Alle Artikel in: Uni-Menschen

Olaf Meyer ist der Mann für die Musik am Campus Landau. Der Universitätsmusikdirektor leitet den Chor, das Orchester und das Vokalensemble. Foto: Philipp Sittinger

Die Liebe zum Fach gehört dazu

Olaf Meyer ist Universitätsmusikdirektor am Campus Landau. Er leitet den Universitätschor, das Universitätsorchester und das Vokalensemble.  Meyer ist Musiker mit Leib und Seele. Arbeit und Freizeit sind für ihn nur schwer zu trennen. Doch wenn Straßenmusiker dem in der Landauer Innenstadt lebenden Dozenten zu laut sind, greift er auch mal zu härteren Mitteln. Sie haben Musik studiert, leiten die musikalischen Ensembles der Universität und sind Universitätsmusikdirektor. Wie sind Sie zur Musik gekommen? Zur Musik bin ich vor allem durch meinen Vater gekommen. Er spielt Trompete und am liebsten Jazz. Das hat er sich im Laufe der Zeit selbst beigebracht. Mit vier Jahren habe ich bereits auf dem Klavier herumgeklimpert und mit meinem Vater improvisiert. Außerdem habe ich angefangen, Gitarre zu spielen. Zur sogenannten klassischen Musik bin ich erst später gekommen. Mit vierzehn Jahren habe ich gemerkt, dass die Geige das Instrument meiner Liebe ist. Mit der Gitarre war ich zu dem Zeitpunkt schon eine Art Provinzkönig. Aber Geige zu lernen war für mich doch schwieriger, als ich dachte. Und wann haben Sie ihre Leidenschaft zum …

Linus Henze ist alles andere als ein normaler Informatikstudent. Anfang 2019 entdeckte er eine Sicherheitslücke bei Apple und wurde daraufhin sogar im Forbes Magazin erwähnt. Foto: René Lang

Wie ein Koblenzer Student eine Sicherheitslücke bei Apple aufdeckte

Über Nacht verbreitet sich weltweit die Nachricht von seinem Fund: Linus Henze entdeckt eine Sicherheitslücke beim US-amerikanischen Technologieunternehmen Apple. Auf YouTube berichtet der Koblenzer Informatikstudent von seiner Beobachtung in einem Video, das mittlerweile über 100.000 Klicks zählt. Im Februar 2019 entdeckt Henze die Sicherheitslücke in der Keychain des Apple-Betriebssystems macOS. “Die Keychain ist der zentrale Ort, an dem alle Passwörter der einzelnen Apple-Nutzer verschlüsselt gesichert werden”, erklärt Henze. Über die Option Passwort speichern können Nutzer auf ihr Konto zugreifen, ohne die Zugangsberechtigungen erneut eingeben zu müssen. Alle Programme, die eine Anmeldung erfordern, werden so schneller zugänglich. An dieser Stelle identifiziert Henze den Fehler: “Es bestand die Möglichkeit, ein Programm zu entwickeln, das die Passwörter aller Nutzer ausliest.” Hacker hätten somit die Möglichkeit, auf jegliche Inhalte der Nutzer zuzugreifen. Dies betreffe etwa Social-Media-Konten, Online-Banking oder Apple-Accounts. Von ungewolltem Spam bis zu Erpressung und Diebstahl wäre alles denkbar gewesen. “Der Fehler war nicht leicht zu finden”, erinnert sich Henze. “Ich musste den Quellcode der Keychain, der für alle Nutzer einsehbar ist, schrittweise durchgehen.” Zunächst beschäftigte er sich …

Maria Bartella betreibt als Ausgleich zu ihrem Pädagogik-Studium Handlettering. Das kunstvolle Schreiben ist inzwischen mehr als ein Hobby. Foto: Emily Nolden

