Alle Artikel in: Studieren & Lehren

Unsere Gesellschaft wird durch Zuwanderung bunter und vielfältiger - das spiegelt sich auch in Schulklassen wider. Das Projekt SpraKult möchte angehende Lehrer für die sprachlich-kulturelle Heterogenität von Kindern und Jugendlichen sensibilisieren und ausbilden. Foto: Unsplash/rawpixel

SpraKult: Sprachlich-kulturelle Vielfalt meistern

In Zeiten zunehmender Heterogenität in Schulklassen sind angehende Lehrer auf Zusatzqualifikationen angewiesen, um optimal auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet zu sein. Hier setzt das Projekt SpraKult an, das ein kostenloses Zertifikatsstudium im Fachbereich Bildungswissenschaften ermöglicht. Seit 2016 gibt es am Campus Landau ein Projekt, das sich gezielt an die Bildungswissenschaften richtet: SpraKult. Es bietet ein Zertifikatsstudium an, das zusätzliche Qualifikationen im Umgang mit sprachlich-kultureller Heterogenität im schulischen Kontext vermittelt und so eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlägt: „Nach wie vor ist es bei den Lehramtsstudiengängen in Deutschland oft so, dass sie ohne eine intensive Auseinandersetzung mit sprachlicher und vor allem kultureller Heterogenität abgeschlossen werden können und sich die Studierenden der Notwendigkeit dieser Thematik auch oft nicht bewusst sind“, erklärt die Projektverantwortliche Marlene Schick-Witte. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Studierenden: Schick-Witte berät und gibt eine Übersicht über die Workshops, Seminare und Projekte. Reflexion uns Analyse Das Zertifikatsstudium ist kostenlos: „Es kostet die teilnehmenden Studierenden lediglich den eigenen Zeitaufwand, um zusätzliche Workshops und Projekte zu besuchen.“ Im Rahmen von SpraKult bietet Schick-Witte selbst zwei Seminare …

Madeleine Becker und Erhan Ayan haben sich im Rahmen von Take.IN fit für die Zukunft gemacht und ihre Kompetenzen im Bereich Integration erweitert. Fotos: Lisa Leyerer

Take.IN: Botschafter der Vielfalt

Für manche Studierende ist der Start an der Universität schwieriger als für andere – zum Beispiel, wenn sie einen Migrationshintergrund haben oder als erste in ihrer Familie studieren. Damit sich Betroffene schneller im universitären Umfeld einleben können, bündelt das Projekt Take.IN Unterstützungsangebote und schult die integrativen Kompetenzen von Studierenden. Madeleine Becker und Erhan Ayan sind Teilnehmer des Projekts und erzählen von ihrem Schritt aus der Komfortzone. Der Integrationsfokus von Take.IN zielt auf Studierende mit Orientierungsbedarf ab: Erstakademiker, Studierende mit Migrationshintergrund sowie ausländische und beruflich Qualifizierte werden im Rahmen vielfältiger Angebote begleitet. “Wir möchten den Studierenden ein Gefühl von Onboarding auf eine wertschätzende Art und Weise geben”, erklärt Dr. Irene Lamberz. Sie ist Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums für Studium und Beruf (KSB), an das Take.IN angegliedert ist. Das Projekt bündelt einzelne Einrichtungen und Angebote der Universität Koblenz-Landau und bietet Studierenden die Möglichkeit, als studentische Begleiter aktiv zu werden. Das Besondere daran: Die Studierenden können wichtige Integrationskompetenzen erwerben und diese in Form von ECTS-Punkten vergüten lassen. Student Advisor und Buddy-Programm Die Ausbildung zum Student Advisor ist in drei …

Dr. Helge Batt, Kathrin Schmidt und Dr. Ina Mittelstädt (hier nicht im Bild) arbeiten in der HDA, die Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrende im Universitätsbetrieb anbietet. Fotos: Lisa Leyerer

