Alle Artikel mit dem Schlagwort: Soziologie

Anne Schlüter hat ein Auslandssemester in Wien verbracht. Die Stadt bot der Sozial- und Kommunikationswissenschaftlerin eine lebendige Kulturlandschaft. Fotos: Rebecca Singer

Viel mehr als nur Sissi

Anne Schlüter studierte während ihres Masters der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ein Semester in Wien. Dort hat sie ihre Kurse an der Universität gemeistert, mit dem Kammerorchester unter den Gemälden des berühmten Malers Gustave Klimt gespielt, sich in die malerischen Gässchen Wiens verliebt und ist über kleine Weihnachtsmärkte geschlendert. Mit dem ERASMUS-Programm nach Wien zu gehen, ist gar nicht schwer. Man muss früh dran sein und darf keine Fristen verpassen, das ist die Hauptsache. Ich habe mich Ende Januar beworben, dann musste das Learning Agreement – der Plan für die Kurse, die besucht werden sollen – bis April abgegeben werden. Die Bewerbung für ein Wohnheim habe ich auch frühzeitig verschickt. So hatte ich direkt eine Zusage und somit eine Wohnung im Zentrum Wiens mit Proberäumen und Flügel im Keller. Die Kurse wählte ich passend zu meinem Schwerpunkt hier am Campus Landau. Soziologie war kein Problem, bei fachfremden Kursen war zunächst unklar, ob ich diese belegen kann. Für Masterstudierende gibt es allerdings genug Plätze, somit hatte sich das schnell erledigt. Weihnachtskonzert unter den Gemälden Klimts Und tschüss… …

Helge Batt ist Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In dieser Stellung sieht er sich Vermittler zwischen Forschung und Studierenden. Foto: Philipp Sittinger

Die Leidenschaft zur Lehre

Könnte Dr. Helge Batt die Zeit zurückdrehen, würde er sich für ein Lehramtsstudium entscheiden. Stattdessen hat er in Heidelberg Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie studiert. Bei einem Lehrgang für Hochschuldidaktik entdeckte er seine Leidenschaft für die Lehre. Danach führte ihn sein Weg in die Politikwissenschaft am Campus Landau als Akademischer Direktor und Lehrkraft für besondere Aufgaben. Daneben leitet er die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle der Uni Koblenz-Landau. Hier ist er nun Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In diesen Positionen fungiert Helge Batt als Vermittler zwischen Forschung und Studierenden und bildet Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Didaktik aus. Was fällt in Ihre Aufgabenbereiche als Akademischer Direktor und Lehrkraft für besondere Aufgaben? Meine Stelle hier in Landau ist sehr vielseitig und tangiert alle Teilbereiche der Politikwissenschaft. Ich helfe überall dort, wo Bedarf besteht. Hauptsächlich bin ich jedoch in der Fachdidaktik des Sozialkundeunterrichts tätig und betreue Lehramtsstudierende aller Schularten. Nebenbei gebe ich Lehrveranstaltungen zur politischen Theorie und zu internationalen Beziehungen. Wie kam es zu Ihrem Interesse für das Lehramtsstudium? Ich war selbst nie Lehrer, obwohl das viele Leute von …

Rabea Immer studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Sie ist vor allem von der Vielfältigkeit des Studiengangs begeistert. Foto: Philipp Sittinger

Sozial- und Kommunikationswissenschaften: Zwischen den Disziplinen

Im Studiengang Sozial- und Kommunikationswissenschaften geht es um das große Ganze der Gesellschaft, um Politik, Medien, Wirtschaft und das Verstehen von Zusammenhängen. Rabea Immer ist davon besonders begeistert. Sie studiert im fünften Bachelorsemester und freut sich auf die Erfahrungen in der vielfältigen Arbeitswelt, die Absolventen des Faches offen steht. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften? Mir gefällt vor allem, dass das Fach breit gefächert ist. Ich habe mir zunächst andere Unis angeschaut. Aber an den meisten Standorten gibt es Soziologie, Politikwissenschaft oder Medienwissenschaft als einzelne Fächer. Das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften hier in Landau bietet von allem etwas. Ich finde dabei die komplexen Zusammenhäng­e zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft sehr spannend. Man kann sich das große Ganze anschauen. Wie sind Sie auf den Bachelor Sozial- und Kommunikationswissenschaften und den Standort Landau aufmerksam geworden? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene …

Rebekka Smuda forscht in ihrer Dissertation zum alltäglichen Umgang mit Körperhaar. Für die Datenerhebung nutzte sie ein Kosmetikstudio. Foto: Jan Reutelsterz