Mit Kalligrafie die Stromrechnung bezahlen

Pädagogik-Studentin Maria Bartella hat schon immer gerne künstlerisch gearbeitet. Besonders fasziniert die 22-Jährige die Kalligrafie und das Handlettering. 2012 entdeckte sie erstmals ihr Talent im kunstvollen Schreiben und investiert seitdem viel Zeit in ihr Hobby. Sie erhielt so viel Zuspruch, dass sie sich entschied, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Als Kontrast zu ihrem Universitätsalltag beschriftet Maria Bartella Schaufenster, gestaltet Firmenlogos, schreibt Tischkarten oder verziert Weihnachtskugeln. Sie entwarf die Skyline des Koblener AStA, die auf den Erstsemester-Taschen oder dem Studienplaner zu sehen ist. Daneben leitet die 22-Jährige auch Kalligrafie- und Handlettering-Workshops, etwa während der SommerUni. Bartella erzählt, dass sie das filigrane Arbeiten entspannt. “Durch Kalligrafie und Handlettering habe ich Zeit für mich und kann gleichzeitig in Ruhe meinem Hobby nachgehen”, erzählt sie. Und am Ende sei es beeindruckend, ein fertig gestaltetes Produkt in den Händen zu halten und es anderen zu präsentieren. Das WG-Zimmer als Werkstatt Auf die Idee kam die Studentin durch ihren Nebenjob auf der Festung Ehrenbreitstein. Nach einer Veranstaltung sollte sie Kindernamen auf Urkunden schreiben. Schon nach dem ersten Wort ärgerte sie …

Helge Batt ist Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In dieser Stellung sieht er sich Vermittler zwischen Forschung und Studierenden. Foto: Philipp Sittinger

Die Leidenschaft zur Lehre

Könnte Dr. Helge Batt die Zeit zurückdrehen, würde er sich für ein Lehramtsstudium entscheiden. Stattdessen hat er in Heidelberg Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie studiert. Bei einem Lehrgang für Hochschuldidaktik entdeckte er seine Leidenschaft für die Lehre. Danach führte ihn sein Weg in die Politikwissenschaft am Campus Landau als Akademischer Direktor und Lehrkraft für besondere Aufgaben. Daneben leitet er die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle der Uni Koblenz-Landau. Hier ist er nun Lehrkraft für besondere Aufgaben und akademischer Oberrat. In diesen Positionen fungiert Helge Batt als Vermittler zwischen Forschung und Studierenden und bildet Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Didaktik aus. Was fällt in Ihre Aufgabenbereiche als Akademischer Direktor und Lehrkraft für besondere Aufgaben? Meine Stelle hier in Landau ist sehr vielseitig und tangiert alle Teilbereiche der Politikwissenschaft. Ich helfe überall dort, wo Bedarf besteht. Hauptsächlich bin ich jedoch in der Fachdidaktik des Sozialkundeunterrichts tätig und betreue Lehramtsstudierende aller Schularten. Nebenbei gebe ich Lehrveranstaltungen zur politischen Theorie und zu internationalen Beziehungen. Wie kam es zu Ihrem Interesse für das Lehramtsstudium? Ich war selbst nie Lehrer, obwohl das viele Leute von …

Tim Rönz studiert nicht nur Kulturwissenschaft, sondern ist auch der Sänger seiner Band Frank-Einstein. Und auch als Solokünstler hat er erste Erfolge. Foto: Jan Reutelsterz

Ein Leben für den Rock

Er macht Musik, weil sie ihn begeistert: Tim Rönz ist seit seinem 13. Lebensjahr Frontsänger der Rockband Frank-Einstein. Daneben ist der 20-jährige Kulturwissenschaftler auch solo unter dem Namen Timas erfolgreich. Seine Coverversion Sun Is Shining lief bereits im litauischen Radio. Wie kamen Sie zur Musik? Ich habe schon immer gerne Musik gehört. Frank Zappa, Nirvana und Green Day waren die Idole meiner Kindheit. Von Letzteren konnte ich mich sogar auf einem Livekonzert in Mönchengladbach selbst überzeugen. Mit etwa 13 Jahren nahm ich mir vor, nicht nur Musik zu hören, sondern selbst aktiv zu werden. Kurzerhand schnappte ich mir meine alte Gitarre, startete meinen Computer und verbrachte Stunden mit YouTube-Tutorials, um ein besserer Gitarrist zu werden. Einer meiner besten Freunde fing zu dieser Zeit ebenfalls an, Gitarre zu spielen, während sein kleiner Bruder auf dem Schlagzeug lernte. Nachdem wir einen Bassisten gefunden hatten, gründeten wir zusammen unsere Band Frank-Einstein, die bis heute existiert. Frank-Einstein? Gibt es dazu eine Geschichte? Ursprünglich wollten wir mal eine Misfits-Coverband sein. Auch wenn wir es nie schafften, ausschließlich im Punk zu bleiben, wurden …

