Uni-Menschen
Schreibe einen Kommentar

Leise Töne in Landau: Ambient Folk von Ketar

Ruhige Klänge sind ihr Markenzeichen: Was als Einschlafmusik für Freunde begann, hat sich in ein großes Repertoire an entspannten Songs entwickelt. Der Bandgründer und Psychologie-Student Felix Göttert aus Landau bildet zusammen mit seinem Zwillingsbruder Moritz den Kopf von Ketar. Die Geschwister mit dem auffallenden Afro-Look bringen ihren einzigartigen „Ambient Folk“ in die Universitätsstadt.

Mit ihren zwei akustischen Gitarren und dem angenehmem Harmoniegesang werden die Brüder Moritz und Felix Göttert so manches Mal mit der norwegischen Indie-Band „Kings of Convenience“ verglichen. Die sich zum Verwechseln ähnlich sehenden Zwillinge spielen seit ihrem sechsten Lebensjahr Gitarre, begannen im Alter von 16 Jahren Klavier zu spielen und sind die kreativen Köpfe von Ketar. Die Songs schreiben und komponieren sie komplett in Eigenregie. „Wir vertragen uns sehr gut, wahrscheinlich ekelhaft gut für Geschwister“, gibt Felix Göttert, Psychologie-Student am Campus Landau, zu. Sein Bruder Moritz studiert Mathematik und Pädagogik auf Gymnasiallehramt in Münster. „Wenn man zusammen aufwächst und CDs tauscht, dann ist es beim Komponieren nie so, dass dem Einen etwas gar nicht gefällt“, meint der Sänger und Gitarrist über die Zusammenarbeit mit seinem Bruder. Denn die Bandleader sind meistens der gleichen Meinung und basteln so lange an ihren Liedern, bis beide zufrieden sind.

Ihre Songs beschreiben die Zwillinge als „ruhig, sphärisch und dynamisch“. Das Duo hat mit Ketar bereits über 20 Lieder im Repertoire. Viele Texte seien frei assoziiert: „Sie ergeben auf den ersten Blick keinen Sinn, aber bei näherer Betrachtung hängt doch alles zusammen.“ Mit den akustischen, Beat-armen Stücken aus Gitarre, Melodica, Kontrabass, Schlagzeug und Klavier treten die Brüder seit rund einem Jahr im Raum Münster und Landau auf.

Ketar bei einem Live-Auftritt mit Keyboard, Percussion, Kontrabass und Gitarre. Foto: Privat

Ketar bei einem Live-Auftritt mit Keyboard, Percussion, Kontrabass und Gitarre. Foto: Privat

Früh übt sich

Bereits mit 14 Jahren traten die Göttert-Zwillinge der ersten Band bei. „Ich habe während unserer Schulzeit in verschiedenen Bands und in verschiedenen Konstellationen Musik gemacht. Mein Bruder war dabei die einzige Konstante“, erzählt Felix Göttert. Die leidenschaftlichen Hobby-Musiker hatten nach ihrem Abitur eine Reihe von selbst komponierten, ruhigen Stücken und Songfragmenten angesammelt. „Wir wollten ursprünglich viele ruhige Melodien aneinanderreihen und daraus eine dreißigminütige Einschlafmusik für unsere Freunde machen.“ Zwei Wochen lang bastelten die talentierten Brüder im heimischen Wohnzimmer an ihren Stücken. „Am Ende haben wir gemerkt, dass es voll überproduziert war und zum Einschlafen mies geeignet ist“, sagt Felix Göttert lachend. Als die Sänger aus Burgsteinfurt ihre Songs ins Internet stellten, fragte ein Freund, der Live-Auftritte in der Umgebung organisiert, ob sie Interesse an Auftritten hätten. „Es war eigentlich nicht geplant, dass daraus eine Band mit Live-Auftritten wird. Wir wollten die Musik anfangs nur aufnehmen und ausproduzieren.“

Für ihre Auftritte holte sich Ketar Unterstützung von befreundeten Musikern aus dem Münsteraner Raum. Mit dieser Besetzung traten sie bereits vor rund 100 Zuschauern im Münsteraner Nachtklub „Eule“ auf. Auch in der Landauer Live-Location „Rhumbar“ erntete die Band bereits zwei Mal Applaus. Für die Zukunft wünschen sich die Mitglieder von Ketar, auch für Auftritte in anderen Teilen Deutschlands gebucht zu werden. Eine CD ist ebenfalls in Planung.

Zweite Besetzung als “Kompetenzerweiterung”

Um Ketar in Landau bekannt zu machen, ohne die Band von Münster in den Süden fahren lassen zu müssen, rekrutierte Felix Göttert kurzerhand eine zweite Besetzung. Seine Kommilitonen Lukas Proll, Robin Friedel und Marius Vogt helfen mit ihrem musikalischen Talent, die Stücke von Ketar auch in der Universitätsstadt auf die Bühne zu bringen. „Unsere Stücke sind ja nicht so anspruchsvoll, dass man sie nicht lernen könnte. Wir betreiben quasi Kompetenzerweiterung für unsere Musiker.“ Aus der Zusammenarbeit zwischen Felix Göttert und seinen Psychologie-Kommilitonen entwickelte sich sogar nebenbei eine Bandneugründung:  Mit „Gaspard Filou“ machen die Freunde in Landau seit kurzem funkigen Pop-Rock.

Wer mehr über die Band erfahren will, kann sich unter ketar.bandcamp.com informieren und in ihre Songs reinhören.

Katharina Greb

Schreibe einen Kommentar