landau Hürdenlos Menschen mit und ohne Behinderung, die sich an der Datenerhebung und der Pflege der Internetseite beteiligen möchten. Wer Lust hat, sich in einem inklusiven Team für die Barrierefreiheit Landaus einzusetzen, insbesondere längerfristig, kann sich direkt an die die Projektgruppe Landau Hürdenlos oder an einen der Projektpartner wenden. Informationen zum Projekt sowie Kontaktdaten stehen auch als Flyer zur Verfügung.

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