Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dissertation

Welche Rolle spielt die Motivation für das Lernverhalten? Und wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Lehramtsstudentin Linda Schürmann in ihrer Dissertation. Foto: René Lang

Motivation in der Lehrerbildung

Linda Schürmann ist das, was man ein Motivationstalent nennt. Die 28-Jährige studierte neben ihrem Lehramtsstudium in den Fächern Biologie, Englisch und Bildungswissenschaften zeitgleich an der FernUniversität Hagen Psychologie. Aktuell promoviert Sie im Rahmen des Projekts MoSAiK am Institut für Psychologie zum Thema Motivation. Bitte erklären Sie das Thema Ihrer Dissertation in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Meine Dissertation trägt den Arbeitstitel Motivation und motivationale Kompetenz an außerschulischen Lernorten. Darin gehe ich davon aus, dass Motivation entscheidend für das menschliche Lernverhalten ist. Die Fähigkeit, zu motivieren, gilt als wichtige Kompetenz im Lehramt. Aber wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Welche Methoden können sie anwenden? Was empfinden Schüler überhaupt als motivierend? Hinzu kommt der Aspekt der außerschulischen Lernorte. In der Schule verhalten sich Lernende anders als in ihrer Freizeit. Wo können Schüler motiviert arbeiten? …

Christian Buchmann promovierte über die Wirkung von sogenannten Hydrogelen in Böden. In einem Folgeprojekt erforscht er diese nun genauer. Foto: Philipp Sittinger

Hydrogele im Boden erforschen

Im vergangenen Jahr absolvierte Dr. Christian Buchmann seine Promotion an der Universität Koblenz-Landau zum Einfluss von Hydrogelen auf Struktur- und Wasserbindung im Boden. Was sperrig klingt, ist ziemlich spannend: Hydrogele begegnen uns auch im Alltag häufig. Bitte erklären Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? In meiner Forschung beschäftigte ich mich mit Hydrogelen, einer speziellen Gruppe organischer Stoffe, die im Boden quellen. Ich habe untersucht, wie diese Wasser binden und die Struktur des Bodens beeinflussen. Diese Substanzen bilden sich auf natürliche Weise im Boden, etwa durch Pflanzen oder Mikroorganismen. Wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen, entsteht eine klebrige Masse, vergleichbar mit Marmelade oder Haargel. Dabei schaffen Hydrogele optimale Wachstumsbedingungen und sichern das Überleben von Organismen. Außerdem halten sie das aufgenommene Wasser und stabilisieren den Boden. Für meine Dissertation habe ich …

Gerhard Reese ist Professor für Umweltpsychologie und Leiter des Studiengangs Mensch und Umwelt. Sein Ziel ist es, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Gerhard Reese

Ziemlich cool, vielleicht etwas flapsig: Das wäre das Bild, das Gerhard Reese von sich selbst hätte, wäre er sein eigener Student. Als Professor für Umweltpsychologie und Leiter des Studiengangs Mensch und Umwelt möchte er seinen Studierenden keine Antworten vorgeben, sondern zum Fragen anregen. Am liebsten sind ihm dabei solche, die ihn aus der Fassung bringen. Woran forschen Sie zurzeit? Wir erforschen unter anderem die Einstellungs-Verhalten-Lücke. Menschen verhalten sich nicht immer ihren Einstellungen entsprechend. Viele Menschen sagen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtig, aber sie handeln nicht danach. Wir untersuchen psychologische Prozesse, die erklären, wie sich so eine Lücke verringern lässt. Dann untersucht eine Doktorandin, inwiefern die Befriedigung und Nichtbefriedigung von Bedürfnissen mit Umweltschutzmotivation und -verhalten einhergeht. Wenn zum Beispiel unser Kompetenzbedürfnis nicht befriedigt ist, sehen wir uns nicht in der Lage, etwas für den Umweltschutz zu tun. Außerdem untersuchen wir, ob es eine Persönlichkeitseigenschaft gibt, die man Suffizienzorientierung nennen kann. Also inwieweit Menschen bereit sind, für ein höheres Gut, wie dem Umweltschutz, auf Etwas zu verzichten. Wollten Sie konkret Umweltpsychologie erforschen oder wäre Sozialpsychologie für Sie auch …

Sebastian Eberz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Landau. Der Diplom-Informatiker setzt sich mit unerfahrenen Enterpreneuren auseinander. Foto: Jan Reutelsterz

