Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lehrer

Helge Batt ist Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In dieser Stellung sieht er sich Vermittler zwischen Forschung und Studierenden. Foto: Philipp Sittinger

Die Leidenschaft zur Lehre

Könnte Dr. Helge Batt die Zeit zurückdrehen, würde er sich für ein Lehramtsstudium entscheiden. Stattdessen hat er in Heidelberg Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie studiert. Bei einem Lehrgang für Hochschuldidaktik entdeckte er seine Leidenschaft für die Lehre. Danach führte ihn sein Weg in die Politikwissenschaft am Campus Landau als Akademischer Direktor und Lehrkraft für besondere Aufgaben. Daneben leitet er die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle der Uni Koblenz-Landau. Hier ist er nun Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In diesen Positionen fungiert Helge Batt als Vermittler zwischen Forschung und Studierenden und bildet Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Didaktik aus. …

Hanna Riedel arbeitet neben ihrem Studium der Sonderpädagogik als Integrationshilfe an einer Förderschule der Caritas in Landau. Foto: Philipp Sittinger

Helfen als Nebenjob

Die 21-jährige Sonderpädagogik-Studentin Hanna Riedel ist zwar noch keine Lehrerin, verbringt aber trotzdem viel Zeit im Klassenzimmer. Neben ihrem Studium arbeitet sie als Integrationshilfe an der Förderschule des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus in Landau. Mit fünf anderen Kindern sitzt die zehnjährige Franka Hormuth in einem bunten Klassenzimmer. Die Kinder arbeiten an Texten und schreiben konzentriert in ihre Hefte. Hanna Riedel sitzt neben Franka und unterhält sich mit ihr im Flüsterton. „Wo ist der Südpol, Franka?“, fragt sie. Vor Franka steht ein Bildschirm, auf dem sie schreiben kann, indem sie einzelne Buchstaben lange anschaut. Sie schreibt „Süden“ und Hanna korrigiert „südlichster Punkt der Erde“. Franka sitzt im Rollstuhl, sie ist motorisch stark eingeschränkt. An Hannas Hand kann sie ein bisschen gehen, ihre Hände und Arme kann sie zwar bewegen, allerdings reicht es nicht, um einen Stift zu halten oder damit zu schreiben. Auch Sprechen ist schwierig, daher braucht sie den sogenannten Talker – ein Bildschirm, der durch Blicke gesteuert wird. Hanna Riedel ist Integrationshilfe an der Förderschule des Caritas Förderzentrums St. Laurentius und Paulus, einer …

Melina Drews studiert im Master Förderschullehramt. Für den Uniblog berichtet sie von ihrem Praktikum an der Heinrich-Böll-Schule in Frechen. Foto: Philipp Sittinger

Alltagstrubel im Klassenzimmer: Praktikum an einer Förderschule

Verhaltensauffällige Kinder sind im regulären Schulunterricht oft nicht gut aufgehoben. An Förderschulen finden all die Schüler einen Platz, die im Alltag einer normalen Grundschule nicht zurechtkommen. Wie der Unterricht an einer Förderschule aussieht, hat Lehramtsstudentin Melina Drews in einem Praktikum erlebt. Wer sind Sie? Mein Name ist Melina Drews und ich bin 23 Jahre alt. Ich studiere im ersten Mastersemester Förderschullehramt mit den Schwerpunkten Sozialemotionale und Ganzheitliche Entwicklung.  Wo haben Sie ihr Praktikum absolviert? Die Serie Die Arbeitswelt kennenlernen und Perspektiven ausleuchten – wer hier schon im Studium aktiv wird, dem fällt der Berufseinstieg oft leichter. Unsere Serie „Karriere“ informiert zu Möglichkeiten, sich auf den Lebensweg nach der Uni vorzubereiten. Ich habe ein freiwilliges Praktikum an der Heinrich-Böll-Schule in Frechen gemacht. Es handelt sich dabei um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sozialemotionale Entwicklung. Die Kinder, die hier zur Schule gehen, brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und individuelle Förderung in einem Maß, das die Lehrer an normalen Schulen nicht leisten können. Wie an den meisten Förderschulen sind die Klassen an der Heinrich-Böll-Schule sehr klein, sodass alle Kinder genügend Beachtung …

Daniel Zacharaias studiert Informationsmanagement in Koblenz. Mit Freunden entwickelte er die Schulapp "Sdui". Foto: Teresa Schardt

