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Partnersuche 2.0: Fluch oder Segen?

Pädagogik-Studentin Marielle Mangold interessiert sich für die Online-Wege der Liebe. Foto: Esther Guretzke Pädagogik-Studentin Marielle Mangold interessiert sich für die Online-Wege der Liebe. Foto: Esther Guretzke

Tinder, Parship und Co.: Für ihre Bachelorarbeit erforscht die Pädagogik-Studentin Marielle Mangold, wie erfolgreich das Dating über Onlineportale ist und welche Tücken es birgt.

Die Serie: Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen? 

Wer sind Sie und was studieren Sie?

Mein Name ist Marielle Mangold. Ich studierte den Bachelor Pädagogik am Campus Koblenz.

Was ist das Thema Ihrer Abschlussarbeit?

Jeder Mensch sucht nach der großen Liebe, dem einen Partner, der für immer bleibt. Weil zum Beispiel Arbeitgeber immer häufiger verlangen, dass man flexibel ist, was den Wohnort betriff, boomt die Partnersuche im Internet. Um auf diesen Plattformen jemanden zu finden, der zu einem passt, werden sogenannte Matching- und Filterprozesse eingesetzt. Ich wollte in meiner Arbeit der Frage nachgehen, wie erfolgreich Online-Dating ist.

Ich habe mein Anliegen in verschiedenen Foren gepostet, um Interviewpartner zu generieren. Ursprünglich wollte ich mit der Think-a-loud-Methode arbeiten, bei der die Probanden durch die Foren gesurft wären, um dann laut zu sagen, was sie über verschiedene Profile denken. Doch vielen war dies wirklich peinlich, weshalb ich auf die Methode der Experteninterviews umgestiegen bin. In der Forschung muss man eben flexibel sein. Meine zwölf Interviewpartner waren Menschen, die aktiv nach einem Partner suchen oder gesucht haben. Meine Kernfrage lautete: Führen die große Auswahl an potenziellen Partnern und die Optimierung der eigenen Selbstdarstellung auf verschiedenen Dating-Portalen zum Erfolg?

Wie kamen Sie auf dieses Thema?

Der Bezug zum Alltag ist enorm. Das Thema ist sehr aktuell. Auch in der Universität sind viele auf einem Onlineportal angemeldet, das Bekanntschaften oder Partner vermitteln möchte. Viele schweigen jedoch darüber, vielleicht, weil es ihnen peinlich ist.

Was sind Ihre Ergebnisse?

Online-Dating ist nicht zwingend eine gelungene Alternative. Die meisten Menschen haben hohe Ansprüche an ihren Partner und suchen zielorientiert. Das Problem ist, dass die wenigstens viel Zeit haben, sich zu Dates zu verabreden und jemanden kennenzulernen. Gerade auf großen Dating-Seiten wie Parship ist es schwierig, da die vielen Auswahlmöglichkeiten eher zu Unzufriedenheit führen können und eine Entscheidung erschweren. So wird die Tendenz verstärkt, dass Menschen immer seltener bereit sind, sich zu binden. Auch die Reihenfolge des Kennenlernens hat sich umgekehrt: Heute ist man schon verliebt, bevor man sich persönlich trifft. Viele Menschen interpretieren in die Profile des Gegenübers sehr viel hinein. Meine Interviewpartner betonten, dass ein persönliches Treffen notwendig sei, um die Beziehung ab einem gewissen Punkt überhaupt ausbauen zu können.

Welche Tipps geben Sie Studierenden, die auf der Suche nach einem passenden Thema sind?

Auf jeden Fall sollten Studierende intensiv darüber nachdenken, wo ihr Interesse liegt. Ich habe mir dazu eine Mindmap angelegt und hatte im Endeffekt 20 Themen zur Auswahl. Sich dann auf eines zu beschränken, war zwar eine Herausforderung, aber letztlich hat mich das jetzige Thema am meisten angesprochen.

Nach welchen Kriterien haben Sie den Betreuer Ihrer Abschlussarbeit ausgesucht?

Nach dem Fachgebiet. Der Betreuer sollte ein Interesse an dem Thema haben, damit die Betreuung der Arbeit gut funktioniert.

In der Bibliothek, im Café oder zu Hause – wo schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten schreibe ich daheim bei meinen Eltern. Dort habe ich meine absolute Ruhe und einen funktionierenden Laptop. In meiner großen Sechser-WG ist einfach zu viel Trubel. Da steckt immer mal wieder einer den Kopf in die Tür und fragt, was man denn gerade so macht und ob man etwas unternehmen mag.

Wie organisieren Sie Ihren Arbeitsablauf?

Ich schreibe einfach darauf los, um die erste Scheu vor so einer Arbeit zu überwinden. Man braucht tatsächlich ein bisschen Mut. Ich habe, um mich selbst und die Arbeit zu strukturieren, eine erste Einleitung geschrieben. Diese wurde im Nachhinein mehrmals überarbeitet, aber mir hat es geholfen, einen roten Faden zu finden. Wichtig ist auch, dass man sich irgendwann für ein Thema entscheidet. Ich habe zu Beginn noch viel Literatur zu dem Thema nebenher gelesen, aber es ist auch nur eine Bachelorarbeit und keine Dissertation. Irgendwann musste ich auf den Punkt kommen.

Was unternehmen Sie zum Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit?

Ich mache viel Sport und treffe mich mit Freunden. Ich persönlich wollte mich nicht abkapseln in der Schreibphase, da ich sonst das Gefühl hätte, einzugehen. Der Kontakt mit meinen Freunden – und wenn es nur kurz auf einen Tee ist – ist mir sehr wichtig.

Schreibblockaden, Krisen, Selbstzweifel – kennen Sie das? Was machen Sie in solchen Momenten?

Das kenne ich auf jeden Fall. Was mir geholfen hat: Tee und Tanzen. Ich power mich dann einfach gerne aus, um den Kopf frei zu bekommen und setze mich dann mit einer beruhigenden Tasse warmen Tee wieder an den Schreibtisch, um weiter zu schreiben.

Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach dem Abschluss? Wissen Sie schon, was Sie beruflich machen möchten?

Ich werde zunächst ein Praktikum beim Bundespresseamt in Berlin und im Anschluss ein Praktikum an der Staatsoper in Amsterdam absolvieren. Ich kann mir gut vorstellen, meinen späteren pädagogischen Arbeitsbereich auf die Theaterpädagogik auszurichten. Einen Master möchte ich im Oktober 2018 beginnen. Am liebsten im europäischen Ausland.

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