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Extraversion: Macht gute Laune gesprächiger und aktiver?

Maxi Fleiter (links) und Doro Loch erforschen für ihre Masterarbeit in Psychologie die Determinanten des Wohlbefindens. Foto: Greb Maxi Fleiter (links) und Doro Loch erforschen für ihre Masterarbeit in Psychologie die Determinanten des Wohlbefindens. Foto: Greb

Extravertierte Menschen verhalten sich nach außen gewandt, sie kommunizieren und interagieren also gern mit ihrer Umwelt. Die Psychologiestudentinnen Doro Loch und Maxi Fleiter haben im Rahmen ihrer Masterarbeiten gemeinsam eine Studie durchgeführt und untersucht, inwiefern sich positive Stimmung auf den Grad der Extraversion auswirkt.

Die Serie: Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen? 

Wer sind Sie und was studieren Sie?

Wir sind Doro Loch und Maxi Fleiter und studieren beide im vierten Mastersemester Psychologie.

Was ist das Thema Ihrer Masterarbeiten?

Loch: Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen guter Stimmung und Extraversion. Extravertiert heißt nach außen gewandt. Damit sind menschliche Eigenschaften wie gesprächig, aktiv, energisch, enthusiastisch oder auch abenteuerlustig gemeint. Bisher wurde viel dazu geforscht, dass Menschen, die extravertierter sind, auch glücklicher sind. Es gibt jedoch nur wenige Informationen darüber, ob das auch umgekehrt funktioniert: Wenn ich besser gelaunt bin, verhalte ich mich dann auch extravertierter? Das wollen wir in unserer Arbeit untersuchen und haben dafür nicht nur Fragebögenmaße einer bereits durchgeführten Studie benutzt, sondern auch selbst ein Verhaltensmaß entwickelt. Wir haben gemeinsam unsere Studie durchgeführt, schreiben aber jeder eine eigenständige Masterarbeit mit jeweils leicht unterschiedlichen Fragestellungen. Auch wenn wir unsere Annahmen im Rahmen unsere Studie nicht bestätigen konnten, ist es trotzdem ein sehr spannendes Projekt, bei dem es sich lohnt, noch weitere Forschungen anzustellen.

Wie kamen Sie auf dieses Thema?

Fleiter: Ich habe Forschungsthemen der verschiedenen Fachbereiche durchforstet und bin auf das Thema bei Prof. Dr. Tanja Lischetzke gestoßen. Da die Datenerhebung methodisch sehr aufwendig war, habe ich mich auf die Suche nach einem Partner gemacht und Doro gefunden.

Welche Tipps geben Sie Studierenden, die auf der Suche nach einem passenden Thema sind?

Fleiter: Am besten schaut man sich die Forschungsthemen der Dozenten im Fachbereich an und sortiert sie nach den eigenen Interessen. Man kann eigene Ideen zu den Themen entwickeln und diese dann den Dozenten vorschlagen.

Nach welchen Kriterien haben Sie den Betreuer Ihrer Abschlussarbeit ausgesucht?

Fleiter: Die Betreuung war bei uns sehr an das Thema gebunden. Sympathie und Kompetenz des Betreuers spielten aber bei der Auswahl für uns auch eine große Rolle. Man sollte genau schauen, welche Schwerpunkte die Dozenten in ihren Forschungen und der Lehre legen und sich gut überlegen, ob das für einen persönlich passt. In einem Gespräch kann man testen, ob die eigenen Vorstellungen mit denen des Betreuers übereinstimmen.

In der Bibliothek, im Café oder zu Hause – wo schreiben Sie am liebsten?

Loch: Definitiv in der Bibliothek. Da sind wir weniger abgelenkt und es ist ein bisschen so, als ob man zur Arbeit ginge. Nach einem erfolgreichen Bib-Tag kann man zu Hause auf die Couch. Vor allem, wenn gutes Wetter ist, lässt es sich woanders als in der Bib nur schwer lernen und wir schaffen es dann einfach nicht, uns zu konzentrieren.

Wie organisieren Sie Ihren Arbeitsablauf?

Fleiter: Die Masterarbeit hat eine vorgegebene Struktur und wir arbeiten einfach Kapitel für Kapitel ab und hoffen, dass wir irgendwann am Ende angekommen sind. Es wäre natürlich wünschenswert, vor Abgabe noch rund zwei Wochen Zeit zu haben, um die Arbeit durchzulesen und zu verbessern. Und es ist sehr wirkungsvoll, sich nach getaner Arbeit zu mit etwas Schönem zu belohnen. Dann geht das Schreiben gleich viel leichter von der Hand.

Was unternehmen Sie zum Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit?

Fleiter: Viel Sport und am Wochenende schöne Ausflüge mit Freunden.

Loch: Ich arbeite in einer Pizzeria, mache Sport und am Wochenende fahre ich gern weg, um den Kopf abzuschalten.

Schreibblockaden, Krisen, Selbstzweifel – kennen Sie das? Was machen Sie in solchen Momenten?

Fleiter: Erstmal etwas ganz anderes, als an der Masterarbeit zu schreiben. Der Tag scheint verloren zu sein, aber fünf Stunden vor dem Laptop zu sitzen und nur einen Satz zu schreiben, ist auch nicht effektiver. Dann lieber Kraft tanken und etwas Schönes machen, dann klappt es am nächsten Tag meist besser.

Loch: Ich schiebe erstmal eine Stunde Panik und versuche alles, um mich zu konzentrieren. Wenn das nicht klappt, sage ich mir: „Hey Doro, es geht um deine Masterarbeit und nicht um dein Leben.“ Manchmal muss man den Stellenwert der Masterarbeit etwas relativieren, um gut arbeiten zu können. Mir hilft es auch, mit Freunden zu reden und bei ihnen ein bisschen über mein anstrengendes Leben zu jammern. Und wenn gar nichts hilft, empfehlen die Pfälzer ja ein Glas Wein.

Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach dem Abschluss? Wissen Sie schon, was Sie beruflich machen möchten?

Fleiter: Wir machen beide die Ausbildung zur Psychotherapeutin. Ich beginne im nächsten Jahr. Ich weiß aber noch nicht, wohin es mich verschlägt.

Loch: Im Dezember fange ich in einer Klinik in Karlsruhe an, als Psychologin zu arbeiten. Davor möchte ich auf jeden Fall nochmal in den Urlaub fahren.

Interview: Katharina Greb

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