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Bessere Chancen für alle

Die neue Gleichstellungsbeauftragte Prof. Dr. Helga Arend engagiert sich voller Überzeugung für ein gutes Miteinander an der Universität Koblenz-Landau. Foto: Esther Guretzke Die neue Gleichstellungsbeauftragte Prof. Dr. Helga Arend engagiert sich voller Überzeugung für ein gutes Miteinander an der Universität Koblenz-Landau. Foto: Esther Guretzke

Chancengleichheit für alle, egal welches Alter, welche Herkunft oder welches Geschlecht man hat: Das ist das Ziel der zentralen Gleichstellungsbeauftragten an der Universität Koblenz-Landau. Seit April 2017 hat apl. Professorin Dr. Helga Arend das Amt inne. Für drei Jahre wird sie es begleiten und verrät im Uniblog, was ihre Aufgaben und Visionen sind.

“Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.” Dieses Zitat der Journalistin und Publizistin Carolin Emcke hat sich das Gleichstellungsteam der Universität Koblenz-Landau auf die Fahne geschrieben. “Ich wünsche mir die Universität als Raum, in dem Jede und Jeder seine Fähigkeiten frei entfalten kann”, eröffnet die Leiterin des Teams und Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Helga Arend. Dafür möchte sich die Germanistikprofessorin einsetzen und nimmt in Kauf, zwischen Landau, Mainz und Koblenz viel zu reisen und die Lehre erst einmal ruhen zu lassen. Der Reiz, die Universitätslandschaft in Sachen Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit mitgestalten und verändern zu können, führte zu der Entscheidung für das Amt. Als zentrale Gleichstellungsbeauftragte ist Arend in jedem Gremium der Universität Mitglied und bei allen Stellenbesetzungsverfahren, die nicht an die Fachbereiche gegliedert sind, dabei.

Seit 20 Jahren für Gleichberechtigung aktiv

Das Themenfeld Gender lag Arend schon lange am Herzen. Bevor sie ihr neues Amt antrat, war sie im Senatsausschuss für Frauenfragen und seit 1996 als Gleichstellungsbeauftragte des Fachbereichs 2 tätig. Die Position als Zentrale Gleichstellungsbeauftragte bringt viel Verantwortung mit sich. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Frauenanteil an der Hochschule zu fördern und die Universität in vielfältiger Weise familienfreundlicher zu gestalten: “Eine Familiengerechte Hochschulpolitik ist wesentlich. Es sollen Bedingungen und Grundlagen geschaffen werden, damit sich familiengebundene Menschen die gleichen Chancen ausrechnen können wie ungebundene”, verdeutlicht Arend.

Ein weiteres Anliegen ist ihr die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Nachwuchswissenschaftler: “Die Universität ist ein attraktiver Arbeitgeber. Die Bedingungen sind aber in der Wirtschaft oft optimaler. Wir können es uns nicht erlauben, das Potenzial, das wir ausbilden, ziehen zu lassen. Deshalb müssen wir einen Raum schaffen, in dem Nachwuchswissenschaftler gern arbeiten und bleiben möchten. Dabei geht es nicht allein um eine bessere Bezahlung. Die Mitarbeiter sollen individuelle Bedingungen haben, um das eigene Potenzial ausschöpfen und sich entfalten zu können. In der Wirtschaft bemüht man sich oft mehr um das Personal.”

Konkrete Pläne umsetzen

Konkret geht es der zentralen Gleichstellungsbeauftragten dabei auch um angepasste Rahmenbedingungen. Es soll nicht mehr so sein, dass Absolventen und Absolventinnen sich für Familie oder Wissenschaft entscheiden müssen, sondern beides vereinbar ist. “Die Universität möchte da entgegenkommen. Das merkt man”, lobt Arend. Als Beispiel nennt sie die Änderung einer Reihe von Verträgen der Lehrkräfte für besondere Aufgaben, die statt sechzehn nun acht Stunden Lehre in der Woche ausüben, damit sie mehr Zeit für die Forschung und die wissenschaftliche Weiterentwicklung haben. Arend wünscht sich, dass dies demnächst für alle Verträge dieser Art umgesetzt wird. Für Studierende mit Kind möchte Arend individuelle Richtlinien schaffen und zudem Projekte wie ArbeiterKind fördern.

Chancen sieht Arend auch darin, die Organisation des Arbeitstags den individuellen Lebensbedingungen der Mitarbeiter in der Verwaltung anzupassen: “Beispielsweise könnten Angestellte, die jemanden daheim pflegen, durch Homeoffice entlastet werden. In der Wirtschaft ist das bereits gang und gäbe. Hier geht es vorwiegend eben noch um Frauen, da sie meist diejenigen sind, die  sich um Pflegebedürftige und Kinder zu kümmern. Es sollte aber nicht sein, dass ein Kind oder ein Krankheitsfall in der Familie gleich einen Karriereeinbruch bedeuten.”

Arend ist konkret und präzise in ihren Vorstellungen und möchte konstruktiv die Universität voranbringen, indem sie unter anderem den Gleichstellungsplan der Universität erneuert und überarbeitet. Für sie selber ist die Universität Koblenz-Landau ein guter Arbeitgeber, das Team familiär, engagiert und rücksichtsvoll. “Seit 1987 bin ich an der Universität. Wenn man aus Krankheit oder persönlichen Gründen mal nicht 120 Prozent geben kann, dann fühlt man sich nicht verlassen, sondern ist noch immer Teil des Teams. Man fühlt sich zugehörig, das setzt Energie für die Arbeit frei.” Dennoch sieht Arend Handlungsbedarf und nimmt die ihr übertragene Verantwortung Ernst: “Es wäre toll, wenn mein Job nicht nötig wäre. Momentan ist das aber nicht denkbar.”

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