Studis & ihre Nebenjobs
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Flugleiter am Flugplatz Koblenz-Winningen

In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” berichtet Bastian Pause über seine Arbeit im Tower am Flugplatz Koblenz-Winningen. Er studiert Mathematik und Physik auf Gymnasiallehramt – Fächer, die auch beim Fliegen relevant sind.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. UniBlog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Wer sind Sie?

Ich heiße Bastian Pause, bin 30 Jahre alt, verheiratet und habe eine kleine Tochter. Ich studiere die Fächer Mathematik und Physik im 3. Master of Education Semester.

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Ich bin fest angestellter Flugleiter hier am Flugplatz Koblenz-Winningen, das heißt etwa 3-4 mal pro Woche in Ganz- oder Halbtagsschichten beaufsichtige und verwalte ich hier den gesamten Flugbetrieb.

Was sind Ihre Aufgaben?

Alle Flieger, die ankommen und abfliegen, brauchen Infos, Hilfe bei der Flugdurchführung und dafür bin ich verantwortlich. Zusätzlich übernehme ich auch noch einige Verwaltungsaufgaben, betreue den Internetauftritt des Flugplatzes und muss manchmal im Sommer auch den Rasen mähen.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude bei dieser Arbeit?

Natürlich vor allem der enge Bezug zu meinem Hobby, der Fliegerei. Da macht es gar nichts aus, wenn es bei viel Betrieb auch mal sehr stressig wird. Manchmal ist auch weniger los und nach den Verwaltungsaufgaben habe ich dann sogar manchmal etwas Zeit zum Lernen. Ich habe auch sehr nette Kollegen, die auch mal eine Schicht mit mir tauschen, wenn es für meinen Stundenplan an der Uni erforderlich ist. Außerdem habe ich bei gutem Wetter eine schöne Aussicht, bin bei schlechtem Wetter gut geschützt und kann zu Fuß zur Arbeit gehen.

An einem sonnigen Abend lässt es sich bestimmt gut am Flugplatz Koblenz-Winningen aushalten. Bastian Pause berichtet von seinem Nebenjob.

Der Flugplatz Koblenz-Winningen ist der Arbeitspatz von Bastian Pause. Foto: Müller

Wie kamen Sie an Ihren Nebenjob?

Ich habe schon mit 14 Jahren mit dem Segelflug begonnen, meinen Segelflugschein habe ich mit 17 gemacht und kurz darauf auch den Motorflugschein und wurde Fluglehrer. Das mit dem Job war ein glücklicher Zufall. Ich studierte damals noch in Aachen und man hat hier jemanden für den Posten gesucht, weil ein Mitarbeiter abgesprungen war. Ich habe mir zwar keine großen Chancen auf den Job ausgerechnet, aber bei einem Treffen mit dem Referatsleiter der zuständigen Behörde von Rheinland-Pfalz wurde mir überraschenderweise der Job angeboten und da sagt man dann nicht ,Nein’.

Was verdienen Sie bei diesem Nebenjob?

Als Student ist das wohl reiner Luxus: Bezahlung nach Tarifvertrag öffentlicher Dienst, das heißt in meinem Fall ca. 1500 Euro Netto im Monat. Zudem kann ich einen Teil meiner privaten Fliegerei von der Steuer absetzen.

Kann man diesen Job weiterempfehlen? Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür?

Auf jeden Fall, aber der Personenkreis, der ihn machen kann, ist recht eingeschränkt. Man muss eine gültige Pilotenlizenz haben und die Berechtigung, Englisch Funken zu dürfen, weil auf dem Flugplatz recht viel internationaler Flugverkehr herrscht. Man sollte auch sonst gut Englisch sprechen, da die Gäste auch oft in den Tower hochkommen und viele Sachen rund ums Fliegen fragen und was man in der Gegend so machen kann.

Wie „studienkompatibel“ ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = Super kompatibel)

Ich würde 4 Sterne vergeben, da der Job wirklich Spaß macht, aber man auch bereit sein muss, am Wochenende zu arbeiten.

 Adrian Müller

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