Alle Artikel mit dem Schlagwort: Start-up

Abed Naseri und sein Team haben eine App entwickelt, die Studierenden aus Koblenz im Alltag helfen soll. Foto: Teresa Schardt

DoBeeDo: Die Helfer-App

Beim zweistündigen Besuch im Möbelhaus entstand die zündende Idee zum Start-Up von Abed Naseri: Der 26-jährige Web Science-Student war so genervt von der Dauer des Einkaufs, dass er die App DoBeeDo entwickelt hat. Die Idee: Hilfe geben und nehmen.  Was ist DoBeeDo?  DoBeeDo ist eine lokal basierte App, die Studierenden aus Koblenz das Leben erleichtern soll, indem sie schnell und effektiv kleine Probleme löst. Jeder User kann über das Forum der App um einen Gefallen bitten oder selbst einen Gefallen anbieten. Vergisst jemand beispielsweise die Tomaten beim Einkauf, postet er eine Nachricht in das Forum. Wenn ein Nutzer zufällig gerade im Supermarkt ist und den Aufruf liest, kann er ihm die Tomaten mitbringen. Zur Belohnung erhält der Helfer Punkte, die er wieder gegen Gefallen einlösen kann. Nach erster Registrierung der App verfügt jeder Nutzer über 50 Punkte, sozusagen ein Startguthaben. Wie kamen Sie auf die Idee der App? Eines Tages benötigte ich zwei Gläser für einen Abend mit Freunden. Mein Ausflug zum Einrichtungshaus dauerte zwei Stunden – für einen kleinen Einkauf. Ich konnte es nicht fassen …

Durch den Gründergeist von Lars Anken hat Landau nun ein Weiterbildungsinstitut. Am ISKKO können sich Teilnehmer zum systemischen Berater weiterbilden. Foto: Philipp Sittinger

Lars Anken: Landaus systemischer Ausbilder

Nicht nur denken, sondern machen. Nach seiner Promotion beschloss Lars Anken, Landau mit einem Weiterbildungsinstitut zu bereichern. Menschen aus psychosozialen Berufsfeldern können sich am Institut für systemisch-konstruktivistische Kommunikation (ISKKO) zum systemischen Berater ausbilden lassen. Durch die Fensterfront scheint die Mittagssonne, an der Wand ist ein Buffet mit Obst und Snacks aufgebaut und in der Mitte des großen Raumes steht eine Vase mit Sonnenblumen. Drum herum sitzen Menschen in einem Stuhlreis. Sie sind Teilnehmende eines Weiterbildungsjahrganges. Lehrer, Sozialarbeiter und Angestellte des Jugendamtes, die sich im Ausbildungsinstitut ISKKO zum systemischen Berater weiterbilden. Das Besondere: Der Ausbildunsgang ist nach der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) zertifiziert. Die Teilnehmenden sitzen zusammen und reflektieren die Selbsterfahrung, die heute auf dem Tagesplan steht. Moderiert und angeleitet wird die Gruppe von Lars Anken. Er gründete das Institut vor sechs Jahren. “Nach meiner Promotion in Erziehungswissenschaften wollte ich die Theorie praktisch anwenden”, erzählt Anken in der Mittagspause. Er entschied sich zu einer Weiterbildung zum systemischen Berater nach DGSF-Richtlinien. Der systemische Ansatz wird oft in der Psychotherapie, aber auch in …

Daniel Zacharaias studiert Informationsmanagement in Koblenz. Mit Freunden entwickelte er die Schulapp "Sdui". Foto: Teresa Schardt

