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Auf den Spuren von… Fabian Hemmerich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität

Fabian Hemmerich. Foto Jan Lücking.

An der Universität bleiben und in Forschung und Lehre gehen – das ist eine spannende berufliche Perspektive. Fabian Hemmerich hat diesen Weg gewählt. Der Diplom-Erziehungswissenschaftler studierte am Campus Landau mit den Schwerpunkten Pädagogik der frühen Kindheit und Medienpädagogik und arbeitet heute als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Bamberg.

Sie sind wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg: Wie sind Sie an den Job gekommen?

Ich habe auf den Internetseiten verschiedener Universitäten nach Stellenausschreibungen für Wissenschaftliche Mitarbeiter gesucht. Ich wusste, dass es an der Universität Bamberg am Institut für Erziehungswissenschaften einen Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik gibt, was inhaltlich meiner Studienrichtung Pädagogik der frühen Kindheit entspricht. Auf der Webseite der Uni Bamberg fand ich tatsächlich eine Ausschreibung für eine Stelle an genau diesem Lehrstuhl, auf die ich mich bewarb. Seit April 2016 arbeite ich nun in Bamberg als Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Was sind Ihre Aufgaben?

In erster Linie plane ich Lehrveranstaltungen zu Themen der Elementar- und Familienpädagogik und führe sie durch. Ich betreue und bewerte außerdem Hausarbeiten sowie Bachelor- und Masterarbeiten der Studierenden – letztere nur als Zweitbetreuer – und habe eine Sprechstunde in der Woche. Darüber hinaus schreibe ich an meiner Dissertation und an Vorträgen für Fachtagungen. Hinzu kommen diverse Aufgaben administrativer Art.

Meine Themenschwerpunkte in Lehre und Forschung liegen in den Bereichen Medienerziehung in Familien und Kindertagesstätten, Inhaltliche Merkmale in Kindermedien, Resilienzförderung in der frühen Kindheit sowie  Online-Kommunikation und -Beratung zu erziehungsbezogenen Themen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?

Da mein Beruf durchaus abwechslungsreich ist und es vor allem große Unterschiede zwischen Vorlesungszeit und vorlesungsfreier Zeit gibt, ist das gar nicht so einfach zu beantworten. Auf jeden Fall spielt sich der Großteil meiner Arbeitszeit im Büro ab. Üblicherweise beginnt ein Tag für mich damit, diverse E-Mails – vor allem von Studierenden – zu lesen und zu beantworten. Das kann viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn es um inhaltliche Fragen zu Abschlussarbeiten geht. Danach widme ich mich der Vorbereitung anstehender Seminarsitzungen und der Lektüre von Prüfungsleistungen der Studierenden, zum Beispiel Bachelorarbeiten. Zudem bin ich für die Betreuung der Webseite unseres Lehrstuhls zuständig und veröffentliche oder aktualisiere dort Informationen. Vor allem in der vorlesungsfreien Zeit sind die Arbeit an meiner Dissertation sowie an Vorträgen oder Fachartikeln typische Bestandteile meines Arbeitstages.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Job?

Man muss sehr selbständig arbeiten. Es ist nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter benötigt man auf jeden Fall viel Selbstdisziplin, ähnlich wie im Studium.

Wussten Sie schon zu Studienbeginn, was Sie später machen wollen? Was war Ihr Traumjob?

Zu Beginn meines Studiums war mir noch nicht klar, dass ich einmal in der Wissenschaft arbeiten würde. Zuerst habe ich in Landau auf Lehramt studiert und dann während der Praktika herausgefunden, dass das nicht der richtige Weg für mich ist. Ich habe daraufhin zum Diplomstudiengang Erziehungswissenschaften am gleichen Universitätscampus gewechselt und schnell festgestellt, dass mir dieses Studium sehr viel Spaß macht. Ich fand es sehr interessant, Einblicke zu bekommen, wie unser erziehungswissenschaftliches Wissen zustande kommt. Mein Hauptinteresse nach dem Studium lag darin, selbst in den Bereichen Frühpädagogik und Medienpädagogik zu forschen und zu lehren.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der Universität Koblenz-Landau entschieden?

