Alle Artikel in: Studieren & Lehren

Soziale Medien und das Smartphone kann man auch in den Unterricht einbinden und so Schüler begeistern - das zeigt Eva Korn in ihrer Masterarbeit. Foto: Fotolia/Mirko

Kunstpädagogik: Schüler mit Instagram-Kurzfilmen begeistern

Wie kann man Schüler in Zeiten von Digitalisierung und Social Media erreichen? Diese Frage stellte sich Eva Korn, angehende Lehrerin für Kunst und Deutsch im Gymnasium, im Rahmen ihrer Masterarbeit. Ihre Idee: Indem man mit ihnen Instagram-Kurzfilme zu Themen dreht, die sie bewegen. Mit ihrem modernen Unterrichtsentwurf gewann die 25-Jährige einen Wettbewerb des Bundes Deutscher Kunsterzieher (BDK) und durfte das Projekt mit Schülern der 7. und 8. Klasse in Berlin umsetzen. Im Sommersemester 2017 besuchte die Lehramtsstudentin Eva Korn zwei Seminare am Campus Landau: „Digitale Medien in der Kunstpädagogik. Historische, aktuelle und zukünftige Herausforderungen“ bei Dr. Marc Fritzsche vom Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst und „Zeitgenössisches Kino. Von Hollywood zum Autorenfilm” bei Dr. Björn Hayer vom Institut für Germanistik. “Eines Tages kam Dr. Fritzsche mit einem Flyer des BDK-Bundeswettbewerbs ins Seminar, der engagierte Studierende der Kunstpädagogik fördert. “Für den Wettbewerb musste man einen Unterrichtsentwurf einreichen, der für drei Tage à vier Stunden konzipiert werden musste”, erzählt Korn. Ihr Ehrgeiz war geweckt und die Idee zu den Instagram-Kurzfilmen mit Schülern geboren: So konnte sie das …

Dr. Andreas Linsenmann (rechts) und Student Tobias Fey haben sich im Rahmen eines Seminars auf Spurensuche der 68er Revolution in Koblenz begeben. Foto: Jan Reutelsterz

Region Koblenz hat “1968” nicht verschlafen

Die Protestbewegung Ende der 1960er-Jahre prägte die Welt: In den USA und vielen anderen Ländern gingen junge Menschen für eine gerechtere Gesellschaft auf die Straße. Doch wie sah es zu dieser Zeit im Koblenzer Raum aus? Waren die Menschen auch hier Teil der Revolte? Dr. Andreas Linsenmann hat sich mit Studierenden aus Koblenz und Mainz in einem Projektseminar auf Spurensuche begeben. “Das Jahr 1968 steht für einen der großen historischen Umbrüche”, weiß Dr. Andreas Linsenmann vom Institut für Geschichte. In den Vereinigten Staaten nahm die Jugenrevolte und Protestbewegung ihren Anfang und hinterließ auf der ganzen Welt ihre Spuren, in Westdeutschland vor allem in Großstädten wie Frankfurt und Berlin. Vor etwa einem Jahr stellte sich der Historiker Linsenmann die Frage, was zu jener Zeit in Koblenz passierte. Bei der Recherche stieß er auf etwas Forschungsliteratur zu Rheinland-Pfalz. “Aber zu Koblenz gab es praktisch nichts”, erinnert er sich. Im Rahmen des Projektseminars “Das lange 1968 in der Region” ging Linsenmann der Historie deshalb empirisch auf den Grund. Tobias Fey ist einer der Studierenden, die sich für das Thema …

Francesca Ulf (links) und ihre Mitstreiter hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit am BTN-Zertifikat, das angehende Lehrer für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren soll. Foto: Philipp Sittinger