Wenn aus dem Schulprojekt ein eigenes Unternehmen wird

„Stay hungry, stay foolish“, sagte Steve Jobs einmal. Der ehemalige Apple-Chef ist das Vorbild des 21-jährigen Gründers Daniel Zacharias. Er ist CEO des Unternehmens Sdui mit Sitz im TechnologieZentrum Koblenz. Mit seinem Team entwickelt und vermarktet Zacharias eine Schul-App, die als WhatsApp-Alternative den Alltag zahlreicher Schüler und Lehrer verändern soll. Wie kommt man auf die Idee, eine Schul-App zu entwickeln? Die allermeisten Bildungseinrichtungen haben keine Affinität zu Technik oder können nicht damit umgehen. Darüber ärgern sich die Schüler oft. Niemand steht gern um 6 Uhr morgens auf, um dann in der Schule zu erfahren, dass der Lehrer krank ist und die ersten beiden Stunden ausfallen. An diesem Punkt setzten wir an. Die App ist eine Art Whatsapp-Alternative für die Kommunikation in der Schule. Schüler, Lehrer und Eltern sollen mit Sdui schneller informiert werden. Als Sie die App entwickelten, waren Sie selbst noch Schüler… Stimmt. Gemeinsam mit meinen besten Freunden Jan und René nahm ich 2016 an dem Wettbewerb Jugend forscht teil. Sdui konnte zu diesem Zeitpunkt aber nur den individuellen Stundenplan der Schüler unseres Gymnasiums anzeigen. …

Seit 18 Jahren lehrt Dr. Iris Brandenburger am Campus Landau. Mit der Eröffnung des neuen Gebäudes verlagerte sie ihre Kurse in Ernährungs- und Verbraucherbildung vom Haus der Familie in Landau in die neue Lehrküche. Foto: Philipp Sittinger

Zu Besuch in der Landauer Lehrküche

Betritt man am Campus Landau das K-Gebäude rechts der Haupttreppe, schwebt einem manchmal der Duft von frisch gekochtem Essen entgegen. Wer ihm folgt, gelangt in die Lehrküche von Dr. Iris Brandenburger, in der sie unter anderem Studierenden aus dem Förderschullehramt zeigt, wie man Schüler für das Thema Ernährung begeistert. In der Lehrküche am Campus Landau steht neben der Nahrungszubereitung vor allem die Didaktik im Vordergrund. Hier lernen die Studierenden im Rahmen des Fachs Ernährungs- und Verbraucherbildung, wie sie ihre Schüler im Unterricht anleiten und welches Handwerkszeug sie ihnen mitgeben können. Geleitet werden die Stunden in der Lehrküche von Dr. Iris Brandenburger: „Die Studierenden lernen in diesem Wahlpflichtmodul ihrer Lehramtsausbildung nicht primär das Kochen. In unserer Lehrveranstaltung geht es darum, sich zu überlegen, wie man Inhalte aus dem Ernährungs- und Verbraucherbereich für die Schüler aufbereiten und umsetzen kann.“ Ihre Erfahrungen aus der Lehrküche nehmen die Studierenden während ihres Praktikums mit in die Realschule Plus oder Förderschule und geben sie im Fach Hauswirtschaft und Soziales an die Schüler weiter: „Es kommt vor, dass ein Kind noch nie eine Kiwi …

Gleiche Bildungschancen für jeden Schüler dank digitaler Lernhilfen: Die Lehr- und Lernmaterialien von Learning Level Up sind dynamisch und interaktiv. Sie können wie Bausteine zusammengesetzt und so dem individuellen Lernprozess jedes Schülers angepasst werden. Grafik: Learning Level Up