Wenn aus dem Schulprojekt ein eigenes Unternehmen wird

„Stay hungry, stay foolish“, sagte Steve Jobs einmal. Der ehemalige Apple-Chef ist das Vorbild des 21-jährigen Gründers Daniel Zacharias. Er ist CEO des Unternehmens Sdui mit Sitz im TechnologieZentrum Koblenz. Mit seinem Team entwickelt und vermarktet Zacharias eine Schul-App, die als WhatsApp-Alternative den Alltag zahlreicher Schüler und Lehrer verändern soll. Wie kommt man auf die Idee, eine Schul-App zu entwickeln? Die allermeisten Bildungseinrichtungen haben keine Affinität zu Technik oder können nicht damit umgehen. Darüber ärgern sich die Schüler oft. Niemand steht gern um 6 Uhr morgens auf, um dann in der Schule zu erfahren, dass der Lehrer krank ist und die ersten beiden Stunden ausfallen. An diesem Punkt setzten wir an. Die App ist eine Art Whatsapp-Alternative für die Kommunikation in der Schule. Schüler, Lehrer und Eltern sollen mit Sdui schneller informiert werden. Als Sie die App entwickelten, waren Sie selbst noch Schüler… Stimmt. Gemeinsam mit meinen besten Freunden Jan und René nahm ich 2016 an dem Wettbewerb Jugend forscht teil. Sdui konnte zu diesem Zeitpunkt aber nur den individuellen Stundenplan der Schüler unseres Gymnasiums anzeigen. …

Mit seinem Unternehmen wizAI versucht Markus Maron die Forschung rund um Künstliche Intelligenz für die freie Wirtschaft anwendbar zu machen. Foto: Jan Reutelsterz

Digitale Plakate von wizAI

Markus Maron ist seit 2007 Geschäftsführer des Koblenzer Unternehmens wizAI. Er erzählt im Uniblog von einem Start up, das in einer Arbeitsgruppe am Institut für Informatik entstanden ist und heute intelligente Informationslösungen kreiert. Für ihre Kunden sind die Mitarbeiter deutschlandweit unterwegs.  Jeder kennt die großen Displays am Campus Koblenz, die Studierende mit Informationen rund um das Unileben versorgen. Dahinter steckt das Unternehmen wizAI (Solutions with Artificial Intelligence) mit dreizehn Mitarbeitern und dem Geschäftsführer Markus Maron. Der Diplom-Informatiker stieg 2007 in das noch junge Start up ein: „Ursprünglich war wizAI die Ausgründung aus einer Arbeitsgemeinschaft unter Professor Dr. Ulrich Furbach, die am Institut für Informatik zu Künstlicher Intelligenz forschte“, erinnert sich Maron, der damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Koblenz beschäftigt war. Künstliche Intelligenz entwickelt unter anderem maschinelle Verfahren, die Daten auswerten und aus Algorithmen automatisiert Schlüsse ziehen kann: „Zum Beispiel ein Bürostuhl mit integrierten Sensoren, der anhand von Gewicht und Sitzhaltung die richtige Sitzhöhe und Position einstellt“, umreißt Maron das Forschungsfeld. Auf dem Weg zur Neuausrichtung Das Ziel der wizAI war es zunächst, die Forschung rund …

Dr. Nadine Thomas berät Menschen, die in ihrer aktuellen beruflichen Situation unglücklich sind und etwas verändern möchten. Foto: Philipp Sittinger

Beratungsbüro zur beruflichen Weiterentwicklung

Von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin zur erfolgreichen Unternehmerin: Diplompsychologin Doktor Nadine Thomas hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ein eigenes Beratungsbüro gegründet. Seit fast vier Jahren begleitet sie Arbeitnehmer und Spitzensportler auf dem Weg ihrer beruflichen Weiterentwicklung. Was einst als Beratung für Spitzensportler geplant war, ist inzwischen für eine größere Zielgruppe interessant geworden: Nadine Thomas berät Menschen, die in ihrer aktuellen beruflichen Situation unglücklich sind und etwas verändern möchten. Mit ihren Klienten versucht sie, herauszufinden, welche Motive und Bedürfnisse hinter der Unzufriedenheit stecken, und erarbeitet mit ihnen einen Handlungsplan, um die gewünschten Veränderungen in die Praxis umzusetzen. “Klarheit schaffen, wo vorher Unsicherheit und Durcheinander herrschten, das ist mein Hauptanliegen”  Eine Vorgehensweise ist zum Beispiel eine diagnostische Analyse. Darin wird zunächst der Ist-Zustand des Klienten einschließlich seines beruflichen Arbeitsumfelds untersucht. Anschließend wird die Zukunftsvision entwickelt, die der Klient in den nächsten drei Jahren anstreben möchte. Danach werden Veränderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aufgespürt und ein Aktionsplan erarbeitet. „Bei diesen Schritten arbeite ich gerne mit dem Modell das Innere Team, einem Coaching-Ansatz von Schulz von Thun, zur Klärung unterschiedlicher Bedürfnisse, …

