Kolumne
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Einfach mal machen

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diese Woche macht sich Esther Bauer Gedanken über die Zeit und fragt: Wie planbar ist unser Leben?

Zeit. Alles im Leben dreht sich um Zeit. Mal haben wir zu wenig von ihr, mal zu viel. Der Tag fliegt nur so vorbei. Wir eilen und hetzen und rennen durch das Leben. Ich höre meinen Mitmenschen zu, wie sie Pläne schmieden für den klassischen Lebenslauf: Schule, Studium, Arbeiten, Hochzeit, Hausbau und Kinder. Am besten aber nicht zu viele davon. Kinder fressen nämlich Zeit und Geld. Und die Zeit braucht man schließlich, um Geld zu verdienen. Was die wenigsten sich bewusst machen: Das Leben passiert, während wir darauf warten, dass es endlich losgeht. In der Schule machen wir viele wichtige Erfahrungen. Wir dürfen Kind sein. Langsam werden wir älter. Wir machen das Seepferdchen im Schwimmunterricht. Und wir lernen Menschen kennen, von denen wir annehmen, dass die Freundschaft zu ihnen niemals zerbrechen kann.

Durchgetaktetes Erwachsenwerden

Die Erfahrungen, die wir im Studium machen, sind massiv. Selbstständigkeit, die erste eigene Wohnung. Auch hier lernen wir viele Menschen kennen. Wir spüren, dass die Freundschaften aus der Kindheit zerbrechen. Nicht alle, aber einige. Bis zu Beginn meines Studiums dachte ich, ich könnte mein Leben durchtakten. Ich dachte – wie viele meiner Bekannten und Freunde: Erst das Eine, dann das Andere. Aber so läuft das Leben nicht. Der Theologe Ladislaus Boros hat einmal gesagt: Der Mensch hat keine Zeit, wenn er sich nicht Zeit nimmt, Zeit zu haben. Deshalb sage ich nicht mehr: Ich will hunderprozentig sicher sein, bevor ich diesen oder jenen Schritt gehe. Und noch ein Klassiker: Wenn wir genug gespart haben und die Kinder aus dem Haus sind, dann gehen wir auf Weltreise.

Machen statt Träumen

Ich studiere und wohne mit meinem Freund zusammen. Wir sind keine Vollverdiener. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Aber wer weiß das schon? Bald werden wir heiraten. Ein weißes Kleid, roségoldene Ringe und glückliche Menschen. Zumindest für diesen Moment. Was danach kommt? Keine Ahnung. Wir wollen nicht nur Wünsche haben, sondern auch Träume erfüllen. Wir wollen nicht nur Denker sein, sondern auch Macher. In den Medien gibt es viele Attribute über die – meine – Generation Y zu lesen. Wir seien beziehungsunfähig, oder ängstlich. Dieser Diagnose schließe ich mich nicht an. Ich stürze mich voll ins Leben.

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