Alle Artikel in: So wohnt der Campus

Berend Barkela ist Doktorand am Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik in Landau. Wir haben ihn in seiner Wohnung besucht. Fotos: Philipp Sittinger

Würste statt Pinkel: So lebt Berend Barkela in seinem Landauer Altbau

Berend Barkela ist Doktorand am Campus in Landau und schreibt seine Dissertation am Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik. Neben seinen Kochkünsten zeichnen ihn vor allem seine Socken aus. Ist Ihre Wohnung typisch für das Zuhause eines Doktoranden? Dazu habe ich keine Daten (lacht). Doktoranden wohnen hier sonst nicht in so großen Wohnungen, weil sie meist weniger Kinder haben als ich. In Berlin zum Beispiel wohnen Doktoranden wiederum mit mehr Kindern in kleineren Wohnungen, weil die Mieten so hoch sind. Was haben Sie verändert, bevor wir angekommen sind? Ich habe den Müll runtergebracht, damit meine Frau stolz auf mich sein kann, sobald sie nach Hause kommt. Ihr Markenzeichnen sind ja die unterschiedlichen Socken, die sie tragen. Findet sich so etwas in Ihrer Wohnung wieder? Ich bin ein Punk, daher die unterschiedlichen Socken. Außerdem ist es morgens einfacher, weil man nicht so lange nach Socken suchen muss. Ich habe eine große Sockenkiste, da greife ich zwei Mal rein – und fertig. Noch bunter als meine Socken sind nur meine Hemden. Welche Ecke mögen Sie in Ihrer Wohnung …

Tobi wohnt in einer 7er-WG in Koblenz. Durch seine sechs Mitbewohner lernt er immer wieder neue Leute kennen. Trotzdem genießt jeder seine Privatsphäre. Fotos: Teresa Schardt

Das Leben in einer 7er-WG

Beim Eintreten in das große Haus duftet es im Flur nach frisch Gebackenem und aus der Küche schallt Gelächter. Die Stimmung in der WG ist fröhlich und man fühlt sich gleich willkommen. Vor drei Jahren zog Tobi in das dreistöckige Haus in der Nähe des Campus Koblenz ein. Heute lebt der 24-Jährige hier mit fünf Freunden und genießt das Leben in einer Gemeinschaft. Sie haben gleich ein ganzes Haus gemietet. Wer wohnt in Ihrer Wohngemeinschaft? Anika: Wir leben in einer gemischten WG. Derzeit wohnen hier jeweils drei Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Aktuell ist ein Zimmer frei und wir suchen nach einem siebten Mitbewohner. Tobi: Wir studieren fast alle an der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Koblenz, aber einige sind auch ausgelernte Azubis. Wo spielt sich das meiste Leben in Ihrer WG ab? Anika: Wir leben verteilt auf drei Etagen und nutzen zusätzlich einen Keller und einen großen Garten. Trotz des Platzes ist das Wohnzimmer der zentrale Ort der WG. Hier finden Spieleabende statt und wir gucken gemeinsam Filme. Tobi: …

Stefan Schindler lebt zusammen mit vier weiteren Personen in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. Im Interview berichtet er zusammen mit seiner Mitbewohnerin Juliane Christ über das Leben in der "Schlachthof-WG". Fotos: Philipp Sittinger

Zu Fünft in der Schlachthof-Romantik

Stefan Schindler und Juliane Christ waren frustriert von der Wohnungssuche in Landau. Durch Zufall stießen sie auf eine frei werdende Wohnung im Landauer Stadtteil Godramstein. Das Besondere an dem Zuhause der heutigen Fünfer-WG: Sie befindet sich in einem alten Schlachthof. Seit wann wohnen Sie hier? Juliane Christ: Ich wohne hier seit März 2018. Stefan Schindler: Ich bin erst später dazu gekommen, von der Besetzung der Gründungsmannschaft sind nur noch Marco und Moritz da. Wie lange haben Sie gesucht, um diese tolle Wohnung zu finden? Christ: Tatsächlich hatte ich einfach Glück. Ich kannte die WG schon, bevor ich mich entschlossen hatte, das Pendeln von Mannheim aufzugeben. Als ich einem der Bewohner, Moritz, erzählte, dass ich nach Godramstein ziehen möchte, sagte er, dass eventuell ein Zimmer frei werde. Ich habe mir noch eine andere WG angeschaut. Aber als feststand, dass nicht nur ein, sondern gleich vier Zimmer frei werden, sind wir eingezogen. Schindler: Ich war erschlagen von der Wohnraumsituation hier in Landau. Kaum eine Wohnung war frei und alles schien festgefahren. Wie entstand der Plan, zusammenzuziehen? Christ: Da …

