Alle Artikel mit dem Schlagwort: Universität Koblenz-Landau

Die Reithalle in Landau ist die neue Heimat des Instituts für Kunstwissenschaften und Bildende Kunst. Foto: Philipp Sittinger

Keine Pferde, dafür richtig Leben in der Bude: Kunst in der Reithalle

Seit November 2018 hat das Institut für Kunstwissenschaften und Bildende Kunst in der Reithalle am ehemaligen Landesgartenschaugelände in Landau eine neue Heimat. Auf etwa 1.900 Quadratmetern ist zum ersten Mal die gesamte Kunst an einem Ort. Der Kunststandort ist nicht nur ein Arbeitsplatz für Studierende, auch Professoren und Dozierende verbringen hier ihre Zeit. An einem normalen Dienstag sitzt Professorin Tina Stolt, geschäftsführende Leiterin des Instituts für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst, im mittleren Teil des Gebäudes und bereitet ein Masterseminar vor. Der große Raum strahlt Chaos und Ordnung zugleich aus. Neben geordneten Tischen für das Seminar stehen Leinwände, Farbe und halbfertige Arbeiten herum. Stolt freut sich über das neue, offene Atelier. Dadurch, dass alles an einem Ort ist, seien nicht nur die Ergebnisse in Form von fertigen Kunstwerken sichtbar. Man bekomme auch Einblick in Arbeitsprozesse und könne sich wunderbar austauschen. „Manche vermissen schon eine Tür. Aber es ist auch schön, mitzubekommen, was die anderen machen. Und die Gruppenbildung durch die zwei Standorte ist auch nicht mehr so stark“, erzählt sie. Manchmal sei sie gern ein paar Stunden vor …

Lisbeth Wolf verbrachte nach ihrem Abitur einige Zeit in Costa Rica. Hier arbeitete sie als freiwillige Schildkrötenschützerin. Foto: Philipp Sittinger

¡Pura Vida!: Freiwilligendienst in Costa Rica

Wie viele Abiturientinnen wollte Lisbeth Wolf nach der Schule erst einmal raus aus Deutschland. Raus aus allem, was sie seit Kindheitstagen kannte und hinaus in die unbekannte Welt. Da sie unbedingt bei einem Naturschutzprojekt arbeiten wollte, fiel ihre Wahl auf Costa Rica – ein Land, das als Biodiversitäts-Hotspot für seinen unglaublich hohen Artenreichtum bekannt ist. Elf Monate habe ich in dem kleinen Land in Lateinamerika verbracht. Ich lebte in dem winzigen Dorf El Progreso, was auf Deutsch übersetzt der Fortschritt heißt und auf der Halbinsel Peninsula de Osa liegt. Dort habe ich in einem Projekt zum Schutz der Meeresschildkröten gearbeitet, die jedes Jahr von Juli bis Dezember an den Stränden der Bahia Drake ihre Eier ablegen. Vom Flair des Dorflebens Und tschüss… ! Sie möchten während Ihres Studiums gern ins Ausland gehen? Dann informieren Sie sich über die Möglichkeiten an unserer Universität und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten unserer Studierenden inspirieren. El Progreso besteht aus drei größeren Sandstraßen und gefühlt hundert Einwohnern. Es gibt zwei Lebensmittelläden, eine Schule, zwei Kirchen und sogar ein kleines Non-Profit-Hostel. …

Der Diplom-Umweltwissenschaftler Maximilian Meyer forscht für seine Promotion zum Thema Plastikfolienanwendung in der Landwirtschaft. Foto: Philipp Sittinger

Plastikfolien in der Landwirtschaft: Effizient oder problematisch?