Feldforschung im Kosmetikstudio: Eine haarige Angelegenheit

Glatt rasiert oder Zottelmähne? Rebekka Smuda beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem alltäglichen Umgang mit Körperhaaren. Ihre Daten sammelte die Geschlechterforscherin im Feld während eines Praktikums in einem Kosmetikstudio. Sie weiß: Wer zu einem so privaten Thema forscht, muss Grenzen respektieren und Vertrauen schaffen. Beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Meine Dissertation trägt den Titel (un)behaart – Das Haar als Umschlagstelle von Innen und Außen. Da ich mich auf den alltäglichen Umgang mit Körperhaaren als kulturelle Praktik konzentriere, forsche ich ethnografisch. Meine Daten erhebe ich im Feld, also im aktiven Austausch mit meinen Forschungspartnern, um sie anschließend zu analysieren. Das war zunächst schwierig, weil es sich dabei um ein sehr persönliches und individuelles Thema handelt. Gegenseitiges Vertrauen ist der Schlüssel. Einen geeigneten Zugang habe ich in einem Kosmetikstudio gefunden, wo ich …

In den gemütlichen Gassen von Landau fühlt sich Professor Thomas Müller-Schneider wohl. Er ist mit Leib und Seele Soziologe und forscht zum Thema Liebe und Beziehungen. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Thomas Müller-Schneider

Professor Dr. Thomas Müller-Schneider ist Soziologe durch und durch. Mit großer Leidenschaft analysiert er gesellschaftliche Gefüge. Er weiß, warum Paare glücklicher sind als Singles und arbeitet daran, die Zukunft der Menschheitsgeschichte zu erforschen. Mit seinem Studium in Bamberg stellte der gebürtige Würzburger die Weichen für seine akademische Laufbahn und wurde nach Promotion und Habilitation Anfang 2003 nach Landau berufen. Hier hat der 57-Jährige seinen Platz gefunden. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Wenn eines dieser Klischees zutreffen sollte, dann die Tatsache, dass man als Professor gerne in seiner Bude hockt und liest. Ich verbringe gerne Zeit in der Bibliothek oder zuhause im Lesezimmer und breite Bücher vor mir aus, beschäftige mich mit Texten und gehe in mich. Trotzdem bin ich kein Einsiedler und mag den wissenschaftlichen Austausch außerhalb meiner eigenen vier Wände. Wie waren Sie als Student? Ich war von Anfang an relativ ehrgeizig und habe mein Studium innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Es war mir schon immer wichtig, gute Leistungen …

Dr. Marc Hannappel wohnt mit Frau und Sohn im Koblenzer Zentrum und genießt das Stadt- und Familienleben. Fotos: Teresa Schardt

Urbanes Wohnen, alte Möbel und mittendrin ein tobendes Kind: So lebt Marc Hannappel

Mitten in Koblenz wohnt Dr. Marc Hannappel vom Institut für Soziologie mit seiner Familie. Das schlichte Haus lässt nicht erahnen, dass sich im vierten Stock eine großzügige Wohnung befindet. Der 38-Jährige beschreibt seine Einrichtung als “etwas spießig”, dennoch fühlt er sich hier wohl und lebt sein Faible für alte Möbelstücke aus. Herr Hannappel, Sie sind der erste Dozent, der seine Wohnung in So wohnt der Campus zeigt. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung? Ich führe selbst gerade ein Forschungsprojekt zu studentischem Wohnen durch, deshalb konnte ich die Anfrage nicht ablehnen. Wenn die Studierenden ihre Wohnung zeigen, muss ich auch die Türen öffnen. Ich hätte aber auch so kein Problem damit – ich habe nicht viel zu verbergen. Haben Sie ein liebstes Möbelstück oder einen Lieblingsgegenstand? Meinen Schreibtisch, den müssen Sie sich anschauen, um es zu verstehen. Er ist spießig, aber authentisch. Ich liebe alte Möbel, denn die haben etwas Beständiges. Man wirft sie nicht so schnell weg, obwohl sie schäbig werden, sondern restauriert sie lieber. Mein Lieblingsgegenstand in der Wohnung ist der Plattenspieler. Den habe ich …

Winfried Gebhardt schwärmt im Interview von seiner eigenen Studienzeit und wünscht sich, dass Studierende "Abenteurer des Geistes" werden. Foto: Emily Nolden

