Kolumne
Schreibe einen Kommentar

Besinnliche Vorweihnachtszeit? Eigentlich!

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau unplugged aus ihrem Alltag. Heute nimmt Lisa Leyerer die Vorweihnachtszeit genauer unter die Lupe und plädiert für das, was wirklich wichtig ist: sich Zeit zu nehmen.

Eine Kolumne über die Vorweihnachtszeit. Eigentlich könnte ich euch erzählen, wie schön die Vorweihnachtszeit ist und wie sehr ich mich auf diese Zeit freue. Wenn der Duft von frischgebackenen Zimtwaffeln alle Zimmer im Haus durchflutet. Wenn im Radio “Last Christmas” ertönt und ich lauthals mitsinge. Wenn die Übergangsjacke in den Schrank verstaut wird und Schal, Mütze und Handschuhe griffbereit liegen. Diese Zeit, in der man morgens eine Viertelstunde länger einplanen muss, um das Auto von Eis und Schnee zu befreien. Wenn die Kürbisse weggepackt werden und es sich Engel, Schneemänner und Leuchtketten auf den Fensterbänken gemütlich machen. Wenn die erste Kerze angezündet wird und sich das Gefühl breit macht: Bald ist es soweit.

Organisation ist alles

Eigentlich. Doch dann kehre ich zurück in die Realität und das Bild, das ich sehe, passt überhaupt nicht zu diesem Gefühl der Vorweihnachtszeit. Lebkuchen und Spekulatius füllen schon seit Ende September die Regale in den Supermärkten. Elektrogeschäfte erinnern uns früh genug daran,  unsere Lieben mit dem besten Schnäppchen zu beschenken. Und schon im Oktober müssen wir uns entscheiden, wo wir die Weihnachtsfeier und das Wichteln mit unseren Kollegen zelebrieren möchten. An Halloween wird mit den Freunden beschlossen, wann welcher Weihnachtsmarkt abgeklappert wird, um das noch nicht erhaltene Weihnachtsgeld in überteuerte Waffeln, Glühwein oder Crêpes zu investieren. Ergänzt wird der schon um Monate vorher gefüllte Terminplaner für Dezember vom dicksten Punkt auf der To-Do-Liste: Geschenke kaufen. Was wäre Weihnachten nur ohne Geschenke?

In einer Art Rausch hetze ich von einem Shoppingcenter zum nächsten, greife verzweifelt zu Gutscheinen oder Parfüms, die ich noch schnell von der Verkäuferin an der Kasse als Geschenk verpacken lasse. Klingt das alles nicht nach einer tollen Zeit? Mitnichten. Wo ist das richtige, echte vorweihnachtliche Gefühl hin? Sollte man sich in der Vorweihnachtszeit – die im wahrsten Sinne des Wortes vier Wochen vor Weihnachten beginnt – nicht auf das besinnen, was im Leben wirklich zählt? Den Alltagsstress vergessen und sich Zeit nehmen, mit Freunden und Familie Plätzchen zu backen. Oder Geschenke selbst basteln anstatt teure Konsumgüter zu verschenken. Gemütlich über den Weihnachtsmarkt schlendern und nicht durch die Geschäfte hetzen. Eine Weihnachtsfeier planen, um das Zusammensitzen mit den Kollegen zu genießen und es nicht als Pflichtprogramm zu empfinden. Jetzt ist ein guter Moment, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir diese Vorweihnachtszeit gestalten wollen – und um die Freude daran wieder aufleben zu lassen. Denn dies ist eine der schönsten Zeiten des ganzen Jahres – eigentlich.

Schreibe einen Kommentar