Lernen und Lehren: die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle

Wie motiviere ich die Studierenden zur aktiven Teilnahme? Und wie gehe ich mit großen Gruppen um? Die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle (HDA) am Campus Koblenz und am Campus Landau gibt Lehrenden der Universität hilfreiche Methoden und Kenntnisse an die Hand. Das Ziel: die Lehrarbeit erleichtern und den Lernerfolg der Studierenden optimieren. “Wir betrachten die Hochschuldidaktik aus drei verschiedenen Perspektiven,” erklärt Dr. Helge Batt, Leiter der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle. “Aus Sicht der Lehrenden, aus Sicht der Organisation ‘Universität’ sowie aus Sicht der Studierenden.” Das vielfältige Angebot bietet Lehrenden der Universität Koblenz-Landau die Möglichkeit, ihre Qualifikationen im didaktischen Bereich zu erweitern und ihre Hochschullehre zu professionalisieren. Die Weiterbildung der Mitarbeiter soll sowohl die eigene Persönlichkeitsentwicklung stärken, als auch die Weiterentwicklung der Universität im Sinne einer Lehre auf höchstem Niveau. Durch die Vermittlung von Kompetenzen und Wissen soll die Lehre effektiver, erfolgreicher und nachhaltiger gestaltet und gleichzeitig Stress reduziert werden. “Das macht den Arbeitsalltag spannender und ermöglicht den Studierenden ein attraktives Lernumfeld”, verdeutlicht Batt. Learning by Doing Neben der individuellen Unterstützung durch persönliche Beratung und Coaching bietet die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle auch …

Tätowierungen als Ausdruck von Trauer - mit diesem Thema beschäftigten sich Studierende im Rahmen des Lerhforschungsprojekts "Trauerbegleitung am Arbeitsplatz" und holten die Wanderausstellung "TrauerTattoo – meine Haut als Gefühlslandschaft" an den Campus Koblenz. Foto: Stefanie Oeft-Geffarth

Schmerz bis unter die Haut

Über Trauer zu sprechen, ist für viele noch immer ein Tabu. In einem Lehrforschungsprojekt setzten sich drei Studierende mit diesem emotionalen Thema auseinander und holten die Wanderausstellung Trauertattoo – unsere Haut als Gefühlslandschaft an den Campus Koblenz. Schwarze Tinte, die Nadel der Tätowierpistole, ein Schmerz, der unter die Haut geht und dort als Bild verweilt. ‚Jacob‘ steht umrahmt von Flügeln auf der Schulter einer Trauernden. Eine andere trägt das Bild eines verstorbenen geliebten Menschens auf dem Arm. Bei einem dritten Hinterbliebenen symbolisiert eine tätowierte Sanduhr die Vergänglichkeit des Lebens. „Tattoos sind eine Möglichkeit, Trauer bewusst nach außen zu tragen. Viele Trauernde sagen, dass der Verlust eines Menschen eine Wunde hinterlässt. Wunden können heilen, aber Narben bleiben. Trauer ist unsichtbar, aber Tattoos sind wie sichtbare Narben“, erklärt Vanessa Oborovski. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Katja Savcenko und René Kosak setzte sie sich in dem zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt Trauerbegleitung am Arbeitsplatz von Dr. Ursula Engelfried-Rave thematisch und methodisch mit dem Forschungsgebiet der Trauer auseinander. Trauerbegleitung inspiriert zu Ausstellung „Zu Beginn des Lehrforschungsprojekts starteten wir mit einem Intensivwochenende außerhalb der Universität, in dem …

Ines Scheuffele (l.) und Nina Charlotte Kelle halten stolz ihre Projektarbeit über das von ihnen betreute Mentoringprogramm für Ärzte in den Händen. Foto: Esther Guretzke

Com4coaching: Mentorenprogramm von Ärzten für Ärzte

Im integrierten Praxisprojekt des Studiengangs Pädagogik arbeiten Studierende zwei Semester intensiv an einem Projekt, in dem sie quantitative oder qualitative Forschung betreiben. Viele Studierende schließen sich einem Forschungsprojekt der Universität an. Ines Scheuffele und Nina Charlotte Kelle wagten den Schritt, ein externes Projekt in die Hand zu nehmen und entwickelten ein Mentorenprogramm für Ärzte. “Wir wurden ganz schön ins kalte Wasser geworfen, aber wir haben schwimmen gelernt”, erzählen Scheuffele und ihre Kommilitonin Kelle. In Zusammenarbeit mit der Marienhaus Klinik und der Waldbreitbacher Ärzteakademie haben die beiden Studentinnen als Pilotprojekt das Mentoringprogramm com4coaching entwickelt, ein Programm von Ärzten für Ärzte. Chef-, Ober-, Fach-, oder Assistenzärzte haben die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Ausbildung einen Mentor zur Seite gestellt zu bekommen: “Innerhalb des Ärzteteams soll ein Raum geschaffen werden, der Platz bietet für den beruflichen Austausch und Hilfestellungen bei Fragen”, erklärt Kelle. Ziel des Programms ist es, dass sich Mentor und Mentee aufeinander einlassen, um sich so im Berufsalltag gegenseitig zu unterstützen. Während der Projektarbeit stand den Studentinnen Dr. Katrin Keller vom Marienhaus zur Seite, die die Initiatorin …

