Jahr: 2016

Jeder von uns hat seine ganz individuelle Identität. Aus evolutionspsychologischen Gründen möchten Menschen aber auch gern Teil einer Gruppe sein. Werden wir ausgeschlossen, kann uns das sehr weh tun Foto: Colourbox.de

Wir Menschen: Unikat und Herdentier

Das Wir-Gefühl liegt im Trend. Wir sind Weltmeister, wir waren Papst, wir sind für oder gegen eine politische Entscheidung. Fußball-WM und Demonstrationen haben eines gemeinsam: Menschen entwickeln eine gemeinschaftliche Euphorie im Kontext eines bestimmten Themas. Prof. Dr. Melanie Steffens, Leiterin der Arbeitseinheit Sozial- Umwelt- und Wirtschaftspsychologie, erklärt im Interview, warum wir uns so stark mit Gruppen identifizieren. Wie entwickeln wir Menschen unsere Identität? Wir haben eine individuelle Identität, bestehend aus Eigenschaften, die unsere Persönlichkeit ausmachen, und Merkmalen, die nur uns selbst betreffen. Darüber hinaus entwickeln wir eine soziale Identität im Kontakt mit anderen Menschen. Zum einen gehören wir angeborenen sozialen Kategorien wie den unterschiedlichen Geschlechtern an. Zum anderen gibt es Normen, die wir im Umgang mit anderen Menschen erlernen. Evolutionspsychologen würden sagen: Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse. Dazu gehört das Bedürfnis nach Sicherheit: In der Gruppe haben wir Überlebensvorteile und fühlen uns deshalb sicherer. Unsere gesamte Kultur ist daher auf Gruppen ausgelegt. In Familien, Freundeskreisen, Arbeitsgruppen, Vereinen und andere Organisationen – überall leben wir mit anderen Menschen zusammen und entwickeln anhand verschiedener Gruppennormen unsere soziale Identität. …

Heute schreibt Campus-Reporterin Nina Seel.

Date mit dem inneren Schweinehund

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Nina Seel von ihrem neuen Hobby, von dem sie nie geglaubt hätte, dass es jemals eins werden würde.  Status Juli: Null Kondition Joggen gehen ist blöd. Leute, die einfach mal so eine Runde laufen gehen, sind total nervig. So jedenfalls meine Auffassung bis zu diesem Sommer. Woher nehmen die bitte aus dem Nichts diese Kondition? Und noch dazu diese Begeisterung für eine völlig anstrengende Sache? Gefühlt war ich der einzige Mensch, für den es ein großes Rätsel war, wie Menschen es schaffen, einfach so drauf los zu laufen. Ich fragte mich ernsthaft: Wie geht das? Und wollte es herausfinden. Seit Beginn meines Studiums habe ich mich jedoch in eine Couchpotatoe verwandelt. Ich habe zwar kein Auto, fahre Fahrrad und bin zu Fuß in der Stadt unterwegs. Aber Landau ist klein und als Sport würde ich das nicht bezeichnen. Fitnessstudios habe ich hinter mir gelassen und im kalten Winter zum Unisport… Meine Kondition ging also gegen Null. Status …

Texas von seiner schönsten Seite - Studentin Franzi Sannert unterwegs im atemberaubenden Big Bend Nationalpark im Süden der USA. Fotos: Sannert

