Was studieren?
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Master SoKo: Kommunikation in allen Facetten

Torben Furkert zog für sein Masterstudium von Hamburg in die Pfalz. Foto: Lisa Leyerer Torben Furkert zog für sein Masterstudium von Hamburg in die Pfalz. Foto: Lisa Leyerer

Wer mehr über Kommunikation, PR und Medien erfahren will, der sollte sich den Master Sozial- und Kommunikationswissenschaften am Campus Landau genauer anschauen. Auch Torben Furkert hat sich nach einem Bachelor in Politikwissenschaft für diese Fächerkombination entschieden. Für den 26-Jährigen gehören Politik und Kommunikation untrennbar zusammen.

Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie „Was studieren“ stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften?

Der besondere Reiz liegt für mich im Bereich der Kommunikationswissenschaften. Ich habe zwar Politikwissenschaft im Bachelor studiert, hatte aber während meines Praktikums in einer PR-Agentur mehr mit der Kommunikation zu tun. Mit ihr wollte ich mich noch intensiver in der Theorie beschäftigen. Schließlich haben wir es tagtäglich und in allen Lebenslagen mit Kommunikation zu tun.

Warum haben Sie sich für Landau entschieden?

Nach meinem Studium in Hamburg wollte ich einen Standortwechsel. Dass es Landau geworden ist, lag vor allem an der Paarung von Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Man hat hier die Möglichkeit, verschiedene Fachbereiche miteinander zu kombinieren und sich in einem selbst gewählten Profilbereich zu spezialisieren. Ich wollte den Fokus in meinem Master auf politische Kommunikation legen und genau dieses Profil wird in Landau angeboten.

Was machen Sie genau in Ihrem Studium?

Da hier Bachelorabsolventen aus verschiedenen Fachrichtungen wie Medienwissenschaften, Philosophie oder Politikwissenschaft zusammen kommen, werden im ersten Semester alle auf einen Stand gebracht. Die Wenigsten haben bis dahin ausgeprägte kommunikationswissenschaftliche Erfahrungen. In den Seminaren werden Inhalte aus der Kommunikations- und Medienpsychologie, der Ökonomie, der politischen Partizipation und der Gesellschafts- und Sozialtheorie vermittelt, sodass alle die gleiche Grundlage haben, um sich im zweiten Semester für ein Profil zu entscheiden. Man kann aus vier Schwerpunkten ein Pflichtprofil und zwei Wahlpflichtseminare aus den drei übrigen Profilen wählen. Ich habe mich für Politische Kommunikation als Schwerpunkt entschieden. Aus dem Wahlpflichtbereich kann ich dazu gut die interne und externe Organisationskommunikation ergänzen.

Welche konkreten Inhalte werden in Ihrem Studienfach vermittelt?

Im ersten Semester liegt neben der Vermittlung von Grundlagenwissen aus den vier Bereichen ein starker Fokus auf qualitativen und quantitativen Methoden. Wir befassen uns mit Inhaltsanalysen und statistischer Datenauswertung und lernen den Umgang mit dem Statistik-Programm SPSS. Im zweiten und dritten Semester werden die Inhalte aus den vier Profilen vertieft. Wir behandeln verschiedene Fragen, zum Beispiel wie Medien auf die Rezipienten wirken, wie Kommunikation zwischen Staat, Medien und Bürgern abläuft, wie eine Gesellschaft und eine Volkswirtschaft funktionieren. In meinem Profil geht es darum, wie politische Kommunikation auf verschiedenen Ebenen entsteht und wirkt, wie sie gestaltet wird und welche Inhalte sie hat. In meinen Wahlpflichtseminaren zu interner und externer Organisationskommunikation behandeln wir PR-Instrumente, PR-Prozesse, Werbewirkungsforschung und verschiedene Kommunikationssituationen, wie zum Beispiel Krisen- und Change-Kommunikation. Es handelt sich aber keineswegs um einen reinen PR-Studiengang, der sozialwissenschaftliche Hintergrund spielt immer eine Rolle.

