Ehrenamt: Studis engagiert
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Die Bibel visuell und kindgerecht verpacken

Marcel Boden bringt in seiner Freizeit Kindern kreativ seinen Glauben näher. Foto: Esther Bauer Marcel Boden bringt in seiner Freizeit Kindern kreativ seinen Glauben näher. Foto: Esther Bauer

Zahlreiche Studierende der Universität Koblenz-Landau arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Wo man sich überall engagieren kann, welche Herausforderungen ein Ehrenamt mit sich bringt und wie kompatibel Studium und Ehrenamt sind, beleuchtet unsere Serie. In diesem Teil berichtet der Student Marcel Boden, wie er seinen Glauben und die Arbeit mit Kindern zusammenbringt. 

Manchmal trügt der Schein. Marcel Boden, 21 Jahre alt, trägt Basecap und ein weites T-Shirt, hat ein Piercing und jede Menge Festivalbändchen am Arm. Dass der Koblenzer Pädagogik-Student sich in seiner Freizeit ehrenamtlich dafür einsetzt, Kindern die Bibel nahezubringen, würde man auf den ersten Blick sicher nicht vermuten. Doch genau das ist der Fall: Über die Organisation “Kirche mit Kindern” arbeitet er zusammen mit anderen Ehrenamtlichen daran, Bibelstellen, die im Gottesdienst behandelt werden, kindgerecht zu verpacken. „Wir wollen die Bibel visuell darstellen, damit man als Kind besser versteht, was gemeint ist“, erklärt Boden. Dabei zeigen er und seine Kollegen viel kreativen Einsatz: Um beispielsweise die 40-jährige Reise von Moses und seinen Anhängern durch die Wüste darzustellen, verteilen die Betreuer Sand auf dem Boden und lassen die Kinder die Reise als vereinfachtes Planspiel nachstellen.

Jedes Kind ist anders      

20 Ehrenamtliche und zwei Hauptamtliche sind für den Rheinischen Verband Kirchen mit Kindern tätig. Pro Gemeinde betreuen in der Regel drei Ehrenamtliche die regionalen Kindergottesdienste. Boden selbst ist in der Kirchengemeinde Neuwied-Oberbieber und Wied tätig. Die Kinder, die er betreut, sind zwischen fünf und 14 Jahren alt. Die Arbeit macht ihm Spaß, weil die evangelische Kirchengemeinde über die Diakonie eng mit dem Kinderheim in Oberbieber zusammen arbeitet, sie bringt aber auch Herausforderungen mit sich: „Wir haben manchmal auch schwererziehbare Kinder oder Kinder mit Entwicklungsstörungen dabei. Man muss lernen, damit umzugehen und alle Kinder in die Aktivitäten einzubinden. Aber meistens klappt das wirklich gut“, erzählt Boden.

Engagement, das von Herzen kommt

Boden ist sehr gläubig und findet es schön, mit den anderen Betreuern die Gottesdienste auszuarbeiten, zu besprechen und zu reflektieren. „Mir ist es wichtig, die Kinder nicht einfach zu beschäftigen, ich möchte ihnen wirklich den Glauben näher bringen.” Seit seinem 15. Lebensjahr engagiert er sich für die Organisation und hat an vielen Workshops teilgenommen, um sich weiterzubilden. Mittlerweile leitet er unter Anleitung des Ortspfarrers selbstständig die Seminare für die künftigen Ehrenamtlichen. Darin gibt er seine Erfahrungen und Tipps weiter, wie man in einfacher Sprache erzählt und kreative Gottesdienste ausgestaltet. Damit der Zusammenhalt der evangelischen Gemeinden gestärkt wird, findet jedes Jahr neben den normalen Ferienfreizeiten eine größere Konfirmandenfreizeit statt. „Wir waren unter anderem schon in Südfrankreich und Italien“, berichtet Boden. Mehrere Gemeinden aus Neuwied bis hoch in den Westerwald treffen sich, tauschen sich aus und haben mit bis zu 90 Kindern eine ereignisreiche Zeit.

Ehrenamt leicht gemacht

Zwei Dinge sind laut Boden Voraussetzung für das kirchliche Ehrenamt: Interessenten sollten biblisches Grundwissen besitzen und Spaß an der Sache mitbringen. Ob man dabei einen eher aufgeweckten Charakter hat oder ein stilles Gewässer ist, spielt keine Rolle: „Wer nicht so gut mit Menschen umgehen kann, aber kreativ ist oder gut organisieren kann, der führt eben die planerischen Aufgaben aus“, sagt Boden. Vor allem das Gemeinschaftsgefühl ist für ihn einen großer Gewinn bei seinem Engagement: „Wir stehen alle auf einer Stufe, die Arbeit macht Spaß, bietet Erholung vom Alltag, man bekommt die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Und es ist schön zu sehen, dass man den Kindern etwas mit auf den Lebensweg geben kann.“

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