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Auslandssemester in Südkorea

Lena May ist 22 Jahre alt und studiert Kulturwissenschaft am Campus in Koblenz. Ihr 5. Semester verbrachte sie in Südkorea, an der Ewha Womans University in Seoul. Zurück in Deutschland berichtet sie an dieser Stelle von ihren Eindrücken, von Vorurteilen, Kuriositäten des Alltags und dem Studium im Ausland.

„Südkorea? Da willst du hin? Musst du dann auch Hund essen? Oder noch schlimmer – Insekten?“ Fragen, die ich mehr als einmal zu hören bekam, als ich mich zu einem Auslandssemester in Seoul entschloss, der blühenden Metropole Südkoreas. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Vorstellung, Hund zu essen, ist für die meisten Koreaner ebenso abwegig wie für uns. Und Insekten? Nun ja, es gibt Bondaegi, das sind Larven der Seidenraupe, aber auch die stehen glücklicherweise nicht auf dem täglichen Speiseplan.

Das "Dog Café" ist der Lieblingsort von Lena May in Hongdae, einem Stadtteil von Seoul. Foto: Privat

Das “Dog Café” ist der Lieblingsort von Lena May in Hongdae, einem Stadtteil von Seoul. Foto: Privat

Religion ist allgegenwärtig. Foto: Privat

Religion ist allgegenwärtig. Foto: Privat

Nichtsdestotrotz hat Korea einiges an Kuriositäten zu bieten, die bei mir immer wieder für Verwunderung und Schmunzeln sorgten. Selbst Alltägliches wie eine Fahrt mit der U-Bahn ist in Seoul ein kleines Abenteuer: Erstmal die koreanischen Schriftzeichen entschlüsseln, T-Money Card auf die Schleuse legen, dann mit der Rolltreppe zum Gleis (Treppen benutzt hier niemand) und dann auf die Fanfare warten, die das Kommen der Bahn ankündigt. Im Zug sind ausnahmslos alle mit ihren neuesten Samsung Galaxys beschäftigt, die in Korea sogar eine kleine, ausziehbare Antenne haben, um fernsehen zu können.

Hongdae, das Universitätsviertel von Seoul. Foto: Privat

Hongdae, das Universitätsviertel von Seoul. Foto: Privat

Die Ewha Womans University. Foto: Privat

Die Ewha Womans University. Foto: Privat

Gut vier Monate verbrachte die Koblenzer Studentin in Südkorea. Foto: Privat

Vier Monate verbrachte die Koblenzer Studentin in Südkorea. Foto: Privat

W-Lan gibt es überall, sodass man auch auf dem höchsten Berg Koreas – dem Hallasan auf der Insel Jeju – problemlos die mit der Handykamera aufgenommenen Bilder gleich in Facebook posten kann. Ein bisschen verrückt sind die Koreaner schon manchmal, aber immer sehr herzlich, witzig und hilfsbereit. Ich habe wirklich tolle Menschen kennengelernt und blicke auf eine schöne und unvergessliche Zeit zurück.

Ein Auslandssemester ist eine Chance, die man sich eigentlich nicht entgehen lassen darf. Man lernt so viele unterschiedliche Menschen kennen, macht völlig neue Erfahrungen mit anderen Kulturen und findet dabei auch einiges über sich selbst heraus. Sogar das Leben an einer Uni kennenzulernen, die komplett anders ist als der Campus in Koblenz, macht erstaunlich viel Spaß. Die Ewha Womans University mit ihren unterirdischen Gebäudekomplexen ist bis in die letzten Winkel ausgestattet mit High-Tech. Und jeden Tag von rund 20.000 Koreanerinnen umgeben zu sein, ist an sich schon etwas Besonderes. Die Auswahl an englischen Kursen ist riesig, die Atmosphäre generell sehr international. Man kann auch einen Koreanisch-Sprachkurs belegen und die ersten Koreanisch Kenntnisse direkt an einem der vielen Streetfood-Stände ausprobieren.

Abschließend kann ich sagen, dass Seoul für mich immer wie ein zweites Zuhause bleiben wird und ich kann jedem nur empfehlen, diese wundervolle Stadt für sich zu erkunden.

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