Nachhaltigkeit fördern: Zusatzqualifikation für Lehramtsstudierende

Ein nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt wird in Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit immer wichtiger: Mit dem Zertifikat Bildung-Transformation-Nachhaltigkeit (BTN) bereiten sich angehende Lehrkräfte auf ihre Vorbildfunktion im Unterricht vor. Uniblog sprach mit der stellvertretenden Projektleiterin Marie Schehl und Teilnehmerin Francesca Alf, Lehramtsstudentin der Fächer Germanistik und Sozialkunde für Realschule Plus. Was ist das Zertifikat für Bildung-Transformation-Nachhaltigkeit (BTN) und für wen ist es gedacht? Marie Schehl: Das BTN-Zertifikat ist eine zukunftsweisende Zusatzqualifikation für Lehramtsstudierende zur Förderung von interdisziplinärem und systemischen Denken. Es ist ein Projekt des Zentrums für Bildung und Forschung an Außerschulischen Lernorten (ZentrAL), das von Professor Dr. Björn Risch geleitet und durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird. BTN leistet auch einen Beitrag zur Qualitätsoffensive Lehrerbildung im Rahmen des Projekts MoSAiK, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Das BTN-Zertifikat richtet sich an Lehramtsstudierende aller Studienfächer und Schularten. Ziel ist es, angehende Lehrpersonen darauf vorzubereiten, Kinder und Jugendliche fächerübergreifend für die Nachhaltigkeitsproblematik zu sensibilisieren und sie zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen zu inspirieren. Bisher fand eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik in der Lehramtsausbildung nur in Fächern …

Helfen Studienzweiflern im Rahmen des regionalen Netzwerkes Studienausstieg: Rolf Müller von der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, Florian Wagner von der HWK Koblenz, Melanie Becker von der IHK Koblenz und Anna Lauermann, Leiterin des Projekts NeuStArt an der Uni Koblenz-Landau (von links nach rechts). Foto: Jan Reutelsterz

Alternative Wege für den Berufserfolg

Ist mein Studiengang der richtige für mich? Oder sollte ich lieber in ein anderes Fach wechseln? Vielleicht ist ein Studium generell nichts für mich… Mit diesen Fragen hat sich fast jeder Studierende schon einmal auseinandergesetzt. Die verschiedenen Beratungsstellen des regionalen Netzwerks Studienausstieg Koblenz können in solchen Situationen helfen. Was ist das regionale Netzwerk Studienausstieg Koblenz? Das regionale Netzwerk Studienausstieg Koblenz richtet sich an alle Studienzweifler, potenzielle Studienabbrecher und bereits vollziehende Studienabbrecher der Universität und der Hochschule in Koblenz. Studierende können sich an die verschiedenen Anlaufstellen wenden und individuell beraten werden. Der erste Kontakt ist die Allgemeine Studienberatung sowie die Beratungsstelle des Projekts NeuStArt . Hier analysieren die Mitarbeitenden gemeinsam mit den Ratsuchenden die aktuelle Situation, in der sie sich befinden und entwickeln geeignete Entscheidungs- und Handlungsoptionen. Darüber hinaus kann eine Person an die Partnerstellen des Netzwerkes weitervermittelt werden: Die Handwerkskammer Koblenz (HWK) bietet Beratungsgespräche an, wenn der Wunsch besteht, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen. Analog dazu existiert eine Beratungsstelle für Studienzweifler von der Industrie- und Handelskammer Koblenz (IHK). Das Projekt ProFIM der Hochschule Koblenz unterstützt Frauen in …

Die Welt kennenlernen - mit Erasmus + ist das für Studis, Doktoranden und Mitarbeitende der Uni möglich. Foto: Unsplash/Slava Bowman

Erasmus: Wie organisiere ich mein Auslandssemester?

Neue Wege gehen, die Welt entdecken und Vielfalt erleben: Mit einem Auslandsaufenthalt können Studierende nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse ausbauen, sondern auch andere Kulturen kennenlernen. Seit mehr als 30 Jahren bieten Universitäten über das Erasmus- Programm den Austausch zwischen Partneruniversitäten in Europa. Welche Möglichkeiten es an der Uni Koblenz-Landau für einen Auslandsaufenthalt gibt und wie man sich bewirbt, verrät Dr. Iryna Shalaginova, Leiterin des Referats für internationale Zusammenarbeit, im Interview. Was ist Erasmus und wer kann davon profitieren? Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung von fachlichen, sprachlichen und kulturellen Kompetenzen, das für Studierende aber auch für Mitarbeiter der Universität, Dozenten und Professoren zu Lehr- oder Weiterbildungszwecken attraktive Auslandserfahrungen ermöglicht. Seit 2014 werden die EU-Bildungsprogramme und die Programme für Lebenslanges Lernen unter dem Oberbegriff Erasmus+ (Erasmus Plus) gebündelt. Hierzu gehören auch Programme der schulischen und beruflichen Bildung. Welche Möglichkeiten bietet Erasmus für Studierende? Mit dem Erasmus-Programm können Studierende sowohl an einer Partneruniversität im Ausland studieren als auch bei einem Auslandspraktikum wertvolle Einblicke ins Berufsleben sammeln. Pro Studienzyklus (Bachelor, Master, Doktor) ist eine Förderung von bis …

