Kolumne
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Auf den Schultern der Kommilitonen

Heute schreibt Campus-Reporterin Lena Hoffmann. Zeichnung: Carolin Höring. Heute schreibt Campus-Reporterin Lena Hoffmann. Zeichnung: Carolin Höring.

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute erzählt Lena Hoffmann, warum Blockseminare dank motivierter Dozenten und unkonventionellen Ideen doch ganz reizvoll sein können.

Endlich Wochenende! Entspannen, Faulenzen und Feiern – einfach den Unistress hinter sich lassen. Aber dieses Mal nicht für mich. Ein Blockseminar stand mir bevor. Eigentlich hatte ich es mir selbst auf den Stundenplan gesetzt, aber als besagtes Wochenende an die Tür klopfte, wünschte ich, ich hätte es nicht gewählt. Von Freitag bis Sonntag auf unbequemen Stühlen in engen Räumen sitzen, sich stundenlang konzentrieren und von langweiligen Referaten berieseln lassen. Auf Dauer ist das ganz schön zermürbend. Tja, es half alles nichts, Augen zu und durch.

Die etwas andere Vorstellungsrunde

Als ich den Raum betrat, blickten mir unbekannte Gesichter entgegen. Das kann ja heiter werden, mutmaßte ich, und ahnte, dass die kommenden drei Tage eher schleppend vorübergehen würden. Glücklicherweise entwickeln sich die Dinge oft anders, als man denkt. Gleich zu Beginn gab es nicht die übliche Vorstellungsrunde – Name, Alter, Studienfach – sondern eine Speed-Dating-Runde. Hilfe, ich war noch nie bei solchen “Verkupplungsaktionen” dabei und wusste nicht, was auf mich zukommt. Innerhalb weniger Minuten sollten wir auf diese Weise möglichst viel über unseren Gegenüber erfahren. Je nach Partner verging die Zeit wie im Flug oder zog sich im Schneckentempo dahin. Während man mit manchen direkt auf gleicher Wellenlänge surfte, wollte bei anderen der Funke nicht überspringen. Und doch: Die unkonventionelle Vorstellungsrunde hatte ihr Ziel nicht verfehlt. Zu Beginn des Seminars schaute ich in entspannte und fröhliche Gesichter.

Kontra Schema F

Blockseminare leben von Gruppenarbeit. Das kann Horror sein oder auch eine Arbeitserleichterung, denn, seien wir ehrlich: Es kommt immer darauf an, mit wem man im Team ist. Bei diesem Seminar sollten die Studierenden nicht nur in Gruppen Texte lesen und diese anschließend kreativ vorstellen, wir kamen auch in den Genuss von teambildenden Übungen. Nach dem Zufallsprinzip teilte man uns in Gruppen zu je fünf Teilnehmern ein. Unsere Aufgabe war es, uns so zu positionieren, dass für fünf Sekunden nur drei Füße und vier Handflächen den Boden berühren. Was auf den ersten Blick unmöglich erschien, war nach kurzer Überlegung zumindest in der Theorie ein Klacks. Allerdings ist es dann doch eine ganz schön wackelige Angelegenheit, wenn man einen Handstand mit nur einer Hand macht oder auf den Schultern eines anderen sitzt. Aber wir haben es geschafft – gemeinsam haben wir die Aufgabe gemeistert.

Klar ist so ein Blockseminar ganz schön anstrengend. Schließlich darf trotz allem Spaß der Lernstoff nicht zu kurz kommen. Allerdings kann es durchaus angenehm ablaufen, wenn motivierte Dozenten vor einem stehen, die alle mitreißen und die Studierenden sich darauf einlassen. Wenn das Blockseminar nicht immer nach Schema F abläuft und abwechslungsreich gestaltet wird, ist das Wochenende schneller vorbei, als gedacht, und der heiß ersehnte Schein so gut wie in der Tasche.

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