Was gefällt Ihnen am besten?

Ich finde den Einblick in die kommunikationswissenschaftlichen Aspekte spannend. Ich lerne Prozesse, die ich schon aus der Praxis kenne, in der Theorie kennen und kann die Agentur-Abläufe so viel besser nachvollziehen. Einige Dozenten haben selbst einen praktischen Hintergrund und können mit eigenen Beispielen aus ihrem Berufsalltag anschaulich und verständlich das Wissen vermitteln. Man fühlt sich gut abgeholt und kann aus seinen eigenen Erfahrungen neue Verknüpfungen ziehen.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Studium besonders gefragt?

Wahrscheinlich der Klassiker: Selbstorganisation und ein Ziel vor Augen zu haben, gehört zu jedem Studium dazu. Ein Masterstudium ist dazu da, sich zu spezialisieren, und man sollte die Chance nutzen, die ein Studium bietet: aufgeschlossen sein und sich auf die angebotene Themenvielfalt einlassen. Da der Studiengang für eine Berufswelt ausbildet, die unter anderem auf die Kommunikationsbranche abzielt, ist es wichtig, gut in Gruppen arbeiten zu können, kommunikationsfähig zu sein und Interesse an Neuem zu zeigen.

Was möchten Sie nach der Uni machen?

Ich möchte gerne weiter im Bereich Beratung und Strategie in einer Agentur arbeiten, weil mir projektgebundenes Arbeiten viel Spaß macht. Durch die verschiedenen Kunden ist es immer abwechslungsreich und man muss sich ständig auf neue Herausforderungen einstellen. Inhaltlich sehe ich mich in einer Agentur, die auf politische Kommunikation und politische Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert ist.

Wie bereiten Sie die Studieninhalte auf Ihr zukünftiges Berufsleben vor?

Die Verknüpfung von Theorie und Praxis gibt einem das Gefühl von Absicherung. Wenn man in der Kommunikationsbranche arbeitet, hat man einen wissenschaftlichen Background, kennt gängige Kommunikationsmodelle und -theorien und kann zum Beispiel PR-Instrumente gezielt für die strategische Planung einsetzen. In jedem Seminar wird die Fähigkeit der Problemeinschätzung trainiert. Erkennt man, was ein Unternehmen besser machen könnte, kann man identifizieren, welche Prozesse es in einer bestimmten Situation anwenden könnte. Wenn man in die Forschung gehen möchte, lernt man im Master von der Pike auf, wie man ein Themengebiet wissenschaftlich angeht und was man berücksichtigen muss, um Forschungsfragen beantworten zu können.

Konnten Sie schon Praxis-Luft schnuppern?

Ich habe zuerst ein dreimonatiges Praktikum in einer PR- und Kommunikationsagentur gemacht. Meine Aufgaben dort umfassten das Erstellen von Presseclippings und Pressespiegel, die Journalistenansprache und Rechercheaufgaben. Danach habe ich zwischen Bachelor- und Masterstudium ein weiteres Praktikum für die Dauer eines halben Jahres in einer Beratungsagentur absolviert. Im Anschluss habe ich dort noch weitere sechs Monate fest als Assistenzberatung gearbeitet. Ich durfte Projekte von Anfang bis Abschluss begleiten, habe an der Erstellung eines Nachhatigkeitsberichtes mitgearbeitet, ein digitales B2B-Magazin inhaltlich mitgestaltet und Veranstaltungen für Kunden mitbetreut. Es war ein vielseitiger Einblick in die Praxis der PR- und Kommunikationsbranche.

Welchen Tipp geben Sie denjenigen, die noch auf der Suche nach dem passenden Studienfach sind?

Man sollte sich über seine Ziele klar werden und den Master vor allem nach dem eigenen Interessenschwerpunkt wählen. Wichtig ist auch, dass er inhaltlich zur bisherigen Ausbildung passt, damit er für das Berufsleben spezialisiert und qualifiziert. Die zwei Jahre im Master sind kurz und es hilft, wenn man weiß, wo die Reise mal hingehen soll.

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