Wie passen Plastik und Erdbeeren zusammen? Maximilian Meyer forscht in seiner Promotion zum Einsatz von Plastikfolien in der Landwirtschaft. Der 30-jährige Diplom-Umweltwissenschaftler kooperiert dazu mit einem Landwirt aus der Region. Um Bodenproben zu entnehmen, stellt er sich auch selbst auf den Acker. Beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie “Forschung vorgestellt” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der Frage, wie nachhaltig die Anwendung von Plastikfolien in der Landwirtschaft ist. Ich fokussiere mich dabei auf den Anbau von Erdbeeren. In Deutschland werden daneben auch Spargel und weitere Kulturen unter der Nutzung von Plastikfolien angebaut. Aufgrund zahlreicher Vorteile erfährt diese Technik weltweit immer größeren Aufschwung. In Kombination mit unterirdischen Bewässerungssystemen können die Erträge und ihre Qualität erhöht werden. Außerdem können Verbraucher die Feldfrüchte früher in den Geschäften kaufen. In meiner Forschung …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Engemann. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Etwas Wunderbares passiert, wenn man die Augen füreinander öffnet

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute stellt Lisa Engemann fest, dass Versöhnung der einzige Weg ist, um mit anderen Menschen glücklich zu werden. Drei Situationen, die mich zum Nachdenken angeregt haben: Zwei Menschen leben zusammen, seit sie denken können. Das Leben davor ist im Dickicht der Erinnerungen verschwunden. Sie liebten sich, lieben sich noch. Aber sie zeigen es sich nicht mehr. Zu viele Missverständnisse sind ungeklärt. Alle Versuche sind gescheitert. Beide leben frustriert nebeneinander und hegen ihren Groll gegeneinander. Das Miteinander? Vergangen. Alle sind an diesem Tag gekommen: Onkel, Tanten, Großcousinen, Omas, Papas und Schwippschwager. Einer aus ihren Reihen ist tot. Auf der Beerdigung sehen sich alle wieder. Verstohlen schauen sie sich an, wenn sie denken, der andere sieht sie nicht. In der Familie kursieren Gerüchte, jeder erzählt etwas über den anderen. Doch keiner will Schuld sein an dem Schlammassel, in dem alle knietief stecken. Jemand läuft die Straße entlang, ein anderer kommt ihm entgegen. Sie sind sich noch nie begegnet und glauben doch, …

Durch den Gründergeist von Lars Anken hat Landau nun ein Weiterbildungsinstitut. Am ISKKO können sich Teilnehmer zum systemischen Berater weiterbilden. Foto: Philipp Sittinger

Lars Anken: Landaus systemischer Ausbilder

Nicht nur denken, sondern machen. Nach seiner Promotion beschloss Lars Anken, Landau mit einem Weiterbildungsinstitut zu bereichern. Menschen aus psychosozialen Berufsfeldern können sich am Institut für systemisch-konstruktivistische Kommunikation (ISKKO) zum systemischen Berater ausbilden lassen. Durch die Fensterfront scheint die Mittagssonne, an der Wand ist ein Buffet mit Obst und Snacks aufgebaut und in der Mitte des großen Raumes steht eine Vase mit Sonnenblumen. Drum herum sitzen Menschen in einem Stuhlreis. Sie sind Teilnehmende eines Weiterbildungsjahrganges. Lehrer, Sozialarbeiter und Angestellte des Jugendamtes, die sich im Ausbildungsinstitut ISKKO zum systemischen Berater weiterbilden. Das Besondere: Der Ausbildunsgang ist nach der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) zertifiziert. Die Teilnehmenden sitzen zusammen und reflektieren die Selbsterfahrung, die heute auf dem Tagesplan steht. Moderiert und angeleitet wird die Gruppe von Lars Anken. Er gründete das Institut vor sechs Jahren. “Nach meiner Promotion in Erziehungswissenschaften wollte ich die Theorie praktisch anwenden”, erzählt Anken in der Mittagspause. Er entschied sich zu einer Weiterbildung zum systemischen Berater nach DGSF-Richtlinien. Der systemische Ansatz wird oft in der Psychotherapie, aber auch in …

Peter Rödler ist Professor des Instituts für Pädagogik. An seinem Schreibtisch saßen vermutlich schon Adorno und die Gebrüder Grimm. Fotos: Teresa Schardt