Anja Ohmer promovierte in Germanistik und Komparatistik an der Universität Tübingen und kam als Lehrbeauftragte an die Universität Koblenz-Landau. Foto: Katrin Hiller

Kultur in allen Facetten

Das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog möchte Kultur erfahrbar machen. Apl. Professorin Dr. Anja Ohmer ist Leiterin des ZKW und des Studiengangs Darstellendes Spiel. Warum das Theaterspielen besonders für angehende Lehrer eine Bereicherung sein kann und welche kulturellen Angebote das ZKW allen Studierenden der Uni Koblenz-Landau bietet, erzählt sie im Interview. Was ist das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog? Das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog ist eine fachbereichsübergeordnete Einrichtung, die im Jahr 2010 gegründet wurde. Als Fenster zur Stadtöffentlichkeit hat sich das ZKW zum Ziel gesetzt, Kultur für Studierende und Bürger erlebbar zu machen. Seit 2014 gibt es am ZKW den Zertifikatsstudiengang Darstellendes Spiel, der Lehramtsstudierenden neue Perspektiven im Beruf eröffnet. Wie sieht das kulturelle Angebot des ZKW aus? Das ZKW betreut verschiedene Veranstaltungsreihen und arbeitet mit außeruniversitären Kooperationspartnern zusammen, wie zum Beispiel mit Theatern, Schulen und dem Sender SWR. Zu den wichtigsten Reihen gehören der Martha-Saalfeld-Literaturpreis, die Poetry Slam Landesmeisterschaft und die Poetik-Dozentur. Darüber hinaus liefert die Veranstaltungsreihe Große Begegnungen inspirierende Gedankenanstöße zur persönlichen Entwicklung. Das ZKW ist zwar am Campus in Landau angesiedelt, agiert …

Dr. Robert Rockenfeller hat sich viel mit dem Konzept des "Flipped Classroom" beschäftigt und die Lehrmethode für sich entdeckt. Foto: Jan Reutelsterz

Flipped Classrooms: Lernen im umge­kehrten Klassen­raum

Die Vorlesung zuhause ansehen und dann mit dem Dozenten die Übungsaufgaben lösen? Klingt nach verkehrter Welt. Der “Flipped Classroom” stellt das Konzept des Frontalunterrichts tatsächlich auf den Kopf. Dr. Robert Rockenfeller findet: Sowohl Studierende als auch der Dozent profitieren von den Sitzungen, in denen intensiv zusammen gearbeitet wird. Er lehrt am Mathematischen Institut und experimentiert in seiner Vorlesung mit dem Konzept. Was verstehen Sie unter einem Flipped Classroom? Es ist die Umkehrung des klassischen Lehrkonzepts: Weg vom lehrerzentrierten Unterrichten und schülerzentrierten Üben, hin zum schülerzentrierten Lernen und begleitetem Üben. Dies gilt für Schule und Universität, ich könnte also statt Schüler auch Studierende sagen. Was heißt das konkret? Normalerweise bekommen die Studierenden nach der Vorlesung Übungsblätter, die sie dann zu Hause bearbeiten sollen. Beim Flipped Classroom schauen sich die Studierenden vor der Veranstaltung ein Video der Lehrinhalte an. Ich gebe den Rahmen vor, welches Video in welcher Woche geschaut werden soll. Es zeigt die Vorlesung, wie ich sie auch im Hörsaal halten würde. In der eigentlichen Sitzung mache ich dann mit den Studierenen die Übungs­aufgaben. Der Ansatz des …

Katharina Bitzer (li.) und Dr. Stephanie Schuler haben gemeinsam ein Konzept für PriMa Lernwerkstatt entwickelt und einen Ort geschaffen, an dem Mathematik auf vielfältige Weise erlebt und praktiziert werden kann. Foto: Philipp Sittinger

