Promovierende im Interview
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Strategien für den Biounterricht

Forscht im Bereich der Didaktik, um den Biologieunterricht zu verbessern: Doktorand Christian Alexander Scherb. Foto: Philipp Sittinger

Forscht im Bereich der Didaktik, um den Biologieunterricht zu verbessern: Doktorand Christian Alexander Scherb. Foto: Philipp Sittinger

Christian Alexander Scherb hat eigentlich Biologie und Geographie auf Lehramt studiert. Im Laufe des Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für die Forschung und entschied sich für eine Promotion statt für den Schulalltag. Mit Schülern hat er trotzdem zu tun: Für seine Doktorarbeit erarbeitet er mit ihnen Unterstützungskonzepte für den Biologieunterricht.

Die Serie: Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum?

Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen.

In meiner Dissertation geht es darum, zu erkennen, welche Schwierigkeiten sich bei Schüler zeigen, die im Biologieunterricht naturwissenschaftliche Repräsentationen anfertigen. Dabei kann es sich um mikroskopische Zeichnungen oder um Abfolgediagramme handeln. Während  die Schüler zeichnen, werden sie gefilmt. Diese Videoaufnahmen werden von mir und einem weiteren Mitarbeiter ausgewertet. In einer zweiten, darauf aufbauenden Studie möchte ich verschiedene Strategien testen, um auftretende Schwierigkeiten zu vermindern oder bestenfalls gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Studien führe ich an mehreren weiterführenden Schulen durch, dabei handelt es sich vor allem um Gymnasien.

Was fasziniert Sie an diesem Thema?

Besonders der konkrete Bezug zur Schulpraxis: Anstatt an den Lehrenden beziehungsweise Experten anzusetzen, beschäftige ich mich mit den Lernenden. So können Schwierigkeiten, die Schüler beim Zeichnen haben, aufgezeigt und produktiv mit ihnen besprochen werden. Aus meinen Studien entwickelt sich quasi ein Handlungsleitfaden, der künftig zur Verbesserung der Unterrichtspraxis eingesetzt werden kann.

Wieso haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Bereits während des Studiums hat mir das wissenschaftlichen Arbeiten viel Spaß gemacht. Ich war in diverse Projekte und Studienarbeiten involviert. Am Ende meines Masters of Education der Fächer Biologie, Geografie und Bildungswissenschaften am Campus Landau verfestigte sich der Wunsch, eigenständiger Forschung nachzugehen. Die Promotion ist für mich eine Zeit, in der ich meine wissenschaftlichen Interessen in Ruhe verfolgen kann.

Wie wird Ihre Promotion finanziert?

Ich bin als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für naturwissenschaftliche Bildung der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau beschäftigt.

Welche zusätzlichen wissenschaftlichen Aktivitäten planen oder machen Sie bereits neben der
Promotion?

Momentan bin ich mit der Veröffentlichung einer Publikation beschäftigt, die sich aus den Ergebnissen meiner Masterarbeit speist. Außerdem arbeite ich an einer Studie mit, die sich der Analyse von Präsentationen und Aufgaben in Schulbüchern widmet. Da ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter neben der Forschung auch in der Lehre tätig bin, biete ich regelmäßig Veranstaltungen für Studierende an.

Was sind Ihre beruflichen Pläne für die Zukunft?

Ich halte mir einerseits die Möglichkeit offen, als Lehrkraft an eine Schule zu gehen. Andererseits bin ich gegenüber einer wissenschaftlichen Laufbahn nicht abgeneigt. Daher ist es mir wichtig, neben meiner Dissertation weitere Publikationen vorweisen zu können. Festgelegt ist aber noch nichts.

Was sollten Studierende mitbringen, die an eine Promotion denken?

Den Willen zur Selbstorganisation und Disziplin, vor allem wenn man zeitweise im Home Office arbeitet. Durchhaltevermögen sowie fachliches Interesse sind ebenso wichtig. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man sich äußerst lange mit einem Thema beschäftigen wird. Wenn man ernsthaft über eine Promotion nachdenkt, kann es nicht schaden, im Vorfeld durch positives Engagement, beispielsweise im Rahmen einer Stelle als HiWi, aufzufallen. So lernt man auch die mögliche Arbeitsumgebung kennen.

Welche Aufgaben ergeben sich noch im Zuge Ihrer Promotion?

Da ich mit Schülern zusammenarbeite, muss ich meine Studien von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz genehmigen lassen. Das ist mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden. Abgesehen davon muss ich mich um das nötige Equipment für meine Studien kümmern.

Was unternehmen Sie, um sich zusätzlich zu qualifizieren?

Ich profitiere vor allem von den Angeboten des Interdisziplinären Promotionszentrums (IPZ). Pro Semester versuche ich, zwei bis drei Workshops des IPZ zu absolvieren, um meine Professionalisierung zu erhöhen. Zusätzlich dazu besuche ich regelmäßig das Kolloquium des Instituts für naturwissenschaftliche Bildung. Neben meiner lehrenden Tätigkeit übernehme ich auch administrative Aufgaben und organisiere Exkursionen für die Studierenden.

Wie organisieren Sie Ihren Arbeitsablauf?

Ich mache meine Organisation abhängig von den jeweiligen Begebenheiten. Da ich sowohl am Campus als auch zuhause arbeiten kann, versuche ich, meinen Aufgaben möglichst flexibel zu erfüllen. Und ich versuche regelmäßig Sport zu treiben, um einen gesunden Ausgleich neben der Arbeit am Schreibtisch zu schaffen. Dabei ist von Wintersport bis Wandern alles Mögliche vertreten.

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