Ein eigens kreiertes Logo in Wabenform ziert die Produkte von Imkerglück. Die Beutel werden in der Imkerei befüllt, verschweißt und von Hand etikettiert. Fotos: Philipp Sittinger

Imkerglück: Den Honig im Blut

Fließendes Gold, Cremige Perle und Edler Bernstein – so heißen die Honigsorten von Imkerglück. Nicht nur Name und Geschmack des Honigs überzeugen, sondern auch die smarte Verpackung: Honig aus dem Beutel. Dahinter steckt ein innovatives Konzept, mit dem Lisa Hoffmann und ihr Freund Fabian Rink den Verkauf der Produkte aus der Familienimkerei nachhaltiger gestalten wollen. Ihre Leidenschaft für die Bienen wurde Lisa Hoffmann in die Wiege gelegt: Seit über 30 Jahren imkert ihr Vater in Klingenmünster und verkauft seinen Honig in der Region um die Südliche Weinstraße. Der Verkauf läuft gut, der selbstgemachte Honig erfreut sich großer Beliebtheit. Einziges Problem: Die Touristen nehmen ein Glas aus der Pfalz mit nach Hause, der Kauf von Nachschub gestaltet sich jedoch schwierig, denn der Versand der Honiggläser ist teuer und aufwendig. Während Hoffmann und ihr Freund Fabian Rink den Vater dabei unterstützen, zusätzlich zum regionalen Verkauf einen Online-Shop einzurichten, kommt ihnen im April 2017 eine Idee, wie sie den Versand für Kunden und Imkerei günstiger gestalten können: Der Honig soll in Beuteln verschickt werden. Im August vergangenen Jahres …

Prof. Dr.- Ing. Dietrich Paulus ist Geschäftsführer von V&R Vision & Robotics. Foto: Teresa Schardt

Mit den Augen eines Roboters

Die Software der V&R Vision & Robotics GmbH bringt Robotern das Sehen bei: Wie der Mensch richten die Maschinen ihre “Augen” auf etwas aus und nehmen es wahr. Als Roboteraugen fungieren dabei Kameras und Sensoren. Mit der passenden Software können sie von kleinen Gegenständen bis hin zu großen Gebäuden alles erfassen und vermessen. Damit ein Roboter einen Frühstückstisch abräumen kann, muss er aktiv sehen können. Das heißt, er fokussiert die Dinge, die er für die Lösung seines Problems braucht, zum Beispiel ein Marmeladenglas. Möglich macht das eine Software, wie sie die Firma V&R Vision Robotics entwickelt. Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Universität Koblenz-Landau. Die Gründer sind Professor Dr. Dietrich Paulus vom Institut für Computervisualistik und Dr. Johannes Pellenz. Sie finden individuelle Softwarelösungen in den Bereichen Robotik und Bildverstehen. Paulus leitet in Koblenz am Institut für Computervisualistik die Arbeitsgruppe Aktives Sehen. Zusammen mit seinem ehemaligen Mitarbeiter und Promovend Pellenz beschäftigte er sich mit Robotern. Er erklärt: “Aktives Sehen bedeutet, nur das wahrzunehmen, was man braucht, um sein Ziel zu erreichen. Das aktive Sehen ist dabei …

Stefan Fink, Stephanie Henn und Stefan Pandorf (v.l.) legten bereits im Studium den Grundstein für ihr Start-up Particulate Solutions. Foto: Natalie Henzgen