Texas: Leben auf einer Ranch

2013 machte sich Franzi Sannert das erste Mal auf, um im US-amerikanischen Texas neue Erfahrungen zu sammeln. Ein Jahr später war die damals 19-Jährige gerade im zweiten Semester ihres Pädagogikstudiums, als sie die Möglichkeit für ein Praktikum bei einer texanischen Familie erhielt. Sannert zögerte nicht lange: Nahe der Hauptstadt Austin lernte die Studentin aus Koblenz nicht nur ihre Gastfamilie kennen und lieben, sondern auch die Kultur, die Landschaft und das Essen. Nachdem ich Anfang 2013 erfolgreich das Abitur bestand, brauchte ich eine Auszeit. Denn wie wohl für die meisten Schüler bedeutet diese Phase vor allem eins: Stress! Um einfach mal aufzuspannen und das Leben auf einer Pferderanch kennenzulernen, entschied ich mich daher für einen Urlaub in der texanischen Provinz. Mit den Besitzern der Ranch verstand ich mich so gut, dass sie mir anboten, im nächsten Jahr für ein Praktikum wiederzukommen. Unter Aufsicht einer Sozialarbeiterin nahm ich diese Möglichkeit gerne wahr und flog im Mai 2014 erneut in die USA. Das Leben auf einer Ranch Texas – das Land der Cowboys, Pferderanchen und atemberaubenden Landschaften. So stellen …

Digitale Bildung wird heute groß geschrieben, auch an der Universität Koblenz-Landau. Dr. Peter Ferdinand ist Geschäftsführer des IWM, der zentralen Einrichtung für digitale Innovationen. Foto: Marius Adam

E-Learning: Mehr als eine digitale Vorlesung

Online-Lernplattformen, Smartboards in Seminarräumen, elektronische Klausuren – die Möglichkeiten für multimediales Lernen sind heute vielfältig. Die Universität Koblenz-Landau verfügt mit dem Institut für Wissensmedien (IWM) über eine zentrale Support-Einrichtung für E-Learning, die sich mit digitalen Innovationen und Projekten beschäftigt. Welche Vorteile bietet digitale Bildung? Hören Studierende zukünftig Vorlesungen nur noch vom Sofa aus? Uniblog hat bei IWM-Geschäftsführer Dr. Peter Ferdinand nachgefragt. Als Geschäftsführer des IWM sind Sie Experte auf dem Gebiet digitale Bildung und digitales Lernen. Ist E-Learning heute fester Bestandteil der universitären Lehre? E-Learning begegnet Studierenden in ihrem Alltag an der Universität fast täglich, denn es gibt eine Fülle an digitalen Lehr- und Lernangeboten, die überwiegend ergänzend zur Präsenzlehre, aber auch als reine Online-Angebote zur Verfügung stehen, und die Qualität der Lehre verbessern sollen. Im Vergleich zu den Anfangszeiten, als E-Learning noch vorrangig mittels lokaler Datenträger wie CD oder DVD realisiert wurde, sind Lehr- und Lerninhalte in Zeiten des mobilen Internets quasi überall und rund um die Uhr verfügbar. Welche Angebote gibt es an unserer Universität und wie werden sie von den Studierenden genutzt? Das Bekannteste wird …

Marco Böhm verbringt viele Stunden in dem Büro des AStA, verhandelt, koordiniert und organisiert. Foto: Esther Guretzke

Sprachrohr der Koblenzer Studis

Mit 24 ein verantwortungsvolles Amt innehaben – das geht, und zwar schon im Studium. Marco Böhm macht es vor: Der Mathe- und Informatikstudent ist Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) am Campus Koblenz. In verschiedene Referate unterteilt, setzt sich der AStA für die Interessen der Studierenden der Universität ein und fördert gesellschaftliches Engagement. Bei Böhm laufen alle Fäden zusammen.  „Manchmal arbeite ich 20 Stunden in der Woche“, sagt Böhm mit Blick auf seinen Terminkalender. Seit Juni hat er das Amt des Vorsitzenden inne, zuvor war er ein Jahr lang Referent für Hochschulinternes beim AStA. Als Vorsitzender fungiert er als eine Art Teamleiter für die 17 Mitarbeiter in den 14 Referaten. Er ist Ansprechpartner und Koordinator. Gerade in den heißen Phasen kurz vor großen Events wie der Orientierungsphase für die Erstsemester oder Themenwochen ist Einsatzbereitschaft und gutes Zeitmanagement gefragt. Die viele Arbeit macht dem Lehramtsstudenten nichts aus, für ihn gehört ehrenamtliches Engagement einfach dazu: Neben seinem Amt im Studierendenausschuss spielt Böhm Tuba in verschiedenen Vereinen und ist im Vorstand des Junggesellenvereins seines Heimatdorfes. Öffentlichkeitsarbeit stärken Das AStA-Team des …