Dr. Marlis Minnich stellt gemeinsam mit Studierenden das Projekt KNSU auf die Beine, eine Lernplattform zur fachlichen Unterstützung für das Lehren und Lernen in den Bereichen Bewegungs- und Gesundheitsbildung. Foto: Greta Rettler

KNSU – eine Plattform für Sportbegeisterte

Dr. Marlis Minnich ist Akademische Direktorin am Institut für Sportwissenschaft der Universität Koblenz-Landau. Im September 2006 gründet sie zusammen mit dem Institut für Wissensmedien das Kompetenzzentrum Sportunterricht – kurz KNSU. Als Projektkoordinatorin verrät sie dem Uniblog, welches Konzept sich dahinter verbirgt. “Die Idee von KNSU ist es, das, was die Studierenden im Laufe ihres Studiums entwickeln, auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Kompetenzzentrum Sportunterricht ist eine freie Online-Bildungsressource und liegt damit voll im Trend der aktuellen Bildungsoffensive”, erklärt Minnich. Ursprünglich rein auf Angebote für den Sportunterricht ausgelegt, hat sich das Netzwerk im Laufe der Zeit weiterentwickelt und enthält mittlerweile auch Angebote von externen Kooperationspartnern und Gastautoren. Die studentische Mithilfe war für die Sportwissenschaftlerin Minnich von Beginn an ein wichtiger Pfeiler des Projekts:  “Ohne die Ideen meiner Studierenden und die Informatikkenntnisse unseres Webmasters wäre die Umsetzung von KNSU nicht möglich. Dieses Netzwerk lebt quasi durch seine Unterstützer. Und indem sich die Studierenden kreativ engagieren, lernen und profitieren sie am meisten.” Bewegungs- und Gesundheitsbildung im Fokus Im Laufe der Zeit konnte ein facettenreiches Angebot mit Ideen für Unterricht …

Jan-Nicklas Stollberg hat eine abgeschlossene Schreinerausbildung. Seit Oktober 2016 studiert er am Campus Koblenz und möchte Berufsschullehrer werden. Foto: Greta Rettler

Ohne Abitur in den Hörsaal

Studieren ohne Abitur ? Seit 2014 geht das in allen deutschen Bundesländern, auch an der Universität Koblenz-Landau. Das Projekt Ressourcen² des KSB unterstützt und fördert alternative Wege zum Hochschulstudium, etwa über eine berufliche Qualifizierung als Meister oder einen Fachschulabschluss. Einer dieser Studierenden ist der 24-jährige Jan-Nicklas Stollberg, der seit letztem Wintersemester am Campus Koblenz Berufsschullehramt studiert. Im Gespräch mit Uniblog berichtet der Schreinermeister wie es ist, von der Werkstatt in den Hörsaal zu wechseln. Sie sind von der Werkstatt in den Hörsaal gewechselt. Was war Ihre Motivation? Angefangen hat alles nach dem Realschulabschluss mit meiner Ausbildung als Schreiner. Da ich mich gerne weiterbilden wollte, habe ich nach zwei Jahren als Geselle meine Fortbildung zum Meister gemacht. Anschließend wurde ich Werkstattleiter und habe während dieser Zeit Auszubildende betreut und angeleitet. Das Weitergeben und Vermitteln von Wissen hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich nach Alternativen in diesem Bereich umgeschaut. Nach einem Praktikum an der Schule war mir klar: Ich werde Berufsschullehrer. Warum haben Sie sich für die Uni Koblenz-Landau entschieden? Ich habe verschiedene Angebote von Universitäten abgewogen, aber Koblenz war für …

Anna Maria Scherhag hilft im Rahmen des Projekts ZuGewinn FH-Absolventinnen beim Sprung an die Uni. Foto: Greta Rettler