Inga Wüsthoff wohnt in einer Wohngemeinschaft mitten in der Koblenzer Altstadt. Unser Reporter besuchte die WG kurz vor Weihnachten und kam in den Genuss einer festlich geschmückten Wohnung. Fotos: Teresa Schardt

WG in der Koblenzer Altstadt: Unter einem Dach vereint

Wenn Mitbewohner zu Freunden werden, wird es nie langweilig. Inga Wüsthoff wohnt seit Oktober 2015 im Herzen der Koblenzer Altstadt und schwärmt von  ihrer Wohngemeinschaft. Das Geheimnis der Kulturwissenschaftlerin: Nicht nebeneinander, sondern miteinander leben. Wer wohnt hier? Unsere kleine Wohngemeinschaft besteht aus vier Personen, einer Frau und drei Männern. Ich selbst bin Kulturwissenschaftlerin, während meine Mitbewohner Germanistik und Web Science studieren. Wir kannten uns teilweise bereits im Vorfeld, innerhalb der WG sind wir aber schnell zu Freunden geworden. Ob morgens, mittags oder abends, es findet sich immer etwas Zeit, um zusammenzusitzen und zu reden. Aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen unserer Studiengänge wird uns dabei auch nie langweilig. Es gibt immer Themen, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren können. Die einzelnen Lebenspartner zählen eigentlich auch zur Wohngemeinschaft dazu. Manchmal kommt es vor, dass alle auf einmal da sind. Dann ist die Wohnung zwar ziemlich voll, aber es wird umso lustiger. Treffen sich eine Kulturwissenschaftlerin, ein Germanist und zwei Informatiker in einer Wohnung. Klingt fast wie ein Witz, aber wie funktioniert das Zusammenleben? Es ist ein großer Vorteil, wenn man …

Peter Rödler ist Professor des Instituts für Pädagogik. An seinem Schreibtisch saßen vermutlich schon Adorno und die Gebrüder Grimm. Fotos: Teresa Schardt

Leben im strukturierten Chaos: So wohnt Peter Rödler

Peter Rödler hat sich in seiner Heimatstadt Frankfurt eingenistet. Im Wohnzimmer hängt das Porträt eines Gorillas, überall liegen Bücher und Dokumente verteilt, zahlreiche Figürchen schmücken die Regale. Im Uniblog zeigt der Professor des Instituts für Pädagogik seine Wohnung, die er selbst als “lebendiges Durcheinander” beschreibt. Wow, hier gibt es aber viel zu sehen. Ist Ihre Wohnung typisch für das Zuhause eines Professors? Für einige ja, für andere nicht. Auf den ersten Blick könnte man den Zustand der Wohnung auch als strukturiertes Chaos bezeichnen. Alles hier hat einen Hintergrund. Ich brauche meinen Freiraum, um individuelles Denken zu ermöglichen. Ich will mich nicht von Formalia fesseln lassen und lebe eher mit Kategorien, die meine Vielfalt ordnen. Das kann man beispielsweise an meiner Büchersammlung feststellen. Da steht alles von der Physik über die Pädagogik bis hin zur Philosophie und Geschichte. Mit den Jahren habe ich mir einen fächerübergreifenden Atlas an Schriftwerken aufgebaut. Innerhalb dieses Chaos besteht Struktur, auch wenn es zuerst nicht so erscheint. Was haben Sie verändert, bevor wir angekommen sind? Ein wenig geputzt habe ich schon, das …