Leben im strukturierten Chaos: So wohnt Peter Rödler

Peter Rödler hat sich in seiner Heimatstadt Frankfurt eingenistet. Im Wohnzimmer hängt das Porträt eines Gorillas, überall liegen Bücher und Dokumente verteilt, zahlreiche Figürchen schmücken die Regale. Im Uniblog zeigt der Professor des Instituts für Pädagogik seine Wohnung, die er selbst als “lebendiges Durcheinander” beschreibt. Wow, hier gibt es aber viel zu sehen. Ist Ihre Wohnung typisch für das Zuhause eines Professors? Für einige ja, für andere nicht. Auf den ersten Blick könnte man den Zustand der Wohnung auch als strukturiertes Chaos bezeichnen. Alles hier hat einen Hintergrund. Ich brauche meinen Freiraum, um individuelles Denken zu ermöglichen. Ich will mich nicht von Formalia fesseln lassen und lebe eher mit Kategorien, die meine Vielfalt ordnen. Das kann man beispielsweise an meiner Büchersammlung feststellen. Da steht alles von der Physik über die Pädagogik bis hin zur Philosophie und Geschichte. Mit den Jahren habe ich mir einen fächerübergreifenden Atlas an Schriftwerken aufgebaut. Innerhalb dieses Chaos besteht Struktur, auch wenn es zuerst nicht so erscheint. Was haben Sie verändert, bevor wir angekommen sind? Ein wenig geputzt habe ich schon, das …

Rebecca Singer unternahm während ihres Erasmus-Semester in Prag einige Ausflüge. So zum Beispiel in die ungarische Hauptstadt Budapest. Fotos: Rebecca Singer

Prag: Politik, Freiheit und Karl der Große

Neben neuen Erkenntnissen im Studium lernte Rebecca Singer während ihres Auslandssemesters fremde Länder, Menschen und Kulturen kennen. Sie verbrachte im Zuge ihres Masterstudiums der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ein Semester an der Karlsuniversität in Prag. Anfang 2017 bewarb ich mich für ein ERASMUS-Auslandssemester an der Karlsuniversität – benannt nach Karl dem Großen, der in Tschechien als Held verehrt wird. Ich entschied mich für diesen Standort, da durch die Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau schon vieles vorab organisiert werden konnte. Es gibt in Prag passende Kurse zu meinem Studium und ich musste mir wegen des ERASMUS-Stipendiums weniger Sorgen um Geld machen. Außerdem war ich auf ein aufstrebendes, europäisches Land gespannt, das früher der Sowjetunion angehörte und von seiner Geschichte hinter dem Eisernen Vorhang noch immer gezeichnet ist. Mit der Tram durch Prag Die Vorbereitungen waren zwar aufwendig, doch auch von der Vorfreude auf die Reise begleitet. Aus einer Laune heraus bewarb ich mich für einen dreiwöchigen Intensiv-Tschechischkurs an der Universität Prag. Das erleichterte mir den Beginn ungemein. Mit Englisch kommt man im touristischen Teil der Stadt und …

Außerhalb ihres Studiums der Sozial- und Kommunikationswissenschaften arbeitet Caroline Zielbauer bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Foto: Philipp Sittinger

Politische Diskussion auf Augenhöhe

Caroline Zielbauer studiert am Campus Landau Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Außerhalb des Uni-Alltags arbeitet sie bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg und macht in Schulen Demokratie erlebbar. Wie läuft eigentlich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates ab und welche Aufgaben übernimmt die World Trade Organisation? Solche Fragen möchte die Landeszentrale für Politische Bildung (LPB) nicht nur anschaulich beantworten, sondern auch mit Schülern gemeinsam erarbeiten. Dazu führen sogenannte Multiplikatoren an Schulen Aktionstage durch und behandeln mit ganzen Klassen ein politisches Thema. Caroline Zielbauer ist so eine Multiplikatorin. Seit vier Jahren ist sie für die LPB tätig und fährt drei bis vier Mal im Monat an Schulen im Karlsruher Raum. “Ich finde, politische Bildungsarbeit ist eine gute Sache. Es ist wichtig, dass wir über Demokratie reden und miteinander diskutieren”, erzählt sie. Dabei achtet sie darauf, nicht ihre eigene Meinung vorzugeben. “Wenn in Diskussionen Ansichten aufkommen, die ich nicht teile, gebe ich das erstmal zurück an die Klasse und frage, was sie dazu sagt”. Der Austausch mit den Jugendlichen ist für sie sowohl Bereicherung als auch Herausforderung. “Durch die Uni …