Engagiert, fröhlich und motiviert: Das sind die AStA-Vorsitzenden Luisa Horsten und Katharina Schmidt am Campus Landau. Foto: Lisa Leyerer

Doppelspitze im Einsatz für Landauer Studis

Sie sind die Spitze der Studierendenschaft am Campus Landau: Katharina Schmidt und Luisa Horsten leiten seit Mai 2016 gemeinsam den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Ihre Terminkalender sind voll und ihre Wochen straff geplant. Die beiden setzen sich täglich für die Studierenden und die Universität ein, immer mit dem Ziel, etwas zu bewegen. 13:15 Uhr. Zwischen zwei Veranstaltungen treffen sich Luisa Horsten und Katharina Schmidt in ihrem kleinen Büro. Inmitten voller Regale, Umzugskisten und einem Sofa haben sie sich ihren Arbeitsplatz mit Blick über den Campus eingerichtet. „Wenn wir nicht gerade auf Terminen unterwegs sind, kommen wir hier unseren Aufgaben nach“, sagt Schmidt und zeigt auf ihren Schreibtisch. Ihre Aufgaben sind vielfältig: „Wir kümmern uns um all jenes, für das es kein Referat gibt“, ergänzt die Psychologie-Studentin Horsten und schmunzelt. Die beiden AStA-Vorsitzenden vertreten sowohl den Ausschuss als auch die Studierenden der Universität am Campus Landau in der Öffentlichkeit. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Referenten und Referentinnen, der Hochschulleitung, der Stadt Landau, dem Studierendenparlament (StuPa) und anderen Studierendenschaften in Rheinland-Pfalz“, erzählt Horsten. Eine Herausforderung: „Kommunikation und Koordination …

Maxi Fleiter (links) und Doro Loch erforschen für ihre Masterarbeit in Psychologie die Determinanten des Wohlbefindens. Foto: Greb

Extraversion: Macht gute Laune gesprächiger und aktiver?

Extravertierte Menschen verhalten sich nach außen gewandt, sie kommunizieren und interagieren also gern mit ihrer Umwelt. Die Psychologiestudentinnen Doro Loch und Maxi Fleiter haben im Rahmen ihrer Masterarbeiten gemeinsam eine Studie durchgeführt und untersucht, inwiefern sich positive Stimmung auf den Grad der Extraversion auswirkt. Die Serie: Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen?  Wer sind Sie und was studieren Sie? Wir sind Doro Loch und Maxi Fleiter und studieren beide im vierten Mastersemester Psychologie. Was ist das Thema Ihrer Masterarbeiten? Loch: Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen guter Stimmung und Extraversion. Extravertiert heißt nach außen gewandt. Damit sind menschliche Eigenschaften wie gesprächig, aktiv, energisch, enthusiastisch oder auch abenteuerlustig gemeint. Bisher wurde viel dazu geforscht, dass Menschen, die extravertierter sind, auch glücklicher sind. Es gibt jedoch nur wenige Informationen darüber, ob das auch umgekehrt funktioniert: Wenn ich besser gelaunt …

Heute schreibt Campus-Reporterin Constanze Schreiner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ich püriere gerne