Entrepreneurship: Die Kunst des Gründens

Ohne Erfahrung zum finanziellen Erfolg? Sebastian Eberz beschäftigt sich in seiner Dissertation mit dem Verhalten und der Persönlichkeit von unerfahrenen Gründern. Welche Charaktereigenschaft löst beim Entrepreneur welche Handlung aus? Der 35-jährige Diplom-Informatiker absolvierte seine Promotion 2017. Seit 2011 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Koblenz und lebt seine Begeisterung für die Lehre. Womit haben Sie sich konkret in Ihrer Dissertation beschäftigt? Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Meine Dissertation trägt den Titel Effectuation oder Causation? Der Einfluss der Persönlichkeit unerfahrener Entrepreneure. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, wie sich Menschen verhalten, die noch nie zuvor gegründet haben. Also keine Vorerfahrung mitbringen, was den Start eines eigenen Unternehmens betrifft. Den Aspekt der Persönlichkeit habe ich mithilfe des Trait-Ansatzes aus der Psychologie verfolgt. Dieser geht davon aus, dass jeder Mensch gewisse Charaktereigenschaften besitzt, die ihn auszeichnen. Aber …

Kinder in der Grundschule können schon über Sprache nachdenken und sprechen. Wie sie dies tun, analysiert Sebastian Krzyzek in seiner Dissertation. Foto: Philipp Sittinger

Über Sprache sprechen: Sprachbewusstheit in der Grundschule

Sebastian Krzyzek hat einen komplizierten Nachnamen. Immer wieder wird er gefragt: “Wie wird der ausgesprochen?” Seine Gegenüber zeigen in solchen Momenten ihre sogenannte Sprachbewusstheit. Schon Grundschulkinder denken und sprechen über Sprache. Wie sie dies tun, analysiert Krzyzek in seiner Dissertation. In diesem Bereich zum Experten zu werden, ist seine persönliche Challenge. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Kinder können schon im Grundschulalter bewusst über sprachliche Phänomene nachdenken und sprechen. Dahinter steckt das Konzept der Sprachbewusstheit. Das ist die Fähigkeit, Sprache zum Gegenstand des eigenen Denkens zu machen und den eigenen Sprachgebrauch kontrollieren zu können. Wenn Sie sich beim Lesen meines Nachnamens über diesen Gedanken machen, zum Beispiel in der Form Wieviele Konsonanten kann man denn aneinander reihen? oder Wie zur Hölle spricht man das aus?, dann ist das ein …

Imke von Helden ist seit 2015 die Koordinatorin des campusübergreifenden Sprachenzentrums in Koblenz und Landau. Foto: Greta Rettler

Imke von Helden: Eine Skandinavistin am Sprachenzentrum

Imke von Helden ist Skandinavistin, Sprachenliebhaberin, Fan nordischer Metal-Musik und Mutter. Diese Interessen, Facetten und Aufgaben vereint die 36-Jährige – erfolgreich. An der Universität Koblenz-Landau koordiniert sie seit 2015 die Arbeit des Sprachenzentrums, das unter anderem kostenfreie Sprachkurse für alle Studierenden anbietet. Ein freundliches Lächeln ist stets in ihrem Gesicht zu finden und man sieht, dass ihre Arbeit sie begeistert: Imke von Helden ist die Koordinatorin des campusübergreifenden Universitären Sprachenzentrums (USZ), das unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof Dr. Constanze Juchem-Grundmann steht. Gebürtig kommt die 36-Jährige aus dem Schwarzwald, wo sie an der Universität Freiburg Skandinavistik und Anglistik studierte. Als Fernstudiengang kam Deutsch als Fremdsprache hinzu: “Sprachen haben mich schon immer fasziniert. In der Schule, im Studium und noch heute. Es ist sozusagen mein Ding”, erklärt von Helden. Nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen Sprachschulen, unterrichtete in Basel und Freiburg. Die interessantesten Stunden waren für die Sprachwissenschaftlerin die, in denen Menschen aus unterschiedlichsten Kultur- und Sprachräumen aufeinander trafen: “Trotz dem Fehlen einer gemeinsamen sprachlichen Grundlage schafft man es, sich zu verständigen und langsam eine Basis gesprochener Kommunikation aufzubauen. Das fasziniert mich bis heute.” Ein außergewöhnliches Thema Das …

Mit Hilfe des Projekts MoSAiK sollen zukünftige Lehrer auf die Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet und innovative Forschungsansätze im Bereich der Lehrerbildung gestärkt werden. Foto: Colourbox.de