Unsere Profs: Winfried Gebhardt

Professor Winfried Gebhardt entdeckte schon als Teenager seine Leidenschaft für die Soziologie und kaufte seine ersten Bücher von Karl Marx und Co. Heute besitzt der selbsternannte „Dinosaurier der Universität” nicht nur rund 15.000 Bücher, sondern auch eine Vielzahl spannender Erinnerungen aus seiner Studienzeit in den 1970er-Jahren. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Herr Gebhardt, was meinen Sie: Hat sich das heutige Studentenleben im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert? Auf jeden Fall. Heute ist Studieren etwas vollkommen anderes als zu meiner Zeit. In den Siebzigern durfte in den Veranstaltungen noch geraucht werden, damals war das etwas Selbstverständliches. Es gab keine Theorieeinheit ohne den „blauen Dunst“. Abgesehen davon ist die Universität heute wesentlich verschulter. Noch bis vor zehn Jahren gab es keine Module. Studierende hatten die freie Wahl über die Belegung …

Lorena Mayer zeigt bei ihrem Nebenjob im Großkonzern viel Engagement und kann sich nun über ein anschließendes Volontariat freuen. Foto: Philipp Sittinger

Werkstudentin bei Roche: Kommunikation und Medizin vereint

Was tun, wenn man ein Faible fürs Schreiben hat und sich gleichzeitig für Medizin interessiert? Lorena Mayer kennt die Lösung: Sie arbeitet als Werkstudentin beim Gesundheitsunternehmen Roche in Mannheim und unterstützt dort die Abteilung Unternehmenskommunikation. So verbindet sie ihr Interesse an Gesundheitsthemen mit ihrem Know-How aus dem Studium der Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Wer sind Sie? Mein Name ist Lorena Mayer, ich bin 25 Jahre alt und schließe bald meinen Master in Sozial- und Kommunikationswissenschaften am Campus Landau ab. Aktuell schreibe ich an meiner Abschlussarbeit und möchte sie noch in diesem Jahr abgeben. Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Was für einen Nebenjob machen Sie? Ich bin seit etwa einem Jahr Werkstudentin in der Kommunikationsabteilung von Roche Diagnostics in Mannheim. Roche ist ein …

Philipp Jakobs. Foto: Esther Guretzke

Studentische Hotspots in Koblenz erforschen

Koblenz ist eine Universitätsstadt. Unter der Woche tummeln sich die Studierenden in den Seminarräumen, auf dem Mikadoplatz und in der Mensa, am Wochenende in der Stadt. Doch wo genau sind die Hotspots der Studis? Dieser Frage geht die Projektgruppe SoMA – kurz für Social movement pattern analysis – mithilfe moderner Technik nach. “Wir lieben Koblenz” lautet das Motto des Lehrforschungsprojektes SoMA, das am Institut für Soziologie unter der Leitung von Dr. Marc Hannappel versucht  herauszufinden, ob es Studentenviertel in Koblenz gibt und ob man Unterschiede zwischen studentischen Gruppen feststellen kann. In Kooperation mit der Stadt Koblenz entstand auch die sekundäre Fragestellung nach der Lebensqualität von Studierenden und was die Stadt tun kann, um die Studierenden in Koblenz zu unterstützen. Die Durchführung des Projekts übernehmen Studierende des Zwei-Fach-Bachelors und der Pädagogik. Einer von ihnen ist der Soziologiestudent Philipp Jakobs, der vor allem vom selbstständigen Arbeiten im Projekt begeistert ist: “Marc Hannappel hat uns sehr autonom arbeiten lassen und das auch eingefordert”, berichtet der 23-Jährige. Datenerhebung in der Kneipe Die Projektgruppe unterteilte sich in fünf Untergruppen: Die …

Pädagogik-Studentin Marielle Mangold interessiert sich für die Online-Wege der Liebe. Foto: Esther Guretzke

Partnersuche 2.0: Fluch oder Segen?

Tinder, Parship und Co.: Für ihre Bachelorarbeit erforscht die Pädagogik-Studentin Marielle Mangold, wie erfolgreich das Dating über Onlineportale ist und welche Tücken es birgt. Wer sind Sie und was studieren Sie? Mein Name ist Marielle Mangold. Ich studierte den Bachelor Pädagogik am Campus Koblenz. Was ist das Thema Ihrer Abschlussarbeit? Die Serie Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen? Studierende berichten. Alle Artikel aus dieser Serie Jeder Mensch sucht nach der großen Liebe, dem einen Partner, der für immer bleibt. Weil zum Beispiel Arbeitgeber immer häufiger verlangen, dass man flexibel ist, was den Wohnort betriff, boomt die Partnersuche im Internet. Um auf diesen Plattformen jemanden zu finden, der zu einem passt, werden sogenannte Matching- und Filterprozesse eingesetzt. Ich wollte in meiner Arbeit der Frage nachgehen, wie erfolgreich Online-Dating ist. Ich habe mein Anliegen in verschiedenen Foren …