Soziales Engagement als Marketinginstrument

Bei Particulate Solutions ist der Name Programm: Aus vielen kleinen Einzelteilen soll etwas Großes entstehen. Das Start-up unterstützt Unternehmen beim Marketing und verknüpft klassische Marketinginstrumente mit sozialem Engagement. Gutes tun und damit Geld verdienen: In Zeiten von Datenmissbrauch und Dieselskandal scheint diese Verbindung dieser Tage unwahrscheinlich. Für die Gründer von Particulate Solutions GmbH Stefan Pandorf, Stephanie Henn und Stefan Fink steht fest: Kapitalismus mit gutem Gewissen – das geht. Vor sechs Jahren gründeten sie zunächst die Internetplattform socialfunders, eine Spendenplattform, die Unternehmen und Privatpersonen zusammenbringt, damit sie sich für gemeinnützige Projekte engagieren können. Die Idee ist so simpel wie genial: Es werden Spendencodes generiert, die Unternehmen an ihre Kunden weitergeben können. Der Kunde kann diese Codes dann auf socialfunders.de einlösen, um ein soziales Projekt seiner Wahl mithilfe der unternehmerischen Spenden zu unterstützen. „Projekt aussuchen, Code einlösen, Spende verteilen, fertig. Dass das so einfach geht, dafür sind wir zuständig. Durch unsere Strategiekonzepte in Verbindung mit den dazu passenden IT-Lösungen wird soziales Engagement ganz einfach für die Kunden – und damit rentabel für die Unternehmen“, erklärt Pandorf. Von der …

Als Bewerber aus der Menge herausstechen - wie das gelingt, verraten Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom KSB im Interview. Foto: Unsplash/Veronica Benavides

Job Skills: Wissen, was man kann

Was kann ich besonders gut? Wie präsentiere ich meine Stärken im Bewerbungsgespräch und welche Erwartungen haben Arbeitgeber? Diese Fragen beschäftigen Studierende am Ende des Studiums, wenn es um den Start ins Berufsleben geht. Anna Schmidt vom Women Career Center und Anna Lauermann vom Kompetenzzentrum für Studium und Beruf der Universität Koblenz-Landau geben Antworten. Die Frage nach persönlichen Stärken ist ein Klassiker im Bewerbungsgespräch. Mal ehrlich: Interessiert das den Arbeitgeber wirklich? Anna Schmidt: Ja definitiv, man will ja wissen, mit wem man es zu tun hat. Aber eine Standardantwort möchte keiner hören, deshalb sollte man als Bewerber auf sein Alleinstellungsmerkmal hinweisen, also auf die Kompetenzen, die einen ausmachen. Anna Lauermann: Innovationen kommen im Bewerbungsgespräch inzwischen fast immer gut an. Da kann man als Bewerber auch mal den Spieß umdrehen und fragen, welche Werte und Kompetenzen dem Arbeitgeber wichtig sind. Stichwort Kompetenzen: Woher weiß ich, was ich kann? Schmidt: Hier ist es die erste Aufgabe, sich mit sich selbst zu beschäftigen und die Frage zu stellen: Was habe ich bisher im Leben gemacht und was dabei gelernt? Anschließend kann …

Erfolgreich dank Start-Up: Sebastian Geißler (29), Doktor Andreas Mäck (36) und sein Bruder Florian Mäck (32) in ihrem Landauer Büro. Fotos: Leyerer

Optimierte Wasserqualität durch Sensorsysteme

Wenn in einer Fischzucht die Pumpe ausfällt, bleibt nur wenig Zeit zu Handeln. Bekommen die Fische zu wenig Sauerstoff, sterben sie. Die Firma Senect von Diplom-Ingenieur Sebastian Geißler (29), Florian Mäck (32) und seinem Bruder Doktor Andreas Mäck (36) hat sich auf Steuersysteme spezialisiert, die verschiedene Wasserparameter messen, überwachen und regeln. Zwei der drei lernten sich in der Arbeitsgruppe Umweltphysik am Campus Landau kennen und wagten mit ihrem Know-how den Weg in die Selbstständigkeit. Die Idee zur eigenen Firmengründung entstand ganz zufällig. Sebastian Geißler erinnert sich, wie sie auf den Einfall kamen: „Ein damaliger Unifreund hat sich über die bestehende Steuerungstechnik beschwert und gemeint, sie sei nicht innovativ. Wir haben den Markt durchleuchtet und gesehen, dass wir ein Produkt entwickeln können, dass es bisher noch nicht gibt.“ Dies war die initiale Zündung. 2013 schlossen sich die ehemaligen Kollegen der Arbeitsgruppe Umweltphysik am Campus Landau für ihr Start-up zusammen. Seitdem bieten sie Steuerungssysteme an, die Kontroll- und Regelmechanismen ausführen, mit denen die Wasserqualität überwacht und geregelt werden kann. Zunächst arbeiteten die Gründer nur nebenher für Senect, seit vergangenem …