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Auf den Spuren von… Marketing-Projektmanager Conrad Szudra

Conrad Szudra studierte Kulturwissenschaft in Koblenz. Heute ist der 28-jährige Projektmanager und Teilhaber einer Marketing-Agentur. Foto: Privat Conrad Szudra studierte Kulturwissenschaft in Koblenz. Heute ist der 28-jährige Projektmanager und Teilhaber einer Marketing-Agentur. Foto: Privat

Mit gerade einmal 28 Jahren ist Conrad Szudra bereits Teilhaber einer Agentur für Marketing und visuelle Kommunikation. Nach seinem Master in Kulturwissenschaft am Campus in Koblenz zog es den gebürtigen Berliner nach Leipzig, wo er heute als Projektmanager bei annodare arbeitet. Zu den Kunden der Agentur zählen unter anderem Die Zeit und die Koblenzer Universitätsmusik. 

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Ihre Alma mater und an Ihre Studienstadt zurückdenken?

Für mich war Koblenz immer eine tolle Stadt. Ich habe unglaublich schnell viele Leute kennengelernt und einen neuen Freundeskreis aufgebaut. Dazu beigetragen haben vor allem die Überschaubarkeit am Campus, kurze Wege und der persönliche Kontakt zu den Lehrenden.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der Universität Koblenz-Landau entschieden?

Nach meinem Abitur wollte ich etwas studieren, was in dieser Form nicht allzu verbreitet auf dem Studienmarkt ist. Mein Bruder lebte damals in Koblenz und machte mich auf die Kulturwissenschaft aufmerksam. Die Inhalte sagten mir sofort zu und es passte einfach perfekt zu meiner Idee: Der Bachelor war damals noch ganz neu an der Universität, ich war also quasi ein Student der ersten Stunde.

Wussten Sie schon zu Studienbeginn, was Sie später machen wollen?

Ehrlich gesagt nicht, aber so hatte ich das Studium auch nicht begriffen, denn es war für mich eher eine Art Findungsprozess. Die Koblenzer Kulturwissenschaft ist interdisziplinär, was es mir sehr einfach gemacht hat, vieles auszuprobieren, mit meinen persönlichen Interessen zu verbinden und eine berufliche Tendenz zu entwickeln. Für meinen Job heute war es dann aber vor allem wichtig, dass ich viele Menschen aus anderen Disziplinen kennenlernte und so meinen Weg nach Leipzig fand.

Dort sind Sie heute Teilhaber von annodare, einer Agentur für Marketing und visuelle Kommunikation. Wie kam es dazu?

Es gab schon vorher einen losen Zusammenschluss von Selbstständigen, zu denen auch ich gehörte. Im September 2016 wurde dieses Netzwerk dann als GmbH gegründet. Ich wollte als fester Bestandteil des Teams natürlich mit dabei sein und habe die Chance ergriffen.

Berichten Sie doch mal von Ihrem Arbeitsalltag, was genau machen Sie?

Im Prinzip designen wir bei annodare vom Flyer über Geschäftsausstattungen bis hin zur Kampagne für kleine und mittelständige Unternehmen fast alles, was es braucht, um ein Produkt oder eine Sache zu vermarkten. Zum Beispiel gestalten wir die Werbung für die Konzerte der Koblenzer Universitätsmusik. Meine Aufgabe als Projektmanager umfasst im Wesentlichen die Beratung unserer Kunden und deren Bedarfsermittlung. Auch beim Kampagnendesign arbeite ich mit und kommuniziere die Umsetzungen unserer Grafikerinnen an den Kunden.

Generalist oder Spezialist – auf was sollten Studierende Ihres Faches bei der Wahl der Schwerpunkte achten?

Studierende sollten sich spezialisieren. Ein Studium Generale ist hochinteressant und bietet sicherlich eine gute Möglichkeit, viele Bereiche des wissenschaftlichen Spektrums kennenzulernen. Für den Einstieg ins Berufsleben ist es meiner Meinung nach allerdings vorteilhafter, wenn man sich während des Studiums zu einem Spezialisten entwickelt. Pauschalisieren darf man das aber nicht. Deshalb denke ich, dass man sich immer auf das konzentrieren sollte, was einem im Studium wichtig ist und was Freude macht. Natürlich nicht, ohne das spätere Arbeitsleben aus den Augen zu verlieren.

Was haben Sie im Studium gelernt, was nicht in den Lehrbüchern zu finden ist?

Mich selbst zu organisieren. Dazu gehört, nicht nur ein Zeitplan, um zu wissen, wann welche Hausarbeit abgegeben oder ein Referat gehalten werden muss, sondern vor allem, auch den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was für mich besonders lehrreich war: Meine Zeit im Allgemeinen Studierendenausschuss. Man lernt im Team zu arbeiten, daraus entstehende Konflikte zu lösen und kurzfristig auftretende Probleme spontan zu lösen. Davon kann ich heute in meinem Job als Projektmanager profitieren.

Ihr schönstes Erlebnis an der Universität Koblenz-Landau?

Ganz klar die bestandene Verteidigung meiner Masterarbeit 2014. Es gab für mich kein intensiveres Gefühl, als die Feststellung, dass ich das Studium abgeschlossen habe. Ich war unfassbar stolz auf mich selbst.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Das klingt jetzt zwar sehr abgedroschen, aber es trifft im Kern das, was ich mir immer zu Herzen genommen habe: Egal, was irgendjemand von dir hält, tue das, was dich glücklich macht. Eigentlich ist es auch genau diese Aussage, die ein Studium ausmacht: Selbstbestimmung, Reflexion und Unabhängigkeit. Ich habe damals gemerkt, dass ich zum ersten Mal für mich selbst verantwortlich war. Auch wenn es natürlich die ein oder andere Schikane gab, hat mich das doch immer glücklich gemacht.

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