PriMa Lernwerkstatt: Studierende im Materialparadies

Legosteine, Holzperlen, eine 360-Grad-Kamera, Schränke voller Gesellschaftsspiele und Bücher: In der PriMa Lernwerkstatt im Landauer Westring können Studierende für das Lehramt an Grund- und Förderschule mit den verschiedensten Lernmaterialien ihr mathematisches Theoriewissen in die Praxis umsetzen und in Projekten das Lehrersein üben. “Die Lernwerkstatt für die Primarstufe Mathematik ist das Zentrum für praktischen Austausch und didaktisches Ausprobieren im Bereich der Grundschulmathematik”, berichtet Katharina Bitzer. Sie ist seit Oktober 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Lernwerkstatt und kommt als erfahrene Lehrerin selbst aus der Praxis. Die  31-Jährige weiß, wie wichtig es für die Studierenden ist, sich gut auf den Lehreralltag vorzubereiten und welcher Förderbedarf für die Matheschüler besteht. Diesem Bedarf möchte das Team um Dr. Stephanie Schuler, Professorin für Grundschulmathematik, mit der Lernwerkstatt begegnen. Schuler brachte die Idee vor zwei Jahren in ihrem Berufungsverfahren mit an den Campus Landau. Gemeinsam mit Bitzer entwickelte sie in den vergangenen Monaten ein Konzept für die neue Lernwerkstatt, die zur Arbeitsgemeinschaft Didaktik der Grundschulmathematik gehört. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Hochschulprüfungamtes im Westring wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Theorie des Studiums mit der …

Das Brückenprojekt Informatik hilft beim Start ins Studium. Florian Kähne (zweiter von links) berichtet von dem Angebot, das den Einstieg an der Uni erleichtern soll. Foto: René Lang

Brückenkurs Informatik: Hilfe für den Studienstart

Das Projekt Brückenkurs Informatik am Campus Koblenz soll den Studienstart erleichtern und die Basis für ein erfolgreiches Informatikstudium schaffen. Einer der Initiatoren des Projekts ist der Student Florian Kähne, der sich selbst noch gut an die Erwartungen und Herausforderungen im ersten Semester erinnert. Mit dem Einstieg ins Studierendenleben stürmt viel Neues auf Erstsemester ein: Stundenplan erstellen, am Campus und in einer neuen Stadt orientieren, umziehen, neue Menschen kennenlernen. Hinzu kommt jede Menge Lernstoff in den Vorlesungen und Seminaren, der gepaukt werden muss. So war es auch für Florian Kähne, als er 2012 an den Campus Koblenz kam, um Informatik und Mathematik auf Lehramt zu studieren. “Im ersten Semester sind die Vorkenntnisse im Informatik-Bereich sehr unterschiedlich, nicht jeder hatte das Fach in der Oberstufe”, erklärt der 24-Jährige, der inzwischen im Master studiert. “Daraus ist die Idee zu dem Projekt Brückenkurs Informatik entstanden, das Schüler und Studienbeginner im Fachbereich 4 besser auf die fachlichen Anforderungen vorbereiten soll.” Auf dieser Grundlage entwickelte Kähne gemeinsam mit zehn Kommilitonen im Rahmen eines studienbegleitenden Projektpraktikums das Konzept zur Erstellung einer Plattform, die …

Seit 18 Jahren lehrt Dr. Iris Brandenburger am Campus Landau. Mit der Eröffnung des neuen Gebäudes verlagerte sie ihre Kurse in Ernährungs- und Verbraucherbildung vom Haus der Familie in Landau in die neue Lehrküche. Foto: Philipp Sittinger

Zu Besuch in der Landauer Lehrküche

Betritt man am Campus Landau das K-Gebäude rechts der Haupttreppe, schwebt einem manchmal der Duft von frisch gekochtem Essen entgegen. Wer ihm folgt, gelangt in die Lehrküche von Dr. Iris Brandenburger, in der sie unter anderem Studierenden aus dem Förderschullehramt zeigt, wie man Schüler für das Thema Ernährung begeistert. In der Lehrküche am Campus Landau steht neben der Nahrungszubereitung vor allem die Didaktik im Vordergrund. Hier lernen die Studierenden im Rahmen des Fachs Ernährungs- und Verbraucherbildung, wie sie ihre Schüler im Unterricht anleiten und welches Handwerkszeug sie ihnen mitgeben können. Geleitet werden die Stunden in der Lehrküche von Dr. Iris Brandenburger: „Die Studierenden lernen in diesem Wahlpflichtmodul ihrer Lehramtsausbildung nicht primär das Kochen. In unserer Lehrveranstaltung geht es darum, sich zu überlegen, wie man Inhalte aus dem Ernährungs- und Verbraucherbereich für die Schüler aufbereiten und umsetzen kann.“ Ihre Erfahrungen aus der Lehrküche nehmen die Studierenden während ihres Praktikums mit in die Realschule Plus oder Förderschule und geben sie im Fach Hauswirtschaft und Soziales an die Schüler weiter: „Es kommt vor, dass ein Kind noch nie eine Kiwi …