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Constanze Schreiner über den Trend zu Brei. Porridge, Chiapudding und Kartoffelbrei stehen bei ihr hoch im Kurs.  Achtung, Vorwarnung, in den nächsten Zeilen geht es um ein Haushaltsgerät. Genauer gesagt um mein liebstes Haushaltsgerät: Einen zugegebenermaßen ziemlich günstigen Ice Cruhsher einer No-Name Marke. Um gleich falschen Bildern im Kopf vorzubeugen: Nein, ich benutze mein favorisiertes Küchengerät nicht primär, um mir Crushed Ice für Gin Tonics und Mojitos zuzubereiten, die ich dann genüsslich auf der Couch liegend schlürfe. Nein, ganz anders: Ich püriere. Aktuell am liebsten Kürbis und Süßkartoffel mit ein wenig Kokosmilch. Zur Freude von Alfons Schubeck gerne mit einer Prise Ingwer. Auch im Sommer lässt mich mein Küchenfreund nicht hängen und rotiert unermüdlich die Schneidemesser, um gefrorenes Obst in eine gesunde Eis-Variante zu verwandeln. Angefangen hat das öffentliche Pürieren mit Smoothies. Mittlerweile gibt es in größeren deutschen Städten Brei-Restaurants, beispielsweise Cafés, deren Key-Dish Porridge ist. Porridge ist der moderne Begriff für Haferschleim, ein „Gericht“, vor dem …

Der Forschungsroboter Roboy ist das Herzstück der Studie. Der Einsatz von Robotern zu psychologischen Forschungszwecken ist noch immer eine Besonderheit. Foto: Martina Mara

Roboter und künstliche Intelligenz: Unheimliche Faszination

Die Zukunft der Menschheit liegt in der Robotik. Schon jetzt nehmen uns computergesteuerte Maschinen Arbeit ab und intelligente Systeme erleichtern den Alltag. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen: Markus Appel, Professor für Medienpsychologie am Campus Landau, untersucht, wie Menschen Roboter wahrnehmen und ob sie humanoide Roboter als helfende Hand akzeptieren oder ablehnen. Obwohl sie aus Plastik, Metall und Drähten zusammengebaute Maschinen sind, sind sie offenbar clever und können Dinge, die Menschen auch tun. Sie führen mechanische Bewegungen aus und erledigen kleine Aufgaben. Kannte man Roboter einst nur aus Film und Fernsehen, sollen sie in naher Zukunft Teil unseres Alltags werden, zum Beispiel als Haushaltsassistenten oder in Krankenhäusern und im Pflegebereich. Für uns Menschen ist die künstliche Intelligenz der Roboter faszinierend und unheimlich zugleich: “Wir begeistern uns für Außergewöhnliches und für Dinge jenseits des Menschseins. Wir mögen Horrorfilme, Krimis und im Allgemeinen Dinge, die außerhalb des alltäglichen Lebens geschehen. Zombies und andere Halbwesen üben eine gruselige Faszination auf uns aus”, erklärt der Landauer Medienpsychologe Prof. Dr. Markus Appel. Grund dafür ist, dass uns diese Kreaturen einerseits ähneln, sich andererseits …

Julie Capric sieht in dem Studiengang B.A. Pädagogik viele Chancen und Möglichkeiten. Foto: Esther Guretzke

Pädagogik: Vielfalt und Herausforderung

Julie Cabric studiert Pädagogik am Campus Koblenz. Schon zur Schulzeit interessierte sie sich für das Fach, das sich mit Fragen im Bereich Erziehung und Bildung befasst. Am Studium schätzt sie vor allem die Bandbreite des Studiengangs und fand dank einem Praxisprojekt und Praktika schnell heraus, in welchem Bereich ihre berufliche Zukunft liegt. Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie „Was studieren?“ stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.  Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Pädagogik? Schon in der Schule hatte ich Pädagogik als Leistungskurs belegt. Dort konnte ich erste Einblicke bekommen und fand das Feld sehr interessant. Ich wollte mehr erfahren und habe mich deshalb für den Studiengang Pädagogik an der Universität Koblenz-Landau beworben. Warum haben Sie sich für Koblenz entschieden? Das lag vor allem an der räumlichen Nähe zu meiner Familie. Ich bin daheim stark eingebunden und die Option wegzuziehen hat sich für mich nicht ergeben. Koblenz ist aber generell eine gute Wahl. Die Stadt ist …