Bausteine für die Lehrer der Zukunft

Professionalisierung und Weiterentwicklung der Lehrerbildung ist das Ziel des Projekts MoSAiK. Durch die Angebote sollen Theorie und Praxis im Lehramtsstudium besser verknüpft und die Studierenden auf die steigenden Anforderungen in ihrem Berufsfeld optimal vorbereitet werden. Viele neue Herausforderungen kommen in Zukunft auf unsere Gesellschaft zu. Besonders angehende Lehrkräfte leisten in ihrem späteren Beruf einen großen Beitrag, diese Herausforderungen zu meistern. Um sie darauf bestmöglich vorzubereiten, wurde das Projekt Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung (MoSAiK) an der Universität Koblenz-Landau ins Leben gerufen. “MoSAiK soll die Lehrerbildung voranbringen. Hierfür gibt es zwei Wege, die wir beschreiten: Zum einen die Stärkung von Forschungsansätzen und zum anderen die Verbesserung der Lehre. Ziel ist, neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis, vor allem die Kompetenzentwicklung der Studierenden durch Selbstreflexion sowie eine Spezialisierung in den Bereichen Inklusion und Heterogenität”, erklärt Professor Dr. Hans-Stefan Siller. Er ist wissenschaftlicher und geschäftsführender Leiter des Zentrums für Lehrerbildung in Koblenz (ZfL). Zusammen mit seinem Landauer Pendant Professor Dr. Alexander Kauertz leitet er das campusübergreifende Projekt. Ein Mosaik für die Zukunft Vier Schwerpunkte mit insgesamt 17 Teilprojekten bilden ein …

Doktorand Timo Rouget liebt Literatur und Filme, in seiner Dissertation kann er beides verbinden. Foto: Greta Rettler

Die filmische Darstellung des Lesens

Ob Der Name der Rose, Die unendliche Geschichte oder Die neun Pforten: Das Lesen von Büchern spielt in Filmen eine zentrale Rolle, weiß Timo Rouget, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik am Campus Koblenz. In seiner Dissertation befasst er sich mit den Inszenierungsmöglichkeiten des Lesens fiktionaler Literatur im Film. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? In vielen Werken der Weltliteratur ist das Lesen selbst ein zentrales Thema, zum Beispiel in Der Name der Rose von Umberto Eco oder Der Vorleser von Bernhard Schlink. Auch in Filmen wird viel gelesen und das nicht nur, wenn es sich wie bei den beiden bereits genannten Büchern um literarische Adaptionen handelt. In meiner Dissertation befasse ich mich mit den Visualisierungs- und Inszenierungsmöglichkeiten, mit denen Lesen im Film dargestellt werden kann. Ich versuche, …

Für eine Promotion braucht es Selbständigkeit und Mut, findet Alexandra Merkert. Sie forscht zur schriftsprachlichen Kompetenz von Grundschülern im Mathematikunterricht. Foto: Lisa Leyerer

Sprachliche Kompetenz im Reich der Zahlen

Auch im Reich der Zahlen sind sprachliche Kompetenzen wichtig: Im Rahmen ihrer Dissertation entwickelt Alexandra Merkert, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landauer Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter eine Ratingskala zur Messung der schriftsprachlichen Kompetenzen von Grundschülern im Mathematikunterricht. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Ich untersuche die sprachliche Ausdrucksfähigkeit bei Grundschülern im Fach Mathematik. Hierfür entwickele ich eine Ratingskala zur Messung ihrer fachsprachlichen Kompetenzen. Dabei untersuche ich nicht nur die verbalen Äußerungen der Schüler, sondern auch die numerisch-symbolischen und grafischen Mittel, mit denen sie Zusammenhänge und Gedanken ausdrücken, beispielsweise durch Gleichungen und Diagramme. Hierzu habe ich spezielle Aufgaben entwickelt, die den Schülern vielfältige Anregungen zur bildlichen und schriftlichen Umsetzung bieten. Mittlerweile habe ich Daten von 180 Dritt- und Viertklässlern erhoben und werde daraus Niveaustufen klassifizieren, die später etwa zur Evaluation …

Tino Krekeler promoviert am Campus in Landau zu Mobilitätsprozessen zwischen dem Leiharbeits- und dem Normalarbeitsverhältniss. Foto: Lisa Leyerer

Tino Krekeler erforscht Mobilitätsprozesse am Arbeitsmarkt

Am Campus in Landau promoviert Tino Krekeler am Institut für Sozialwissenschaften. Er untersucht die Übergänge von einem Leiharbeitsverhältnis in eine feste Anstellung. Sein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf den Sprungbretteffekt von Leiharbeit. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Ich betrachte die Mobilitätsprozesse zwischen dem Leiharbeits- und dem Normalarbeitsverhältnis. Man spricht vom sogenannten Brücken- oder Sprungbretteffekt, wenn man von einem Leiharbeitsverhältnis in ein “reguläres” Beschäftigungsverhältnis wechselt. Ich untersuche, von welchen betrieblichen Merkmalen dies abhängt, z.B. ob die Betriebsgröße, die Branche, die Geschäftslage, die Anwesenheit eines Betriebsrates oder auch Auftragsschwankungen oder Personalengpässe eine Rolle spielen. Was fasziniert Sie an diesem Thema? Das Thema Leiharbeit ist in der Arbeitsmarktforschung bereits stark erforscht, die Ursachen des Sprungbretteffekts blieben hingegen weitgehend unbeachtet. Ich finde es sehr spannend, neue Ergebnisse zu gewinnen und die Zusammenhänge …