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Finnland: Im Land der 1000 Seen

Matthias Deisen aus Koblenz studiert seit Januar im verschneiten Finnland und ist begeistert. Foto: Privat. Matthias Deisen aus Koblenz studiert seit Januar im verschneiten Finnland und ist begeistert. Foto: Privat.

Seit Januar ist Matthias Deisen als Austauschstudent im Rahmen des europäischen Erasmus-Plus-Programms in Joensuu, an der University of Eastern Finland. Bis Juni bleibt der 22-jährige Koblenzer Informatik-Student noch im östlichsten der skandinavischen Länder. Er ist begeistert von der Landschaft, den internationalen Kontakten und dem finnischen Bildungssystem.

Warum Finnland – und dann auch noch im Winter? Das ist eine Frage, die man sich durchaus stellen kann und die ich auch schon Freunden und Bekannten beantwortet habe: Ich wollte schon immer die Nordlichter sehen und einen richtig schönen Winter mit viel Schnee verbringen. Da das finnische Bildungssystem als eines der Besten in Europa gilt, fiel mir meine Entscheidung nicht schwer: Finnland, das Land der 1000 Seen sollte es werden. Vor einem Jahr entschloss ich mich also kurzerhand für die Bewerbung auf einen Studienplatz in Finnland und wurde im Rahmen des Erasmus-Plus-Programms ausgewählt.

Atemberaubende Landschaften

Erwartungen hat man im Vorfeld natürlich immer eine Menge. Aber es ist nicht alles so, wie man es sich vorstellt: Die Nordlichter habe ich zwar mittlerweile gesehen und sie sind wirklich eindrucksvoll und ein atemberaubendes Naturspiel, aber der Winter ist zu Beginn doch ganz schön kalt – vor allem, wenn man bei minus 30°C mit dem Fahrrad zur Uni fahren muss. Nach und nach habe ich mich dann aber doch an die Kälte gewöhnt und es wurde etwas wärmer (minus 20°C ist dagegen schon recht gut auszuhalten).

Die Landschaft in Joensuu im Osten Finnlands ist charakteristisch für die ganze Gegend: Viel Wald und Seen. So fühlt man sich manchmal wie in einem Wintermärchen, wenn man die verschneiten Waldwege entlang geht oder einen Spaziergang über den zugefrorenen See macht, anstatt außen rum zu gehen.

 Ausgedehnte Wanderungen über Eisstraßen und durch verschneite Wälder machen Finnland zu einem echten Wintermärchen.


Ausgedehnte Wanderungen über Eisstraßen und durch verschneite Wälder machen Finnland zu einem echten Wintermärchen.

Besonders schön ist der Koli Nationalpark, von dessen höchstem Punkt man an schönen Tagen das ganze Umland bewundern kann. Nicht weit von Koli bin ich über die längste Eisstraße Europas gefahren. Sieben Kilometer Straße führen hier geradewegs über einen See. Das ist schon etwas anderes, als nur über Asphalt zu fahren.

Die Universitäten in Joensuu und in Koblenz sind gar nicht so unterschiedlich, was die generelle Organisation betrifft. Aber die Mentalität ist in Finnland eine ganz andere: Die Professoren spricht man grundsätzlich mit Vornamen an und die Betreuung vor, während und nach den Seminaren ist sehr persönlich und direkt. Auch die Kurse sind anders strukturiert, man schreibt so gut wie keine Klausuren und alles ist irgendwie locker – vielleicht liegt das aber auch an meinem Status als Erasmus-Plus-Student.

Eine gute Zeit

Auch auf der sozialen Ebene bin ich vollkommen zufrieden. Ich habe wirklich sehr viele tolle Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen, die hoffentlich auch nach dem Auslandssemester andauern werden. Wie das natürlich oft so ist, habe ich meine Zeit hauptsächlich mit den internationalen und weniger mit den finnischen Studierenden verbracht, aber auch das ist eine gute Erfahrung.

Ich kann jedem empfehlen, ein Auslandssemester zu machen, es lohnt sich wirklich. Finnland ist ein idealer Ort dafür, denn die Mischung aus guter Bildung, netten Bekanntschaften und einer atemberaubenden Landschaft ist die beste Kombination, die ich mir vorstellen kann.

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