Learning Level Up: Einsatz für digitale Bildung

Das Gleiche lernt jeder anders – vor dieser Herausforderung stehen viele Lehrer bei der Vorbereitung ihrer Unterrichtsmaterialien. Wie kann man Schülern ein Thema am besten vermitteln? Nicht nur auf eine Weise, würde Stefan Pietrusky sagen. Der ehemalige Lehramtsstudent will der Über- und Unterforderung in Schulklassen entgegenwirken. Sein Mittel: Digitale Bildung. Er gründete das E-Learning-Portal Learning Level Up. Es bietet digitale Unterrichtsmaterialien, die individuell angepasst werden können. Die Serie Vom eigenen Konzept zum eigenen Unternehmen – In unseren Gründergeschichten stellen wir Studierende und Absolventen vor, die den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben. Stefan Pietrusky hat Biologie und Chemie auf Lehramt studiert. Dabei wurde ihm die Problematik um die Wissensvermittlung in den Schulen bewusst und er begann, sich mit den Chancen digitaler Bildung auseinanderzusetzen. Zurzeit ist er Doktorand am Institut für naturwissenschaftliche Bildung am Campus Landau. Er forscht zum Thema “Förderung des selbstregulierten Lernens durch das Lernen mit digitalen Medien”. Vor zwei Jahren gründete Pietrusky Learning Level Up. Als alleiniger Gründer war es schwierig für ihn, eine Förderung zu erhalten, da für viele Förderungsmaßnahmen mehrere Gründer …

Jan-Nicklas Stollberg hat eine abgeschlossene Schreinerausbildung. Seit Oktober 2016 studiert er am Campus Koblenz und möchte Berufsschullehrer werden. Foto: Greta Rettler

Ohne Abitur in den Hörsaal

Studieren ohne Abitur ? Seit 2014 geht das in allen deutschen Bundesländern, auch an der Universität Koblenz-Landau. Das Projekt Ressourcen² des KSB unterstützt und fördert alternative Wege zum Hochschulstudium, etwa über eine berufliche Qualifizierung als Meister oder einen Fachschulabschluss. Einer dieser Studierenden ist der 24-jährige Jan-Nicklas Stollberg, der seit letztem Wintersemester am Campus Koblenz Berufsschullehramt studiert. Im Gespräch mit Uniblog berichtet der Schreinermeister wie es ist, von der Werkstatt in den Hörsaal zu wechseln. Sie sind von der Werkstatt in den Hörsaal gewechselt. Was war Ihre Motivation? Angefangen hat alles nach dem Realschulabschluss mit meiner Ausbildung als Schreiner. Da ich mich gerne weiterbilden wollte, habe ich nach zwei Jahren als Geselle meine Fortbildung zum Meister gemacht. Anschließend wurde ich Werkstattleiter und habe während dieser Zeit Auszubildende betreut und angeleitet. Das Weitergeben und Vermitteln von Wissen hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich nach Alternativen in diesem Bereich umgeschaut. Nach einem Praktikum an der Schule war mir klar: Ich werde Berufsschullehrer. Warum haben Sie sich für die Uni Koblenz-Landau entschieden? Ich habe verschiedene Angebote von Universitäten abgewogen, aber Koblenz war für …

Mit Hilfe des Projekts MoSAiK sollen zukünftige Lehrer auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet und innovative Forschungsansätze im Bereich der Lehrerbildung gestärkt werden. Foto: Colourbox.de

Bausteine für die Lehrer der Zukunft

Professionalisierung und Weiterentwicklung der Lehrerbildung ist das Ziel des Projekts MoSAiK. Durch die Angebote sollen Theorie und Praxis im Lehramtsstudium besser verknüpft und die Studierenden auf die steigenden Anforderungen in ihrem Berufsfeld optimal vorbereitet werden. Viele neue Herausforderungen kommen in Zukunft auf unsere Gesellschaft zu. Besonders angehende Lehrkräfte leisten in ihrem späteren Beruf einen großen Beitrag, diese Herausforderungen zu meistern. Um sie darauf bestmöglich vorzubereiten, wurde das Projekt Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung (MoSAiK) an der Universität Koblenz-Landau ins Leben gerufen. “MoSAiK soll die Lehrerbildung voranbringen. Hierfür gibt es zwei Wege, die wir beschreiten: Zum einen die Stärkung von Forschungsansätzen und zum anderen die Verbesserung der Lehre. Ziel ist, neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis, vor allem die Kompetenzentwicklung der Studierenden durch Selbstreflexion sowie eine Spezialisierung in den Bereichen Inklusion und Heterogenität”, erklärt Professor Dr. Hans-Stefan Siller. Er ist wissenschaftlicher und geschäftsführender Leiter des Zentrums für Lehrerbildung in Koblenz (ZfL). Zusammen mit seinem Landauer Pendant Professor Dr. Alexander Kauertz leitet er das campusübergreifende Projekt. Ein Mosaik für die Zukunft Vier Schwerpunkte mit insgesamt 17 Teilprojekten bilden ein …