Was studieren?
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Computervisualistik: Kreative Informatik

Beim Programmieren kreativ knobeln und damit ein Problem lösen – das ist es, was Katharina Krämer am meisten Spaß macht in der Computervisualistik. Foto: Adrian Müller Beim Programmieren kreativ knobeln und damit ein Problem lösen – das ist es, was Katharina Krämer am meisten Spaß macht in der Computervisualistik. Foto: Adrian Müller

In Koblenz bietet der Fachbereich Informatik einen Studiengang an, in dem Kreativität gefordert ist: Computervisualistik widmet sich der Computergrafik und Bildverarbeitung. Zu den Studieninhalten gehören neben den Grundlagen aus der Mathematik auch praktisches Zeichnen, Kunstgeschichte und die Psychologie des Visuellen. Ein Viertel der Studierenden sind Frauen. Katharina Krämer ist eine von ihnen.

Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor.

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Computervisualistik?

Vor ein paar Jahren habe ich eine Special Edition des Spiels Tomb Raider geschenkt bekommen, das mit sogenannten Artworks ausgestattet war. Durch diese grafischen Zeichnungen habe ich gemerkt, dass ich gerne etwas Kreatives machen will. Informatik und Mathe haben mich auch interessiert, waren mir aber alleine zu trocken. Die Computervisualistik vereint Kreatives und Informatik. Vor dem Studium konnte ich mit Informatik nicht viel anfangen, war aber offen dafür und wollte es einfach mal versuchen. Informiert habe ich mich an einem CV-Stand auf der Gamescom und am Tag der Computervisualistik hier an der Uni. Dort haben mich die Videos der Bachelorarbeiten begeistert. Als ich dann im ersten Semester Informatik hatte, war das gar nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte. Ich musste zwar viel Zeit investieren, doch dann hat es mir viel Spaß gemacht.

Warum haben Sie sich für Koblenz entschieden?

Computervisualistik kann man nur in Koblenz und in Magdeburg studieren. Da Koblenz näher an meinem Heimatort liegt, fiel die Entscheidung schnell für Koblenz. So musste ich nicht umziehen und durch eine Fahrgemeinschaft ist das Pendeln auch kein Problem.

Was machen Sie genau in Ihrem Studium?

Wir haben zum Beispiel das Modul Softwareergonomie, in dem wir Software auf ihre Nützlichkeit und Nutzbarkeit untersuchen. Im Grundstudium haben wir viel Mathe, lernen aber unter anderem auch, selbst Programme zu erstellen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Computer eigentlich funktionieren.

Was gefällt Ihnen am besten?

Bisher gefallen mir die kreativen Aufgaben besser als das theoretische Anwenden von Wissen, wie es in Mathe oft der Fall ist. Beim Programmieren geht es mehr darum, zu knobeln und nachzudenken, um eine Lösung für ein Problem zu entwickeln. Die Aufgabenstellung kann zum Beispiel sein: Das Programm soll etwas Bestimmtes können. Hier kann man selbst kreativ nach einer Lösung suchen, wie das Programm an dieses Ziel gelangt. In den ersten zwei Semestern haben wir viele Grundlagen im Bereich Informatik und Mathematik gelernt. Im dritten Semester beschäftigen wir uns mehr mit CV-Programmierung und Computergrafik. Das ist es, was mich am meisten interessiert.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Studium besonders gefragt?

Logisches Denken und Zielstrebigkeit. Man sollte sich nicht von einem Problem einschüchtern lassen, sondern die Lösung systematisch angehen: Sich die Rahmenbedingungen klar machen und Lösungsansätze finden. Wichtig sind der Wille und das Durchhaltevermögen, eine gewisse Problemlösungskompetenz zu erlangen.

Was möchten Sie nach der Uni machen?

Die Computervisualistik teilt sich in zwei Bereiche: Der eine baut auf der Bildanalyse auf, das heißt, Daten werden ausgehend von einem Bild ausgewertet. Das kann zum Beispiel ein Roboter sein, der aus seiner Wahrnehmung der Außenwelt Daten generiert. Der andere Bereich gründet umgekehrt darin, das anhand von Daten ein Bild erzeugt wird. Ich finde beide Bereiche interessant, tendiere aber eher zur Bilderzeugung. Dies wird zum Beispiel in der Medizin genutzt, wenn Röntgenbilder zu 3D-Modellen zusammengefügt werden. Andere Perspektiven wären, als Softwareentwickler einer IT-Firma zu arbeiten oder als IT-Spezialist bei jeder Art von Unternehmen. Außerdem hat man die Möglichkeit, Spielentwickler zu werden. Zwar bin ich über die Spielegrafik zur Computervisualistik gekommen, darauf festlegen möchte ich mich aber noch nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, im medizinischen Bereich zu arbeiten.

Wie bereiten Sie die Studieninhalte auf Ihr zukünftiges Berufsleben vor?

In Mathe sind die Lerninhalte der Analysis für die CV-Programmierung irrelevant, also für das, was im zukünftigen Berufsleben gefragt ist. Sie fördern dafür sehr das logische Denken. Durch lineare Algebra lernen wir einiges über 3D und Räume. Die Lerninhalte der Programmierung sind Grundkenntnisse, die in jedem IT-Beruf gebraucht werden. Die Programmiersprache Java ist zum Beispiel sehr gängig, verwandt mit anderen Programmiersprachen und deshalb sehr nützlich.

Konnten Sie schon Praxis-Luft schnuppern?

Im ersten Semester hatten wir ein Praxismodul zum Thema Java-Programmierung, in dem wir sehr viel selbst programmieren konnten. Das Tolle an der Programmierpraxis ist, wenn die Vision, die man zu Beginn an hatte, tatsächlich funktioniert. Dieser Moment wird auch ‚Schöpferkomplex genannt.

Welchen Tipp geben Sie denjenigen, die noch auf der Suche nach dem passenden Studienfach sind?

Wer noch auf der Suche nach einem passenden Studienfach ist, sollte sich vor allem selbst die Frage stellen: “Was will ich nicht?” Darüber gelangt man manchmal schneller zu einer Lösung als mit der Frage: “Was will ich?” Dann sollte man sich gut über die Zusammensetzung der Studieninhalte informieren. Es ist unterschiedlich, in welchem Maße zum Beispiel Mathe vertreten ist. Computervisualistik ist nichts für diejenigen, die schon in der Schule einen Bogen um Mathe gemacht haben.

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