Professor Gerhard Reese lebt mit seiner Familie in einer großen Altbauwohung. Er ist Leiter des Studiengangs „Mensch und Umwelt". Fotos: Philipp Sittinger

Gemütlichkeit trifft Minimalismus

Gerhard Reese, Professor für Umweltpsychologie am Campus Landau, lebt seit Ende 2016 mit seiner Frau und seinem Sohn in einer schönen und begrünten 5-Raum-Wohnung in Landau. Darin hat er sich ein Stück studentische Lebenskultur bewahrt. Sieht es bei Ihnen immer so ordentlich aus? Nein, nicht immer. Mit einem kleinen Kind verteilen sich die Sachen natürlich oft etwas mehr. Aber normalerweise ist es hier schon eher ordentlich. Auf einer Sauberkeitsskala von 1 bis 10 würde ich sagen, liegt unsere Wohnung meistens bei einer 7. Meine Frau würde aber vielleicht eher eine 5 vergeben. Wer putzt bei Ihnen? Wir beide. Zwischenzeitlich auch eine Putzkraft, aber mittlerweile sind wir wieder allein verantwortlich. Und wer kocht? Tatsächlich eher ich. Ich würde sagen, weil ich es besser kann, aber auch, weil ich es einfach gerne mache. Gibt es dann immer Bio-Essen? Wir sind da nicht dogmatisch. Wir essen aber kein Fleisch. Außer unser Sohn, das ist dann aber immer Bio. Sie haben einen sehr grünen Balkon. Pflanzen Sie da auch Gemüse an? Wir haben Tomaten und ein paar Kräuter. Aber …

Dr. Marc Hannappel wohnt mit Frau und Sohn im Koblenzer Zentrum und genießt das Stadt- und Familienleben. Fotos: Teresa Schardt

Urbanes Wohnen, alte Möbel und mittendrin ein tobendes Kind: So lebt Marc Hannappel

Mitten in Koblenz wohnt Dr. Marc Hannappel vom Institut für Soziologie mit seiner Familie. Das schlichte Haus lässt nicht erahnen, dass sich im vierten Stock eine großzügige Wohnung befindet. Der 38-Jährige beschreibt seine Einrichtung als “etwas spießig”, dennoch fühlt er sich hier wohl und lebt sein Faible für alte Möbelstücke aus. Herr Hannappel, Sie sind der erste Dozent, der seine Wohnung in So wohnt der Campus zeigt. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung? Ich führe selbst gerade ein Forschungsprojekt zu studentischem Wohnen durch, deshalb konnte ich die Anfrage nicht ablehnen. Wenn die Studierenden ihre Wohnung zeigen, muss ich auch die Türen öffnen. Ich hätte aber auch so kein Problem damit – ich habe nicht viel zu verbergen. Haben Sie ein liebstes Möbelstück oder einen Lieblingsgegenstand? Meinen Schreibtisch, den müssen Sie sich anschauen, um es zu verstehen. Er ist spießig, aber authentisch. Ich liebe alte Möbel, denn die haben etwas Beständiges. Man wirft sie nicht so schnell weg, obwohl sie schäbig werden, sondern restauriert sie lieber. Mein Lieblingsgegenstand in der Wohnung ist der Plattenspieler. Den habe ich …

Generationen von Studierenden haben die WG in der Koblenzer Südstadt geprägt, in der es zwei Regeln gibt: Was einmal an den Wänden aufgehängt wurde, darf nicht mehr abgenommen werden. Und: Es muss Kuchen geben! Fotos: Teresa Schardt