René Lang absolvierte im vergangenen Sommersemester ein Praktikum bei RPR1 in Koblenz. Foto: Teresa Schardt

Radio GaGa: Praktikum bei RPR1 Koblenz

Von wegen “Video Killed The Radio Star”: Das Radio ist noch immer fester Bestandteil unseres Alltags. Der Kulturwissenschaftler René Lang absolvierte im vergangenen Sommersemester ein Praktikum bei RPR1 in Koblenz. Dabei hat er gelernt: Wer Radio verstehen will, muss die Leistung hinter den einzelnen Beiträgen erkennen. Ob unter der Dusche, bei der Autofahrt oder während der Arbeit: Das Radio ist unser ständiger Begleiter. Wir verabreden uns zwar nicht mehr zum Radio hören, dennoch spielt das Medium bis heute für viele Menschen eine wichtige Rolle. Die Stimmen unserer Lieblingsmoderatoren erscheinen uns vertraut, ohne dass wir ihnen jemals gegenüberstanden. Täglich lachen, raten und diskutieren wir mit ihnen, obwohl sie uns nicht hören können. Dieser Umstand fasziniert mich seit langem. Während meines Praktikums habe ich einen Eindruck davon erhalten, wie Radio funktioniert. Die Rheinland-Pfälzische Rundfunk GmbH & Co. KG – besser bekannt als RPR1 – ist einer der erfolgreichsten privaten Radiosender des Landes. Das Sendegebiet reicht von der südlichen Pfalz bis nach Köln, wobei sich in allen größeren Städten Studios befinden. Diese Lokalredaktionen sammeln ihre Beiträge innerhalb der Region, …

Michael Lenz forscht zum Thema Gamification. In seinen Seminaren verzaubert er die Studierenden mit Hilfe von Harry Potter & Co. Foto: Jan Reutelsterz

Lernen und Lehren wie in Hogwarts

Wie wäre es, wenn Seminare von einem Tagespropheten zusammengefasst oder die Leistungen mit Hauspunkten bewertet würden? Oder der Campus Landau einmal im Studium in Hogwarts verwandelt wird? Dr. Michael Lenz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, und derzeit Vertretungsprofessor am Campus Koblenz hat es ausprobiert. Wenn Michael Lenz die Studierenden zur ersten Sitzung des Seminars Hogwarts als schulische Lernumgebung? begrüßt, steht er im Umhang im Festsaal der Außenstelle Bürgerstraße. “Ich will die Studierenden von der ersten Sitzung an begeistern, dafür lasse ich mir gerne etwas einfallen”, erzählt er. Der Umhang ist dabei nur eines von vielen Mitteln, die die Studierenden aus ihrem Uni-Alltag reißen sollen. “Lernen soll die Lebenswirklichkeit der Lernenden berücksichtigen”, sagt Lenz. Die meisten Studierenden sind mit den Harry Potter-Büchern und -Filmen aufgewachsen und kennen den Zauberlehrling. Daher eignet sich diese Welt gut, um die Möglichkeiten und Potenziale einer alternativen Lernumgebung zu demonstrieren. Das Seminar, das mit dem Lehrpreis 2018 der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle ausgezeichnet worden ist, wird im Studiengang Bildungswissenschaften angeboten und zeigt zukünftigen Lehrkräften, wie mit etwas Kreativität und Einsatz der Unterricht …