Uni-Menschen
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Professor Müller und die Musik

Die Gitarre ist Professor Stefan Müller schon seit der Kindheit bekannt und hat ihm gute Dienste erwiesen. Aber auch andere Saiteninstrumenten faszinieren ihn. Foto: Nicolai Zander

Die Gitarre ist Professor Stefan Müller schon seit der Kindheit bekannt und hat ihm gute Dienste erwiesen. Aber auch andere Saiteninstrumenten faszinieren ihn. Foto: Nicolai Zander

Dr. Stefan Müller, Professor für Computervisualistik am Campus Koblenz, spielt in seiner Freizeit Gitarre und Harfe, wie er uns im letzten Interview verriet. Auch auf Bühnen stand er schon. Wir wollten wissen, was ihn an diesen Instrumenten fasziniert und wie seine Biografie als Musiker verlaufen ist.

 Foto: ColourboxIn unserer Serie Uni-Menschen stellen wir euch interessante Persönlichkeiten vor, die an der Universität Koblenz-Landau studieren und arbeiten.

Was war zuerst da, die Computervisualistik oder die Musik?

Ganz klar die Musik. Da habe ich schon mit sechs Jahren angefangen. Begonnen habe ich mit Gitarre. Leider hatte ich zunächst einen schlechten Lehrer. Das änderte sich als ich elf war. Danach habe ich bei Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ teilgenommen.  Aber es war zu spät. Ich habe spieltechnisch eine Grenze, über die ich nicht mehr hinauskomme. Für die Gitarre ist das die „Asturias“ von Albéniz. Daran habe ich mich immer wieder versucht und es nie hinbekommen. Die Computervisualistik begegnete mir erst im Laufe meines Studiums. Da entstand mein Interesse für Computergrafik, das mich zur Computervisualistik führte, in der sich Grafik und Bildverarbeitung vereinen.

Wie ging es mit Ihnen und der Musik weiter?

Als 12-jähriger habe ich anderen Kindern Gitarrenunterricht gegeben. Damit habe ich  meine eigenen Gitarrenstunden finanziert. In meiner Jugend, der Sturm-und-Drang-Zeit, habe ich auch elektrische Gitarre gespielt, unter anderem in einer Band. Im Alter von 30 folgte die Harfe und mit 40 habe ich mit Cello angefangen. Allerdings hatte ich zu dieser Zeit gerade Kinder bekommen. Es war daher schwierig, das Cellospiel weiter zu vertiefen. Daher ist es dann bei Gitarre und ein bisschen Harfe geblieben.

Welche Art von Harfe spielen Sie?

Ich habe mit einer Hakenharfe angefangen. Da müssen die Saiten mit Klappen umgestimmt werden, damit Halbtöne gespielt werden können. Später habe ich eine Ein-Pedal-Harfe genutzt. Hier werden die Saiten mit einem Pedal verkürzt, um die Töne zu erhöhen. So ist es möglich, während des Spielens die Tonart zu ändern. Die Harfe ist schon ein faszinierendes Instrument, da sie einerseits viel mehr Möglichkeiten bietet als eine Gitarre mit ihren sechs Saiten. Andererseits bringt sie auch viele Einschränkungen mit sich und ist mit Pedalen schon etwas schwieriger zu spielen.

Und welche Art von Gitarre spielen Sie – und welchen Stil?

Ich habe viele Arten ausprobiert, aber am liebsten spiele ich Akustik- beziehungsweise klassische Gitarre. Auch Western- und E-Gitarre habe ich mal gespielt sowie eine mit zwölf Saiten, als ich im Gottesdienst Lieder begleitet habe. Bezüglich des Stils bin ich meist bei Klassik geblieben. Ich habe in meiner Jugend auch versucht, mich durch Bach durchzubeißen. Da gibt es Stücke, da kann man den ganzen Tag nichts anderes machen als Läufe trainieren! Diesbezüglich bin ich nie wirklich zu einer Bühnenreife gekommen. (lacht) Duos spiele ich prinzipiell sehr gerne und da wäre ich wahnsinnig froh, wenn ich mal wieder eine Spielpartnerin oder einen Spielpartner finden würde!

Sind Sie schonmal aufgetreten?

Mit der erwähnen Band gab es einige Auftritte. Im Laufe der Zeit fand ich auch ein paar nette Leute, mit denen ich eine Zeit lang als Duo auf der Bühne stand. Ich habe dabei meist Gitarre gespielt. Ich hatte mal einen Spielpartner, der zu jedem Konzert ein neues Instrument mitgebracht hat! Zuerst Klavier, dann Geige und dann kam auch noch Hackbrett dazu. Es gibt auch Bilder zu meinen Auftritten, aber die kann ich Ihnen nicht zeigen. Das war die Zeit der wilden Frisuren und meine Haare standen in alle Richtungen ab. Das dürfen noch nicht mal meine eigenen Kinder sehen, auch wenn sie ihre Oma schon mit allen Mitteln zu bestechen versucht haben! (lacht)

Hätten Sie sich vorstellen können, die Musik zu Ihrem Hauptberuf zu machen?

Nein, dazu war ich nicht gut genug. Mein erster Lehrer hat mir vier Jahre lang nur 3/4-Takt und Begleitung beigebracht. Ich bin also vielleicht der beste Begleitungsgitarrist für deutsche Volksmusik, aber mit so einer Grundlage kommt man nicht so gut weiter. Musik spielt trotzdem eine große Rolle in meinem Leben. Ich finde es eigentlich auch schön, dass sie eher ein Hobby geblieben ist.

Hören Sie hauptsächlich Musik, die Sie auch selber spielen oder eine ganz andere Richtung?

Ich höre zum Leidwesen meiner Kinder die meiste Zeit klassische Musik. Das gibt dann immer Ärger im Auto. Meine Kinder sind jetzt 15 und 19 und da ist Klassik tabu. Ich höre auch gerne neue Klassik und Filmmusik, da gibt es dann auch schon mal eine Schnittmenge. Aber ich höre seltener Solo-Musik und kann es dann natürlich nicht selbst spielen. Zu meinen Favoriten gehören die die „Guitarissimo”-Alben von Peter Horton und Sigi Schwab.

Ist ihre Familie auch musikalisch aktiv?

Meine Kinder haben beide ein Instrument gelernt und wir haben gemeinsam viel musiziert. Mein Sohn spielt Trompete und meine Tochter Gitarre. Inzwischen hat sie außerdem mit Schlagzeug und Gesang angefangen.

Knüpfen Sie in Ihrem Forschungsgebiet auch manchmal an die Musik an?

Es gibt interessanterweise immer wieder Leute die Abschlussarbeiten mit Tönen machen möchten. Die haben dann aus irgendwelchen Gründen die Computervisualistik gewählt, obwohl sie lieber Musik machen möchten. (lacht) Man versucht dann zum Beispiel, Töne mithilfe von Software zu erkennen und Apps entwickeln, Instrumente stimmen oder Menschen Klavierspielen beibringen. Bei einer Arbeit ging es zum Beispiel darum, Harmonien zu erkennen, also Zusammenklänge und deren Verhältnisse. Das war eine komplexe Angelegenheit, bei der ähnliche Methoden wie in der Bildverarbeitung zum Einsatz kamen. Mit klingender Musik hat das aber nicht viel zu tun.

Nicolai Zander

 

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