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Campus Connect: Geborgenheit im Glauben

Michael Moritz ist seit seinem ersten Semester Mitglied der christlichen Hochschulgruppe Campus Connect Koblenz. Foto: René Lang

Michael Moritz ist seit seinem ersten Semester Mitglied der christlichen Hochschulgruppe Campus Connect Koblenz. Foto: René Lang

Michael Moritz bekennt sich zu seinem christlichen Glauben. Der 23-jährige Lehramtsstudent ist deshalb seit seinem ersten Semester an der Universität Koblenz-Landau ein Teil von Campus Connect. Über sein Studium der Evangelischen Religion und Geschichte hinaus ist es ihm ein wichtiges Anliegen, sich aktiv mit seinem Glauben auseinanderzusetzen.

Was kann man sich unter Campus Connect vorstellen?

Campus Connect ist eine studentische Bewegung des Vereins Campus für Christus und mittlerweile an über 20 Standorten in Deutschland vertreten. Wir versuchen, Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen zusammenzubringen, die Interesse am christlichen Glauben zeigen. Ich besuche die Treffen von Campus Connect Koblenz seit meinem ersten Semester an der Universität. Es gibt keine Mitgliedschaften, aber inzwischen sehe ich mich als Teil der Gruppe an. Wir treffen uns regelmäßig in der studentischen Stunde, um uns auszutauschen. Normalerweise beginnen unsere Treffen mit einem Gebet und mehreren Liedern, bevor wir uns in kleinere Diskussionsrunden aufteilen.

Welchen Zweck erfüllt Campus Connect?

Wir wollen einen Rahmen schaffen, in dem wir ungestört über unseren Glauben sprechen können. Das heißt, wir wollen auch über kontroverse Themen diskutieren, was gerade im Christentum keine Selbstverständlichkeit ist, ob es sich dabei nun um Sexualität, Abtreibung oder den Heiligen Geist handelt. Wir verfolgen das Ziel, uns eine eigene Meinung zu bilden, indem wir das Bekannte hinterfragen und anderen Ansichten begegnen. Dabei stehen unsere Türen für alle Interessierten offen, die sich mit geistigen Themen auseinandersetzen wollen.

Sind nur theologische oder auch andere Fächer Campus Connect vertreten?

Tatsächlich handelt es sich um ein buntes Durcheinander. Natürlich sind viele Lehramtsstudierende bei uns vertreten, aber auch Studierende anderer Fächer, etwa aus der Pädagogik, Informatik oder Naturwissenschaft. Manchmal nehmen auch Dozierende teil, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren. Am Anfang ist es zweitrangig, was man studiert, welcher Religion man angehört oder wie gläubig man ist. Was zählt, ist der gewinnbringende Austausch innerhalb der Gruppe.

Wie ist die Resonanz unter den Studierenden?

Wenn ich mich mit Kommilitonen unterhalte, ist die Resonanz immer positiv. Da uns viele Studierende noch nicht kennen, suchen wir gezielt das Gespräch auf dem Campus. Das fiel mir am Anfang nicht leicht. Es ist schwierig, auf fremde Personen zuzugehen, um mit ihnen über geistige Themen zu sprechen. Dafür haben wir verschiedene Kartenspiele zur Hand, um ein Gespräch aufkommen zu lassen. Wenn die Leute erst einmal anfangen, darüber nachzudenken, woran sie eigentlich glauben, wird es schnell kompliziert. Aber das macht diese Themen auch so interessant.

Warum sind Sie ein Teil von Campus Connect Koblenz?

Bei Campus Connect habe ich zum ersten Mal Gemeinschaft mit anderen Menschen gehabt,
die mein Interesse an Glaubensthemen teilen.  Aus meiner Heimat kannte ich ein Konzept wie Campus Connect überhaupt nicht. Das erste Mal habe ich davon auf einem Flyer der Evangelischen Studierendengemeinde Koblenz gelesen. Die Idee, mich mit gleichaltrigen Personen über meinen Glauben auszutauschen, gefiel mir direkt. Diese Erfahrung fehlt in der Kirche oftmals. Mittlerweile treffen wir uns sogar außerhalb von Campus Connect in unserer Freizeit. Wir gehen am Koblenzer Moselbogen spazieren, grillen zusammen oder veranstalten Spiele-Abende. Hier hat sich eine eigene Dynamik entwickelt, die ich sehr schätze.

Wie gläubig sind Sie denn? Woher stammt Ihr Glaube?

Ich würde mich selbst als sehr gläubig einschätzen. Meine Beziehung zu Gott ist mir quasi das Wichtigste. Ich wurde als Kind im Sinne des christlichen Glaubens erzogen, verlor aber in meiner Jugend den Anschluss daran. Das hat sich geändert, als ich mit 17 Jahren aufgrund einer ernsthaften Verletzung im Krankenhaus landete. Gerade in solchen Situationen denken die Menschen oft über ihr Leben und Gott nach. Meine Beziehung zu Gott wurde durch diesen Zwischenfall bestärkt. Mir wurde bewusst, dass Gott eine Bedeutung in meinem Leben haben sollte. Ich denke, dass ich mich seitdem bewusst mit meinem Glauben auseinandersetze.

Welche Erfahrungen haben Sie bei Campus Connect gemacht?

Bisher habe ich ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Es tut gut, in der Gruppe über seinen Glauben zu sprechen – auch wenn man manchmal nicht einer Meinung ist. Meinen Glauben habe ich als etwas erfahren, das mein Leben komplett verändert hat. Durch ihn konnte ich persönliche Probleme klären und wurde um eine neue Perspektive bereichert. Ich fühle mich einfach geborgen in meinem Glauben. Ich würde allen meinen Mitmenschen wünschen, diese Erfahrung ebenso zu machen.

Wie verknüpfen Sie Ihren Glauben mit Ihrem Alltag? Was verändert sich dabei?

Ich nehme mir gerne die Zeit, um in Ruhe zu beten. Das habe ich beispielsweise auch vor unserem Interview getan. Was sich vor allem verändert, ist die Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ich habe das Gefühl, dass ich reflektierter mit meinen Kommilitonen umgehe. Im Gespräch erfahre ich vieles über mich selbst, das ansonsten verborgen bleiben würde. Selbst bei Streitigkeiten bin ich nachsichtiger geworden. Das ist ja das Großartige am christlichen Glauben: Gottes Liebe und Hilfe ist uns trotz unserer Fehler gewiss.

Das Interview führte René Lang

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