Mit FH-Abschluss promovieren: ZuGewinn hilft beim Weg in die Wissenschaft

Als FH-Absolventin erfolgreich eine Dissertation schreiben und an einer Universität Fuß fassen? Das Projekt ZuGewinn des Interdiszplinären Promotionszentrums (IPZ) macht es möglich. Die Angebote gehen auf aktuelle Rechte und Pflichten der Promotion ein und berücksichtigen dabei die individuellen Erwartungen und Bedürfnisse von promotionsinteressierten FH-Absolventinnen. Wer an einer Fachhochschule studiert hat und promovieren möchte, sieht sich häufig besonderen Hürden gegenüber. Die Klärung der Zugangsvoraussetzungen, Betreuungssuche und erste Schritte in dieser Qualifikationsphase ebenso wie die stetige Weiterbildung und die Einbindung in die neue Universität während der Promotion stellen eine Herausforderung dar. Das Projekt ZuGewinn, finanziert durch das „Programm für mehr Teilhabe von Frauen in der Wissenschaft“ des HSP III, unterstützt Absolventinnen von Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die an einer Promotion interessiert sind oder bereits an der Universität Koblenz-Landau forschen. Informieren, beraten, qualifizieren „Häufig werden die universitäre Kultur und die institutionellen Strukturen als fremd wahrgenommen“, berichtet die Koordinatorin des Projekts Anna-Maria Scherhag. Nicht allein die Promotion, sondern auch der Wechsel von einer Fachhochschule an eine Universität birgt viele Herausforderungen. Um diese für promotionsinteressierte FH-Absolventinnen transparenter zu …

Mit Hilfe des Projekts MoSAiK sollen zukünftige Lehrer auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet und innovative Forschungsansätze im Bereich der Lehrerbildung gestärkt werden. Foto: Colourbox.de

Bausteine für die Lehrer der Zukunft

Professionalisierung und Weiterentwicklung der Lehrerbildung ist das Ziel des Projekts MoSAiK. Durch die Angebote sollen Theorie und Praxis im Lehramtsstudium besser verknüpft und die Studierenden auf die steigenden Anforderungen in ihrem Berufsfeld optimal vorbereitet werden. Viele neue Herausforderungen kommen in Zukunft auf unsere Gesellschaft zu. Besonders angehende Lehrkräfte leisten in ihrem späteren Beruf einen großen Beitrag, diese Herausforderungen zu meistern. Um sie darauf bestmöglich vorzubereiten, wurde das Projekt Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung (MoSAiK) an der Universität Koblenz-Landau ins Leben gerufen. “MoSAiK soll die Lehrerbildung voranbringen. Hierfür gibt es zwei Wege, die wir beschreiten: Zum einen die Stärkung von Forschungsansätzen und zum anderen die Verbesserung der Lehre. Ziel ist, neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis, vor allem die Kompetenzentwicklung der Studierenden durch Selbstreflexion sowie eine Spezialisierung in den Bereichen Inklusion und Heterogenität”, erklärt Professor Dr. Hans-Stefan Siller. Er ist wissenschaftlicher und geschäftsführender Leiter des Zentrums für Lehrerbildung in Koblenz (ZfL). Zusammen mit seinem Landauer Pendant Professor Dr. Alexander Kauertz leitet er das campusübergreifende Projekt. Ein Mosaik für die Zukunft Vier Schwerpunkte mit insgesamt 17 Teilprojekten bilden ein …

Jan Magg arbeitet bereits seit fünf Jahren als Zoopädagoge in der Zooschule und übt sich im Lehrer-Dasein. Foto: Lisa Leyerer

Tierische Nachbarn: Zu Besuch in der Landauer Zooschule

Auf dem Weg zum Campus Landau wird man täglich von Vogelgezwitscher und mit einem Blick auf die Geparden des Landauer Zoos begrüßt. Mit auf dem Gelände befindet sich seit fast 25 Jahren die Zooschule, gegründet von Dr. Gudrun Hollstein. Im Interview erläutert die Leiterin der Zooschule die besondere Kooperation zwischen Uni und Zoo. Im Video gibt Zoopädgoge Jan Magg einen Einblick in das einzigartiges Praxisfeld für Studierende. Welches Konzept steht hinter der Zooschule? Es handelt sich um eine Kooperation zwischen der Universität und dem Landauer Zoo. Der Grundgedanke besteht darin, mit der Zooschule ein Praxisfeld vor allem für angehende Lehrer anzubieten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Studium sehr praxisfern sein kann. Ich arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter an der Uni und empfand die örtlichen Gegebenheiten mit der unmittelbaren Nähe zwischen Campus und Zoo als eine tolle Möglichkeit, im Zoo ein pädagogisches Veranstaltungsprogramm einzurichten. Da es wichtig ist, sich auszuprobieren und Erfahrungen im Unterrichten von Kindern zu sammeln, wollte ich mit der Gründung der Zooschule 1992 eine Plattform dafür …