Studis & ihre Nebenjobs
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Ausbilderin in Erste-Hilfe-Kursen

Dana Indreica gibt neben der Uni Erste-Hilfe-Kurse und musste sich dafür viel Wissen aneignen. Foto: Philipp Sittinger Dana Indreica gibt neben der Uni Erste-Hilfe-Kurse und musste sich dafür viel Wissen aneignen. Foto: Philipp Sittinger

Erst den Notruf alarmieren oder die stabile Seitenlage? Danach die Unfallstelle sichern oder war es doch eine andere Reihenfolge? Dana Indreica erklärt in ihren Erste-Hilfe-Kursen, wie man sich als Ersthelfer im Notfall verhalten sollte und bildet die Teilnehmer so zu potenziellen Lebensrettern aus.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Wer sind Sie?

Ich bin Dana Indreica, komme ursprünglich aus Freiburg und studiere Psychologie im Bachelor am Campus Landau.

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Ich bin Kursleiterin für Erste-Hilfe-Kurse bei der gemeinnützigen GmbH M-A-U-S, das steht für Medizinische Ausbildung und Seminare.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Im Vordergrund steht für mich die Aufgabe, die Teilnehmer zu handlungsfähigen Ersthelfern zu machen. Der Kurs ist in fünf Teile gegliedert und hat viele praktische Elemente, was das Ganze abwechslungsreich und aktivierend gestaltet. Die praktischen Übungen sind wichtig, damit die Teilnehmer sich die Griffe besser merken können und sie einmal richtig durchgeführt haben. Das positive Gefühl der Kompetenz, das dadurch entsteht, soll den Teilnehmern helfen, in ernsten Situationen die Hemmschwelle zu überwinden und auch tatsächlich erste Hilfe zu leisten. Es gibt aber auch Teile, die theoretischer sind, wobei ich immer versuche, es spannend und alltagsnah zu gestalten. Davon abgesehen mache ich Passbilder und Sehtests, entweder vor oder nach dem Kurs oder in den Pausen. Wenn der Kurs vorbei ist, müssen die Bescheinigungen gezählt und der Bestand vermerkt werden.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude bei dieser Arbeit?

Am meisten Freude bereitet mir, dass ich mich didaktisch austoben kann und mit Menschen arbeite. Ich finde es schön, den Lernprozess zu verfolgen und mag die Herausforderung, eher unmotivierten Teilnehmern vielleicht doch Interesse zu entlocken. Das gelingt natürlich mal mehr, mal weniger gut. Außerdem sehe ich in dem Job viel Sinn und Verantwortung, da ich es sehr wichtig finde, zu wissen, was im Notfall zu tun ist. In die Rolle eines Ersthelfers kann man schnell geraten und abgesehen davon, dass es sich sowohl um eine nahestehende als auch um eine völlig fremde Person handeln kann, kann man im Ernstfall ein Leben retten, wenn man weiß, was zu tun ist.

Wie kamen Sie an Ihren Nebenjob?

Ich habe mich auf eine Ausschreibung im Internet beworben und bekam dann einen Skype-Termin. In diesem wurde mir der Ablauf der Ausbildung erklärt. Für die Ausbildung musste ich 13 Module online abschließen, die überwiegend aus Zusammenfassungen der vorgegebenen Literatur bestanden. Darauf folgte ein Intensivlehrgang mit zehn Tagen Präsenz in Karlsruhe. Dort habe ich mit der Ausbildungsgruppe zuerst den kleinen Sanitäterschein absolviert, für den ich eine schriftliche, eine praktische und eine mündliche Prüfung ablegen musste. Dann ging es mit der Ausbildung für die Didaktik und dem Administrativen weiter. Danach durften wir zu fünft einen echten Kurs leiten und zum Schluss mussten wir noch einmal eine schriftliche und eine praktische Prüfung zur Kursleitung absolvieren.

Was verdienen Sie bei diesem Nebenjob?

Ich verdiene pauschal 80 Euro pro Kurs, bekomme aber pro Sehtest und pro Passbild zwei Euro Provision. Außerdem gibt es einen Bonus, wenn man für einen Kurs weit fahren muss.

Kann man diesen Job weiterempfehlen? Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür?

Ich kann den Job auf jeden Fall weiterempfehlen, allerdings ist er sicher aufwändiger als andere Nebenjobs. Es dauert, bis man sich eingearbeitet hat und alles etwas automatischer funktioniert. Über diesen Aufwand sollte man sich vorher bewusst sein. Wenn man ein paar Kurse gegeben hat, macht es mit jedem Mal mehr Spaß und die Anspannung sinkt, weil die Dinge leichter von der Hand gehen. Auch die Ausbildung hat mir Spaß gemacht, wobei das natürlich immer von der Gruppe und deren Dynamik abhängt. Man sollte auf jeden Fall Interesse und Motivation mitbringen, ich denke das sind die wichtigsten Voraussetzungen.

Wie “studienkompatibel” ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = super kompatibel)

Ich würde dem Job 4 von 5 Sternen geben, weil es anfangs viel um Lernen und Wissen geht und das deshalb nicht unbedingt ein typischer Ausgleich zum Studium ist. Allerdings legt sich das mit der Zeit, die Kurse sind überwiegend am Wochenende und man kann sich seine Kurstermine nach Belieben legen.

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