Carsten Brühl testet in seiner Arbeitsgruppe nicht nur die Auswirkung von Pestiziden, sondern versucht auch privat, die Umwelt zu entlasten - und fährt 20 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit. Foto: Philipp Sittinger

Carsten Brühl: “Es ist Zeit, zu handeln”

Er empfiehlt, möglichst lange zu studieren und spricht sich im Sinne der Umwelt gegen weitere Parkplätze für die Studierenden aus: Dr. Carsten Brühl leitet seit 2006 die Arbeitsgruppe Community Ecology & Ecotoxicology und testet dabei die Auswirkungen von Pestiziden. Bei Forschungsaufenthalten in den Tropen ist er Zeuge der unbarmherzigen Abholzung der Wälder geworden. Sein Appell: Sich der aktuellen Umweltprobleme nicht nur bewusst sein, sondern auch handeln.  Wann haben Sie gemerkt, dass der Weg in die Wissenschaft der richtige für Sie ist? Gemerkt habe ich das eigentlich schon, bevor ich mit dem Studium der Tropenökologie begonnen hatte. Nach dem Zivildienst war ich mit meinem Rucksack ein halbes Jahr in Afrika unterwegs und bin bei der Reise auf Wissenschaftler gestoßen. Das ist ja gar nicht schlecht, habe ich mir gedacht. Diese Wissenschaftler sitzen da in Zentraluganda und untersuchen das Leben einer Antilope, das könnte ich mir auch vorstellen. Dementsprechend habe ich mein Studium gewählt. Und da es mich schon immer gereizt hat, außerhalb von Deutschland zu forschen, bin ich schließlich für meine Diplomarbeit und später für meine …

Rebecca Singer schwebt nicht nur durch ihr Studium der Sozial- und Kommunikationswissenschaften, sondern hebt auch mit ihrem Segelflieger regelmäßig ab. Foto: Philipp Sittinger

Vom Winde verweht

Viele kennen ihn: den Traum vom Fliegen. Man wird immer leichter, bis der Körper endlich abhebt und in weiter Höhe über dem Boden schwebt. Rebecca Singer lebt diesen Traum. Die Studentin der Sozial- und Kommunikationswissenschaften ist seit elf Jahren Segelfliegerin und auf Augenhöhe mit Vögeln und Berggipfeln. Der beste Moment ist der Abflug, sagt Rebecca Singer. An einem Seil wird das Segelflugzeug so lange gezogen, bis es genug Geschwindigkeit hat, um von der Luft nach oben gedrückt zu werden. Hat der Segler eine bestimmte Höhe erreicht, ist es soweit: Das Seil wird gelöst und das Flugzeug gleitet durch die Luft. Dieses schwebende Gefühl hallt bei Singer oft noch lange nach. Ähnlich wie das schwankende Gefühl, das man nach einer langen Bootsfahrt verspürt. In der Luft fühle sie sich leicht, erzählt Singer. Angst kennt sie in fast 3000 Meter Höhe keine. Die Studentin fliegt, seitdem sie 14 Jahre alt ist. “Das ist schon verrückt, man darf fliegen, bevor man Auto fahren darf. Aber Segelfliegen ist auch wirklich weniger gefährlich”. Als Singers Vater vor elf Jahren die …

Dr. Kai Lawonn ist Juniorprofessor am Institut für Computervisualistik. In seinem Büro empfängt er Studierende oder liest wissenschaftliche Artikel in seiner Hängematte. Foto: Teresa Schardt

