Ehrenamt: Studis engagiert
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Sprachrohr der Koblenzer Studis

Marco Böhm verbringt viele Stunden in dem Büro des AStA, verhandelt, koordiniert und organisiert. Foto: Esther Guretzke Marco Böhm verbringt viele Stunden in dem Büro des AStA, verhandelt, koordiniert und organisiert. Foto: Esther Guretzke

Mit 24 ein verantwortungsvolles Amt innehaben – das geht, und zwar schon im Studium. Marco Böhm macht es vor: Der Mathe- und Informatikstudent ist Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) am Campus Koblenz. In verschiedene Referate unterteilt, setzt sich der AStA für die Interessen der Studierenden der Universität ein und fördert gesellschaftliches Engagement. Bei Böhm laufen alle Fäden zusammen. 

„Manchmal arbeite ich 20 Stunden in der Woche“, sagt Böhm mit Blick auf seinen Terminkalender. Seit Juni hat er das Amt des Vorsitzenden inne, zuvor war er ein Jahr lang Referent für Hochschulinternes beim AStA. Als Vorsitzender fungiert er als eine Art Teamleiter für die 17 Mitarbeiter in den 14 Referaten. Er ist Ansprechpartner und Koordinator. Gerade in den heißen Phasen kurz vor großen Events wie der Orientierungsphase für die Erstsemester oder Themenwochen ist Einsatzbereitschaft und gutes Zeitmanagement gefragt. Die viele Arbeit macht dem Lehramtsstudenten nichts aus, für ihn gehört ehrenamtliches Engagement einfach dazu: Neben seinem Amt im Studierendenausschuss spielt Böhm Tuba in verschiedenen Vereinen und ist im Vorstand des Junggesellenvereins seines Heimatdorfes.

Öffentlichkeitsarbeit stärken

Das AStA-Team des Wintersemesters 2016/17 besteht aus vielen neuen Gesichtern. Böhm sieht das als Chance, Probleme in Angriff zu nehmen und Projekte anzustoßen. Vor allem wünscht er sich, dass die eigene Öffentlichkeitsarbeit aktiver wird, damit die Aufgaben und Aktionen des Studierendenausschusses bekannter und transparenter werden: „Es ist wirklich schade, dass sich selbst alte Hasen an der Uni nicht mit dem AStA auskennen. Die Studierenden sollen mehr auf Projekte und Veranstaltungen aufmerksam gemacht werden. Wir machen ziemlich viel, nur leider bekommen die wenigsten davon etwas mit.“ Ein erster Schritt ist bereits gemacht, denn vor einiger Zeit hat das Referat Öffentlichkeitsarbeit des AStA das Online-Magazin UNIRONISCH wieder ins Leben gerufen, in dem die Mitglieder regelmäßig aus der Mitte des Studierendenausschusses berichten und so im Kontakt mit den Studierenden bleiben.

Engagement statt Scheuklappen

Böhm kommt aus einem kleinen Dorf in der Eifel. „Dort geht es eher konservativ zu“, gesteht er. „Deshalb finde ich es sehr bereichernd, im AStA mit wirklichen Freigeistern zu tun zu haben. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die auch mal eine komplett andere Vorstellung von der Welt haben, als man selbst, ist eine Erfahrung, die einen echt weiterbringt.“ Das Studium besteht für den 24-Jährigen nicht nur aus Modulen und Prüfungen, er versteht es auch als wichtige Zeit für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit: „Ich kann jedem Studierenden nur empfehlen, das Studium nicht ‚durchzuprügeln‘ und mit Scheuklappen hier durchzulaufen. Regelstudienzeit hin oder her, das Unileben hat viel mehr zu bieten“, appelliert er.

Wer sich engagieren möchte, kann sich in einem Referat, einer Fachschaft, einem Arbeitskreis oder einer Hochschulgruppe einbringen. Auch durch die Teilnahme an den Wahlen und den Veranstaltungen kann jeder Einzelne den AStA konkret unterstützen. Auf UNIRONISCH, der Facebook Seite und der Homepage wird zudem fortlaufend über Aktionen, Veranstaltungen oder Projekte informiert.

von Esther Guretzke / Sophia Krafft

Was ist der AStA?

Der AStA ist der Allgemeine Studierendenausschuss, welcher vom Studierendenparlament gewählt wird. Er ist demokratisch strukturiert. Die Referate beschäftigen sich mit Themen wie Hochschulpolitik, Soziales, Kultur, Gleichstellung und Ökologie. So wird beispielsweise jedes Sommersemester die achttägige Projektwoche SommerUni, die dieses Jahr ihr 30. Jubiläum hatte, von ihnen organisiert. Im Rahmen des Bildungsforums finden regelmäßig politische, bildende Veranstaltungen statt. Außerdem bemüht sich der AStA in Zusammenarbeit mit Fachschaftsvertretungen, Lehrenden, Vertretern der Stadt oder der Landesregierung um die Lösung der Probleme von Studierenden, vermittelt bei Konflikten und organisiert Infoveranstaltungen und Partys. (gur/kra)

4 Kommentare

  1. Peter Babnik sagt

    Danke für den Artikel.
    Mir ist der Begriff “politisches Amt” aufgefallen.
    Wie meint ihr das?
    Und wofür steht dies beim Asta-Vorsitz?

    Alles Gute und bis später
    es grüßt der Mensch

    Peter

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