Die WG als Kunstwerk – 30 Jahre Gestaltung zeigt hier mehr als nur Kreativität

Diese Wohnung in der Südstadt von Koblenz kann man als Kunstwerk bezeichnen: Schon beim ersten Schritt durch die Tür spürt man den ganz eigenen Charakter der WG, die seit drei Jahrzehnten besteht. Verblichene Poster, alte Zeitungsartikel und kreative Wandverzierungen geben erste Hinweise auf die spannende Vergangenheit dieser “Familie”, die für Uniblog ihre Türen öffnet, aber anonym bleiben möchte.  In dieser WG gibt es kaum eine freie Stelle an den Wänden. Was für eine Geschichte steckt hinter dahinter? Man munkelt, dass die WG seit 30 Jahren besteht. Hier findet ein ständiger Wechsel statt. Über die Jahrzehnte hindurch zogen die verschiedensten Charaktere ein. Daraus ergibt sich auch die kreative Gestaltung der Wohnung. Es kommt immer etwas Neues dazu, doch nie darf etwas Altes abgehangen werden. Das ist so eine Art unausgesprochene Regel. Wer wohnt hier und wieviel Miete bezahlt ihr? Unsere Wohngemeinschaft besteht aus zwei Frauen und drei Männern, darunter vier Studierende und eine Berufstätige. Wir sind zwischen Mitte und Ende Zwanzig. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind wir hier nacheinander eingezogen und zu einer Familie geworden. Die …

Julia Cutler und Ricarda Natus sind nicht nur Mitbewohnerinnen, sondern auch enge Freundinnen. Fotos: Philipp Sittinger

Harmonie in vier Räumen

Julia Cutler und Rica Natus kennen sich schon vom Bachelorstudium in Heidelberg, studieren jetzt beide im Masterstudiengang Psychologie am Campus Landau und wohnen zusammen. Im Interview wird klar, warum ihr WG-Leben so gut funktioniert: Die beiden passen einfach perfekt zusammen. Seit wann wohnen Sie hier? Cutler: Seit Oktober 2017. Wie lange haben Sie suchen müssen, um diese tolle Wohnung zu finden? Cutler: Wir hatten riesengroßes Glück, wir haben nur zwei Wohnungen angeschaut und diese sofort bekommen. Haben Sie vorher schon zusammen gewohnt? Natus: Nein, aber wir kannten uns schon sehr gut. Wir haben in Heidelberg zusammen studiert und sogar unsere Bachelorarbeit zusammen geschrieben. Wie entstand der Plan, zusammenzuziehen? Natus: Wir hatten eigentlich nie so konkret darüber gesprochen, es war uns beiden unausgesprochen klar, dass wir auch zusammen wohnen, wenn wir schon gemeinsam nach Landau gehen. Cutler: Man kann sich ja auch nicht mit jeder Freundin vorstellen, zusammenzuwohnen. Aber Rica ist eine der unkompliziertesten Personen, die ich kenne. Gab es etwas, dass Sie jetzt erst nach dem Zusammenziehen aneinander kennen gelernt haben? Cutler: Rica ist super …

Maria Preuß ist vor Kurzem für den Master nach Landau gezogen und fühlt sich in ihrer großen WG schon sehr heimisch. Fotos: Philipp Sittinger

Wohnen wie in der Villa Kunterbunt

Die meisten Studis wohnen in einer WG – in einem Haus mit Balkon, Garten und zwei Küchen leben allerdings die wenigsten. Dass das Zusammenleben mit zehn anderen Leuten gar nicht so sehr drunter und drüber geht, wie man meinen könnte, hat uns Maria Preuß verraten, die ihren Master in Landau macht und seit vergangenem Oktober in einer kunterbunten WG wohnt. Sie wohnen mit 11 Personen in einem Haus. Haben Sie vorher schon in so großen WGs gewohnt? Nein, ich hab zwar schon in den verschiedensten Konstellationen gewohnt, aber eher in 2er- bis 4er-WGs. Eine meiner größten Wohngemeinschaften umfasste sieben Leute. Da haben wir über zwei Etagen gewohnt, mit Zugang zum Dach. Seitdem ich dort erleben konnte, dass viele Menschen nicht zwangsläufig mehr Trubel bedeuten und wie schön ein liebevoll-gemütliches Chaos sein kann, war ich für eine 11er-WG offen. Wie oft gibt es Ärger um das Bad? Eigentlich nie. Ab und an ist mal eins besetzt, aber dann geht man eben eine Treppe rauf oder runter. Wir haben viele Toiletten und sind generell alle sehr kooperativ. …