Unsere Profs: Prof. Lawonn

Juniorprofessor Dr. Kai Lawonn vereint Zielstrebigkeit und Lässigkeit in einer Person. Innerhalb weniger Jahre schließt der 33-Jährige sein Studium, die Promotion sowie Habilitation ab, ohne in Stress zu verfallen. Der Spaß an seiner Arbeit motiviert ihn zur Höchstleistung. Wissenschaftliche Paper liest er am liebsten in seiner Hängematte im Büro am Institut für Computervisualistik. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Was trifft davon auf Sie zu? Professoren grübeln wirklich oft. Dabei lese ich in meinem Fachgebiet eher Paper als Bücher. In meiner Funktion als Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Visualisierung arbeite ich auch viel am Rechner. Ich entwickle Programme, die im medizinischen Bereich angewandt werden und Ärzten dabei helfen, leichter Diagnosen aufzustellen oder Therapien vorzuschlagen. Über diverse Kooperationen stehe ich im interdisziplinären Austausch mit zahlreichen Kollegen. Den Aspekt des Einsiedlertums kann ich also auch verneinen. Was hat es mit Ihrer Bürogestaltung auf sich? Nicht jeder hat eine Hängematte im Büro. Kurz gesagt: Platzprobleme (lacht). Als ich noch in Berlin gewohnt habe, hing die Hängematte in meinem Wohnzimmer. Das ist …

Ursula Reither ist verantwortlich für die Raumplanung an der Universität. Das ist besonders vor neuen Semestern eine große Herausforderung. Foto: Philipp Sittinger

Die Herrin der Räume

Ursula Reither begleitet die Raumplanung der Universität seit 18 Jahren. Egal, was in der Lehre oder der Forschung passiert: Wird dafür ein Raum benötigt, geht die Anfrage über ihren Schreibtisch.  Was ist ihre Aufgabe in der Raumplanung? In der Raumplanung sorge ich dafür, dass die Räume sinnvoll mit Veranstaltungen belegt werden. Ich vermeide Doppelbelegungen und wähle je nach Seminargröße die richtigen Räume für die jeweiligen Veranstaltungen aus. Zu meinen Aufgaben gehört aber auch das Erstellen von Nutzungsvereinbarungen. Die werden von Studierenden oder externen Akteuren benötigt, um an der Universität Räumlichkeiten nutzen zu können. So betreue ich nicht nur die Studierenden und Dozierenden bei ihren Raumanfragen, sondern auch die Stadt oder andere Institutionen bis hin zu Firmen, die Veranstaltungen an der Universität durchführen. Wann ist die stressigste Zeit in Ihrem Job? Das ist die Planungsphase für das folgende Semester. So wird es um den Wechsel von Januar zu Februar öfter mal sehr stressig. Ein ähnliches Aktivitätslevel fahren wir zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Die Raumbelegungen für das kommende Semester müssen meistens schon in der letzten …

Richard Diery arbeitet als Aushilfe im Schlaflabor. Bei seinen Nachtschichten behält der Lehramtsstudent die Patienten im Auge. Foto: Philipp Sittinger

Nachtschicht im Schlaflabor

Um sein Studium zu finanzieren, arbeitet Richard Diery vor allem nachts. Im Schlaflabor geht es meistens ruhig zu, Diery verkabelt Patienten und beobachtet Messwerte. Doch manchmal gibt es Komplikationen und der Lehramtsstudent hat es plötzlich mit kaputten Betten oder verzweifelten Patienten zu tun. Es ist 3 Uhr morgens, rund um das Vinzentius-Krankenhaus in Landau ist es ruhig. In einem Nebengebäude des Krankenhauses sitzt Richard Diery im vierten Stock und blickt auf vier Bildschirme. Bunte Linien tanzen über die Monitore, ab und zu blinkt etwas rot auf. Dann überprüft er alle Werte – manchmal ist es nur ein Wackelkontakt, manchmal muss er schauen, ob bei den Patienten alles in Ordnung ist. Richard Diery arbeitet neben dem Studium im Schlaflabor in Landau. Die bunten Linien auf den Bildschirmen zeigen verschiedene medizinische Messwerte der Patienten. Sie schlafen unbehelligt vom Treiben in Dierys Büro in vier benachbarten Räumen, die wie minimalistisch eingerichtete Hotelzimmer aussehen. Die meisten Patienten, die hier untersucht werden, leiden unter Schlafapnoe. Das äußert sich in Atemstörungen, also kurzen Atemstillständen während des Schlafes. Patienten kommen normalerweise für …