Nach meinem Zivildienst wollte ich zum Lehramtsstudium auf jeden Fall weg von Zuhause in eine andere Stadt ziehen. Die Wahl fiel schließlich auf Landau, unter anderem weil man hier genau die beiden Fächer studieren konnte, die mich am meisten interessierten. Bei meinem Wechsel vom Lehramts- zum Erziehungswissenschaftsstudium hatte ich das Glück, noch zu den letzten Absolventen im Diplomstudiengang zu gehören. Im folgenden Jahr wurde der Studiengang für die nächste Generation auf Bachelor und Master umgestellt.

Welche Rolle spielt Ihr Studium für Ihre Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Das Studium spielt für meinen Beruf eine sehr große Rolle. Ich kann das theoretische und methodische Wissen aus meinem Studium oft anwenden. Der Einstieg in das Berufsleben ist mir relativ leicht gefallen. Ich verstehe mich gut mit meinen Kollegen und man hat mir bei der Einarbeitung am Lehrstuhl sehr geholfen. Die Arbeit macht mir Spaß und ich bin sehr zufrieden.

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Ihre Alma Mater und an Ihre Studienstadt Landau zurückdenken?

Ich denke da vor allem an viele nette und jederzeit hilfsbereite Kommilitonen in meinem Studiengang, aber auch aus anderen Studiengängen. Die Atmosphäre unter den Studierenden war in Landau immer sehr angenehm. Auch in den Prüfungsphasen konnte man sich auf Unterstützung seiner Mitstudierenden verlassen. Vielleicht ist das auch auf die ohnehin stark pädagogische Ausrichtung des Studienangebots am Campus Landau zurückzuführen.

Wie halten Sie noch Kontakt zur Uni?

Ich habe noch einen guten Kontakt zu manchen ehemaligen Kommilitonen aus verschiedenen Studiengängen. Von Zeit zu Zeit bin ich zu Besuch in Landau. Ich bin zuversichtlich, dass der Kontakt zu einigen Studierenden, die ich während meiner Zeit in Landau kennengelernt habe, auch in Zukunft bestehen bleiben wird.

Was haben Sie im Studium gelernt, was nicht in den Lehrbüchern zu finden ist?

Ein Stück weit auf eigenen Füßen zu stehen, selbständiger zu sein und Dinge selbst regeln zu müssen.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Das kann ich so genau nicht sagen. Ich erinnere mich aber an Dozenten und Kommilitonen, die mich darin bestärkt haben, nach dem Studium in der Wissenschaft Fuß zu fassen. Diesen Leuten bin ich sehr dankbar. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn einem andere Menschen Mut machen.

Ihr schönstes Erlebnis an der Universität Koblenz-Landau?

Ein einzelnes schönes Erlebnis zu nennen ist schwierig. Bei der Absolventenfeier endlich das Abschlusszeugnis in der Hand zu halten war ein gutes Gefühl. Ich wurde darum gebeten, die Abschlussrede zu halten. Das war eine große Ehre für mich. Vor der Rede war ich sehr aufgeregt, aber es hat alles gut geklappt.

Generalist oder Spezialist – auf was sollten Studierende Ihres Faches bei der Wahl der Schwerpunkte achten?

Ich rate auf jeden Fall dazu, möglichst viele und unterschiedliche Praktika im Studium zu absolvieren, um in unterschiedliche Bereiche hineinzuschauen. Beim Weg in die Wissenschaft muss man sich spezialisieren und in der eigenen Forschung und Lehre Schwerpunkte suchen, für die man sich begeistern kann.

Was raten Sie unseren Studierenden, die sich für Ihre Berufsbranche interessieren?

Praktische Erfahrungen während des Studiums sammeln. Manchmal gibt es die Möglichkeit, ein Forschungspraktikum zu machen. Oder man fragt Dozenten nach Stellen am Institut, auch wenn einem gerade keine Stellenausschreibung bekannt ist.

von Jan Lücking

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